TV-Premieren im September
und von den Wiederholungen nur das Beste
07.09.2026
10:00
ARD-Mediathek
Reihe
Streaming-Premiere
Leuenberger, Ostrowski, Morzé, Roll, Vershinin, Rübesam. Die Charaktere machen die Musik
„Verlorene Seelen. Ein Krimi aus Passau“ (BR, Degeto / Hager Moss Film) ist der zehnte Film der Reihe aus der Dreiflüssestadt in Bayern. Dort sind offizielle und inoffizielle Ermittler unterwegs. Ein Kripochef und eine leicht verpeilte Kommissarin auf der einen, ein liebenswerter Privatdetektiv und eine Ex-Polizistin mit falscher Identität im Zeugenschutzprogramm auf der anderen Seite. Und die lässt der versierte Krimiautor Michael Vershinin wieder mit- und gegeneinander einen Fall lösen: Ein Wiener Kapitän samt Neffe will zwei osteuropäische Frauen an ein Bordell verkaufen. Eine flieht, er verfolgt sie, kurz darauf sind beide verschwunden. Privatermittler Zankl sieht in der Donau kurz eine Wasserleiche, aber niemand glaubt ihm. „Verlorene Seelen“ ist ein grundsolider Krimi, dicht und phasenweise düster, der Passau bildlich reizvoll einfängt. Sehenswert machen ihn vor allem das Duo Marie Leuenberger und Michael Ostrowski sowie Michael Roll als wortkarger Fischer.
07.09.2026
10:00
ARD-Mediathek
Reihe
Streaming-Premiere
Leuenberger, Ostrowski, Sabersky, Anthoff, Vershinin, Hummel, Rübensam. Horizontale Erzählstärke
Im elften Film der Reihe aus der Dreiflüssestadt in Bayern taucht überraschend Mias totgeglaubter Vater auf, die Vergangenheit holt Frederike Bader und ihre Tochter erneut ein. „Wer einmal lügt. Ein Krimi aus Passau“ (BR, Degeto / Hager Moss Film) setzt den horizontalen Erzählstrang konsequent fort. Autor Michael Vershinin (unterstützt von Robert Hummel) schickt die Ex-Polizistin im Zeugenschutzprogramm auf eine emotionale Achterbahnfahrt aus Sprachlosigkeit, Wut und Ohnmacht. Im Team mit dem erneut herrlich charmanten, witzigen und hintersinnigen Detektiv Zankl sorgt sie bei der Lösung des Falls für eine abwechslungsreiche Mischung aus Kalkül, Vernunft und Intuition. Das kommt trotz des düsteren Grundtons sehr spielerisch und unbeschwert rüber, und spannend ist es auch.
11.09.2026
10:00
ZDF-Stream
Kinofilm
Streaming-Premiere
Hanna Heckt, Lea Drinda, Lena Urzendowsky, Mascha Schilinski. Wundersam, eigensinnig, Neugier weckend
Kurzkritik Ein abgeschiedener Vierseitenhof in der Altmark. Die Wände atmen seit über einem Jahrhundert das Leben der Menschen, die hier wohnen, ihren Geschmack, ihr Sein in der Zeit. Alma (1910er), Erika (1940er), Angelika (1980er) und Nelly (2020er) verbringen zu verschiedenen Zeiten ihre frühen Lebensjahre auf diesem Hof und doch scheinen ihre Wege auf wundersame Weise miteinander verbunden zu sein. „In die Sonne schauen“ (ZDF / Studio Zentral) sollte man lesen wie Literatur und dessen Klangdesign hören wie Musik: den Bildern mit eigenen Bildern begegnen, die Fantasie spielen lassen und immer neugierig bleiben. Der Film wurde in Cannes ausgezeichnet, gewann zehn Deutsche Filmpreise und erreichte mehr als 350.000 Kinozuschauer allein hierzulande.
11.09.2026
20:15
ARD-Mediathek
Reihe
Streaming-Premiere
Maria Furtwängler, Andreas Lust, Alexander Adolph. Ermittlungen im Konjunktiv: Wahrheit oder Wahnsinn?
