TV-Premieren im Oktober
und von den Wiederholungen nur das Beste
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Vergangene Ausstrahlungen im Oktober
07.10.2026
Karoline Schuch geht in der von ihr eindrucksvoll gespielten Titelrolle der „Elodie“ einem Familiengeheimnis aus ihrer frühen Kindheit auf den Grund. Die Eltern hatten sie als Baby für mehrere Monate einer Kinderfrau überlassen – und ihr später nichts davon erzählt. In zauberhafter Heidelandschaftskulisse samt stets präsenter Bundeswehr erforscht Elodie nun das Verdrängte und Verborgene, das ihr eigenes Leben möglicherweise unbewusst beeinflusst hat. Eine spannende Suche bei sich selbst, der Familie, Freunden und der Kinderfrau, die im Verdacht steht, ihre Schützlinge misshandelt zu haben. Regisseurin Nicole Weegmann hat das Drama nach dem klugen Drehbuch von Esther Bernsdorff sehenswert und psychologisch weitgehend überzeugend inszeniert.
07.10.2026
21:45
ZDFneo
Serie & Mehrteiler
TV-Premiere
Aylin Tezel, Stefan Gorski, Rick Okon, Deleila Piasko, Andreas Gutzeit, Andreas Menck. Zwei Thriller in einem
„Serial Cleaner“ (ZDF / Story House Pictures), die sechsteilige deutsche Version einer argentinischen Serie, ist zwei Thriller in einem und dank gleich mehrerer Spannungsbögen auch über viereinhalb Stunden durchgängig fesselnd: Auf der Ebene des Medical Dramas kämpft eine Mutter um das Überleben ihrer schwerkranken Tochter, auf der Gangster-Ebene lässt sie sich, nachdem sie Zeugin eines Mordes wurde, in Doppelfunktion als Tatortreinigerin und Medizinerin auf einen Pakt mit einer verbrecherischen Familie ein. Abgerundet wird die vorzüglich gespielte und dicht inszenierte Serie um einen Bruderzwist und eine Romanze.
07.10.2026
22:10
MDR
Reihe
Michelsen, Hübner, Sarnau, Groth, Eoin Moore. Von Vätern, Söhnen & Eigenbrötlern
Zeitgleich werden in Rostock und Magdeburg zwei Menschen getötet. Die Morde besitzen einen politischen Hintergrund; die Fälle reichen zurück ins Wendejahr 1990. Der „Polizeiruf 110 – Wendemanöver“, in dem die Teams aus Rostock und Magdeburg gemeinsam ermitteln, ist spannend, handlungsintensiv, temporeich, tragisch und mit Extravaganzen der Kommissare unterlegt. Der Film ist weniger geschlossen als die Top-Produktionen aus Rostock. Das liegt vor allem am Format eines Zweiteilers, der sich zudem mit der Kleinteiligkeit eines Doppel-Ermittlerkrimis im Whodunit-Modus herumschlagen muss. Die Vier aber sind klasse!
07.10.2026
23:30
BR
Reihe
Kristin Suckow, Conrad, Köster, Pfeiffer. Noch ein Krimi! Aber sympathisch anders…
„Tod am Rennsteig – Auge um Auge“ (Polyphon) muss sich mit 90 Minuten begnügen; die potenzielle ARD-Krimi-Reihe hat also nur eine Chance. Die aber wird genutzt von Machern, Team und dem Schauplatz Erfurt. Das liegt weniger am abgenutzten Serienmörder-Motiv, dafür umso mehr am Modus der Erzählung: Der Täter wird offen geführt. Dieses Mehrwissen beteiligt den Betrachter aktiv an der Geschichte und macht den Krimi mehr und mehr zu einem Thriller, der es mit dem Nervenkitzel nicht übertreibt. Auch die Guten wissen zu überzeugen. Die unterschiedlichen Ermittlungsmethoden wachsen sich erfreulicherweise nicht zum nervigen, krimiüblichen Kollegenzwist aus. Dass das charmante Äußere einer neu eingeführten Kommissarin zum Auftakt einer Krimi-Reihe (nicht sexistisch!) thematisiert wird, ist ein Novum. Kristin Suckow ist zwar das Gesicht von „Auge um Auge“, aber Bernhard Conrad überzeugt nicht weniger mit seiner introvertierten, anti-heldischen Art des Spiels. Und nachdem der dialogische Gruppenzwang (jeder kriegt seine Frage zum Fall) abgestellt wurde, überzeugt „Tod am Rennsteig“ auch als Film: Es gibt klare Ansagen, keine überflüssigen Dialoge, und es dominiert eine unaufgeregte, an realen Landschaften und Locations orientierte Inszenierung, die die Figuren ins Zentrum rückt.
