TV-Premieren im Mai
und von den Wiederholungen nur das Beste
24.05.2026
02:15
3sat
Fernsehfilm
Fabian Hinrichs, Clara Vogt, Marozsán, Käfer, Nina Grosse. „Es ist kompliziert“
Ist Volker tatsächlich ein „lausiger Vater“, wie seine Ex-Frau behauptet? Die 17jährige Tochter kann sich jetzt selbst ein Bild machen – während eines gemeinsamen Urlaubs auf Kreta. Eine Postpubertierende und ein Liebhaber der minoischen Kultur, das passt erst zusammen, als sich beide dem anderen Geschlecht zuwenden… „Meine Tochter, Kreta und ich“ (ARD / Eikon Media) ist eine leichtfüßige Alltags-Dramödie, die genussvoll mit kulturellen Klischees jongliert, aber gleichzeitig auch viele kleine zwischenmenschliche Wahrheiten bietet. Diese Dramödie von Nina Grosse widersetzt sich den Unterhaltungsfilm-Konventionen und dramaturgischen Regeln, die für ARD-Freitagsfilme typisch sind. Keine Panorama-Schwenks, keine Postkarten-Shots, kaum Touristen; Kreter sind in der Überzahl. Autor Karl Heinz Käfer verzichtet erfreulicherweise auf ein Hauptthema, webt stattdessen anschlussfähige Alltagserfahrungen beiläufig ineinander, sorgt für unerwartete Wendungen, und auch der Ausgang bleibt bis zum Schluss offen. Zentrum der Geschichte ist der Vater, ein Kopfmensch, der sich gern anderen erklärt. Und so stören die Kommentare der Hauptfigur nicht, sondern liefern Erkenntnis und sind Quell des trocken-ironischen Witzes, der auch für diese redselige Rolle des einzigartigen, hier wieder großartigen Fabian Hinrichs so typisch ist.
24.05.2026
11:00
HR
Fernsehfilm
Ferch, Wedhorn, Gwisdek, Lühdorff, Rasper. Verkopfter Prof trifft quirlige Kellnerin
Ein von Angststörungen geplagter Professor und eine emotional intelligente Kellnerin mit pädagogischem Talent sollen Kinder für Mathematik begeistern. Eine Uni-PR-Aktion, die spätestens dann nach hinten losgeht, als der egozentrische Vater des Mathe-Genies, ein abgetakelter Ex-Komiker, ins Spiel kommt. „Liebe ist unberechenbar“ (Degeto / Moviepool) bringt Sommer und Sonne in die grauen Januartage. Es ist ein lebenskluger Wohlfühlfilm, der sein Herz für Außenseiter unaufdringlich an die Zuschauer*innen bringt. Das beginnt bei der Dramaturgie und setzt sich sehenswert in der luftig-leichten Inszenierung fort. Heino Ferch und Tanja Wedhorn erfüllen die hohen Erwartungen, die man an sie stellen darf. Er gibt den Mann mit Psycho-Handicap gewohnt hauchzart, sie überzeugt als liebenswerter Wirrkopf. Der Film beginnt mit Screwball-Comedy-Situationen, besitzt ernsthafte Dramedy-Momente und gewinnt selbst noch dem oft gesehenen romantischen Last-Minute-Rescue am Flughafen etwas Neues ab. Und dann ist da noch der unnachahmliche Michael Gwisdek in einer seiner letzten Rollen, der seine nicht ganz klischeefreie Figur nuancenreich ins Ziel bringt.
24.05.2026
14:00
NDR
Fernsehfilm
Lucie Heinze, Golo Euler, Nemec, Lorenz, Kezele, Fink. Mehr als eine Sommerliebelei?
