TV-Premieren im Oktober
und von den Wiederholungen nur das Beste
06.10.2026
14:30
rbb
Fernsehfilm
Anneke Kim Sarnau, Janina Stopper, Saskia Vester: Lebendigkeit und enorme Physis
Vor 17 Jahren war sie von einem italienischen Austauschschüler schwanger und gab das Kind zur Adoption frei. Die Juristin Susanne Jacob übertritt das Gesetz – und nähert sich ihrer Tochter, die nicht weiß, dass sie ein Adoptivkind ist. „Das Haus ihres Vaters“ transportiert einen realen Konflikt ins Emotionale. Die Autoren verzichten, den „Fall“ diskursiv und juristisch aufzudröseln. Konsequent lassen sie die Gefühle den Handlungsverlauf bestimmen. Stark von Sarnau und Stopper gespielt. Ein Degeto-Melo, das Schule machen sollte.
06.10.2026
Ein Mann ermittelt gegen sich selbst – und ein Dorf schaut zu: „Mordnacht“ (ARD / X-Filme Creative Pool) ist eine witzige und teilweise absurde Krimikomödie voll lakonischem Humor und mit herrlich gezeichneten Typen. Friederike Jehn hat die witzige Vorlage von Autor Janosch Kosack bestens genutzt, beweist viel Gespür für Tempo und Timing. Und die Pointen sitzen. Dafür sorgen die beiden Protagonisten: der liebenswerte Chaot Gabriel Panski, der nach einem Filmriss eines brutalen Mordes verdächtigt wird, den er nicht begangen hat, und die cool-penetrante Ermittlerin Leonie Winter, die ihn überführen will, und zwar schnell, denn mit der Land-Idylle fremdelt die Großstadtpflanze gewaltig. Maximilian Brückner und Rosalie Thomass brillieren in einem unterhaltsam schrägen Katz- & Mausspiel, das Spaß macht.
06.10.2026
20:15
BR
Reihe
Wachtveitl, Nemec, Harfouch, Buresch/Pacht, Maris Pfeiffer. Allein unter Nonnen
Leere Kassen, Klosterschließungen, fehlender Nachwuchs – das ist der reale Hintergrund für die Geschichte des „Tatort – Wunder gibt es immer wieder“ (BR / Roxyfilm). Die Autoren Alex Buresch und Matthias Pacht hatten auch die Idee zu diesem ungewöhnlichen Leitmayr-Batic-Fall. Der Schauplatz Kloster ist dabei mehr als bloß dramaturgische Vorgabe für ein Kammerspiel, das von der Einheit von Raum, Zeit und Handlung bestimmt wird. Die Themen sind auch Motive der Krimi-Erzählung. Ein ausgeklügelter, komplexer Krimiplot ist aufgrund der genrefernen Ausgangssituation der Geschichte ebenso wenig zu erwarten wie Thriller-Suspense. Spannung aber gibt es durchaus – und die entsteht aus der Atmosphäre dieser fremden, seltsamen Welt, mit ihren überraschend weltlichen Schwestern. Ein vorzüglich gecasteter, präzise inszenierter „Tatort“, der den Whodunit nicht überstrapaziert, der aufs Drama zielt, ohne den Krimi zu vernachlässigen. Ein stimmiges Kammerspiel, dessen rätselhafte Geschichte weitgehend von der elaborierten Filmsprache lebt.
06.10.2026
„SpyOn“ (ZDF / Smac) ist eine kurzweilige, mit großer Freude an den Figuren und ihren Dialogen gespielte sowie temporeich umgesetzte Comedy-Serie über fünf junge Leute, die ihr Glück beim BND versuchen. Individuell wären sie komplett überfordert, doch als Gruppe ergänzt sich das Quintett perfekt, weil alle Mitglieder über eine spezielle Fähigkeit verfügen. Die Handlungskerne der zwar fortlaufend erzählten, aber in sich abgeschlossenen Folgen würden auch mal als Thriller, mal als romantische Komödie funktionieren: Unter anderem verhindert das Team ein Attentat und deckt ein Komplott gegen seinen Ausbilder (Götz Otto) auf, außerdem komplizieren gleich zwei Liebesbeziehungen untereinander die Zusammenarbeit. Neben der ausgezeichneten Ensemble-Leistung erfreuen die acht Episoden nicht zuletzt durch die anspielungsreiche Musik.
