TV-Premieren im Januar
und von den Wiederholungen nur das Beste
21.01.2026
10:00
ARD-Mediathek
Reihe
Streaming-Premiere
Katerina Jacob, Ernst Stötzner, Schlothauer, Euler, Knaup, Rauhaus, Rowitz. „Man muss sich kümmern“
Kümmern färbt ab. Jetzt hat es auch „Herrn Kurtz“ erwischt: Kur(t)zerhand hat er ein kleines Mädchen bei sich und Anna aufgenommen, ohne Polizei oder Jugendamt zu verständigen. Das ist eine von mehreren launigen „Kümmerer“-Episoden im fünften Streich von „Anna und ihr Untermieter“ (Degeto / Calypso Entertainment). Wieder mischt sich die resolute Rentnerin, Mutter und Großmutter ein, hilft und gewährt Obdach, womit „Volles Haus“ erklärt wäre, und eine Hochzeit gibt es auch noch. Dass die Weisheit des Alters und die soziale Ader der 68er-Generation die Perspektive der Geschichten vorgibt, bleibt ein sympathischer Zug der Reihe, die in die Fußstapfen der ausgestorbenen Familienserie tritt. Der Tonlagen-Mix aus moderat ernsthaften, leicht ironischen, betulich augenzwinkernden und gefühligen Momenten unterhält wieder bestens. Besonders gut kommt Annas Familien-Aufstellung mit Wohnungsutensilien.
21.01.2026
10:00
ZDF-Stream
Reihe
Streaming-Premiere
Aulitzky, Fitz, Krausz, Steinhauer, Brunner, Riedlsperger. Bollywood lässt Alpen glühen
Der zwölfte Film aus der ohnehin immer guten Schmunzelkrimireihe „Die Toten von Salzburg“ (ZDF / ORF) mit Michael Fitz, Fanny Krausz und Erwin Steinhauer ist schon allein wegen des Schauplatzes sehenswert: Weite Teile der Handlung spielen im Salzbergwerk Hallein. Hier soll ein Bollywood-Themenpark entstehen, aber der Leiter des Organisationskomitees ist im Stollen erschlagen worden; die Leiche liegt exakt auf der Grenze zwischen Österreich und Deutschland. Neu im Team ist Patricia Aulitzky als in ihre alte Heimat zurückgekehrte ehemalige Zielfahnderin.
21.01.2026
20:15
ARD
Fernsehfilm
TV-Premiere
Joachim Król, Jonas Nay, Nairi Hadodo, Ruth Toma, Rainer Kaufmann. Die bestmögliche Art weiterzuleben
Ein junger Mann hat ein altes Ehepaar angefahren; die Frau war auf der Stelle tot, der Mann überlebte schwer verletzt. 18 Monate später erst nimmt der „Täter“ gezwungenermaßen Kontakt mit dem Opfer auf, das nichts mehr von dem Unfall weiß und in einer Mal-Gruppe von Menschen mit geistiger und körperlicher Beeinträchtigung seinen Platz gefunden hat. Dem Fernsehfilm „Die Frau in Blau“ (SWR / Relevant Film) gelingt das seltene Kunststück, mit wenig Handlung viele wertvolle Geschichten zu erzählen. Es geht in dem TV-Drama von Rainer Kaufmann nach dem lebensklugen Drehbuch von Ruth Toma um das Abtragen einer Schuld, um das Finden einer neuen Perspektive, um Wege aus der Deprimiertheit, der Lethargie, es geht um kreative Lösungen. Das narrative Prinzip, die Botschaft, das Miteinander und die Vielfalt des Lebens zu feiern, zielt auch über die Geschichte hinaus in Richtung Zuschauer: Inklusion als Narrativ, verpackt in einen vielschichtig bewegenden Film, der zwischendurch in ein Road- bzw. Street-Movie springt, so kann man sich Moral und öffentlich-rechtlichen Auftrag gefallen lassen.
21.01.2026
22:00
SWR
Reihe
Harald Krassnitzer & Adele Neuhauser. Dank Suchterfahrung & Diät in Hochform!
