TV-Premieren im Oktober
und von den Wiederholungen nur das Beste
17.10.2026
03:20
ZDF
Fernsehfilm
Felix Klare, Aulitzky, Lacher, Lohmeyer, Korn. Über einen Missbrauch und die Stille danach
Sexuelle Übergriffe im Sport. Zurzeit ist es der ungefragte Kuss eines Verbandschefs auf den Mund einer Fußballspielerin. Dunkler wird es, wo das Machtgefälle zwischen Erwachsenen und Kindern ins Spiel kommt. Wo die Opfer über Jahrzehnte schweigen und bis heute traumatisiert sind. „Wir haben einen Deal“ (ZDF, Arte / Rat Pack Filmproduktion) spielt die Folgen eines verdrängten Missbrauchs an einem beruflich erfolgreichen Familienvater durch. Dabei blendet die Erzählung alles Verzichtbare aus. Sie konzentriert sich auf ein paar Begegnungen und Dialoge, die die zerstörerische Kraft der psychischen Last auf den Punkt bringen und zeigen, wie sie Vergangenheit und Gegenwart des Protagonisten vergiften. Geschickt umgeht „Wir haben einen Deal“ den moralischen Appell. Dafür macht das bei der Premiere auf dem Münchner Filmfest mit dem Bernd-Burgemeister-Fernsehpreis ausgezeichnete Drama deutlich, warum wer wann den Mund nicht aufbekommt.
17.10.2026
10:00
ZDF-Stream
Fernsehfilm
Streaming-Premiere
Triebel, Schüttauf, Gartner, Zehrfeld, Rauch. Im ehemaligen ostdeutschen Kohle-Revier gerät einiges in Rutschen
In der Grube, aus der Riesenbagger einst die Braunkohle schaufelten, glitzert verheißungsvoll das Wasser. Die ostdeutsche Gemeinde Neukirch, die einst vom Bergbau lebte, bemüht sich dank der Flutung der Kohle-„Restlöcher“ um eine touristische Zukunft. Aber im ZDF-Fernsehfilm „Neues Land“ (UFA Mitte) droht angesichts von Umweltproblemen der nächste Umbruch – gespiegelt in der Familiengeschichte von Bürgermeister Walter Sedlitz (Jörg Schüttauf) und seiner Tochter Ina (Jördis Triebel). Der Besuch der Geologin in der alten Heimat fördert außerdem ein lange gehütetes Familiengeheimnis zutage. „Neues Land“ ist ein gelungenes Drama über Brüche im privaten und gesellschaftlichen Leben, mit prominenter (Ost-)Besetzung feinfühlig inszeniert (Regie: Esther Rauch) und ins Bild gesetzt (Kamera: Mario Minichmayr).
17.10.2026
10:40
BR
Fernsehfilm
Melika Foroutan, Matthias Schloo, Franziska Walser. Die Kindheit war kein Paradies
Eine Frau, Mitte 30, eine angesehene Gourmetkritikerin, attraktiv, blendendes Aussehen – und doch wirkt sie gehemmt, unsicher, unnahbar. „Der Duft von Holunder“, eine Therapiesitzung als Sommerfilm verkleidet, hat etwas von einem Zwiegespräch auf dem Weg zur inneren Erkenntnis. Es ist ein Film über das „verletzte Kind“, über Freundschaft, über Selbstfindung und das ewige Spiel zwischen persönlicher Freiheit und Kollektivzwang, zwischen dem Wunsch, dazu zu gehören, und dem tiefen Bedürfnis, sich seinen Eigensinn zu bewahren. Melika Foroutan ist die Idealbesetzung dieses sensiblen, lebensklugen (Degeto-)Films.
17.10.2026
12:15
BR
Fernsehfilm
Berben, Langmaack, Loose. Erfahrungen machen als Wert an sich – auch mit über 60!
