TV-Premieren im August
und von den Wiederholungen nur das Beste
31.08.2025
„Chabos“ (ZDF / BBC Studios) ist eine gerade von den jugendlichen Mitwirkenden famos gespielte Zeitreise in den Sommer des Jahres 2006, als sich das Leben einiger Teenager aus Duisburg für immer veränderte. Dank des Erzähltempos, der vielen überraschenden Handlungswendungen, der abwechslungsreichen, wilden, verspielten Machart sowie der gelungenen Kombination von Gegenwart und Vergangenheit sind die acht gut halbstündigen Folgen keine einzige Minute zu lang – und mehr noch sie sind durchaus preiswürdig. Selbstverständlich spielen die sogenannten Nullerjahre, die derzeit ein Comeback erleben, eine große Rolle in der Serie, die durch ein BBC-Vorbild inspiriert worden ist. Das Beste an „Chabos“ ist jedoch der universelle Ansatz. „Chabos“ funktioniert bei allen, die sich noch daran erinnern können, wie sich das Leben mit 16 angefühlt hat.
31.08.2025
20:15
ARD
Reihe
Milberg, Kekilli, Eidinger, Arango, Alvart. Ein Nachschlüssel macht Vieles einfacher!
„Borowski und der stille Gast“ ist der vierte Kiel-„Tatort“ aus der Feder von Sascha Arango. Man kennt den Täter: ein planvoll vorgehender Voyeur, der eigentlich nicht töten will. Dieser einsame Mann versucht sich, in das Leben, die Aura, die die Frauen umgibt, einzufühlen. Aber nicht nur er hat ein Geheimnis: So wird Borowski Zeuge eines epileptischen Anfalls seiner Kollegen. Sarah Brandt & Sibel Kekilli kommen mit diesem auch inszenatorisch großartigen „Tatort“ endgültig an. Lars Eidinger ist überragend. Spannender als jeder Whodunit!
31.08.2025
21:45
One
Reihe
Milberg, Kekilli, Eidinger, Arango, Alvart. Ein Nachschlüssel macht Vieles einfacher!
„Borowski und der stille Gast“ ist der vierte Kiel-„Tatort“ aus der Feder von Sascha Arango. Man kennt den Täter: ein planvoll vorgehender Voyeur, der eigentlich nicht töten will. Dieser einsame Mann versucht sich, in das Leben, die Aura, die die Frauen umgibt, einzufühlen. Aber nicht nur er hat ein Geheimnis: So wird Borowski Zeuge eines epileptischen Anfalls seiner Kollegen. Sarah Brandt & Sibel Kekilli kommen mit diesem auch inszenatorisch großartigen „Tatort“ endgültig an. Lars Eidinger ist überragend. Spannender als jeder Whodunit!
31.08.2025
21:45
3sat
Fernsehfilm
Mina Tander, Ulrich Brandhoff, Meisheit/Platz, Katja Benrath. Strahlkraft des Alltags
Eine Fliegerbombe bringt den Tag zweier Single-Eltern völlig durcheinander. Beide haben entscheidende Termine. Doch wohin mit den Kindern? Zweiteilen geht nicht, sich gegenseitig bei der Kinderbetreuung helfen schon. Doch es warten weitere Herausforderungen auf die Eltern. Von einem etwas anderen Freitag erzählt die etwas andere „Endlich Freitag“-Komödie „Ein Wahnsinnstag“ (ARD / Ester.Reglin.Film). Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg ist das einzig weltbewegende Ereignis; der Rest der Geschichte speist sich aus dem Alltag, den kleinen Dingen des Lebens. So winzig die narrative Saat, so wunderbar die filmische Ernte. „Ein Wahnsinnstag“ ist ein ganz & gar wohltuender Film – auch und gerade in Krisen-Zeiten wie diesen. Zum echten Feelgood-Erlebnis, das man trotz der Flüchtigkeit der Situationen nicht so schnell vergessen wird, werden die 90 Filmminuten aber weniger durch das Happy End, sondern durch die liebevolle Inszenierung und die stimmige Besetzung bis in die kleinste kölsch sprechende Nebenrolle. Die Zwölf-Stunden-Dramaturgie, die Einbindung der Kinder in Handlung & Spiel sowie Sympathieträger Tander & Brandhoff tun das Übrige.
Vergangene Ausstrahlungen im August
26.08.2025
23:40
WDR
Reihe
Behrendt, Bär, Bongartz, Stein, Heidelbach. Ballauf is back und Schenk not amused!
Es hat einen nicht zu unterschätzenden Reiz, sich im Rahmen einer rund zwanzig Jahre währenden Beziehung der Anfänge zu besinnen. Und das gilt keineswegs nur für Freundschaften oder gar Ehen, sondern auch für sogenannte parasoziale Kontakte zu Fernsehfiguren: Das Wiedersehen mit dem vergleichsweise jungen Klaus J. Behrendt und einem Dietmar Bär, der als Freddy Schenk schon 1997 so aussah und auftrat wie heute, ist ein unerwartetes Vergnügen – dank starkem Drehbuch und auffallend viel Action.