Kann man mit einem Demenzkranken im Anfangsstadium einen Kriminalfall, noch dazu einen höchst komplexen Serienmord, erfolgreich aufklären? Ja, ist da überhaupt ein Fall oder nur ein krankhaftes Gedankenkonstrukt? Mit diesen Fragen sieht sich LKA-Ermittlerin Charlotte Lindholm konfrontiert. „König in Gelb“ (NDR / triple pictures) ist der 33. „Tatort“ mit Maria Furtwängler – und einer ihrer besten. Alexander Adolph gelingt das Kunststück einer ganz außergewöhnlichen Genre-Variation: Der Film erzählt, wie die Demenz konventionelles polizeiliches Ermitteln ad absurdum führt und im Schlussdrittel doch wieder in einen mehrschichtigen Krimi mündet. Vorbildlich ist vor allem auch der Umgang mit dem Thema Demenz, das nicht in Krimi-Routine erstickt wird, sondern 90 Minuten lang intelligent präsent ist in Form eines moderat dementen Ermittlers. Andreas Lust spielt dessen Verzweiflung überragend: dieses Geschocktsein über sich selbst, diese Obsession für den Fall, diese fahrigen Gesten, dieser suchende Blick. Der Ernsthaftigkeit, mit der die Demenz in die Narration einfließt, entspricht auch der Verzicht auf vordergründige Nervenkitzel-Szenen. Spannung liegt dennoch ständig in der Luft.
12.09.2026
10:00
ZDF-Stream
Reihe
Streaming-Premiere
Thelma Buabeng, Haley Louise Jones, Popadic, Bagriacik, Lars Becker. Cooler Kokain-Krimi-Korruptions-Cocktail
BKA-Polizistin Gloria Acheampong muss bei ihrem zweiten Einsatz im Drogensumpf von Frankfurt ermitteln. Ein Verdeckter Ermittler, eingeschleust in einen berüchtigten Club, ist ermordet worden. Endlich mal wieder ein echter Lars-Becker-Milieu-Krimi! „Die Polizistin und die Todesstille“ (ZDF / Network Movie) besticht durch einen Plot in bester „Nachtschicht“-Manier. Wo es um fünf Tonnen Kokain geht, entstehen auf allen Seiten Begehrlichkeiten, und ein Menschenleben ist nicht viel wert. Der Krimi mit seiner komplexen Beziehungsstruktur und der Becker-eigenen Logik entwickelt sich zu einem Thriller, der allerdings auf die üblichen Bedrohungslagen verzichtet: Realismus & Drama obsiegen über billige Spannungsmache. In sich hat es dafür der Showdown, der hoffentlich in einer dritten Episode ein Nachspiel haben wird. Außergewöhnlich gut – neben der ausgeschlafen agierenden Thelma Buabeng – der gesamte Cast: Der Serien-Hype ist vorbei, endlich kriegt Lars Becker sie wieder alle!
14.09.2026
10:00
ZDF-Stream
Serie & Mehrteiler
Streaming-Premiere
Aylin Tezel, Stefan Gorski, Rick Okon, Deleila Piasko, Andreas Gutzeit, Andreas Menck. Zwei Thriller in einem
„Serial Cleaner“ (ZDF / Story House Pictures), die sechsteilige deutsche Version einer argentinischen Serie, ist zwei Thriller in einem und dank gleich mehrerer Spannungsbögen auch über viereinhalb Stunden durchgängig fesselnd: Auf der Ebene des Medical Dramas kämpft eine Mutter um das Überleben ihrer schwerkranken Tochter, auf der Gangster-Ebene lässt sie sich, nachdem sie Zeugin eines Mordes wurde, in Doppelfunktion als Tatortreinigerin und Medizinerin auf einen Pakt mit einer verbrecherischen Familie ein. Abgerundet wird die vorzüglich gespielte und dicht inszenierte Serie um einen Bruderzwist und eine Romanze.
16.09.2026
20:15
ARD-Mediathek
Reihe
Streaming-Premiere
Urspruch, Grandezka, Heyer, Hegenbarth, Amft, Torsten Lenkeit, Josh Broecker. Der übliche Familienwahnsinn
Die ARD-Tochter Degeto hat offenkundig großes Zutrauen in die Freitagsreihe „Einspruch, Schatz!“ (W&B Television) mit ChrisTine Urspruch als Leipziger Rechtsanwältin: Die aktuelle Staffel umfasst erstmals gleich vier Episoden. Die Qualität der einzelnen Filme ist allerdings durchwachsen. Ausgerechnet der Auftakt („Hundeliebe“) ist der schwächste Beitrag, weil die Figuren fast ausnahmslos „drüber“ sind, die Darbietungen noch eins drauf setzen und die Handlung bis ins Detail erwartbar ist. Die Verknüpfung der jeweiligen juristischen Fälle mit der familiären Ebene ist in allen Filmen selten plausibel. Einige Themen sind allerdings interessant: In „Kindersegen“ verklagt ein Sohn seine Mutter, eine „Momfluencerin“, weil sie gegen seine Persönlichkeitsrechte verstößt. In „Kavaliersdelikt“ muss sich Eva Schatz in eigener Sache verteidigen: Beim Kaufhausbesuch hat ihr jemand ein teures Collier in die Handtasche gesteckt. Und „Rosenkrieg“ erzählt von einem Scheidungszwist mit vertauschten Rollen: Eine erfolgreiche Frau will verhindern, dass ihr Mann bei der Trennung das halbe Vermögen bekommt.
18.09.2026
20:15
ARD-Mediathek
Reihe
Streaming-Premiere
Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär, Katharina Schüttler, Florian Stetter, die Zahns, Weiler. Schaf im Wolfspelz
Der ungewöhnliche Titel dieses Kölner Krimis bezieht sich auf eine Gruppe, die den Ernstfall probt: Die Stadt liegt in Schutt und Asche. Fünf Personen konnten sich in einen unterirdischen Schutzraum retten, aber eine Teilnehmerin dieses Überlebenstrainings spielt ein doppeltes Spiel; derweil suchen Ballauf und Schenk nach dem Mörder ihres Bruders. Das Ehepaar Zahn (Buch) und Marcus Weiler (Regie) haben vor einigen Jahren mit „Hubertys Rache“ für einen der spannendsten Filme der jüngeren „Tatort“-Historie gesorgt; diesem Maßstab wird „Die letzten Menschen von Köln“ (WDR / Bavaria Fiction) nicht gerecht. Sehenswert ist der Krimi nicht zuletzt wegen der sorgfältigen Bildgestaltung trotzdem, zumal die komplexe Handlung einige Überraschungen bereithält.
19.09.2026
10:00
ZDF-Stream
Reihe
Streaming-Premiere
Anna Maria Mühe, Catrin Striebeck, Mathias Klaschka, Gunnar Fuß. Nichts ist ungeheurer als der Mensch
Der elfte Fall mit Anna Maria Mühe als Kieler LKA-Kommissarin folgt einem klassischen Krimischema: Nora Weiss verbringt die Nacht mit einer Kneipenbekanntschaft. Am nächsten Morgen ist der Mann tot. Die Polizistin hat einen Filmriss und nur noch bruchstückhafte Erinnerungen. Weil das Opfer ein prominenter Sport-Influencer ist, übernimmt das LKA die Ermittlungen. Weiss verschweigt, dass sie Sören Paulitz gekannt hat, was sie prompt in eine erhebliche Bredouille bringt. Die Musik sorgt für Spannung, die Bildgestaltung ist sorgfältig, aber natürlich lebt „Blackout“ (ZDF / Network Movie) vor allem von der Frage, wie es der schließlich unter Mordverdacht stehenden Heldin gelingen wird, ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen.
