TV-Premieren im Oktober
und von den Wiederholungen nur das Beste
14.10.2026
23:25
SWR
Reihe
Kristin Suckow, Bernhard Conrad, Gummich, Aumann, Köster, Hellsgård. „Alles schreit nach Mafia“
In einer Villa am Waldrand sind zwei italienische Ehepaare ermordet worden. Eine 16-jährige Tochter hat den kaltblütigen Anschlag überlebt, kann sich aber an nichts erinnern. Amnesie als Schutz vor dem Unerträglichen. Akribische Spurenauswertung dominiert auch in „Haus der Toten“, der zweiten Episode der ARD-Krimireihe „Tod am Rennsteig“ (Polyphon): mühsame Indizien-Suche, zunächst keine Verdächtigen. Im Mittelpunkt stehen die Ermittelnden. Sie und besonders ihre Darsteller, Kristin Suckow & Bernhard Conrad, sind und bleiben das Beste an dieser „Donnerstagskrimi“-Reihe. Zwei, die gut miteinander können – und ein kollegiales, kooperatives Team. Ergebnis: ein unaufgeregter, analytischer und figurenorientierter Krimi mit moderaten Thriller-Momenten.
15.10.2026
00:15
ARD
Fernsehfilm
Marleen Lohse, Sara Hjort Ditlevsen, Kaya, Keßel, Lynn Oona Baur. Zwei Frauen, die tun, was sie tun müssen
„Frau ohne Namen“ (NDR / triple pictures) ist ein klassischer Thriller. Eine Frau wird bedroht, sie dreht den Spieß um und ersticht den Angreifer. Eine andere Frau jagt ihr hinterher, ohne zu merken, dass sie es eigentlich ist, die verfolgt wird. Der ARD-Fernsehfilm ist zugleich auch ein (Psycho-)Drama. Die Hauptfigur, eine Koryphäe auf dem Gebiet der Mikroexpressions-Psychologie, ist eine Getriebene. Lügen sind für sie etwas Widerwärtiges, genauso wie Ungerechtigkeit. Im Gesicht des Opfers und in seiner Körpersprache will die Wissenschaftlerin erkannt haben, dass die Tötung Absicht war. „Frau ohne Namen“ erzählt die Geschichten dieser beiden Frauen, aus deren Perspektive und auf eine Art, wie es lange nur Männern zugestanden wurde. Auch filmästhetisch gehört der konzentriert und reduziert erzählte Film nicht in die übliche Fernsehermittlungskrimi-Sparte. Das Konzept hat durchaus Potenzial für mehr.
15.10.2026
12:30
MDR
Fernsehfilm
Michelsen, Striesow, Connie Walther. Keine bequeme Wahrheit: die DDR mal nicht in Schwarzweiß
15.10.2026
20:15
ARD
Reihe
TV-Premiere
Ursula Strauss, Perktold, Obonya, Tinnefeld, Jeltsch, Tiefenbacher. Familie(nliebe) kann was Grausames sein
Die Heimkehr von Nesthäkchen Anna verbessert nach Tobis tragischem Schuss im Dienst die Stimmung im Dreigenerationenhaus der Grubers deutlich. Bei anderen Familien ist der Frieden hingegen mächtig gestört oder wird von einer Tragödie überschattet. Selbst bei einem Immobilien-Tycoon geht ein Riss durch die Familie – bis die Tochter entführt wird. In der zweiten Episode der Krimi-Drama-Reihe „Tiroler Blut“ (ARD Degeto, ORF / filmpool fiction) stockt Autor Christian Jeltsch das Familienmotiv weiter auf: Neben den drei Generationen bei den Grubers, sind es nun auch drei Familien, die in die komplexe Handlung emotional verstrickt sind. Dass Ursula Strauss in Cornelius Obonya einen würdigen Gegner bekommt, macht „Am Abgrund“ – abseits jeder Krimi-Routine – noch eine Spur packender und kurzweiliger als die Auftaktepisode. Trotz aller Handlungsdichte und Spannung bleibt der Mensch immer das Herzstück!
16.10.2026
00:20
rbb
Fernsehfilm
Melika Foroutan, Hannah Hollinger, Brigitte Maria Bertele. Im Fluss der Gegensätze
„Begierde – Mord im Zeichen des Zen“ ist ein ungewöhnlicher Fernsehkrimi und eine hoch ästhetische Filmerzählung aus dem Geist der asiatischen Philosophie und Ikonografie. Für die auf Dramen spezialisierten Grimme-Preisträgerinnen Hollinger und Bertele ist es ein „Grenzgang“ zwischen den Genres und Melika Foroutan als alkoholkranke Kommissarin ist sensationell. Sie gibt dieser Antiheldin ein schön verlebtes Gesicht (für das die Maske einiges zu tun bekam). Diese Figur ist keine Kopfgeburt, diese Polizistin lebt! Auch dramaturgisch & inszenatorisch geht dieses Wunderwerk der Entschleunigung keine ausgetretenen Pfade.