Nach dem in diesem Jahr Grimme-Preis-gekrönten Drama „Hanne“ hat Beate Langmaack zum zweiten Mal ein brillantes Drehbuch passgenau auf Iris Berben zugeschrieben, die am 12. August ihren Siebzigsten feiert. „Mein Altweibersommer“ unterscheidet sich wohltuend von den Das-kann-doch-noch-nicht-alles-gewesen-sein-TV-Dramoletts, in denen langweilige Göttergatten meist die rote Karte gezeigt bekommen. Die Hauptfigur hat keinen Grund, ihren Mann zu verlassen. Es ist auch nicht der andere Mann, dessen Verführungskünsten sie erliegt, nein, es der Wert der neuen Erfahrung, dieser Auszeit, die sie sich nimmt, um über die Sinnlichkeit des Augenblicks hinaus zu erkennen, wo sie momentan steht im Leben und wo sie noch hin möchte… Auch ästhetisch ist Berbens ARD-Geburtstagsfilm überaus gelungen: die Sprache wohl dosiert, die Dialoge knapp & intelligent pointiert. Fein austariert ist auch das Verhältnis zwischen Wort und Bild. Dustin Loose hat mit Hilfe seiner Gewerke einen liebevoll ausgestatteten Mikrokosmos erschaffen. Auffallend gut ist auch die Balance zwischen dem Mensch in der Landschaft (= die Signatur des realistischen Films) und einer Hauptfigur, die ganz bei sich ist. Das Ergebnis ist ein kraftvoller, poetischer Realismus.
17.10.2026
12:35
One
Fernsehfilm
Tukur, Lardi, Antoni, Korff, Kekilli, Wolfgang Panzer. Trauer muss nicht todtraurig sein
Ein Unternehmer beginnt nach dem Tod seiner Tochter ein neues Leben in einem kleinen Ort an der Ostseeküste. „Meeresleuchten“ (WDR / KJ Entertainment, Fireworks Entertainment, Film Manufacturers) ist ein feinfühliger, kluger und unaufgeregter Film über die Trauer und den Umgang mit einem schweren Schicksalsschlag. Statt auf Betroffenheits-Pathos setzt Drehbuch-Autor und Regisseur Wolfgang Panzer auf schnörkelloses Erzählen und leisen Humor. Der von Ulrich Tukur angenehm zurückhaltend gespielte Thomas Wintersperger findet in dem Mikrokosmos des Küstendorfs Halt und schafft gleichzeitig mit der Neueröffnung eines Cafés selbst einen Ankerplatz für die komisch-sympathischen Bewohner. In dieser warmherzigen Inszenierung werden „kleine“ Figuren ganz groß – auch dank einer herausragenden Besetzung (Ursina Lardi, Carmen-Maja Antoni, Hans Peter Korff, Sibel Kekilli, Kostja Ullmann). Ein auf beiläufige Weise hoch emotionaler Film.
17.10.2026
20:15
ZDF
Reihe
TV-Premiere
Maxim Mehmet, Sophie Dal, Vörtler, Brandhoff, Lau-Uhle, Costea. Die Mumie kehrt zurück
„Der letzte Häuptling“ (ZDF / Cologne Film) ist ein überaus kurzweiliger „Friesland“-Krimi mit äußerst origineller Story: Auf einer Wiese wird die mumifizierte Leiche eines mutmaßlich vor Jahrhunderten verscharrten Mordopfers entdeckt. Archäologe Trautmann, der schon in der Himmelsscheiben-Episode „Tief im Dreck“ (2025) für allerlei Trubel gesorgt hat, ist entzückt: Seiner Ansicht nach handelt es sich um einen mächtigen Fürsten. Damit würden sich nach friesischem Erbrecht die Besitzverhältnisse ändern, was naturgemäß nicht alle Beteiligten erfreut, denn das schlichte Weideland weckt erhebliche Begehrlichkeiten.
17.10.2026
20:15
WDR
Reihe
Prahl, Liefers, Peschel, Lars Kraume. In Münster geht der Hammermörder um
Als Comic-Superheld verkleidet und mit Säure-Spritzpistole und Spezialhammer bewaffnet, macht sich ein Münsteraner Einzeltäter auf zu einem Rachefeldzug gegen die Verantwortlichen in einem Immobilien- und Bauskandal. An Einfällen und dramaturgischen Besonderheiten mangelt es dem WDR-„Tatort – Der Hammer“ nicht. Die Stimmungslagen sind vielfältig, der Film enthält viele attraktive Einzelszenen, viele Nacht-Aufnahmen, originelle Situationen, vier telegene Leichen, einen verhältnismäßig dramatischen Showdown und sogar mit ein bisschen Action kann Lars Kraume dienen. Gewitzelt wird dafür mit gebremstem Schaum.