25.08.2025
00:35
ARD
Fernsehfilm
Jürgen Vogel, Sayat Demissie, Paula Kalenberg, von Schirach. Menschenfreundlich
Jürgen Vogel blüht als Bankräuber mit schwerer Kindheit in einem Dorf in Äthiopien auf, dank der Gastfreundschaft der Einheimischen und der Liebe zu einer schönen Witwe. In „Der weiße Äthiopier“ nach Ferdinand von Schirach ist Afrika weder Elendsort noch bloße Kulisse. Regisseur Tim Trageser inszeniert ein vielfältiges, realistisches Dorfleben, dennoch bleiben Klischees und Romantisierung zwiespältig. Als Gerichtsdrama präsentiert er ganz im Sinne von Schirachs das Ideal einer Justiz, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Insgesamt ist die melodramatische Geschichte in der Vorweihnachtszeit sehr gut aufgehoben.
25.08.2025
01:25
SWR
Fernsehfilm
Heike Makatsch brilliert als Margarete Steiff in Xaver Schwarzenbergers Biopic
25.08.2025
15:40
Arte
Fernsehfilm
Stefan Pohl, Bloéb, Steinhauer, Schrott, Haller/Brugger, Markus Engel. Die Tiroler sind lustig
Ein bizarrer Markenrechtsstreit um die Krachlederne, die „originale“ Kurze, steht im Zentrum der Austria-Komödie „Die Lederhosenaffäre“ (Arte / e&a Film). Ein tollpatschiger Antiheld will als Anwalt seiner einstigen Angebeteten im Kampf gegen ein Großunternehmen helfen. Der Film aus der ORF-„Stadtkomödien“-Reihe bietet zwar einen vergnüglichen Blick auf die Seele der Tiroler und ihre Verbundenheit mit Kulturgütern, bleibt dabei aber doch stark an der Oberfläche haften. Den gesellschaftskritischen und politischen Andeutungen fehlt es an Schärfe und Biss. Das Neunzigminüter-Debüt von Markus Engel sprudelt vor Ideen, bietet viele spaßige Details; Einfallsreichtum allein ergibt jedoch noch keinen runden Film.
25.08.2025
22:00
rbb
Reihe
Makatsch, Blomberg, Kurecki, Wiersch, Imboden. Gutes Drama, etwas unrunder Plot
„Zeit der Frösche“ ist der zweite SWR-„Tatort“ mit Heike Makatsch als Kommissarin Ellen Berlinger. Die allein erziehende Mutter bleibt eine „Problemfigur“. Und sie ist nicht die einzige in diesem Krimidrama um einen, vielleicht aber auch zwei verschwundene Teenager: Da ist der autistisch veranlagte Sohn ihrer Cousine, der in den Fall verwickelt scheint, und da ist der neue Kollege Martin Rascher, dem eine unaufgeklärte Mordserie seit Jahren nachhängt. Trauma-Bewältigung dominiert über realistische Polizeiarbeit. Makatsch und Blomberg sind ein ausbaufähiges Außenseiter-Duo. Als sensible Charakterstudie überzeugt der kongenial inszenierte Film. Auch die Psycho-Logik wirkt stimmig; bei Autor Wiersch erkennt man seine „Bloch“-Erfahrung. Dagegen gibt es deutliche Schwächen im Handlungsverlauf.
25.08.2025
23:40
One
Reihe
Schönemann, Klinge, Lohse, Schmidt. „Ein Mann, zwei Frauen: Wo gibt’s denn sowas!“
Als eine Dienstreise Richtung Dänemark für einen glücklich verheirateten Handelvertreter aus Schwanitz tödlich in Travemünde endet und zeitgleich eine andere Ehefrau dort ihren geliebten Gatten vermisst, ist die Verwunderung groß. Denn beide heißen nicht nur Lothar, sie sehen beide auch gleich aus… „Der doppelte Lothar“ (ARD / triple pictures), das klingt nach den Filmtiteln, die der MDR seinem „Tatort“ aus Weimar gegeben hat. Diese 22. „Nord bei Nordwest“-Episode, bei der Hinnerk Schönemann zum zweiten Mal hoch engagiert und launig verspielt Regie geführt hat, beginnt denn auch ziemlich schräg, bevor das Doppelleben-Motiv zwangsläufig ein Zwischen-Spiel über Ehe, Monogamie und Selbstverwirklichung eröffnet. In der zweiten Hälfte wandelt sich das Hinterbliebenen-Drama mit angenehm ernsthafter Opfer-Betreuung in einen spannenden Agentenkrimi. Wird da auch viel Geheimdienst-Geschwurbel zu dialogreich präsentiert: Auf der Zielgeraden geht es dann gewohnt physisch zur Sache. Wagner macht auf Emma Peel, Jule auf Wilhelm Tell und Jacobs auf Action-Held…
25.08.2025
23:59
ARD
Reihe
Hinrichs, Manzel, Martens, Lange, Krummenmacher. Der Kommissar erinnert sich
Mord und Melancholie in der Oberpfalz: In der „Tatort“-Episode „Hochamt für Toni“ (BR / X-Filme Creative Pool) sind das Vorleben von Kommissar Felix Voss (Fabian Hinrichs) und ein Kriminalfall im ländlichen Umfeld miteinander verbunden. Die persönliche, emotionale Dimension bei diesem Ausflug des Franken-Teams überzeugt, die Krimi-Konstruktion um eine streng patriarchale Unternehmer-Familie ist mitunter schwer nachvollziehbar. Die Besetzung der Reihen-Hauptrollen mit Hinrichs und Dagmar Manzel erweist sich jedoch wieder als erstklassig.