16.10.2026
05:30
ARD-Mediathek
Reihe
Streaming-Premiere
Bagriacik, Schuch, Stangenberg, Schelker, Dippe, Geršak, Lars Kraume. Mila Şahin tritt aus Borowskis Schatten
Lars Kraume dreht den Kieler „Tatort“ auf links: mit einem rauen, wenn auch nicht übermäßig raffinierten Krimidrama um Korruption und Organisierte Kriminalität sowie neuen, interessanten Figuren an der Seite der eindrucksvoll aufspielenden Almila Bagriacik als Kommissarin Mila Şahin. In dem Zweiteiler „Unter Freunden / Unter Feinden“ darf sie endlich aus dem langen Borowski-Schatten treten. Damit ändern sich Tonlage, Psychologie und Dynamik grundlegend. Der Kieler „Tatort“ verliert zwar mit dem kauzigen Eigenbrötler Borowski seinen eigenwilligen Humor, wirkt zum Auftakt aber schneller, härter und zeitgemäßer. Und natürlich weiblicher: Karoline Schuch als Polizeipsychologin Elli Krieger und neue Partnerin von Mila Şahin wird hier behutsam eingeführt – das neue Team nimmt in einer Art Kammerspiel im zweiten Teil Formen an. Klasse Gastspiele bieten auch Lilith Stangenberg und Sven Schelker.
16.10.2026
10:00
Amazon Prime Video
Serie & Mehrteiler
Streaming-Premiere
Paula Kalenberg, Fridolin Sandmeyer, Salka Weber, Hoppe, Rothe-Liermann, Kronenberg, Köhler. Verlieben verboten
Die kurzweilige achtteilige Serie beginnt mit einem „Game of Keys“, wie der Arbeitstitel lautete: Die Männer legen ihre Schlüssel in eine Schüssel, die Frauen dürfen ziehen. Es gibt klare Regeln, allen voran: Verlieben verboten; selbstredend ein frommer Wunsch. Was als Sex-Comedy beginnt, nimmt nach und nach dramatische Züge an. Es geht unter anderem um verdrängte Homosexualität und unerfüllten Kinderwunsch. Witzige Momente sorgen dafür, dass die dank mehrerer Liebesgeschichten durchaus romantische Serie dennoch weitgehend heiter bleibt. Trotz viel nackter Haut ist „Friends Sex & Games“ (Amazon Prime Video / UFA Fiction) abgesehen von der orgiastischen letzten Folge weitgehend jugendfrei: Die Bilder sind nicht anzüglicher als ein Prospekt für Reizwäsche, einzig die Dialoge sind stellenweise erfrischend explizit.
16.10.2026
12:55
SWR
Fernsehfilm
Marlene Morreis, Stephan Kampwirth, Hardi Sturm, Anna Justice. Auf zu neuen Ufern
Die frisch vom Gatten (Stephan Kampwirth) verlassene Linda (Marlene Morreis) will gemeinsam mit dem Nachwuchs in die Herbstferien fahren, aber die Kinder haben andere Pläne; also entwerfen sie ein romantisches Komplott, um die Mutter zu verkuppeln. Das klingt nach einer unbeschwerten Komödie mit heiteren Missverständnissen und komischen Blind Dates, und die hat „Neben der Spur ist auch ein Weg“ (Degeto / Odeon) in der Tat auch zu bieten, doch die Szenen mit dem getrennten Paar sind pures Drama. Die Dialoge sind ein Genuss, die Handlung ist reich an Überraschungen, und ganz besonders sehenswert ist das Ensemble. Respekt gebührt dabei vor allem den jungen Mitwirkenden. Eine Besonderheit sind auch die Begleitumstände: Regisseurin Anna Justice ist nach den Dreharbeiten verstorben. Ihr Freund und Kollege Ed Herzog hat den Film fertiggestellt.