23.09.2026
20:15
ARD-Mediathek
Fernsehfilm
Streaming-Premiere
Désirée Nosbusch, Matthias Brandt, Ramesh, Kaufmann. „Ich war mal dein Freund; ich werd’s immer bleiben“
Ein vor zehn Jahren im Zorn auseinandergegangenes Ehepaar ist gezwungen, sich seiner Tochter zuliebe wieder zusammenzuraufen. Sie ist den beiden fremd geworden. Um dies verstehen zu können, treten sie eine Reise in die eigene Vergangenheit an, erinnern sich an eine Zeit, in der sie glücklich waren, sich liebten und noch miteinander getanzt haben. Sie erkennen schließlich, was es – auch über eine Scheidung hinaus – bedeutet, eine liebevolle Familie zu sein. Drehbuchautor Sathyan Ramesh und Regisseur Rainer Kaufmann erzählen in „Eine Nacht in Bangkok“ (NDR / Bavaria Fiction) erfreulich erwachsen – sprich: psychologisch tief, ironisch, auf der Zielgeraden angenehm (alters)milde und mit leichter Hand. Das großartige Duo Nosbusch/Brandt agiert ohne jeden romantischen Schmus. Das anfängliche Zelebrieren einer Nicht-Beziehung hat eher etwas Tragikomisches. Die Intelligenz dieser beiden Charaktere verhindert läppische Interaktionen, fade Dialoge sowie eine Dramaturgie, von der sich die Figuren fernsteuern lassen, sie schützt allerdings nicht vor Konflikten, im Gegenteil. Der Titelsong ist eine Frage des Geschmacks, die Qualität dieses lebensklugen Films ist es nicht: ein seltenes Highlight!
Foto: ZDF / Stefanie Leo
Foto: ZDF / Tobis Film
Foto: Degeto / Hager Moss Film / Oliver Vaccaro
Foto: ZDF / Thomas Kost
Foto: WDR / Wild Bunch German
Foto: ZDF und Michael Kötschau/ [M] Vielfein
Foto: ZDF, ORF / Felix Vratny
Foto: ZDF / Thomas Leidig Vergangene Ausstrahlungen im September
04.09.2026
„SpyOn“ (ZDF / Smac) ist eine kurzweilige, mit großer Freude an den Figuren und ihren Dialogen gespielte sowie temporeich umgesetzte Comedy-Serie über fünf junge Leute, die ihr Glück beim BND versuchen. Individuell wären sie komplett überfordert, doch als Gruppe ergänzt sich das Quintett perfekt, weil alle Mitglieder über eine spezielle Fähigkeit verfügen. Die Handlungskerne der zwar fortlaufend erzählten, aber in sich abgeschlossenen Folgen würden auch mal als Thriller, mal als romantische Komödie funktionieren: Unter anderem verhindert das Team ein Attentat und deckt ein Komplott gegen seinen Ausbilder (Götz Otto) auf, außerdem komplizieren gleich zwei Liebesbeziehungen untereinander die Zusammenarbeit. Neben der ausgezeichneten Ensemble-Leistung erfreuen die acht Episoden nicht zuletzt durch die anspielungsreiche Musik.
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Foto: RTL / Mitch Stöhring Feministischer Racheengel: Marie Bloching in der preisgekrönten RTL-Serie „Angemessen Angry“. MeToo-Geschichte im Genre-Gewand!
Foto: NDR / Oliver Feist Ein Serien-Highlight im Dezember 2024: „Finsteres Herz – Die Toten von Marnow 2“ (ARD) mit Petra Schmidt-Schaller & Sascha Geršak
Foto: ZDF / Frank Dicks Sogar im ZDF sind jetzt die Vampire los. Mehr als ein stilvolles Horror-Teenie-Drama: „Love sucks“ mit Damian Hardung & Havana Joy
Foto: ZDF / Stefanie Leo Eine Weihnachtswunder-Komödie: witzig, märchenhaft schön, clever konzipiert & originell. Kalenberg, Malton & Amft in „Zitronenherzen“










