Premieren
Monatsüberblick Juni & Sommer
Endlich, lebenskluge, leichte U-Dramen im August!
(tit.) Langsam gibt es wieder Licht am Premieren-Horizont. Während der „Tatort“ erst am 14.9. in die neue Saison startet, geht es mit dem „Krimi aus Passau“ bereits drei Tage früher in einen vielversprechenden Frühherbst, in dem nicht nur Mord und Totschlag das Programm dominieren wird. So erinnert der mit Klaußner & Berteloot gut besetzte Fernsehfilm „An einem Tag im September“ (Arte, 12.9.) an einen denkwürdigen Besuch Adenauers bei de Gaulle im Jahr 1958, bei dem der deutsche Bundeskanzler und der französische Ministerpräsident die freundschaftliche Annäherung beider Staaten entscheidend voranbrachten. Außerdem wirft die Wies’n ihre Schatten voraus mit der zweiten Staffel der Erfolgsserie „Oktoberfest“ (ARD, 20.9.; Staffel 1 aktuell nur auf Netflix), die im Jahre 1905 spielt und im Sommer 2025 mit dem Bernd-Burgemeister-Preis als beste TV-Serie ausgezeichnet wurde. Impro-Fiction-Fans dürfen sich auf Jan Georg Schüttes nächsten Streich freuen, die Serie „Die Hochzeit“, gewohnt hochkarätig besetzt – mit u.a. Martin Brambach, Devid Striesow, Tobias Moretti und Anja Kling. Letztere ist bereits im August in dem intelligenten ARD-Freitagsfilm „Per Anhalter zur Ostsee“ (22.8.) zu sehen. Dass man das etwas andere Roadmovie wie zwei weitere vorzügliche Filme auf diesem Sendeplatz, „Trapps Sommer“ (8.8.) mit Günther Maria Halmer & Senita Huskić sowie „Auf der Walz“ (15.8.) mit Ronja Rath, eine Entdeckung fürs Fernsehen, im Sommer sendet, ist weniger gravierend, weil die Filme ein Jahr in der Mediathek zu sehen sind. Fatal wäre es jedoch, wenn man bei der ARD die zu erwartende niedrige August-Einschaltquote als Argument dafür verwenden würde, solche Einzelstücke für den Freitag nicht mehr zu produzieren. Zuletzt jedenfalls wurde der Freitagabend von der Degeto mit Episoden von langlaufenden Reihen zugepflastert. Ich kann es nur wiederholen: Das (gesellschaftliche) Bemühen um Vielfalt und Diversität sollte auch Genres, Formate und Ästhetiken nicht außer Acht lassen. Die beiden schönsten Filme im August sind ebenfalls im Ersten zu sehen: Ingo Raspers „Nächte vor Hochzeiten“ (9.8.) nach dem lebensklugen Buch von Sathyan Ramesh, ein wunderbarer Film über das ewige Mysterium Liebe, und das Highlight des Monats, der Kinofilm „Alle die du bist“ (5.8.) von Michael Fetter Nathansky. Magischer Realismus im Rheinland mit einer überragenden Aenne Schwarz.
Wiederholungen

Ranking Musik 2025: Meine 15 Lieblingsalben – Januar bis April. Greentea Peng bis Franz Ferdinand

Ranking Musik 2025:
Meine 15 Lieblingsalben – Mai und Juni. Little Simz, Pulp, Suzanne Vega, Haim


Ranking TV deutsch:
Milbergs Borowski ging 2025 in Rente. Seine 12 besten „Tatort“-Episoden

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Claudia Michelsen macht 2025 die 20 voll. Die besten Brasch–„Polizeirufe 110“
Lust am RANKING. Sorgfältige Ranglisten sind sinnvoll & sexy
Die Rankings auf tittelbach.tv setzen Werke/Produktionen aus den Bereichen Fernsehen, Popmusik & Kinofilm in Beziehung. Rankings vereinfachen, sind klar strukturiert, vergleichend, extrem subjektiv, sie bieten rasch Orientierung, provozieren Kommunikation. Sie sind spielerisch & spannend, Internet- & Smartphone-affin. Und der perfekte Service bei knappen Zeitressourcen.
TRAILER aktuell laufender Top-Produktionen
Wem Bilder mehr sagen als viele Worte… Auf DIESER Seite gibt es TRAILER von aktuell in den Mediatheken, bei den Streamern oder im Free-TV laufenden Filmen/Serien. Darunter können auch Produktionen (z.B. Kinofilme) sein, die wir nicht besprochen haben, die wir aber kennen und empfehlen können: Wie alles auf tittelbach.tv ist es eine kuratierte Auswahl.
Das Ungleichgewicht der TV-Formate
Kuratierte Programm-Empfehlungen
„Das Leben ist zu kurz für mittelmäßiges Fernsehen.“ Mein neues Motto gilt nach 15 Jahren t.tv besonders für Wiederholungen. Es gibt eine Unmenge an sehr sehenswerten, zeitlos guten Filmen und Serien. Ein Großteil davon befindet sich in den Mediatheken. Ich werde künftig mehr Zeit darauf verwenden, die Streaming-Angebote zu durchforsten, anstatt mich wie bisher akribisch durch die Programm-Listen von über zehn Sendern zu quälen.
Kinofilm-Highlights 2024 im Stream
2024 war endlich wieder ein sehr gutes Jahr für das Qualitätskino. Ob auf der großen Leinwand oder auf dem Flatscreen daheim – die rund 40 Filme, die ich aus dem Jahrgang gesehen habe, taten den Sinnen, der Seele & dem Geist gut und sie kosteten weniger – vor allem Lebenszeit! – als die rund 25 internationalen Serien, die mich 2024 begeisterten. Es muss nicht immer Mainstream sein. Dann doch lieber Streaming intelligenter Kinofilme. Das Leben ist zu kurz für Mittelmaß!