06.10.2026
22:00
NDR
Reihe
Behrendt, Bär, Fürst, Hader, Nolting/Scharf, Tini Tüllmann. Der Reiz des Bösen
„Spur des Blutes“ (WDR / Bavaria) ist der 85. Fall der Kölner Kommissare und ein würdiger Jubiläumsfilm für das 1997 gestartete Duo Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär. Schon der effektvoll gestaltete Prolog verdeutlicht, dass alle Beteiligten einen besonderen Film im Sinn hatten. Im weiteren Verlauf wird Regisseurin Tini Tüllmann bei ihrem „Tatort“-Debüt noch einige Male ihr großes Talent beweisen. Neben ungewöhnlichen Schauplätzen zeichnet sich dieser wendungsreiche Krimi über die Suche nach dem Mörder einer jungen Prostituierten vor allem durch das zentrale Ensemble aus. Eine der Überraschungen im Drehbuch der Grimme-Preisträger Nolting & Scharf ist die Fokus-Verschiebung: Plötzlich steht nicht mehr das Duo Ballauf und Schenk, sondern Kriminaltechnikerin Förster (Tinka Fürst) im Zentrum. Ein Besetzungsknüller ist die Mitwirkung des österreichischen Kabarettisten Josef Hader.
07.10.2026
Ein Mann ermittelt gegen sich selbst – und ein Dorf schaut zu: „Mordnacht“ (ARD / X-Filme Creative Pool) ist eine witzige und teilweise absurde Krimikomödie voll lakonischem Humor und mit herrlich gezeichneten Typen. Friederike Jehn hat die witzige Vorlage von Autor Janosch Kosack bestens genutzt, beweist viel Gespür für Tempo und Timing. Und die Pointen sitzen. Dafür sorgen die beiden Protagonisten: der liebenswerte Chaot Gabriel Panski, der nach einem Filmriss eines brutalen Mordes verdächtigt wird, den er nicht begangen hat, und die cool-penetrante Ermittlerin Leonie Winter, die ihn überführen will, und zwar schnell, denn mit der Land-Idylle fremdelt die Großstadtpflanze gewaltig. Maximilian Brückner und Rosalie Thomass brillieren in einem unterhaltsam schrägen Katz- & Mausspiel, das Spaß macht.
07.10.2026
01:30
NDR
Reihe
Behrendt, Bär, Fürst, Hader, Nolting/Scharf, Tini Tüllmann. Der Reiz des Bösen
„Spur des Blutes“ (WDR / Bavaria) ist der 85. Fall der Kölner Kommissare und ein würdiger Jubiläumsfilm für das 1997 gestartete Duo Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär. Schon der effektvoll gestaltete Prolog verdeutlicht, dass alle Beteiligten einen besonderen Film im Sinn hatten. Im weiteren Verlauf wird Regisseurin Tini Tüllmann bei ihrem „Tatort“-Debüt noch einige Male ihr großes Talent beweisen. Neben ungewöhnlichen Schauplätzen zeichnet sich dieser wendungsreiche Krimi über die Suche nach dem Mörder einer jungen Prostituierten vor allem durch das zentrale Ensemble aus. Eine der Überraschungen im Drehbuch der Grimme-Preisträger Nolting & Scharf ist die Fokus-Verschiebung: Plötzlich steht nicht mehr das Duo Ballauf und Schenk, sondern Kriminaltechnikerin Förster (Tinka Fürst) im Zentrum. Ein Besetzungsknüller ist die Mitwirkung des österreichischen Kabarettisten Josef Hader.