„Ich versuche, aus jedem Moment das Schönste zu machen.“ Diese lustbetonte Lebens-Philosophie der männlichen Hauptfigur färbt auch auf die Stimmung ab, die der ARD-Fernsehfilm „Eine Liebe später“ (Degeto / Hager Moss Film) vermittelt. Der Autorin Dominique Lorenz („Sturköpfe“), der Regisseurin Michaela Kezele und dem vielfach preisgekrönten Kameramann Holly Fink gelingt es, trotz eines Toten, der noch immer die Beziehungen einer Familie bestimmt, neunzig Minuten einen leichten, lockeren, luftigen Tonfall vorherrschen zu lassen. Die Kennlern- und Verliebtheitsphase eines Paares, dem so allerlei Hindernisse in den Weg zum Glück gelegt werden, wird in wunderschöne, mal sonnendurchflutete, mal nächtlich kontrastreiche Bilder von München getaucht. Selbst für den abgedroschenen Begriff vom Nicht loslassen können finden die Macher eine ausdrucksvolle Metapher. Die Dramaturgie schlägt keine Saltos, sorgt letztlich aber dafür, dass die Handlung angenehm in der Schwebe bleibt. Der sehr sympathische Eindruck, den dieser Film vermittelt, ist untrennbar mit den beiden Hauptdarstellern Lucie Heinze und Golo Euler verbunden.
24.05.2026
15:25
One
Fernsehfilm
Manzel, Hübchen, Ehrenberg, Ingo Rasper. Die kleine Frau & der Lebenskünstler
Sie sitzt an der Kasse, ist verwitwet, einsam und emotional verunsichert. Er lebt auf der Straße, hat außer einem Adelstitel nicht viel, besitzt aber einen gewissen Stolz. Beiden gemeinsam: Sie lieben es trocken und berlinerisch direkt. Dagmar Manzel & Henry Hübchen sind die ideale Besetzung für den ARD-Fernsehfilm „Besuch für Emma“, der ganz ohne die üblichen Fallhöhen-Tricks, ohne Unterschicht-Klischees und Sozialromantik auskommt. Ein bisschen Selbstfindung ist drin’; in erster Linie aber ist diese lebenskluge Tragikomödie ein beiläufig realistisch und sensibel erzählter Film über eine Frau um die 50.
24.05.2026
23:00
SWR
Kinofilm
Luna Wedler, Corinna Harfouch, Karl Markovics, Aaron Lehmann. Eine Geschichte von Liebe und Tod
Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Mariana Leky erzählt eine schmerzlich-schöne Geschichte von Liebe und Tod: Wenn Selma (Corinna Harfouch) von einem Okapi träumt, stirbt tags darauf jemand aus dem Westerwald-Dorf, in dem sie lebt; aber sie hat keine Ahnung, wen es treffen wird. Hauptfigur der auf zwei Zeitebenen angesiedelten Handlung ist Selmas erwachsene Enkelin (Luna Wedler), deren unbeschwertes Kindheitsglück einst grausam endete. Mit seiner wunderbar gespielten Tragikomödie „Was man von hier aus sehen kann“ (Degeto / Claussen + Putz) bestätigt Aaron Lehmann erneut sein besonderes Talent für ungewöhnliche Geschichten.
24.05.2026
23:10
NDR
Serie & Mehrteiler
Alwara Höfels, Schütz, Sawatzki, Holch, te Kock, Ingo Rasper. Sterben ist auch keine Lösung
In der heiteren Serie „Reisen mit Muddi“ (NDR / Polyphon) erlebt eine Tochter allerlei makabre Abenteuer, als sie einen Sarg nach Ostfriesland überführt: Agnetha (Alwara Höfels) ist kaufsüchtig und pleite. Rettung in der Not kommt in Gestalt ihrer jüngst verstorbenen Mutter (Andreas Sawatzki). Die hat das stattliche Erbe allerdings mit der Bedingung verknüpft, dass die Tochter ihre Leiche auf eine Nordseeinsel bringt. Im Verlauf der Fahrt stellt sich heraus: Abba-Fan „Muddi“ war Drogenhändlerin und ist Opfer eines Killers (Bernhard Schütz) geworden, und der ist nun auch Agnetha auf den Fersen.
