TV-Premieren im Oktober
und von den Wiederholungen nur das Beste
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Vergangene Ausstrahlungen im Oktober
07.10.2026
23:30
BR
Reihe
Kristin Suckow, Conrad, Köster, Pfeiffer. Noch ein Krimi! Aber sympathisch anders…
„Tod am Rennsteig – Auge um Auge“ (Polyphon) muss sich mit 90 Minuten begnügen; die potenzielle ARD-Krimi-Reihe hat also nur eine Chance. Die aber wird genutzt von Machern, Team und dem Schauplatz Erfurt. Das liegt weniger am abgenutzten Serienmörder-Motiv, dafür umso mehr am Modus der Erzählung: Der Täter wird offen geführt. Dieses Mehrwissen beteiligt den Betrachter aktiv an der Geschichte und macht den Krimi mehr und mehr zu einem Thriller, der es mit dem Nervenkitzel nicht übertreibt. Auch die Guten wissen zu überzeugen. Die unterschiedlichen Ermittlungsmethoden wachsen sich erfreulicherweise nicht zum nervigen, krimiüblichen Kollegenzwist aus. Dass das charmante Äußere einer neu eingeführten Kommissarin zum Auftakt einer Krimi-Reihe (nicht sexistisch!) thematisiert wird, ist ein Novum. Kristin Suckow ist zwar das Gesicht von „Auge um Auge“, aber Bernhard Conrad überzeugt nicht weniger mit seiner introvertierten, anti-heldischen Art des Spiels. Und nachdem der dialogische Gruppenzwang (jeder kriegt seine Frage zum Fall) abgestellt wurde, überzeugt „Tod am Rennsteig“ auch als Film: Es gibt klare Ansagen, keine überflüssigen Dialoge, und es dominiert eine unaufgeregte, an realen Landschaften und Locations orientierte Inszenierung, die die Figuren ins Zentrum rückt.
06.10.2026
14:30
rbb
Fernsehfilm
Anneke Kim Sarnau, Janina Stopper, Saskia Vester: Lebendigkeit und enorme Physis
Vor 17 Jahren war sie von einem italienischen Austauschschüler schwanger und gab das Kind zur Adoption frei. Die Juristin Susanne Jacob übertritt das Gesetz – und nähert sich ihrer Tochter, die nicht weiß, dass sie ein Adoptivkind ist. „Das Haus ihres Vaters“ transportiert einen realen Konflikt ins Emotionale. Die Autoren verzichten, den „Fall“ diskursiv und juristisch aufzudröseln. Konsequent lassen sie die Gefühle den Handlungsverlauf bestimmen. Stark von Sarnau und Stopper gespielt. Ein Degeto-Melo, das Schule machen sollte.
06.10.2026
Ein Mann ermittelt gegen sich selbst – und ein Dorf schaut zu: „Mordnacht“ (ARD / X-Filme Creative Pool) ist eine witzige und teilweise absurde Krimikomödie voll lakonischem Humor und mit herrlich gezeichneten Typen. Friederike Jehn hat die witzige Vorlage von Autor Janosch Kosack bestens genutzt, beweist viel Gespür für Tempo und Timing. Und die Pointen sitzen. Dafür sorgen die beiden Protagonisten: der liebenswerte Chaot Gabriel Panski, der nach einem Filmriss eines brutalen Mordes verdächtigt wird, den er nicht begangen hat, und die cool-penetrante Ermittlerin Leonie Winter, die ihn überführen will, und zwar schnell, denn mit der Land-Idylle fremdelt die Großstadtpflanze gewaltig. Maximilian Brückner und Rosalie Thomass brillieren in einem unterhaltsam schrägen Katz- & Mausspiel, das Spaß macht.
06.10.2026
20:15
BR
Reihe
Wachtveitl, Nemec, Harfouch, Buresch/Pacht, Maris Pfeiffer. Allein unter Nonnen
Leere Kassen, Klosterschließungen, fehlender Nachwuchs – das ist der reale Hintergrund für die Geschichte des „Tatort – Wunder gibt es immer wieder“ (BR / Roxyfilm). Die Autoren Alex Buresch und Matthias Pacht hatten auch die Idee zu diesem ungewöhnlichen Leitmayr-Batic-Fall. Der Schauplatz Kloster ist dabei mehr als bloß dramaturgische Vorgabe für ein Kammerspiel, das von der Einheit von Raum, Zeit und Handlung bestimmt wird. Die Themen sind auch Motive der Krimi-Erzählung. Ein ausgeklügelter, komplexer Krimiplot ist aufgrund der genrefernen Ausgangssituation der Geschichte ebenso wenig zu erwarten wie Thriller-Suspense. Spannung aber gibt es durchaus – und die entsteht aus der Atmosphäre dieser fremden, seltsamen Welt, mit ihren überraschend weltlichen Schwestern. Ein vorzüglich gecasteter, präzise inszenierter „Tatort“, der den Whodunit nicht überstrapaziert, der aufs Drama zielt, ohne den Krimi zu vernachlässigen. Ein stimmiges Kammerspiel, dessen rätselhafte Geschichte weitgehend von der elaborierten Filmsprache lebt.