07.10.2026
05:00
ARD-Mediathek
Serie & Mehrteiler
Streaming-Premiere
Elisa Hofmann, Purnima Grätz, Linda Chang, Stefanie Ren, Mia Spengler. Hier passieren seltsame Dinge
Die optisch und inhaltlich reizvolle Mystery-Serie „House of Yang“ (SWR / Wood Water) spielt in einem düsteren Schwarzwaldhaus. Hier sind 1949 und 1999 auf überaus rätselhafte Weise zwei Mädchen verschwunden. Als eine Frau nach vielen Jahren zurückkehrt, um das Anwesen zu verkaufen, widerfährt ihrer Tochter das gleiche Schicksal. Der besondere Reiz der sechs Episoden liegt in der verschachtelten Erzählweise, weil sich die verschiedenen Zeitebenen ständig überlagern. Musik und Sounddesign sorgen für allerlei Gänsehautmomente, Szenenbild und Bildgestaltung sind sehenswert. Das Ende ist allerdings etwas unbefriedigend, weil allzu viele Fragen offen bleiben.
07.10.2026
14:00
Arte
Fernsehfilm
Mala Emde, Christoph Maria Herbst, Aaron Hilmer, Brix Vinzent Koethe, Simon Ostermann. Die Zeit, die bleibt
„Sommer auf Asphalt“ (NDR, Arte / Wüste) ist eine vorzüglich gespielte und trotz des tragischen Untertons sehr kurzweilige Vater/Tochter-Komödie mit Christoph Maria Herbst und Mala Emde: Kurierradlerin Les kriegt überraschend Besuch von ihrem Erzeuger. Eigentlich will er ihr mitteilen, dass er unheilbar krank ist, kommt aber nicht dazu, weil sie nach einem Unfall erst mal arbeitsunfähig ist und er für sie einspringt.
07.10.2026
20:15
WDR
Reihe
Koch, Broich, Giese, Bormann, Bastian Günther. Ungemütliches Dunkeldeutschland
Filmkunst in Finsternis: Die Frankfurter „Tatort“-Episode „Erbarmen. Zu spät.“ (HR / U5 Filmproduktion) ist ein düsteres Drama um ein mörderisches Netzwerk in der Polizei. Die Handlung beschränkt sich auf eine einzige Nacht und die Suche nach einem vermissten Polizisten in der Wetterau. Ohne Gewalt explizit zu zeigen, entfalten Autor und Regisseur Bastian Günther sowie Kameramann Michael Kotschi eine bedrückende und zunehmend bedrohliche Atmosphäre. Ihr Film erzählt nicht den urbanen Thrill eines drohenden Anschlags, sondern setzt in karger, fast menschenleerer Landschaft die unsichtbare, schleichende Unterwanderung der Polizei in Szene. Ein sehr unbehagliches und meisterhaft fotografiertes, teils fantastisch ausgeleuchtetes Drama – mit einem denkwürdigen Finale.
Foto: ZDF / Lutz Lemke /[M]
Foto: NDR / ARD / Anatol Kotte
Foto: ZDF / Maximilian König /[ M]
Foto: NDR / ARD / Frizzi Kurkhaus
Foto: BR / Claussen + Putz / Hendrik Heiden
Foto: ZDF / Rudolf Wernicke
Foto: ARD Degeto / ORF / Nikolett Kustos
Foto: ZDF / Gordon Muehle / Steffen Wagener [M]
Foto: NDR / Frizzi Kurkhaus / Viktoria Grunjajew
Foto: HR / Port au Prince / Tatami Films / Daniel Dornhöfer
Foto: Batier / X Filme Creative Pool / ARD Degeto / WDR / SWR / HR / RB
Foto: NDR / Craubner+Hartmann / Stephan Rabold Vergangene Ausstrahlungen im Oktober
05.10.2026
00:05
MDR
Serie & Mehrteiler
Nadja Uhl, Fabian Hinrichs, Merten, Haberlandt, Loose. Unvollendetes Zusammenwachsen
Historisches Krimi-Drama aus dem frisch vereinten Berlin: In der sechsteiligen Serie „ZERV – Zeit der Abrechnung“ (MDR, Degeto – Gabriela Sperl, Wiedemann & Berg) raufen sich eine lebhafte Kommissarin (Ost) und ein Besserwessi-Ermittler im Kampf gegen alte Seilschaften, verdrängte Verbrechen der SED-Herrschaft und geheime deutsch-deutsche Waffengeschäfte zusammen. Die Hauptrollen sind nicht allzu überraschend besetzt, aber Nadja Uhl und Fabian Hinrichs sind als gegensätzliches Paar gewohnt sehenswert. Hinter dem sperrigen Titel verbirgt sich die wenig bekannte „Zentrale Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität“ (1991-2000). Regisseur Dustin Loose inszeniert das spannende Drehbuch mit Sinn für die tragikomischen Seiten deutsch-deutscher Konfrontation, die Montage überzeugt mit viel Gefühl für Rhythmus und Tempowechsel. „ZERV“ ist auch dank Musik, Ausstattung und Kostümen eine unterhaltsame Zeitreise in die 1990er Jahre.