25.05.2026
00:25
NDR
Fernsehfilm
Hans Löw, Alwara Höfels, Gastdorf, Orlac, Hartmann. Den richtigen Weg finden
Weil ein Gymnasiallehrer als Pennäler durchs Abitur gefallen ist und sein Abschlusszeugnis gefälscht hat, muss er jetzt noch einmal mit vier weiteren Mitschüler*innen die Schulbank eines Privatkollegs drücken… „Eine Klasse für sich“ (WDR / filmpool fiction) ist weder „Die Feuerzangenbowle“ Teil 2 noch ein TV-Nachzieher von „Fack ju Göhte“. Der Fernsehfilm, produziert für die ARD-Themenwoche „Zukunft Bildung“, ist vielmehr geschrieben und inszeniert nach den Regeln eines pädagogisch relevanten Themenfilms, unterhaltsam kurz geschlossen mit der Happy-End-Dramaturgie einer Wohlfühl-Dramödie. Die Haltungsnote ist gut, die Dramaturgie kennt man, die Psychologie der Hauptfigur ist dagegen stimmig bis ins kleinste Detail. Und trotz eines Mannes und einer Frau, die der Zuschauer schon als Paar sieht und die mit Hans Löw und Alwara Höfels perfekt besetzt sind, kommt es nicht zur „neuen Wiedervereinigung“. Das Klischee wird nicht bedient, es siegt die Freundschaft!
25.05.2026
20:15
ARD
Reihe
Jürgen Hartmann, Müller, Klare, Tscharre, Rudi Gaul. Vom Auschneider-Blabla befreit
Der Rechtsmediziner, im Krimi üblicherweise zur Nebenrolle verdammt, steht im „Tatort – Vergebung“ (SWR) aus Stuttgart im Zentrum: Die Vergangenheit holt Dr. Daniel Vogt ein, als er in der Leiche eines mutmaßlich Ertrunkenen seinen Jugendfreund Mathias erkennt. Vogts Blickwinkel – die melancholischen, lückenhaften Erinnerungen an die 1980er Jahre und das Versteckspiel mit den Kommissaren Lannert und Bootz – variiert die klassische Whodunit-Dramaturgie. Schauspieler Jürgen Hartmann selbst hatte die Idee, die seiner Figur eine prägnante eigene Geschichte verleiht. Rudi Gaul (Regie, Drehbuch mit Katharina Adler) und Stefan Sommer (Kamera) setzen unter und über Wasser poetische Akzente.
25.05.2026
21:45
HR
Fernsehfilm
Julia Brendler, Stephan Luca, Florian Gärtner. Wenn der Alltag das Genre küsst
Ein Ex-Ehepaar renoviert sein Südtiroler Ferienhaus, um es endlich zu verkaufen, und renoviert dabei gleich seine Liebe mit. Der Weg ist das Ziel in der sommerlichen Alltagskomödie „Trennung auf Italienisch“ von Florian Gärtner. In dem mit Julia Brendler und Stephan Luca top besetzten ARD-Freitagsfilm gibt es Vieles zu entdecken, was über die Konventionen einer romantischen Komödie hinausgeht. Ernsthaft emotionale und komische Momente sind ebenso wohl dosiert wie die deutsch-italienischen Mentalitäten, die das Liebesspiel augenzwinkernd konterkarieren. Ein sehr dicht erzählter Unterhaltungsfilm!
25.05.2026
21:45
One
Reihe
Jürgen Hartmann, Müller, Klare, Tscharre, Rudi Gaul. Vom Auschneider-Blabla befreit
Der Rechtsmediziner, im Krimi üblicherweise zur Nebenrolle verdammt, steht im „Tatort – Vergebung“ (SWR) aus Stuttgart im Zentrum: Die Vergangenheit holt Dr. Daniel Vogt ein, als er in der Leiche eines mutmaßlich Ertrunkenen seinen Jugendfreund Mathias erkennt. Vogts Blickwinkel – die melancholischen, lückenhaften Erinnerungen an die 1980er Jahre und das Versteckspiel mit den Kommissaren Lannert und Bootz – variiert die klassische Whodunit-Dramaturgie. Schauspieler Jürgen Hartmann selbst hatte die Idee, die seiner Figur eine prägnante eigene Geschichte verleiht. Rudi Gaul (Regie, Drehbuch mit Katharina Adler) und Stefan Sommer (Kamera) setzen unter und über Wasser poetische Akzente.
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Foto: RTL / Mitch Stöhring Feministischer Racheengel: Marie Bloching in der preisgekrönten RTL-Serie „Angemessen Angry“. MeToo-Geschichte im Genre-Gewand!
Foto: NDR / Oliver Feist Ein Serien-Highlight im Dezember 2024: „Finsteres Herz – Die Toten von Marnow 2“ (ARD) mit Petra Schmidt-Schaller & Sascha Geršak
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