18.10.2026
00:10
WDR
Reihe
Prahl, Liefers, Peschel, Lars Kraume. In Münster geht der Hammermörder um
Als Comic-Superheld verkleidet und mit Säure-Spritzpistole und Spezialhammer bewaffnet, macht sich ein Münsteraner Einzeltäter auf zu einem Rachefeldzug gegen die Verantwortlichen in einem Immobilien- und Bauskandal. An Einfällen und dramaturgischen Besonderheiten mangelt es dem WDR-„Tatort – Der Hammer“ nicht. Die Stimmungslagen sind vielfältig, der Film enthält viele attraktive Einzelszenen, viele Nacht-Aufnahmen, originelle Situationen, vier telegene Leichen, einen verhältnismäßig dramatischen Showdown und sogar mit ein bisschen Action kann Lars Kraume dienen. Gewitzelt wird dafür mit gebremstem Schaum.
18.10.2026
00:45
BR
Fernsehfilm
Berben, Langmaack, Loose. Erfahrungen machen als Wert an sich – auch mit über 60!
Nach dem in diesem Jahr Grimme-Preis-gekrönten Drama „Hanne“ hat Beate Langmaack zum zweiten Mal ein brillantes Drehbuch passgenau auf Iris Berben zugeschrieben, die am 12. August ihren Siebzigsten feiert. „Mein Altweibersommer“ unterscheidet sich wohltuend von den Das-kann-doch-noch-nicht-alles-gewesen-sein-TV-Dramoletts, in denen langweilige Göttergatten meist die rote Karte gezeigt bekommen. Die Hauptfigur hat keinen Grund, ihren Mann zu verlassen. Es ist auch nicht der andere Mann, dessen Verführungskünsten sie erliegt, nein, es der Wert der neuen Erfahrung, dieser Auszeit, die sie sich nimmt, um über die Sinnlichkeit des Augenblicks hinaus zu erkennen, wo sie momentan steht im Leben und wo sie noch hin möchte… Auch ästhetisch ist Berbens ARD-Geburtstagsfilm überaus gelungen: die Sprache wohl dosiert, die Dialoge knapp & intelligent pointiert. Fein austariert ist auch das Verhältnis zwischen Wort und Bild. Dustin Loose hat mit Hilfe seiner Gewerke einen liebevoll ausgestatteten Mikrokosmos erschaffen. Auffallend gut ist auch die Balance zwischen dem Mensch in der Landschaft (= die Signatur des realistischen Films) und einer Hauptfigur, die ganz bei sich ist. Das Ergebnis ist ein kraftvoller, poetischer Realismus.
18.10.2026
00:45
SWR
Fernsehfilm
Charly Hübner, Michael Maertens, Ralf Husmann. Der kleine Hoeness in uns allen
Phlegmatischer Wahrheitsverbieger trifft auf notorischen Hochstapler, Aktenmann auf Lebemann, Kleindenker auf Großdenker. „Vorsicht vor Leuten“: Ralf Husmann („Stromberg“) schrieb das Drehbuch zum gleichnamigen ARD-Fernsehfilm nach seinem eigenen Roman. Es ist eine fein nuancierte Gesellschaftssatire der beiläufigen Art. Nach außen komisch und kurzweilig, im Kern doppelbödig und mit sozialer Relevanz. Zwei Männer in einer liebevollen Abhängigkeit. Zwei Schauspieler in Paraderollen: Charly Hübner macht da weiter, wo er in „Bornholmer Straße“ aufgehört hat und Michael Maertens ist eine Entdeckung fürs TV!
Vergangene Ausstrahlungen im Oktober
07.10.2026
23:30
BR
Reihe
Kristin Suckow, Conrad, Köster, Pfeiffer. Noch ein Krimi! Aber sympathisch anders…
„Tod am Rennsteig – Auge um Auge“ (Polyphon) muss sich mit 90 Minuten begnügen; die potenzielle ARD-Krimi-Reihe hat also nur eine Chance. Die aber wird genutzt von Machern, Team und dem Schauplatz Erfurt. Das liegt weniger am abgenutzten Serienmörder-Motiv, dafür umso mehr am Modus der Erzählung: Der Täter wird offen geführt. Dieses Mehrwissen beteiligt den Betrachter aktiv an der Geschichte und macht den Krimi mehr und mehr zu einem Thriller, der es mit dem Nervenkitzel nicht übertreibt. Auch die Guten wissen zu überzeugen. Die unterschiedlichen Ermittlungsmethoden wachsen sich erfreulicherweise nicht zum nervigen, krimiüblichen Kollegenzwist aus. Dass das charmante Äußere einer neu eingeführten Kommissarin zum Auftakt einer Krimi-Reihe (nicht sexistisch!) thematisiert wird, ist ein Novum. Kristin Suckow ist zwar das Gesicht von „Auge um Auge“, aber Bernhard Conrad überzeugt nicht weniger mit seiner introvertierten, anti-heldischen Art des Spiels. