TV-Premieren im Mai
und von den Wiederholungen nur das Beste
27.05.2026
01:30
NDR
Reihe
Hartmann, Reinsperger, Okon, Konrad/Hackfort, Bernardi. Keine Liebe ohne Schmerz
Zwei bizarre Tötungsszenarien legen bald nahe, dass es sich beim „Tatort – Love is Pain“ (WDR / Ester.Reglin.Film) um eine Rachegeschichte handeln muss. Das Grimme-Preis-gekrönte Autorenduo Bob Konrad & Hanno Hackfort etabliert in seinem ersten klassischen Ermittler-Krimi eine dramaturgisch starke Form der Mörder-Suche. Der Zuschauer kennt den Täter, weiß aber – wie Faber & Co – nichts über dessen Identität. Erst die Ermittlungen im Opfer-Milieu geben dem Gesicht eine Geschichte. Der Film von Sabine Bernardi bleibt dennoch bis zum Schluss spannend, weil die Bedrohung durch den Racheengel weiterbesteht. „Love is Pain“ ist das Thema, das die Geschichten – auch die der Kommissare – bestimmt und das leitmotivisch über den 90 Minuten liegt. Liebe tut weh: Das sind oft nur kurze Szenen, kleine, aber wichtige Momente, die dem Film strukturelle Dichte und inhaltlich-emotionale Tiefe geben. Flottes Tempo und guter Erzählrhyrthmus verhindern, dass der Film in Traurigkeit versinkt. Mit dazu bei trägt auch die Flut der Bilder, die in diesem „Tatort“ durch die Überwachungskameras noch gesteigert wird. Auch wenn Bönisch/Schudt deutlich eine Lücke hinterlässt, so darf man doch weiterhin einiges von diesem Trio erwarten.
27.05.2026
21:45
ZDFneo
Serie & Mehrteiler
TV-Premiere
Anna Schudt, Mariam Hage, Lydia Lehmann, Luisa Hardenberg, Hellenthal, Thome. Geburten können gewaltig sein
Auch die sehenswerte zweite „Push“-Staffel (ZDF / Bantry Bay) gibt sehr authentisch wirkende Einblicke in den Alltag der Geburtenstation einer Berliner Klinik. Die zehn top besetzten Folgen bieten eine klug konzipierte Mischung aus beruflichem Stress und privaten Problemen, wobei beide Ebenen in einem Fall untrennbar miteinander verwoben sind, weil eine der Hebammen unter einem unerfüllten Kinderwunsch leidet. Preiswürdig gut ist vor allem die ungemein dicht inszenierte und auch dank der Kameraarbeit fast dokumentarisch wirkende Folge fünf, die hautnah miterleben lässt, wie groß gerade auch die mentale Belastung ist.
27.05.2026
22:25
3sat
Fernsehfilm
Henry Hübchen, Trauttmansdorff, Kroh, Osburg, Lotz. Am Ende gibt es nur Opfer
Es ist zweieinhalb Jahre her, dass Johannes Fischer & Co ihren ersten Einsatz hatten: „Tage des letzten Schnees“, der 6,42 Millionen Zuschauer erreichte, war mehr Familientragödie als klassischer Krimi und einer der besten ZDF-Fernsehfilme des Jahres. Da lag es nahe, Henry Hübchen und Victoria Trauttmansdorff ein weiteres Mal ermitteln zu lassen. Zwar gibt es diesmal noch mehr Tragödien, die Menschen und Familien zerstören, aber es geht auch um eine Mordserie. „Das Licht in einem dunklen Haus“ (Network Movie) besitzt jedoch – den zahlreichen Toten zum Trotz – in Emotion und Wirkung die Qualitäten eines nachhaltigen Dramas. Man merkt diesem Film bereits in den ersten Minuten an, dass hier kein Ermittler-Krimi und keine Whodunit-Routine zu erwarten sind. Das dramaturgische Geheimnis dieses Top-Krimidramas heißt: Mut zur Leerstelle. Die zwei Zeitebenen machen die Rezeption zu einem angenehm anspruchsvollen Vergnügen, aber nie zu kompliziert – was ein wenig an die Dramaturgie der „Spreewaldkrimis“ erinnert. So kann das Publikum den Film selbst „lesen“, muss nicht blind den Ermittlern hinterherhecheln – obwohl Hübchens Kommissar schon eine Klasse für sich ist. Ein Wiedersehen könnte Freude machen, so alle zwei, drei Jahre!
28.05.2026
01:50
ARD
Fernsehfilm
Gwisdek, Loos, Karusseit, Wachowiak, Mann, Pleitgen. Mit 70 hat man noch Träume
Altwerden ist nichts für Feiglinge. ARD und ZDF entdecken ihre Zielgruppe: Immer öfter bietet der Lebensabend Stoff für leichte Filme mit ernstem Hintergrund. Die Seniorenkomödie „Die letzten Millionen“ erzählt mit leichter Hand, einem wunderbaren Ensemble und großartigen Dialogen vom Lottogewinn einer Handvoll alter Menschen, deren Leben sich durch den unerwarteten Reichtum von Grund auf ändert – oder eben auch nicht.
28.05.2026
12:55
SWR
Fernsehfilm
Julia Brendler, Stephan Luca, Heinz Hoenig, Florian Gärtner & die „Glücks-Chemie“
Eine romantische Komödie mit reichlich Wohlfühl-Momenten, etwas Tiefgang und Screwball-Touch – das ist doch mal was! In „Manche mögen’s glücklich“ trifft Komik auf Liebesbedürfnis, begibt sich das Lachhafte auf Glückssuche, küsst das Genre den Alltag. Die Figuren werden nicht am Gängelband der Romantic-Comedy-Klischees durch die vorhersehbare Handlung geführt. Ursprung allen Wohlgefühls: die charakterstarken Figuren und zwei attraktive Schauspieler zum Gernhaben – Julia Brendler und Stephan Luca.