06.10.2026
„SpyOn“ (ZDF / Smac) ist eine kurzweilige, mit großer Freude an den Figuren und ihren Dialogen gespielte sowie temporeich umgesetzte Comedy-Serie über fünf junge Leute, die ihr Glück beim BND versuchen. Individuell wären sie komplett überfordert, doch als Gruppe ergänzt sich das Quintett perfekt, weil alle Mitglieder über eine spezielle Fähigkeit verfügen. Die Handlungskerne der zwar fortlaufend erzählten, aber in sich abgeschlossenen Folgen würden auch mal als Thriller, mal als romantische Komödie funktionieren: Unter anderem verhindert das Team ein Attentat und deckt ein Komplott gegen seinen Ausbilder (Götz Otto) auf, außerdem komplizieren gleich zwei Liebesbeziehungen untereinander die Zusammenarbeit. Neben der ausgezeichneten Ensemble-Leistung erfreuen die acht Episoden nicht zuletzt durch die anspielungsreiche Musik.
06.10.2026
22:00
NDR
Reihe
Behrendt, Bär, Fürst, Hader, Nolting/Scharf, Tini Tüllmann. Der Reiz des Bösen
„Spur des Blutes“ (WDR / Bavaria) ist der 85. Fall der Kölner Kommissare und ein würdiger Jubiläumsfilm für das 1997 gestartete Duo Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär. Schon der effektvoll gestaltete Prolog verdeutlicht, dass alle Beteiligten einen besonderen Film im Sinn hatten. Im weiteren Verlauf wird Regisseurin Tini Tüllmann bei ihrem „Tatort“-Debüt noch einige Male ihr großes Talent beweisen. Neben ungewöhnlichen Schauplätzen zeichnet sich dieser wendungsreiche Krimi über die Suche nach dem Mörder einer jungen Prostituierten vor allem durch das zentrale Ensemble aus. Eine der Überraschungen im Drehbuch der Grimme-Preisträger Nolting & Scharf ist die Fokus-Verschiebung: Plötzlich steht nicht mehr das Duo Ballauf und Schenk, sondern Kriminaltechnikerin Förster (Tinka Fürst) im Zentrum. Ein Besetzungsknüller ist die Mitwirkung des österreichischen Kabarettisten Josef Hader.
05.10.2026
00:05
MDR
Serie & Mehrteiler
Nadja Uhl, Fabian Hinrichs, Merten, Haberlandt, Loose. Unvollendetes Zusammenwachsen
Historisches Krimi-Drama aus dem frisch vereinten Berlin: In der sechsteiligen Serie „ZERV – Zeit der Abrechnung“ (MDR, Degeto – Gabriela Sperl, Wiedemann & Berg) raufen sich eine lebhafte Kommissarin (Ost) und ein Besserwessi-Ermittler im Kampf gegen alte Seilschaften, verdrängte Verbrechen der SED-Herrschaft und geheime deutsch-deutsche Waffengeschäfte zusammen. Die Hauptrollen sind nicht allzu überraschend besetzt, aber Nadja Uhl und Fabian Hinrichs sind als gegensätzliches Paar gewohnt sehenswert. Hinter dem sperrigen Titel verbirgt sich die wenig bekannte „Zentrale Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität“ (1991-2000). Regisseur Dustin Loose inszeniert das spannende Drehbuch mit Sinn für die tragikomischen Seiten deutsch-deutscher Konfrontation, die Montage überzeugt mit viel Gefühl für Rhythmus und Tempowechsel. „ZERV“ ist auch dank Musik, Ausstattung und Kostümen eine unterhaltsame Zeitreise in die 1990er Jahre.