06.10.2026
14:30
rbb
Fernsehfilm
Anneke Kim Sarnau, Janina Stopper, Saskia Vester: Lebendigkeit und enorme Physis
Vor 17 Jahren war sie von einem italienischen Austauschschüler schwanger und gab das Kind zur Adoption frei. Die Juristin Susanne Jacob übertritt das Gesetz – und nähert sich ihrer Tochter, die nicht weiß, dass sie ein Adoptivkind ist. „Das Haus ihres Vaters“ transportiert einen realen Konflikt ins Emotionale. Die Autoren verzichten, den „Fall“ diskursiv und juristisch aufzudröseln. Konsequent lassen sie die Gefühle den Handlungsverlauf bestimmen. Stark von Sarnau und Stopper gespielt. Ein Degeto-Melo, das Schule machen sollte.
06.10.2026
Ein Mann ermittelt gegen sich selbst – und ein Dorf schaut zu: „Mordnacht“ (ARD / X-Filme Creative Pool) ist eine witzige und teilweise absurde Krimikomödie voll lakonischem Humor und mit herrlich gezeichneten Typen. Friederike Jehn hat die witzige Vorlage von Autor Janosch Kosack bestens genutzt, beweist viel Gespür für Tempo und Timing. Und die Pointen sitzen. Dafür sorgen die beiden Protagonisten: der liebenswerte Chaot Gabriel Panski, der nach einem Filmriss eines brutalen Mordes verdächtigt wird, den er nicht begangen hat, und die cool-penetrante Ermittlerin Leonie Winter, die ihn überführen will, und zwar schnell, denn mit der Land-Idylle fremdelt die Großstadtpflanze gewaltig. Maximilian Brückner und Rosalie Thomass brillieren in einem unterhaltsam schrägen Katz- & Mausspiel, das Spaß macht.
06.10.2026
20:15
BR
Reihe
Wachtveitl, Nemec, Harfouch, Buresch/Pacht, Maris Pfeiffer. Allein unter Nonnen
Leere Kassen, Klosterschließungen, fehlender Nachwuchs – das ist der reale Hintergrund für die Geschichte des „Tatort – Wunder gibt es immer wieder“ (BR / Roxyfilm). Die Autoren Alex Buresch und Matthias Pacht hatten auch die Idee zu diesem ungewöhnlichen Leitmayr-Batic-Fall. Der Schauplatz Kloster ist dabei mehr als bloß dramaturgische Vorgabe für ein Kammerspiel, das von der Einheit von Raum, Zeit und Handlung bestimmt wird. Die Themen sind auch Motive der Krimi-Erzählung. Ein ausgeklügelter, komplexer Krimiplot ist aufgrund der genrefernen Ausgangssituation der Geschichte ebenso wenig zu erwarten wie Thriller-Suspense. Spannung aber gibt es durchaus – und die entsteht aus der Atmosphäre dieser fremden, seltsamen Welt, mit ihren überraschend weltlichen Schwestern. Ein vorzüglich gecasteter, präzise inszenierter „Tatort“, der den Whodunit nicht überstrapaziert, der aufs Drama zielt, ohne den Krimi zu vernachlässigen. Ein stimmiges Kammerspiel, dessen rätselhafte Geschichte weitgehend von der elaborierten Filmsprache lebt.