16.10.2026
20:15
3sat
Serie & Mehrteiler
Jonathan Berlin, Sadler, Schüttler, Kämper, Schmidt. Scharfe Gegensätze im Fluss
„Das Weiße Haus am Rhein“ (ARD/Zeitsprung Pictures) erzählt vom Überlebenskampf eines Nobelhotels, das Geschichte geschrieben hat, von drei Generationen einer Hotelier-Familie, durch die ein tiefer Riss geht – der mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten immer schwerer zu kitten ist. Nachdem die Jugend das ehrwürdige Haus im konservativen Rheinland mit freizügigen Varieté-Shows und jüdischen Festen in den Zwanzigern wieder auf Erfolgskurs brachte, rettet nach der Weltwirtschaftskrise Adolf Hitler den Familienbetrieb, indem er das Grande-Hotel zu seinem Hauptquartier am Rhein macht. Wie es bei historischen TV-Dramen üblich ist, wird in dieser Degeto/SWR/WDR-Koproduktion der Zeithorizont auf die Familiengeschichte heruntergebrochen. Die gesellschaftlichen Verwerfungen zwischen den radikalisierten politischen Lagern, zwischen Freidenkern und Nationalkonservativen, zwischen demokratischem Aufschwung und bleierner Tradition spiegeln sich in den Beziehungen unter dem Dach des ehrwürdigen Hauses wider. Das Drehbuch von Dirk Kämper erzählt chronologisch, verwebt dabei Themen der (heutigen) Zeit leitmotivisch fast wie in einem Musikstück. Und Thorsten M. Schmidts Inszenierung lässt sich vom Rhein bildlich und rhythmisch beeinflussen. Dieser kompakte, bestens besetzte Zweiteiler fließt.
16.10.2026
20:15
ARD
Reihe
TV-Premiere
Luise von Finckh, Gabriela Maria Schmeide, Leipert, Breinersdorfer, Christoph Schnee. Kiez-Romantik
Die erste von zwei neuen Episoden mit Luise von Finckh und Gabriela Maria Schmeide als Nachfolgerinnen von Manfred Krug in der „Kanzlei Liebling Kreuzberg“ (Degeto / Odeon Fiction), „Ein Meisterstück“, behandelt einen interessanten Fall: Ein Azubi will eine Gewinnbeteiligung, weil der Bäcker mit seiner Kreation mehr Umsatz macht; stattdessen bekommt er eine fristlose Kündigung. Die Inszenierung ist jedoch viel zu betulich, zumal die Ensemble-Mitglieder ihre Darbietungen zu oft mit einem Schleifchen versehen. Der zweite Film, „Auf Augenhöhe“, ist deutlich fokussierter, auch die Themen Containern und Gentrifizierung sind relevanter.
Vergangene Ausstrahlungen im Oktober
08.10.2026
20:15
One
Fernsehfilm
Martina Gedeck, Ulrich Tukur, Rauhaus, Kaufmann. Irgendwann war die Luft raus
Endlich sind sie wieder vereint: Rainer Kaufmann (Regie) und Martin Rauhaus (Buch) knüpfen mit ihrer bissigen Ehekomödie an ihr boshaft-heiteres TV-Drama „Ein starker Abgang“ mit Bruno Ganz als Menschenfeind an. Was sich die beiden Hauptfiguren an den Kopf werfen, obwohl sie eigentlich im Guten auseinander gehen wollen, ist von ausgesuchter Bösartigkeit. Die Inszenierung ist dagegen eher konventionell. „Und wer nimmt den Hund?“ (Degeto / Relevant) lief zwar im Kino, wo der Film rund 250.000 Besucher hatte; ursprünglich aber ist er fürs Fernsehen entstanden. Das erklärt womöglich die wie eine TV-Doku gestaltete überflüssige Rahmenhandlung, in der das Paar seine Befindlichkeiten in die Kamera schildert. Andererseits hat „Und wer nimmt den Hund?“ tatsächlich einen gewissen dokumentarischen Charakter, weil Rauhaus die gegenseitigen Vorwürfe dem Leben abgeschaut hat.
07.10.2026
Ein Mann ermittelt gegen sich selbst – und ein Dorf schaut zu: „Mordnacht“ (ARD / X-Filme Creative Pool) ist eine witzige und teilweise absurde Krimikomödie voll lakonischem Humor und mit herrlich gezeichneten Typen. Friederike Jehn hat die witzige Vorlage von Autor Janosch Kosack bestens genutzt, beweist viel Gespür für Tempo und Timing. Und die Pointen sitzen. Dafür sorgen die beiden Protagonisten: der liebenswerte Chaot Gabriel Panski, der nach einem Filmriss eines brutalen Mordes verdächtigt wird, den er nicht begangen hat, und die cool-penetrante Ermittlerin Leonie Winter, die ihn überführen will, und zwar schnell, denn mit der Land-Idylle fremdelt die Großstadtpflanze gewaltig. Maximilian Brückner und Rosalie Thomass brillieren in einem unterhaltsam schrägen Katz- & Mausspiel, das Spaß macht.