Ein bulgarischer Killer und Einbrüche im großen Stil halten Eisner & Co in Atem. Den Rest besorgen die besorgniserregenden Leberwerte. „Ausgelöscht“, Krassnitzers 25. „Tatort“ als Kommissar, hat dramaturgisch & Ermittler-technisch alles, was ein guter (Reihen-)Krimi haben sollte. Und der präzise von Harald Sicheritz inszenierte Film hat vor allem eines: Wiener Schmäh. Auch deutsche Ermittler können einen „spannenden“ Umgangston finden – aber da hört man oft das „Klickediklick“ des Autors dahinter. Bei diesem Paar „fließt“ es. Krassnitzer, wie er den von der Diät angefressenen Eisner hingrantelt, und Adele Neuhauser als „Bibi, Puppe“, der nichts Menschliches fremd ist, das passt wie der Grinzing nach Wien.
21.01.2026
22:10
MDR
Reihe
Maria Simon, Gregorowicz, Clemens/Wettcke, Stephan Rick. Es steht viel auf dem Spiel
Der „Polizeiruf“ aus Brandenburg hat sich zu einer ernstzunehmenden Farbe im Reigen der ARD-Sonntagskrimis gewandelt. Früher waren die Beiträge vom RBB ein Garant für Entschleunigung, aber „Tod einer Journalistin“ (RBB / Real Film) bietet eine richtig gute Mischung aus Krimi und Politthriller. Die Geschichte handelt vom geplanten Bau eines polnischen Atomkraftwerks; die deutsch-französischen Betreiber gehen offenbar über Leichen, um die Mauscheleien bei der Standortsuche zu verheimlichen. Die Geschichte ist wegen diverser interessanter Nebenfiguren ziemlich komplex, die Inszenierung fesselt auch dank der guten Arbeit mit den Schauspielern. Außerdem leistet sich der Film den Luxus, bereits nach wenigen Minuten auf eine potenzielle Hauptdarstellerin zu verzichten.
21.01.2026
22:25
3sat
Fernsehfilm
Hübchen, Mädel, Metschurat, Mayer, Osburg, Lotz. Ohne diese deutsche Innerlichkeit!
Was passiert, wenn das Glück ohne jede Vorahnung für immer zu erlöschen droht, oder umgekehrt, wenn in eine dunkle Lebensphase urplötzlich ein vermeintlich heller Lichtstrahl der Hoffnung fällt, davon erzählt „Tage des letzten Schnees“ (ZDF / Network Movie), ein Fernsehfilm nach dem Roman von Jan Costin Wagner. Trotz eines Kommissars, der als Bindeglied zwischen den beiden Erzählsträngen – ein Unfall mit Todesfolge und eine neue Liebe – fungiert, sind Buch wie Film keine Spannungskrimis, sondern sie sind Charakter-Studie und Drama, die die Möglichkeiten zeigen, wie man mit Tod und Trauer, Einsamkeit und Schmerz umgehen kann. Der Film besitzt philosophische Tiefe, er bespiegelt die tragischen Umstände des Menschseins, statt nach einer lebenspraktischen, psychologischen Lösung zu suchen, wie es häufig themenorientierte Fernsehfilme tun. „Tage des letzten Schnees“ ist top besetzt, dramaturgisch und filmästhetisch eine kleine Offenbarung.
21.01.2026
22:50
NDR
Fernsehfilm
Berlin, Stark, Möhring, Fulton-Smith, Eisfeld, Gutschmidt. Zwei Auschwitz-Überlebende & der Prozess von Nürnberg
Im Mittelpunkt des historischen Dokudramas „Nürnberg 45“ (alle ARD-Sender / Zeitsprung Pictures) stehen weniger das Gerichtsverfahren selbst oder die angeklagten Nazi-Täter, sondern die Geschichten von zwei jungen Auschwitz-Überlebenden: Ernst Michel und Seweryna Szmaglewska sind als Reporter und geladene Zeugin in Nürnberg. Die Spielszenen nehmen neben Interviews und Archivmaterial einen eigenständigen, großen Raum ein und verbinden sich zumeist harmonisch mit dem dokumentarischen Material – wobei man allerdings auf Spielszenen aus dem KZ Auschwitz besser weitgehend verzichtet hätte. Dennoch beweist das Team um Autor Dirk Eisfeld und Regisseur Carsten Gutschmidt wieder einmal, dass man auch heute noch überraschend und erkenntnisstiftend über die Zeit der Naziverbrechen und ihrer Aufarbeitung erzählen kann.
