TV-Premieren im Oktober
und von den Wiederholungen nur das Beste
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Vergangene Ausstrahlungen im Oktober
10.10.2026
02:10
ZDF
Fernsehfilm
Bodenbender, Erdmann, Plaß, Schüttauf, Schönemann, Husmann, Meletzky. Viel Geschrei um nichts?
Damit alles so bleiben kann, wie es ist, muss sich so einiges in Waldsee ändern. So sieht es die Bürgermeisterin, doch viele sehen das anders. Gegen ein Pilotprojekt mit indischen IT-Kräften regt sich deutlich Widerstand im Ort. Dann legt auch noch ein Hackerangriff die Computer der Stadt lahm und machen zwei sehr spezielle Kriminelle „das verpennte Kaff“ unsicher. „Ein ganz großes Ding“ (ZDF / MadeFor Film) ist eine echte Komödie, kein Film, der unter dem Deckmäntelchen der Dramödie Moral predigt. Zeitgeist-Phänomene wie Digitalisierung oder Spaltung der Gesellschaft werden beiläufig in den schön chaotischen Plot integriert. Die Dialoge sind Ralf-Husmann-like das komödiantische Herzstück dieses 90-Minüters, besonders die Ehe-kritischen. Und das spielfreudige Ensemble um Silke Bodenbender weiß viel damit anzufangen.
10.10.2026
09:00
rbb
Fernsehfilm
Ullmann, Riedle, Hartmann, Allmayer, André Erkau. Charmant, witzig, liebenswert
„Auf einmal war es Liebe” (Degeto / Wüste) ist die womöglich schönste romantische Komödie des Jahres. Dabei ist die Geschichte zunächst ganz einfach: Ein schluffiger Spielzeugverkäufer gibt sich als weltläufiger Fotograf aus, um seine Jugendliebe zurückzuerobern; und dann kommt alles ganz anders. Die besondere Qualität des Films liegt in seinem warmherzigen Humor, denn mindestens so gelungen wie die Umsetzung und die herausragende Arbeit mit den vier Hauptdarstellern Kostja Ullmann, Julia Hartmann, Johannes Allmayer und Kim Riedle sind die kleinen Ideen, mit denen Autor-Regisseur André Erkau viele Dialogszenen gewürzt hat. An diesem Film, der zudem eine liebenswerte Hommage an die Freundschaft ist, stimmt einfach alles: Tempo, Witz, die kleinen Slapstickmomente.
10.10.2026
10:00
ZDF-Stream
Fernsehfilm
Streaming-Premiere
Anna Schudt, Julia Koschitz, Mark Waschke, Hans Löw, Zertz, Bernardi. Von kleineren und größeren Katastrophen
Eine Hofgemeinschaft unter Freunden hat schon bessere Zeiten gesehen. Eines der Kinder, ein zwölfjähriger Junge, verhält sich seit Jahren renitent. Jetzt macht er Riesenprobleme; ein Schulverweis droht. Doch schlimmer noch: Der Junge ist verschwunden. Ein Turnschuh von ihm wird am Elbufer gefunden … „Das verschwundene Kind“ (ZDF / Relevant Film) macht von Beginn an deutlich, dass aus dem Motiv des vermissten Jungen kein Kriminalfall wird. Den Macherinnen geht es vielmehr um das private Drama, das die Geschichte birgt: um die Hofgemeinschaft, die mit Idealen angetreten ist, einige ihrer Träume verwirklichen konnte, aber an einer familiären Lebenslüge zu scheitern droht. Es ist ein Film über Familie und Freundschaft, der im Detail alle erdenklichen Kommunikationsformen durchspielt: die leisen, die lauten, die liebevollen, die wütenden, die wahren, die halbwahren, ja, sogar die, die jenseits des Bewussten liegen. Der Realismus der Geschichte durchwirkt alle Ebenen dieses stark inszenierten Films: die Lichtsetzung, die Sprache, das Spiel des perfekt besetzten Eltern-Quartetts.