Einschaltquoten: Die Fiction-Top-Hits. Alles Krimi oder was?!
Erfreulicherweise spielt in Zeiten der Mediatheken die Einschaltquote nicht mehr DIE Rolle, die sie einmal für die Programmplanung gespielt hat. Ohne junge Serien für die, die nur noch streamen, und ohne anspruchsvolle TV-Dramen würden ARD und ZDF ihren gesellschaftlichen Programmauftrag nicht erfüllen. Außerdem gäbe es keine Preise mehr für deren Fiktion. Diesem Artenschutz zum Trotz, dem sich t.tv auch verschrieben hat, mit einem gelegentlichen Bonus für aussterbende Gattungen, besitzen Charts einen besonderen Reiz. Deshalb gibt es monatlich die Top Ten der erfolgreichsten Fiction-Programme. Meine Prognose: Dieser Primetime-Quoten-Check wird ein Ranking der beliebtesten Krimis sein. Bin gespannt, wann es mal ein Nicht-Krimi unter die ersten zehn Filme/Serien schafft.

Mediathek: „Nastassja Kinski – Geschichte einer Befreiung“ (Arte). Meine 10 Lieblingsfilme von ihr

Liebe User, auch nach dem Relaunch brauche ich Mäuse. Auch wenn das Foto einen Hamster zeigt!

Arte & Bonn feiern Wim Wenders Achtzigsten: ein guter Grund für meine Top 10 seiner besten Filme