28.05.2026
13:55
One
Fernsehfilm
Wackernagel, Metschurat, Krapoth, Steurer. Liebe & Genre auf den Kopf gestellt
Das dicke Ende kommt in der ARD-Komödie „Immer wieder anders“ bereits am Anfang: Untreue, Trennung, Scheidung. Danach bildet sich eine Freundschaft zwischen dem Ex-Paar, aus der wieder mehr werden könnte – doch die Jahre ziehen ins Land (ähnlich wie bei Harry & Sally)… Der Film von Matthias Steurer besticht durch seine muntere Erzählweise mit Handlungssprüngen über Jahre und dem Sprechen in die Kamera. Aber auch das Thema Beziehung wird spielerisch ausgelotet – alltagsnah, gesellschaftlich relevant, geschlechtsspezifisch. Und Wackernagel und Metschurat sind dafür ideal besetzt.
28.05.2026
Die Tagebücher und Aufzeichnungen der im Alter von 29 Jahren in Auschwitz ermordeten Jüdin Etty Hillesum wurden in Deutschland erst vor wenigen Jahren umfassend veröffentlicht. Die international produzierte, sechsteilige Serie „Etty“ bringt nun Leben und Denken der niederländischen Intellektuellen einem – hoffentlich – großen Publikum näher. Autor und Regisseur Hagai Levi verlegt die Handlung während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg in eine gegenwartsnahe Zeit. Durch den weitgehenden Verzicht auf die übliche Nazi-Bilderwelt schärft sich der Blick auf die Hauptfigur und ihr geistiges, spirituelles und emotionales Ringen. „Etty“ ist kein pathetisches Märtyrer-Epos, sondern ein vielschichtiges, bisweilen irritierendes Porträt einer klugen, sensiblen Frau, getragen vom intensiven Spiel der Österreicherin Julia Windischbauer.
29.05.2026
00:15
rbb
Fernsehfilm
Lohse, Busch, Brandt, Schmidt, Kreuzpaintner. Perfekte Genre-Unterhaltung
Ein Junge & ein Mädchen als Entführungsopfer, ein Zauberer, keine Lösegeldforderung – das sind die Parallelen zweier Fälle, die aus dem anfänglichen Entführungskrimi einen Serienkiller-Thriller machen. „Sanft schläft der Tod“ verschont den Zuschauer mit handelsüblichem Ermitteln und Krimi-Routine. Der Film von Marco Kreuzpaintner nach dem Drehbuch von Holger Karsten Schmidt will nicht mehr als eine spannende, wendungsreiche Geschichte erzählen – das aber nach allen Regeln der Genrekunst. Dabei orientiert sich der Autor am klassischen Hollywoodkino, an Hitchcock und Hawks, spielt mit dem Mehrwissen des Zuschauers, wälzt keine großen Themen – und die Schauspieler danken es ihm und dem Regisseur, allen voran Marleen Lohse, mit punktgenauen Emotionen und starker Physis.
29.05.2026
20:15
ARD
Fernsehfilm
TV-Premiere
Frida-Lovisa Hamann, Lucie Heinze, Steffi Kühnert, Behrends, Gouverneur, Rogoll. Hundert Prozent Heimat
In der Provinzkomödie „Mensch Mutti“ (Degeto / NFP) kehrt die Pariser Primaballerina Serafina anlässlich der Beerdigung ihres Vaters in ihr sächsisches Heimatdorf zurück. Dort stellt sie fest, dass sie, wenn auch unverschuldet, erheblichen Anteil am finanziellen Ruin ihrer Familie hat. Einziger Ausweg wäre der Verkauf des Fitness-Centers ihrer Eltern an eine Fitnesskette, doch die Einrichtung ist in die Jahre gekommen, und für den Käufer hat das Studio viel zu wenig Stammkundschaft. Also lassen sich Serafina und ihre Schwester allerlei einfallen, um 200 neue Mitglieder zu gewinnen. Ruhig inszeniert, aber gerade vom zentralen Trio (Frida-Lovisa Hamann, Lucie Heinze, Steffi Kühnert) sehr schön gespielt.
29.05.2026
23:59
MDR
Serie & Mehrteiler
Koch, Moretti, Bock, Beer, Strauss, Gersak, David Nawrath. Untergang in Graublau
Die Miniserie „Euer Ehren“ (Degeto, ORF / SquareOne Productions, Mona Film) basiert auf dem israelischen Original „Kvodo“ (2017). Sie begleitet den Sturz ihres Helden aus dem Olymp der Aufrichtigen bis zum Kniefall vor dem Feind. Sechs Folgen stricken ein feinmaschiges Netz aus Mitwissern, Profiteuren, Strippenziehern und einsamen Akteuren auf der Suche nach der Wahrheit. Die Unerbittlichkeit der Abwärts-Spirale spiegelt sich in der kalten, farblosen Welt winterlicher Alpentäler und einem Innsbruck ohne Horizont. Passend unterkühlt inszeniert, mit wunderbar eisigen Feinden, top besetzt und hochspannend.
Vergangene Ausstrahlungen im Mai
Keine Ergebnisse
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Foto: NDR / Oliver Feist Ein Serien-Highlight im Dezember 2024: „Finsteres Herz – Die Toten von Marnow 2“ (ARD) mit Petra Schmidt-Schaller & Sascha Geršak
Foto: ZDF / Frank Dicks Sogar im ZDF sind jetzt die Vampire los. Mehr als ein stilvolles Horror-Teenie-Drama: „Love sucks“ mit Damian Hardung & Havana Joy
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