21.01.2026
23:30
SWR
Serie & Mehrteiler
Mehmet Kurtulus, Bauerett, Berger, Cukrowski, Richter, Knauer. Reduktion & Coolness
Ein hartgesottener Profi und eine unerfahrene Dorfpolizistin sind die Protagonisten in dem ARD-Zweiteiler „Mordach – Tod in den Bergen“ (UFA Fiction). Ein Gegensatz-Doppel, wie es typisch ist für deutsche Krimis. Autor Thomas Berger und Regisseur Roland Suso Richter machen allerdings etwas durchaus Sehenswertes daraus. Markante Typen, die Physis des überzeugenden Duos Mehmet Kurtulus & Sarah Bauerett, das Gespür für Bilder, das zeichnet diesen Zweiteiler aus und unterscheidet ihn darüber hinaus von anderen Hochglanz-Krimis, die oft mit zu vielen Figuren und stereotypen Nebenplots, sprich: banalen Dorf- und Familiengeheimnissen, aufwarten. In „Mordach“ ist alles ein bisschen drüber. Kein Krimi, den man mit der Realität abgleichen sollte. Dieses Bilderbuchdorf der Vorurteile und der Fremdenfeindlichkeit gerät dann allerdings doch ein bisschen zu grob geschnitzt! Der Rest ist gutes Genre-Handwerk mit Hang zur Räuberpistole ohne Räuber, dafür mit BKA-Präsenz. Was andere mit Ironie & Witz garnieren, erreicht dieser Film mit Reduktion & Coolness.
21.01.2026
Toni (Lana Cooper) und Bruno (Julius Nitschkoff) jobben als Reinigungskräfte auf Ibiza. Sie wirken wie zwei Verliebte, dabei sind sie Mutter und Sohn. Sie ist 36, er 21. Er ist der Vernünftige, sie der ewige Teenager. Erst als Hannah (Karin Hanczewski) zu den beiden stößt, kommt Bewegung in die toxische Mutter-Kind-Beziehung. André Szardenings Debütfilm „Bulldog“ verzichtet auf erklärende Psychologie. Im ausschnitthaften Her-Zeigen von Situationen und feinen Verschiebungen im Beziehungsdreieck, in Gesten und Berührungen, in nahen Bildern und beengten Räumen manifestiert sich die Ko-Abhängigkeit von Mutter und Sohn. Kein leichter Film, trotzdem dank des Top-Trios ein guter Flow.
22.01.2026
00:15
ARD
Fernsehfilm
Joachim Król, Jonas Nay, Nairi Hadodo, Ruth Toma, Rainer Kaufmann. Die bestmögliche Art weiterzuleben
Ein junger Mann hat ein altes Ehepaar angefahren; die Frau war auf der Stelle tot, der Mann überlebte schwer verletzt. 18 Monate später erst nimmt der „Täter“ gezwungenermaßen Kontakt mit dem Opfer auf, das nichts mehr von dem Unfall weiß und in einer Mal-Gruppe von Menschen mit geistiger und körperlicher Beeinträchtigung seinen Platz gefunden hat. Dem Fernsehfilm „Die Frau in Blau“ (SWR / Relevant Film) gelingt das seltene Kunststück, mit wenig Handlung viele wertvolle Geschichten zu erzählen. Es geht in dem TV-Drama von Rainer Kaufmann nach dem lebensklugen Drehbuch von Ruth Toma um das Abtragen einer Schuld, um das Finden einer neuen Perspektive, um Wege aus der Deprimiertheit, der Lethargie, es geht um kreative Lösungen. Das narrative Prinzip, die Botschaft, das Miteinander und die Vielfalt des Lebens zu feiern, zielt auch über die Geschichte hinaus in Richtung Zuschauer: Inklusion als Narrativ, verpackt in einen vielschichtig bewegenden Film, der zwischendurch in ein Road- bzw. Street-Movie springt, so kann man sich Moral und öffentlich-rechtlichen Auftrag gefallen lassen.