07.10.2026
01:30
NDR
Reihe
Behrendt, Bär, Fürst, Hader, Nolting/Scharf, Tini Tüllmann. Der Reiz des Bösen
„Spur des Blutes“ (WDR / Bavaria) ist der 85. Fall der Kölner Kommissare und ein würdiger Jubiläumsfilm für das 1997 gestartete Duo Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär. Schon der effektvoll gestaltete Prolog verdeutlicht, dass alle Beteiligten einen besonderen Film im Sinn hatten. Im weiteren Verlauf wird Regisseurin Tini Tüllmann bei ihrem „Tatort“-Debüt noch einige Male ihr großes Talent beweisen. Neben ungewöhnlichen Schauplätzen zeichnet sich dieser wendungsreiche Krimi über die Suche nach dem Mörder einer jungen Prostituierten vor allem durch das zentrale Ensemble aus. Eine der Überraschungen im Drehbuch der Grimme-Preisträger Nolting & Scharf ist die Fokus-Verschiebung: Plötzlich steht nicht mehr das Duo Ballauf und Schenk, sondern Kriminaltechnikerin Förster (Tinka Fürst) im Zentrum. Ein Besetzungsknüller ist die Mitwirkung des österreichischen Kabarettisten Josef Hader.
07.10.2026
05:00
ARD-Mediathek
Serie & Mehrteiler
Streaming-Premiere
Elisa Hofmann, Purnima Grätz, Linda Chang, Stefanie Ren, Mia Spengler. Hier passieren seltsame Dinge
Die optisch und inhaltlich reizvolle Mystery-Serie „House of Yang“ (SWR / Wood Water) spielt in einem düsteren Schwarzwaldhaus. Hier sind 1949 und 1999 auf überaus rätselhafte Weise zwei Mädchen verschwunden. Als eine Frau nach vielen Jahren zurückkehrt, um das Anwesen zu verkaufen, widerfährt ihrer Tochter das gleiche Schicksal. Der besondere Reiz der sechs Episoden liegt in der verschachtelten Erzählweise, weil sich die verschiedenen Zeitebenen ständig überlagern. Musik und Sounddesign sorgen für allerlei Gänsehautmomente, Szenenbild und Bildgestaltung sind sehenswert. Das Ende ist allerdings etwas unbefriedigend, weil allzu viele Fragen offen bleiben.
07.10.2026
14:00
Arte
Fernsehfilm
Mala Emde, Christoph Maria Herbst, Aaron Hilmer, Brix Vinzent Koethe, Simon Ostermann. Die Zeit, die bleibt
„Sommer auf Asphalt“ (NDR, Arte / Wüste) ist eine vorzüglich gespielte und trotz des tragischen Untertons sehr kurzweilige Vater/Tochter-Komödie mit Christoph Maria Herbst und Mala Emde: Kurierradlerin Les kriegt überraschend Besuch von ihrem Erzeuger. Eigentlich will er ihr mitteilen, dass er unheilbar krank ist, kommt aber nicht dazu, weil sie nach einem Unfall erst mal arbeitsunfähig ist und er für sie einspringt.
07.10.2026
Karoline Schuch geht in der von ihr eindrucksvoll gespielten Titelrolle der „Elodie“ einem Familiengeheimnis aus ihrer frühen Kindheit auf den Grund. Die Eltern hatten sie als Baby für mehrere Monate einer Kinderfrau überlassen – und ihr später nichts davon erzählt. In zauberhafter Heidelandschaftskulisse samt stets präsenter Bundeswehr erforscht Elodie nun das Verdrängte und Verborgene, das ihr eigenes Leben möglicherweise unbewusst beeinflusst hat. Eine spannende Suche bei sich selbst, der Familie, Freunden und der Kinderfrau, die im Verdacht steht, ihre Schützlinge misshandelt zu haben. Regisseurin Nicole Weegmann hat das Drama nach dem klugen Drehbuch von Esther Bernsdorff sehenswert und psychologisch weitgehend überzeugend inszeniert.