Für frankophile Cinéasten: „Die Mama und die Hure“ (1973) von Jean Eustache. Bis zum 1.9.25 auf arte.tv!
Special: die besten US-Serien 2023/24
(aktualisiert: 28.5.2025) Deutsches Fernsehen genügt seit Netflix & Co nur noch den älteren Zuschauern. Die immer bessere Verfügbarkeit ausländischer Serien hat die Sehgewohnheiten verändert. Die deutsche TV-Fiktion muss sich auch am internationalen Angebot messen lassen. Und Fernsehkritiker sollten mehr denn je über den nationalen Tellerrand schauen: um zu sehen, was möglich ist, um zu zeigen, von welchen Serien man sich etwas abgucken sollte, und natürlich, um Zuschauern Tipps zu geben.
Special: US-Serien der goldenen Jahre
Zu viele Streamer, zu viele Serien, zu wenig Zuschauer, zu wenig Money – die nächste Blase droht zu platzen. Ohnehin haben Netflix & Co in den letzten Jahren kaum überragende erwachsene Serien produziert. Wer der Aktualität nicht hinterherhechelt, der findet die besten (Drama-)Serien nach wie vor in der Goldenen Ära. Hier meine aktuelle Top Twelve der US-Drama-Serien zwischen 1999 und 2015. Zeitlicher Ausreißer: „Twin Peaks“ (ab 1990), die Mutter des modernen Serien-Fernsehens.
RANKING: Meine Lieblings-Alben 2024
(7.1.2025) Ohne Musik geht bei mir nichts. Während viele bereits mit Mitte 40 nur noch die CDs ihrer Jugend hören, fasziniert mich auch die Musik der Gegenwart: 2024 ist ein gutes Jahr. Billie Eilish, Beyonce, Green Day, Nick Cave, Taylor Swift, Mark Knopfler – die Megastars haben abgeliefert. Aber noch interessanter sind die kleinen Alben von Indie-Größen wie Vampire Weekend, St. Vincent, Joan as Police Woman, MGMT oder Galliano. Einiges davon ist bestens geeignet für Serien-/Fernsehfilm-Soundtracks.
Rainer Tittelbach
Seiten-Konzept inklusive Layout-Entwurf, One-Man-Redaktion und Autor. Zu tittelbach.tv gibt es etwas zu lesen auf Wikipedia
Volker Bergmeister
Der Kritiker und Juror diverser Fernseh- & Film-Preise war eine große Hilfe beim Relaunch. Mehr über ihn bei Wikipedia
Martina Kalweit
Journalistin, lange Jahre TV-Spielfilm-Redakteurin und Jurymitglied beim Fernsehkrimi-Festival „Tatort Eifel“
Tilmann P. Gangloff
seit 1985 freiberuflicher Fernseh- und Filmkritiker für Tageszeitungen und Fachzeitschriften. Mitglied einiger Fernsehpreis-Jurys
Thomas Gehringer
Freiberuflicher Journalist aus Köln, schreibt für epd medien, „Tagesspiegel“ und andere regionale Tageszeitungen
Katharina Zeckau
TV-Kritikerin für KNA, Medienkorrespondenz, Filmdienst, seit 12/2024 für t.tv; außerdem Reporterin für den BR
Alles State of the Art. Was bringt das neue tittelbach.tv?
Es ist so weit. Das neue tittelbach.tv geht an den Start. Es ist eine völlig andere Seite: Content-Management-System, Webdesign, inhaltliche Struktur, die Startseite, die optische Anmutung der Kritiken, die Nutzungs-Optionen – alles neu, alles State of the Art. Das Relaunch musste sein. Der 2009 konzipierte „fernsehfilm-beobachter“ war üersichtlich und handlich, aber auch starr, unbeweglich, inhaltlich überfüllt und: eine digitale Zeitbombe! Die neue Seite ist reduziert, flexibel und endlich auch ein Genuss für Smartphone- und Tablet-Nutzer. Ich habe die neue Form schnell akzeptiert. Ihnen/Euch wird es ähnlich gehen. Hat man erst mal die für sich angenehmste Seitendarstellung gefunden, sich mit dem neuen Aufbau vertraut gemacht, wird sich bald ein Gewöhnungseffekt einstellen. Denn die Vorteile überwiegen deutlich.
Premieren 2024/25 & Previews
Streaming-Highlights
01-06 2025: Die Krise wird sichtbar, doch zum Streamen bleibt genug. Nur, zu wenig Einzelstücke. Und die Serien werden kleiner & nischiger
(tit.) Vergleicht man die Fiction-Premieren der öffentlich-rechtlichen Sender, der deutschen und der internationalen Streamer im ersten Halbjahr 2025 mit dem gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr, lässt sich ein leichter quantitativer Rückgang ausmachen. Angesichts des reichhaltigen Mediathekenangebots an sehenswerten älteren Produktionen, die durch cleveres Wiederholen im Programm von ARD und ZDF in der Regel nach kleinen Auszeiten immer wieder online zur Verfügung stehen, ist das zu verkraften. Schmerzlicher sind da schon die Qualitätseinbußen (ist natürlich auch Geschmackssache). Den Serien-Leuchttürmen der ersten Jahreshälfte 2024, „Die Zweiflers“ (ARD), „Kafka“ (ARD), „Sexuell verfügbar“ (ARD), „Oh Hell“ (Magenta TV), „Oderbruch“ (ARD) oder „Reset – Wie weit willst du gehen“ (ZDF), stehen dieses Jahr „Krank Berlin“ (Apple TV+), „Parallel Me“ (Paramount+), „Die Affäre Cum-Ex“ (ZDF), „The Next Level“ (ARD) und „Das zweite Attentat“ (ARD) gegenüber. Wie schon die letzten Jahre wird insgesamt vermehrt in kleinere, preiswertere Nischen-Formate investiert. Kein schlechter Schachzug; schließlich verzeichnen ja selbst die sogenannten Premium-Serien im linearen Fernsehen nur wenig Erfolg beim breiten Publikum. Und so sind es Produktionen wie David Schalkos absurd-düstere, top besetzte Anthologieserie „Warum ich?“ (ARD), das alltagsnahe Milieu-Schmankerl „Marzahn – Mon Amour“ (ARD) mit Jördis Triebel, die angenehm ernsthafte Jungmänner-Dramedy „Softies“ (RTL+), ein Storytellers-Nachwuchsprojekt, das schwarzhumorige „Drunter und Drüber – Chaos auf dem Friedhof“ (Prime Video) mit Julia Jentsch und Nicolas Ofczarek oder „Messiah Superstar“ (Joyn), eine launig selbstreferentielle Mockumentary mit Florian Lukas als abgehalftertes One-Hit-Wonder, die in Erinnerung bleiben werden. Eine Streaming-Plattform fand endlich auch der (über)ambitionierte Neo-Noir-Arthouse-Thriller „Nachts im Paradies“ (Magenta TV) mit Jürgen Vogel und Lea Drinda. Und das ZDF setzt im Stream vor allem auf diverse Young-Adult-Programme wie „Crystal Wall“, „Tschappel“, „Like a Loser“ oder die Genre-Variation „Club der Dinosaurier“. Im Sommer folgt noch „Nighties“, eine überaus heitere Comedy über das Nachtschichtpersonal eines etwas heruntergekommenen Münchener Hotels in Bahnhofsnähe.