05.10.2026
12:30
MDR
Reihe
Szyszkowitz, Heinrich, Bloèb, Rost, Freundner. Trauer & Freude, Lächeln & Weinen, Drama & Komödie
Aus „Billy Kuckuck“ wird „Eine mit Herz“ (FFP New Media): Auch wenn sich der Titel geändert hat, so bleibt auch im sechsten Film der ARD-Freitagsreihe alles beim Alten. Die Tradition bedeutet hier allerdings nur Gutes. Da ist ein „Fall“ am Rande zum Sozialdrama. Da steht mit der eigenwilligen Gerichtsvollzieherin außerdem eine Helfer-Natur im Zentrum, die ihr Mutter-Teresa-Syndrom selbstbewusst mit einem Lächeln zu kommentieren weiß. Und dass dieses Lächeln Aglaia Szyszkowitz gehört, ist der augenfälligste Pluspunkt auch in der neuen Episode „Familiengeheimnisse“. Der gut besetzte, luftig und flott inszenierte Film streift viele Themen, doch vor allem geht es um Alltag und seine Bewältigung. Und das Markenzeichen ist und bleibt der lockere Mix verschiedenster Tonlagen und Befindlichkeiten – mit Hang zur Komödie!
05.10.2026
20:15
ARD-Mediathek
Reihe
Streaming-Premiere
Ursula Strauss, Perktold, Obonya, Tinnefeld, Jeltsch, Tiefenbacher. Familie(nliebe) kann was Grausames sein
Die Heimkehr von Nesthäkchen Anna verbessert nach Tobis tragischem Schuss im Dienst die Stimmung im Dreigenerationenhaus der Grubers deutlich. Bei anderen Familien ist der Frieden hingegen mächtig gestört oder wird von einer Tragödie überschattet. Selbst bei einem Immobilien-Tycoon geht ein Riss durch die Familie – bis die Tochter entführt wird. In der zweiten Episode der Krimi-Drama-Reihe „Tiroler Blut“ (ARD Degeto, ORF / filmpool fiction) stockt Autor Christian Jeltsch das Familienmotiv weiter auf: Neben den drei Generationen bei den Grubers, sind es nun auch drei Familien, die in die komplexe Handlung emotional verstrickt sind. Dass Ursula Strauss in Cornelius Obonya einen würdigen Gegner bekommt, macht „Am Abgrund“ – abseits jeder Krimi-Routine – noch eine Spur packender und kurzweiliger als die Auftaktepisode. Trotz aller Handlungsdichte und Spannung bleibt der Mensch immer das Herzstück!