Vergangene Ausstrahlungen im Januar
10.01.2026
23:55
ARD
Reihe
Hannes Jaenicke, van Huêt, Post, Peter Koller, Ismail Sahin. Endstation Sehnsucht
Die neuen „Amsterdam-Krimis” (Degeto / Zieglerfilm) mit Hannes Jaenicke als Ermittler im Nachbarland behandeln unterschiedliche Themen, aber eine Parallele gibt es doch: Es geht beide Male um moderne Formen der Sklaverei. Im ersten Film jagt das Team einen Mädchenhändler, der das Rotlichtviertel mit „Frischfleisch“ aus Osteuropa versorgt, der zweite prangert unter anderem die Arbeitsbedingungen auf hoher See an. Das Spannungsniveau ist zwar nicht mehr ganz so hoch wie in den ersten Episoden, aber dafür bedient sich Peter Koller, der bislang alle Drehbücher für die ARD-Reihe geschrieben hat, einer besonderen Erzähltechnik: Die Rückblenden offenbaren nie die ganze Wahrheit, was zu einigen verblüffenden Aha-Effekten führt. Eine ausgezeichnete Bildgestaltung und die gute Thrillermusik sind ohnehin Qualitätsmerkmale der Reihe. Regie führte Ismail Sahin.
09.01.2026
00:15
ARD
Reihe
Cordelia Wege, Bredin, Dinda, Hennicke, Holger Karsten Schmidt, Aelrun Goette. Cold-Case-Beziehungskrimi
Auch die zweite Episode von „Nord bei Nordost“ (NDR, Degeto / triple pictures) ist ein ARD-Donnerstagskrimi-Highlight. „Jagd in die Vergangenheit“ ist kein Ermittler-Krimi von der Stange: keine Leiche zu Beginn, dafür ein Gefängnisausbruch. Emotional besonders spannend: Der Flüchtige war jahrelang der beste Freund der Familie von Polizistin Nina Hagen, ja, er rettet ihr sogar noch das Leben, bevor die „Jagd“ beginnen kann. Wie so oft bei Autor Holger Karsten Schmidt resultiert der besondere Flow aus Erzähleffizienz und einem Konstruktionsprinzip, das auf Kompaktheit, Klarheit und Stringenz baut, auf strukturelle Dichte und moderates Zuschauer-Mehrwissen. Mehr noch als bei „Nord bei Nordwest“ geht es auch hier nicht vornehmlich um kriminalistische Ermittlungsarbeit, sondern um große Themen: Liebe, Identität, Loyalität, Familie, Verrat. Die Mecklenburgische Seenplatte, die Top-Besetzung, allen voran Cordelia Wege & André Hennicke, sowie Aelrun Goettes stimmungsvolle Inszenierung veredeln die starke Geschichte.
09.01.2026
00:25
rbb
Kinofilm
Christoph Maria Herbst, Christiane Paul, Gallenberger. Sex minus Streit gleich Glück
Die Formel für eine funktionierende Ehe ist ganz einfach: Hat ein Paar öfter Sex, als es sich streitet, ist alles im Lot. Bei Paul und Emilia (Christoph Maria Herbst, Christiane Paul) ist das Ergebnis gleich null, allerdings in beiderlei Hinsicht; also beschließt Emilia eine Beziehungs-Pause. Das Drehbuch zu „Es ist nur eine Phase, Hase“ (Degeto / Majestic, Via Film) basiert auf dem Roman von Maxim Leo und Jochen-Martin Gutsch; stellenweise wirkt es wie eine Hommage an die erfolgreichen Kinokomödien der Neunzigerjahre. Florian Gallenbergers Umsetzung entfacht ein wahres Gag-Feuerwerk mit vielen witzigen Slapstick-Szenen; gerade im ersten Akt enthält praktisch jeder Dialogsatz eine Pointe. Erst nach und nach mischt sich eine gewisse Melancholie in die Geschichte. Gespielt ist das alles ohnehin famos.