05.10.2026
12:30
MDR
Reihe
Szyszkowitz, Heinrich, Bloèb, Rost, Freundner. Trauer & Freude, Lächeln & Weinen, Drama & Komödie
Aus „Billy Kuckuck“ wird „Eine mit Herz“ (FFP New Media): Auch wenn sich der Titel geändert hat, so bleibt auch im sechsten Film der ARD-Freitagsreihe alles beim Alten. Die Tradition bedeutet hier allerdings nur Gutes. Da ist ein „Fall“ am Rande zum Sozialdrama. Da steht mit der eigenwilligen Gerichtsvollzieherin außerdem eine Helfer-Natur im Zentrum, die ihr Mutter-Teresa-Syndrom selbstbewusst mit einem Lächeln zu kommentieren weiß. Und dass dieses Lächeln Aglaia Szyszkowitz gehört, ist der augenfälligste Pluspunkt auch in der neuen Episode „Familiengeheimnisse“. Der gut besetzte, luftig und flott inszenierte Film streift viele Themen, doch vor allem geht es um Alltag und seine Bewältigung. Und das Markenzeichen ist und bleibt der lockere Mix verschiedenster Tonlagen und Befindlichkeiten – mit Hang zur Komödie!
05.10.2026
20:15
ARD-Mediathek
Reihe
Streaming-Premiere
Ursula Strauss, Perktold, Fritsch, Hauser, Jeltsch, Tiefenbacher. Wenn die Mutter mit dem Sohne
Fanny Gruber ist die Star-Ermittlerin des Innsbrucker Kommissariats. Nachdem der erste eigenverantwortliche Einsatz ihres Sohnes und Kollegen bei der „Internen“ landet, geht die Mutter den Ungereimtheiten des Falls auf eigene Faust nach. Mit „Tiroler Blut“ (ARD Degeto / filmpool fiction) startet eine vielversprechende deutsch-österreichische Krimi-Reihe, die statt auf Whodunit-Muster auf Familie(n) und ihre schwerblütigen Dramen setzt. Bei den Grubers im Dreigenerationenhaus mit einem (Groß-)Vater, der ebenfalls Polizist war, gibt es die ganz alltäglichen Spannungen, in anderen Familien aber herrscht das blanke Chaos. Mit einem komplexen Fall von häuslicher Gewalt beginnt die Reihe, die vom renommierten Drehbuchautor Christian Jeltsch (allein 18 „Tatorte“) erdacht wurde, und dessen Hauptdarstellerin gleich in der ersten Episode den Unterschied macht: die herausragende Ursula Strauss („Schnell ermittelt“), die immer für ein bisschen Sarkasmus und Ironie im (Ermittlungs-)Spiel gut ist.
05.10.2026
20:15
ARD-Mediathek
Reihe
Streaming-Premiere
Ursula Strauss, Perktold, Obonya, Tinnefeld, Jeltsch, Tiefenbacher. Familie(nliebe) kann was Grausames sein
Die Heimkehr von Nesthäkchen Anna verbessert nach Tobis tragischem Schuss im Dienst die Stimmung im Dreigenerationenhaus der Grubers deutlich. Bei anderen Familien ist der Frieden hingegen mächtig gestört oder wird von einer Tragödie überschattet. Selbst bei einem Immobilien-Tycoon geht ein Riss durch die Familie – bis die Tochter entführt wird. In der zweiten Episode der Krimi-Drama-Reihe „Tiroler Blut“ (ARD Degeto, ORF / filmpool fiction) stockt Autor Christian Jeltsch das Familienmotiv weiter auf: Neben den drei Generationen bei den Grubers, sind es nun auch drei Familien, die in die komplexe Handlung emotional verstrickt sind. Dass Ursula Strauss in Cornelius Obonya einen würdigen Gegner bekommt, macht „Am Abgrund“ – abseits jeder Krimi-Routine – noch eine Spur packender und kurzweiliger als die Auftaktepisode. Trotz aller Handlungsdichte und Spannung bleibt der Mensch immer das Herzstück!
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Foto: RTL / Mitch Stöhring Feministischer Racheengel: Marie Bloching in der preisgekrönten RTL-Serie „Angemessen Angry“. MeToo-Geschichte im Genre-Gewand!
Foto: NDR / Oliver Feist Ein Serien-Highlight im Dezember 2024: „Finsteres Herz – Die Toten von Marnow 2“ (ARD) mit Petra Schmidt-Schaller & Sascha Geršak
Foto: ZDF / Frank Dicks Sogar im ZDF sind jetzt die Vampire los. Mehr als ein stilvolles Horror-Teenie-Drama: „Love sucks“ mit Damian Hardung & Havana Joy
Foto: ZDF / Stefanie Leo Eine Weihnachtswunder-Komödie: witzig, märchenhaft schön, clever konzipiert & originell. Kalenberg, Malton & Amft in „Zitronenherzen“