05.10.2026
20:15
ARD-Mediathek
Reihe
Streaming-Premiere
Ursula Strauss, Perktold, Fritsch, Hauser, Jeltsch, Tiefenbacher. Wenn die Mutter mit dem Sohne
Fanny Gruber ist die Star-Ermittlerin des Innsbrucker Kommissariats. Nachdem der erste eigenverantwortliche Einsatz ihres Sohnes und Kollegen bei der „Internen“ landet, geht die Mutter den Ungereimtheiten des Falls auf eigene Faust nach. Mit „Tiroler Blut“ (ARD Degeto / filmpool fiction) startet eine vielversprechende deutsch-österreichische Krimi-Reihe, die statt auf Whodunit-Muster auf Familie(n) und ihre schwerblütigen Dramen setzt. Bei den Grubers im Dreigenerationenhaus mit einem (Groß-)Vater, der ebenfalls Polizist war, gibt es die ganz alltäglichen Spannungen, in anderen Familien aber herrscht das blanke Chaos. Mit einem komplexen Fall von häuslicher Gewalt beginnt die Reihe, die vom renommierten Drehbuchautor Christian Jeltsch (allein 18 „Tatorte“) erdacht wurde, und dessen Hauptdarstellerin gleich in der ersten Episode den Unterschied macht: die herausragende Ursula Strauss („Schnell ermittelt“), die immer für ein bisschen Sarkasmus und Ironie im (Ermittlungs-)Spiel gut ist.
05.10.2026
22:15
rbb
Reihe
Hochmair, Guenther, Mückstein/Chaabane. In den ARD-Euro-Krimi eingemeindet
Mit der dritten Episode, „Der Feuerteufel von Wien“, ist „Blind ermittelt“ (Degeto / ORF / Mona / Tivoli) viel zu schnell im Krimialltag angekommen. Dabei war der Auftakt von Jano Ben Chaabane gerade im Rahmen der Donnerstagskrimis im „Ersten“ durchaus ungewöhnlich, und das keineswegs allein wegen der Hauptfigur: Alex Haller, ehemaliger Wiener Chefinspektor, hat bei einer Bombenexplosion sein Augenlicht verloren, was ihn nicht davon abhält, gemeinsam mit seinem Freund und Seh-Ersatz Niko als Sonderermittler tätig zu werden. Im ersten von zwei neuen Filmen, „Tod im Fiaker“, führt Regisseurin Katharina Mückstein die Reihe zur ursprünglichen Qualität zurück: Die Handlung im Wiener Kutschermilieu ist interessant, die Bildgestaltung besonders; die Regisseurin wollte ihrem TV-Debüt ein „Kinogefühl“ geben. „Lebendig begraben“, erneut von Chaabane, setzt allerdings noch eins drauf, zumal die Geschichte wieder stärker Hallers Schicksal in den Mittelpunkt rückt: Ein Mann will sich an allen rächen, die seiner Ansicht nach Schuld am Tod seines Bruders haben; auch Haller steht auf der Liste. Chaabanes Inszenierung ist noch dichter; schwungvolle Kamerafahrten, ausgefallene Perspektiven und eine ungewöhnliche Musik heben den Film deutlich über den Durchschnitt der zumeist guten Donnerstagskrimis.
04.10.2026
00:55
ARD
Fernsehfilm
Charly Hübner, Schneider, Schuch, Potthoff, Jessen, Schütte. Ein kluger Blick zurück
Zurück zu den ostdeutschen Wurzeln: Im ARD-Impro-Roadmovie „Für immer Sommer 90“ (Florida Film) wird ein Frankfurter Investmentbanker anonym einer Vergewaltigung vor 30 Jahren bezichtigt. Um den Vorwürfen auf den Grund zu gehen, reist er zurück in die mecklenburgische Heimat und trifft unterwegs die verstreut lebenden Freundinnen und Freunde seiner Jugend. Vordergründig geht es um die Frage, was auf der Party nach dem Finale der Fußball-WM 1990 geschah. Im Kern erzählt der Film von den Brüchen im Leben der jungen Generation, die noch in der DDR aufwuchs und sich als Erwachsene im wiedervereinigten, kapitalistischen Deutschland zurecht finden musste. Prägnante Figuren, starke Besetzung & ein reduziertes Konzept, welches – vielleicht auch Corona-notgedrungen – zu den Anfängen von Jan Georg Schüttes Improvisations-Filmen zurückführt.