10.10.2026
10:00
ZDF-Stream
Reihe
Streaming-Premiere
Maxim Mehmet, Sophie Dal, Vörtler, Brandhoff, Lau-Uhle, Costea. Die Mumie kehrt zurück
„Der letzte Häuptling“ (ZDF / Cologne Film) ist ein überaus kurzweiliger „Friesland“-Krimi mit äußerst origineller Story: Auf einer Wiese wird die mumifizierte Leiche eines mutmaßlich vor Jahrhunderten verscharrten Mordopfers entdeckt. Archäologe Trautmann, der schon in der Himmelsscheiben-Episode „Tief im Dreck“ (2025) für allerlei Trubel gesorgt hat, ist entzückt: Seiner Ansicht nach handelt es sich um einen mächtigen Fürsten. Damit würden sich nach friesischem Erbrecht die Besitzverhältnisse ändern, was naturgemäß nicht alle Beteiligten erfreut, denn das schlichte Weideland weckt erhebliche Begehrlichkeiten.
10.10.2026
10:25
BR
Fernsehfilm
Steve Windolf, Stephan Luca, Valerie Niehaus. Ein Wirrkopf kommt selten allein
Zwei Brüder teilen sich seit Jahren eine Frau – oder anders ausgedrückt: eine Frau hat zwei Männer, einen für die Ehe, einen fürs Bett. Der verheiratete Bruder weiß von nichts, hat bald aber auch eine Affäre, mit der Frau, wegen der sein Bruderherz seine Affäre beendet hat… „Drunter & Brüder“ ist ganz dem Lust-Prinzip verpflichtet. Motto: Sich treiben lassen durch absurde Szenen und abstruse Situationen, die mehr mit dem Genre als mit dem realen Leben zu tun haben. Der Irrwitz regiert. Tempo ist das Herzstück von Handlung und Dialog. Selten wurde der Screwball-Touch Hollywoods in die Fernseh(beziehungs)filmtradition stimmiger übersetzt. Top-Besetzung, kultverdächtige Beziehungsratschläge, ein Riesenspaß!
10.10.2026
20:15
ZDF
Reihe
TV-Premiere
Marie-Lou Sellem, Johannes Hegemann, Grundig, Hartwig, Hoenisch. Ermitteln mit dem One-Night-Stand
Das ZDF hat mit „Frankfurt Mord“ (Olga Film) offenbar im Sinn, neben „München Mord“ eine weitere launige Metropolen-Krimi-Reihe zu etablieren, ohne die Münchner zu kopieren. Das weißblaue Beziehungsmuster hat man denn auch gleich komisch variiert: Es ermitteln nicht zwei ewige Singles, bei denen es über das sich anziehend finden, nicht hinausgeht, sondern zwei, die nach einem One-Night-Stand gemeinsam auf Mördersuche gehen müssen. Sie ist eine erfahrene Frau und Polizistin, als deutsche Jüdin, ethisch-sozial geerdet, er ein stets gutgelaunter Frischling, emotional offen für mehr. Das launige Beziehungsprinzip verfängt im Verlauf der 90 Minuten immer besser. Marie-Lou Sellem und „Olivia“-Darsteller Johannes Hegemann sind ein Top-Duo. Weniger gelungen ist in „Ein neues Leben“ der dramaturgische Umgang mit dem interessanten Themenkomplex Kinderwunsch vs. Embryonenschutzgesetz.
10.10.2026
20:15
WDR
Reihe
Prahl, Liefers, Urspruch, Großmann, Hartwig, Hellmann, Wettcke, Franzen. „Richtig gute Arbeit!“
Eine dysfunktionale Familiendynastie, ein klassischer Wodunit, ein Fall, bei dem es um gut gehütete Familiengeheimnisse geht. Es lässt nur wenig darauf schließen, dass „Die Erfindung des Rades“ (WDR / Molina Film), in dem die Geschichte des Fahrrads eine amüsante Rolle spielt, den Krimi neu erfindet. Und doch gelingt es Autor Thorsten Wettcke und Regisseur Till Franzen, dem 48. „Tatort“ aus Münster etwas Unverwechselbares und Erinnerungswürdiges mit auf den steinigen Ermittlungsweg zu geben. Stilsichere Schwarzweiß-Rückblenden ins blutige Jahr 1882, verspielte, komödiantische Details, Film-im-Film-Momente, mehr systemische Ironie statt vordergründige Spässken. Und im Team herrscht ungewohnte Einmütigkeit, auch mal ganz schön. Und der Plot? Der ist verzwickt, verwickelt, vergangenheitsorientiert. Auch für den Abschied von Klemm/Großmann haben sich die Macher eine hübsche Geschichte ausgedacht.