07.10.2026
Karoline Schuch geht in der von ihr eindrucksvoll gespielten Titelrolle der „Elodie“ einem Familiengeheimnis aus ihrer frühen Kindheit auf den Grund. Die Eltern hatten sie als Baby für mehrere Monate einer Kinderfrau überlassen – und ihr später nichts davon erzählt. In zauberhafter Heidelandschaftskulisse samt stets präsenter Bundeswehr erforscht Elodie nun das Verdrängte und Verborgene, das ihr eigenes Leben möglicherweise unbewusst beeinflusst hat. Eine spannende Suche bei sich selbst, der Familie, Freunden und der Kinderfrau, die im Verdacht steht, ihre Schützlinge misshandelt zu haben. Regisseurin Nicole Weegmann hat das Drama nach dem klugen Drehbuch von Esther Bernsdorff sehenswert und psychologisch weitgehend überzeugend inszeniert.
07.10.2026
20:15
WDR
Reihe
Koch, Broich, Giese, Bormann, Bastian Günther. Ungemütliches Dunkeldeutschland
Filmkunst in Finsternis: Die Frankfurter „Tatort“-Episode „Erbarmen. Zu spät.“ (HR / U5 Filmproduktion) ist ein düsteres Drama um ein mörderisches Netzwerk in der Polizei. Die Handlung beschränkt sich auf eine einzige Nacht und die Suche nach einem vermissten Polizisten in der Wetterau. Ohne Gewalt explizit zu zeigen, entfalten Autor und Regisseur Bastian Günther sowie Kameramann Michael Kotschi eine bedrückende und zunehmend bedrohliche Atmosphäre. Ihr Film erzählt nicht den urbanen Thrill eines drohenden Anschlags, sondern setzt in karger, fast menschenleerer Landschaft die unsichtbare, schleichende Unterwanderung der Polizei in Szene. Ein sehr unbehagliches und meisterhaft fotografiertes, teils fantastisch ausgeleuchtetes Drama – mit einem denkwürdigen Finale.
07.10.2026
21:45
ZDFneo
Serie & Mehrteiler
TV-Premiere
Aylin Tezel, Stefan Gorski, Rick Okon, Deleila Piasko, Andreas Gutzeit, Andreas Menck. Zwei Thriller in einem
„Serial Cleaner“ (ZDF / Story House Pictures), die sechsteilige deutsche Version einer argentinischen Serie, ist zwei Thriller in einem und dank gleich mehrerer Spannungsbögen auch über viereinhalb Stunden durchgängig fesselnd: Auf der Ebene des Medical Dramas kämpft eine Mutter um das Überleben ihrer schwerkranken Tochter, auf der Gangster-Ebene lässt sie sich, nachdem sie Zeugin eines Mordes wurde, in Doppelfunktion als Tatortreinigerin und Medizinerin auf einen Pakt mit einer verbrecherischen Familie ein. Abgerundet wird die vorzüglich gespielte und dicht inszenierte Serie um einen Bruderzwist und eine Romanze.
07.10.2026
22:10
MDR
Reihe
Michelsen, Hübner, Sarnau, Groth, Eoin Moore. Von Vätern, Söhnen & Eigenbrötlern
Zeitgleich werden in Rostock und Magdeburg zwei Menschen getötet. Die Morde besitzen einen politischen Hintergrund; die Fälle reichen zurück ins Wendejahr 1990. Der „Polizeiruf 110 – Wendemanöver“, in dem die Teams aus Rostock und Magdeburg gemeinsam ermitteln, ist spannend, handlungsintensiv, temporeich, tragisch und mit Extravaganzen der Kommissare unterlegt. Der Film ist weniger geschlossen als die Top-Produktionen aus Rostock. Das liegt vor allem am Format eines Zweiteilers, der sich zudem mit der Kleinteiligkeit eines Doppel-Ermittlerkrimis im Whodunit-Modus herumschlagen muss. Die Vier aber sind klasse!
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Foto: RTL / Mitch Stöhring Feministischer Racheengel: Marie Bloching in der preisgekrönten RTL-Serie „Angemessen Angry“. MeToo-Geschichte im Genre-Gewand!
Foto: NDR / Oliver Feist Ein Serien-Highlight im Dezember 2024: „Finsteres Herz – Die Toten von Marnow 2“ (ARD) mit Petra Schmidt-Schaller & Sascha Geršak
Foto: ZDF / Frank Dicks Sogar im ZDF sind jetzt die Vampire los. Mehr als ein stilvolles Horror-Teenie-Drama: „Love sucks“ mit Damian Hardung & Havana Joy
Foto: ZDF / Stefanie Leo Eine Weihnachtswunder-Komödie: witzig, märchenhaft schön, clever konzipiert & originell. Kalenberg, Malton & Amft in „Zitronenherzen“

