04.10.2026
01:10
3sat
Fernsehfilm
Michelsen, Striesow, Connie Walther. Keine bequeme Wahrheit: die DDR mal nicht in Schwarzweiß
04.10.2026
02:30
ARD
Fernsehfilm
Martina Gedeck, Ulrich Tukur, Rauhaus, Kaufmann. Irgendwann war die Luft raus
Endlich sind sie wieder vereint: Rainer Kaufmann (Regie) und Martin Rauhaus (Buch) knüpfen mit ihrer bissigen Ehekomödie an ihr boshaft-heiteres TV-Drama „Ein starker Abgang“ mit Bruno Ganz als Menschenfeind an. Was sich die beiden Hauptfiguren an den Kopf werfen, obwohl sie eigentlich im Guten auseinander gehen wollen, ist von ausgesuchter Bösartigkeit. Die Inszenierung ist dagegen eher konventionell. „Und wer nimmt den Hund?“ (Degeto / Relevant) lief zwar im Kino, wo der Film rund 250.000 Besucher hatte; ursprünglich aber ist er fürs Fernsehen entstanden. Das erklärt womöglich die wie eine TV-Doku gestaltete überflüssige Rahmenhandlung, in der das Paar seine Befindlichkeiten in die Kamera schildert. Andererseits hat „Und wer nimmt den Hund?“ tatsächlich einen gewissen dokumentarischen Charakter, weil Rauhaus die gegenseitigen Vorwürfe dem Leben abgeschaut hat.
04.10.2026
20:15
ARD
Reihe
TV-Premiere
Ulrike Folkerts, Lisa Bitter, Scheidweiler, Schneeweiß, Schnack, Martin Eigler. Echtzeit-Krimi voller Thrill
Lena Odenthal und Johanna Stern haben nicht länger Zeit zur Lösung ihres neuen Falls als die Zuschauer, die sie dabei begleiten: „Tatort – Explosive Mischung“ (ARD / SWR) ist ein Echtzeit-Krimi, spielt komplett im Verlauf einer einzigen Nacht, die Handlung dauert genauso lange wie die Filmzeit im wirklichen Leben. Das erzeugt über die komplette Distanz eine enorme Spannung und eine physische Unmittelbarkeit, da das Publikum das Geschehen ohne die üblichen zeitlichen Sprünge miterlebt. Es geht um einen missglückten Coup, einen toten Räuber und einen selbst ernannten Sheriff, der im Viertel alles kontrolliert – auch seine Frau, die er übel misshandelt. Autor-Regisseur Martin Eigler setzt auf parallele Erzählstränge und führt diese – mit Cutterin Claudia Lautner – gekonnt in einem actionreichen und packenden Finale zusammen.
03.10.2026
00:25
SWR
Fernsehfilm
Tscharre, Liebrecht, Hecke, Quainoo, Prisor, Kollmorgen, Haase. Anders als die anderen
„Patchworkfamilien sind eine heikle Sache, wenn es ans Sterben geht“, heißt es in der ARD-Komödie „Familienerbe“ (Zeitsprung Pictures). Und so ringen bald drei (Halb-)Geschwister, zu denen sich auch noch eine uneheliche Tochter gesellt, um ein stattliches Familiendomizil am Bodensee und um unterschiedliche Lebensentwürfe. Autorin Simone Kollmorgen sucht dabei allerdings nicht den Konflikt um jeden Preis. Und so wirkt dieser gut besetzte und von Komödien-Experte Holger Haase leicht & locker, amüsant & pointiert inszenierte Film wie eine Mittsommer(nachts)komödie um einen Familienclan in einer großbürgerlich anmutenden Sommerfrische. Gesellschaftliche Diskurse um Gender-, Rassismus- und pc-Fragen werden mit traditionellem Denken konfrontiert, im Dialog auch schon mal bissig, im gelebten Alltag eher bürgerlich tolerant. Zur Entspanntheit dieser Familien-Komödie gehört, dass man als Zuschauer:in nicht gezwungen wird, Partei zu ergreifen. Irgendwie vertraut man diesen sechs Figuren, dass sie den Streit ums Familienerbe hinkriegen werden. Anders als viele der anderen (der Erbengeneration). Und so lässt es sich 90 Minuten lang entspannt schmunzeln.
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