10.10.2026
20:15
SWR
Reihe
Schönemann, Reents, Lohse, Schmidt, Seume. Spionagethriller auf dem Lande
Nach dem stimmigen Auftakt „Käpt’n Hook“ und dem seltsamen Mystery-Krimi „Der wilde Sven“ hat Autor Holger Karsten Schmidt Personal und Plot von „Nord bei Nordwest“ in der dritten Episode der ARD-Donnerstagskrimi-Reihe elegant auf Kurs gebracht. „Estonia“ besticht mit einem angenehm abgespeckten Konzept & der klugen Arbeit am Detail. Auf den ersten Blick auffallend: der entspannte Erzählrhythmus, das sympathische, sich aber nicht beim Zuschauer anwanzende Personal, die Top-Besetzung, viel norddeutsche Mentalität & landschaftliche Atmosphäre. Und beim zweiten Blick lässt sich erkennen, wie beiläufig ein ironischer Unterboden geschaffen wird, wie klug und tief Emotionen erspielt werden, wie aus Ellipsen das Lakonische entsteht und dass diese Schönemann-Figur ihre eigene Art hat.
10.10.2026
20:15
One
Fernsehfilm
Richy Müller, Butzke, Brendler, Schmidt, Richter. Ein Banküberfall zieht seine Kreise
„Hundstage“ im Musterländle: Schreiner Roth ist pleite und will mit seinem ehemaligen Kollegen einen Geldtransporter überfallen. Doch das geht gründlich daneben und eskaliert zu einem Banküberfall mit Geiselnahme. „Ein todsicherer Plan“ ist ein spannender, harter Genre-Thriller und zugleich das existenzielle Drama Einzelner, die Opfer von Banken-Spekulationen wurden. Tolle Geschichte über die große Krise & die kleinen Leute, bewegend inszeniert. Mit einem überzeugenden Richy Müller in der Hauptrolle, aber auch starken Nebenfiguren.
10.10.2026
21:45
WDR
Fernsehfilm
Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Christian Zübert. Ed Herzog. Abgrundtief witzig!
Bei dem ARD-Schmankerl „Dampfnudelblues“ ist der Krimi nur Vorwand um ein bisschen Handlung in dieses von kauzig-schrulligen Charakteren bevölkertes Kuriositäten-Kabinett zu bringen. Schräge Situationen, Dialoge mit feinem Understatement, schwarzhumoriger Witz dominieren. Eigenheiten, Marotten und Süchte halten die Menschen in der niederbayerischen Pampa am Leben. Das Skurrile obsiegt über das Klischee, lässiger Rhythmus über das Nummern-Revuehafte. Sebastian Bezzel und Simon Schwarz sind umwerfend komisch!
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Foto: RTL / Mitch Stöhring Feministischer Racheengel: Marie Bloching in der preisgekrönten RTL-Serie „Angemessen Angry“. MeToo-Geschichte im Genre-Gewand!
Foto: NDR / Oliver Feist Ein Serien-Highlight im Dezember 2024: „Finsteres Herz – Die Toten von Marnow 2“ (ARD) mit Petra Schmidt-Schaller & Sascha Geršak
Foto: ZDF / Frank Dicks Sogar im ZDF sind jetzt die Vampire los. Mehr als ein stilvolles Horror-Teenie-Drama: „Love sucks“ mit Damian Hardung & Havana Joy
Foto: ZDF / Stefanie Leo Eine Weihnachtswunder-Komödie: witzig, märchenhaft schön, clever konzipiert & originell. Kalenberg, Malton & Amft in „Zitronenherzen“