06.10.2026
„SpyOn“ (ZDF / Smac) ist eine kurzweilige, mit großer Freude an den Figuren und ihren Dialogen gespielte sowie temporeich umgesetzte Comedy-Serie über fünf junge Leute, die ihr Glück beim BND versuchen. Individuell wären sie komplett überfordert, doch als Gruppe ergänzt sich das Quintett perfekt, weil alle Mitglieder über eine spezielle Fähigkeit verfügen. Die Handlungskerne der zwar fortlaufend erzählten, aber in sich abgeschlossenen Folgen würden auch mal als Thriller, mal als romantische Komödie funktionieren: Unter anderem verhindert das Team ein Attentat und deckt ein Komplott gegen seinen Ausbilder (Götz Otto) auf, außerdem komplizieren gleich zwei Liebesbeziehungen untereinander die Zusammenarbeit. Neben der ausgezeichneten Ensemble-Leistung erfreuen die acht Episoden nicht zuletzt durch die anspielungsreiche Musik.
06.10.2026
22:00
NDR
Reihe
Behrendt, Bär, Fürst, Hader, Nolting/Scharf, Tini Tüllmann. Der Reiz des Bösen
„Spur des Blutes“ (WDR / Bavaria) ist der 85. Fall der Kölner Kommissare und ein würdiger Jubiläumsfilm für das 1997 gestartete Duo Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär. Schon der effektvoll gestaltete Prolog verdeutlicht, dass alle Beteiligten einen besonderen Film im Sinn hatten. Im weiteren Verlauf wird Regisseurin Tini Tüllmann bei ihrem „Tatort“-Debüt noch einige Male ihr großes Talent beweisen. Neben ungewöhnlichen Schauplätzen zeichnet sich dieser wendungsreiche Krimi über die Suche nach dem Mörder einer jungen Prostituierten vor allem durch das zentrale Ensemble aus. Eine der Überraschungen im Drehbuch der Grimme-Preisträger Nolting & Scharf ist die Fokus-Verschiebung: Plötzlich steht nicht mehr das Duo Ballauf und Schenk, sondern Kriminaltechnikerin Förster (Tinka Fürst) im Zentrum. Ein Besetzungsknüller ist die Mitwirkung des österreichischen Kabarettisten Josef Hader.
05.10.2026
00:05
MDR
Serie & Mehrteiler
Nadja Uhl, Fabian Hinrichs, Merten, Haberlandt, Loose. Unvollendetes Zusammenwachsen
Historisches Krimi-Drama aus dem frisch vereinten Berlin: In der sechsteiligen Serie „ZERV – Zeit der Abrechnung“ (MDR, Degeto – Gabriela Sperl, Wiedemann & Berg) raufen sich eine lebhafte Kommissarin (Ost) und ein Besserwessi-Ermittler im Kampf gegen alte Seilschaften, verdrängte Verbrechen der SED-Herrschaft und geheime deutsch-deutsche Waffengeschäfte zusammen. Die Hauptrollen sind nicht allzu überraschend besetzt, aber Nadja Uhl und Fabian Hinrichs sind als gegensätzliches Paar gewohnt sehenswert. Hinter dem sperrigen Titel verbirgt sich die wenig bekannte „Zentrale Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität“ (1991-2000). Regisseur Dustin Loose inszeniert das spannende Drehbuch mit Sinn für die tragikomischen Seiten deutsch-deutscher Konfrontation, die Montage überzeugt mit viel Gefühl für Rhythmus und Tempowechsel. „ZERV“ ist auch dank Musik, Ausstattung und Kostümen eine unterhaltsame Zeitreise in die 1990er Jahre.
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Foto: ZDF / Frank Dicks Sogar im ZDF sind jetzt die Vampire los. Mehr als ein stilvolles Horror-Teenie-Drama: „Love sucks“ mit Damian Hardung & Havana Joy
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