25.08.2025
23:59
ZDF
Kinofilm
Helena Zengel, Schuch, Schmeide, Hagmeister, Nora Fingscheidt. Schrei nach Liebe
Selten ist ein deutscher Film mit Auszeichnungen derart überschüttet worden, aber jeder einzelne Preis ist hochverdient: Das Kinodrama „Systemsprenger“ (ZDF / Kineo, Weydemann Bros., Oma Inge) beschreibt den erschütternden Leidensweg eines eigentlich reizenden, aber völlig unberechenbaren neunjährigen Mädchens, das sich bei der kleinsten Provokation in eine schreiende und um sich schlagende Furie verwandeln kann. Nora Fingscheidt (Buch und Regie) hat ihr Debüt sparsam inszeniert und verlässt sich voll und ganz auf die phänomenale Leistung von Hauptdarstellerin Helena Zengel. Ein erschütterndes Drama, das auch bei der TV-Ausstrahlung niemanden kalt lassen wird. tittelbach.tv bietet eine Kritik & mehr!
24.08.2025
02:15
ARD
Reihe
Natalia Wörner, Beyer, Wuest, Sadler, Mahnkopf, Richter. Körperlich und spirituell missbraucht
Im achten Krimi aus der Reihe mit Natalia Wörner, „Die Diplomatin in Rom – Tod einer Nonne“ (Degeto / UFA Fiction), will Botschafterin Lorenz herausfinden, warum sich eine junge deutsche Nonne das Leben genommen hat. Ein Freund der Frau ist überzeugt, dass die jungen Ordensschwestern systematisch missbraucht werden. Der erneut von Roland Suso Richter inszenierte Film ist nicht so fesselnd wie die letzte Episode („Vermisst in Rom“), aber die Geschichte ist dicht erzählt. Und die Gastrollen sind mit Benjamin Sadler als Kardinal und Susanne Wuest als eisige Oberin des Klosters sehr treffend besetzt.
24.08.2025
12:00
Kika
Reihe
Jytte-Merle Böhrnsen, Lucas Prisor, Kreis, Eißler. Ein Kinoklassiker verpflichtet
Eine wundersame, höchst unterhaltsame Lehrstunde in Sachen Liebe ist die Neuverfilmung des DEFA-Klassikers „Das singende, klingende Bäumchen“ nach einem Märchenfragment der Brüder Grimm. Eine Prinzessin, die unfähig ist zu lieben und der der schöne Schein alles ist im Leben, erfährt am eigenen Leib, welcher Voraussetzungen es bedarf, um lieben zu können. Der Film, der mit seiner launigen Mixtur aus Märchen & Romantic Comedy das Kunststück fertigbringt, für groß und klein gleichermaßen attraktiv zu sein, besticht durch Witz, Ironie und eine (psychologisch) komplexe Moral. Auch filmästhetisch weiß der Film zu gefallen wie kaum eine andere der 42 Märchenverfilmungen der ARD. Der komödiantisch-märchenhafte Umgang mit Sprache ist dank des Drehbuchs und der Hauptdarsteller vorbildlich.
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Feministischer Racheengel: Marie Bloching in der preisgekrönten RTL-Serie „Angemessen Angry“. MeToo-Geschichte im Genre-Gewand!

Ein Serien-Highlight im Dezember 2024: „Finsteres Herz – Die Toten von Marnow 2“ (ARD) mit Petra Schmidt-Schaller & Sascha Geršak

Sogar im ZDF sind jetzt die Vampire los. Mehr als ein stilvolles Horror-Teenie-Drama: „Love sucks“ mit Damian Hardung & Havana Joy

Eine Weihnachtswunder-Komödie: witzig, märchenhaft schön, clever konzipiert & originell. Kalenberg, Malton & Amft in „Zitronenherzen“