09.01.2026
22:00
rbb
Serie & Mehrteiler
Triebel, Bormann, Kaufmann, Clara Zoe My-Linh von Arnim. Kiezgeschichten mit Herz & Hornhaut
Auf der Basis von Katja Oskamps autobiografisch inspiriertem Roman „Marzahn Mon Amour“ wirft die gleichnamige Verfilmung (UFA Fiction) einen Blick ins Erdgeschoss der Ostberliner Platte. Die ARD-Miniserie ist weniger Kiezporträt, denn ein Reigen an kleinen Kammerspielen. Sechs Episoden begleiten Frisch-Single Kathi in ihr neues Leben als Fußpflegerin. In der „Beauty Oase“ heißt Leben zuerst mal schnöder Alltag, Kampf um die Existenz und den Lebensgeschichten anderer lauschen. Aus diesen Zutaten bindet die Serie einen Strauß an kleinen Dramen, zeigt aber auch, dass zwischen den Schiebetüren der „Oase“ Glitzer, Glück und Hoffnung aufblitzen. Kitschig? Manchmal. Vor allem aber berührt „Marzahn – Mon Amour“ wie eine warme Hand auf schlecht durchbluteter Haut.
08.01.2026
00:45
HR
Fernsehfilm
Vester, Flint, Ullmann, Gerhardt, Sibylle Tafel. Komödie, Road-Movie, Wohlfühlfilm!
„Heiraten ist auch keine Lösung“ ist ein fast perfekter Wohlfühlfilm: dramaturgisch makellos – charakterstark, perfekt getimt, kinoreif die Locations, die Landschaft, das Licht. Eine Handlung wie ein Fluss, ein Film aus einem Guss. Italien-Romantik mit einem Hauch american look. Ein Unterhaltungsfilm, der dem zweiten (kritischen) Blick Stand hält. Vester variiert ihr Muttchen-Rollenfach wunderbar und Katja Flints Tussi ätzt köstlich. Sibylle Tafels Findungs-Road-Movie besitzt Kultfilmcharakter. Leichte Komödie geht also auch im Fernsehen!
08.01.2026
20:15
ARD
Reihe
TV-Premiere
Cordelia Wege, Bredin, Dinda, Hennicke, Holger Karsten Schmidt, Aelrun Goette. Cold-Case-Beziehungskrimi
Auch die zweite Episode von „Nord bei Nordost“ (NDR, Degeto / triple pictures) ist ein ARD-Donnerstagskrimi-Highlight. „Jagd in die Vergangenheit“ ist kein Ermittler-Krimi von der Stange: keine Leiche zu Beginn, dafür ein Gefängnisausbruch. Emotional besonders spannend: Der Flüchtige war jahrelang der beste Freund der Familie von Polizistin Nina Hagen, ja, er rettet ihr sogar noch das Leben, bevor die „Jagd“ beginnen kann. Wie so oft bei Autor Holger Karsten Schmidt resultiert der besondere Flow aus Erzähleffizienz und einem Konstruktionsprinzip, das auf Kompaktheit, Klarheit und Stringenz baut, auf strukturelle Dichte und moderates Zuschauer-Mehrwissen. Mehr noch als bei „Nord bei Nordwest“ geht es auch hier nicht vornehmlich um kriminalistische Ermittlungsarbeit, sondern um große Themen: Liebe, Identität, Loyalität, Familie, Verrat. Die Mecklenburgische Seenplatte, die Top-Besetzung, allen voran Cordelia Wege & André Hennicke, sowie Aelrun Goettes stimmungsvolle Inszenierung veredeln die starke Geschichte.
08.01.2026
20:15
rbb
Kinofilm
Christoph Maria Herbst, Christiane Paul, Gallenberger. Sex minus Streit gleich Glück
Die Formel für eine funktionierende Ehe ist ganz einfach: Hat ein Paar öfter Sex, als es sich streitet, ist alles im Lot. Bei Paul und Emilia (Christoph Maria Herbst, Christiane Paul) ist das Ergebnis gleich null, allerdings in beiderlei Hinsicht; also beschließt Emilia eine Beziehungs-Pause. Das Drehbuch zu „Es ist nur eine Phase, Hase“ (Degeto / Majestic, Via Film) basiert auf dem Roman von Maxim Leo und Jochen-Martin Gutsch; stellenweise wirkt es wie eine Hommage an die erfolgreichen Kinokomödien der Neunzigerjahre. Florian Gallenbergers Umsetzung entfacht ein wahres Gag-Feuerwerk mit vielen witzigen Slapstick-Szenen; gerade im ersten Akt enthält praktisch jeder Dialogsatz eine Pointe. Erst nach und nach mischt sich eine gewisse Melancholie in die Geschichte. Gespielt ist das alles ohnehin famos.
08.01.2026
22:45
BR
Fernsehfilm
Anke Engelke, Michael Ostrowski, Helmut Köpping. Der Wahnsinn hat Methode
In der turbulenten Fortführung der Silvester-Kurzfilme des WDR spielt Anke Engelke eine Hochzeitsplanerin, die in ihrer Not ausgerechnet den Ex-Freund (Michael Ostrowski, auch Buch und Regie) um Hilfe bitten muss, als ein „schönster Tag im Leben“ komplett aus dem Ruder läuft. In „Echtzeit“ erzählt, sympathisch bissig, mit vielen Überraschungen, von allen Beteiligten prima gespielt und möglicherweise der Auftakt zu einer neuen Reihe; der Titel „Eine halbe Stunde ist viel Zeit“ (btf) klingt schon mal danach.
07.01.2026
10:00
ARD-Mediathek
Reihe
Streaming-Premiere
Sawatzki, Döhler, Aumann, Flüsloh, Vattrodt, Lotz. Medienkritisch gewürztes Familiendrama um eine vermisste Frau
Anwältin Lou Caspari steht im zweiten Film mit Andrea Sawatzki als „Die Verteidigerin“ einem bedrängten Freund zur Seite, dessen Frau verschwunden ist. „Der Fall Nicola“ (SWR / Zum Goldenen Lamm) bietet mehr als klassische Krimispannung, denn das ausgezeichnete Drehbuch von Magnus Vattrodt handelt von den dramatischen Folgen für eine Familie, die in den Fokus einer Öffentlichkeit gerät, die vom True-Crime-Jagdfieber gepackt wird. Die Inszenierung von Lars-Gunnar Lotz prangert die Wirkungsmacht sozialer Medien an und erzählt gleichzeitig packend und wendungsreich von einer schwierigen Vermisstensuche. Starker Auftritt insbesondere von Andreas Döhler, der den Ehemann der vermissten Nicola spielt, aber auch von Andrea Sawatzki in der facettenreichen Titelrolle als Anwältin, Freundin, Beraterin – und als Ermittlerin, die der Polizei manchmal einen Schritt voraus ist.
07.01.2026
11:25
HR
Fernsehfilm
Vester, Flint, Ullmann, Gerhardt, Sibylle Tafel. Komödie, Road-Movie, Wohlfühlfilm!
„Heiraten ist auch keine Lösung“ ist ein fast perfekter Wohlfühlfilm: dramaturgisch makellos – charakterstark, perfekt getimt, kinoreif die Locations, die Landschaft, das Licht. Eine Handlung wie ein Fluss, ein Film aus einem Guss. Italien-Romantik mit einem Hauch american look. Ein Unterhaltungsfilm, der dem zweiten (kritischen) Blick Stand hält. Vester variiert ihr Muttchen-Rollenfach wunderbar und Katja Flints Tussi ätzt köstlich. Sibylle Tafels Findungs-Road-Movie besitzt Kultfilmcharakter. Leichte Komödie geht also auch im Fernsehen!
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Foto: RTL / Mitch Stöhring Feministischer Racheengel: Marie Bloching in der preisgekrönten RTL-Serie „Angemessen Angry“. MeToo-Geschichte im Genre-Gewand!
Foto: NDR / Oliver Feist Ein Serien-Highlight im Dezember 2024: „Finsteres Herz – Die Toten von Marnow 2“ (ARD) mit Petra Schmidt-Schaller & Sascha Geršak
Foto: ZDF / Frank Dicks Sogar im ZDF sind jetzt die Vampire los. Mehr als ein stilvolles Horror-Teenie-Drama: „Love sucks“ mit Damian Hardung & Havana Joy
Foto: ZDF / Stefanie Leo Eine Weihnachtswunder-Komödie: witzig, märchenhaft schön, clever konzipiert & originell. Kalenberg, Malton & Amft in „Zitronenherzen“















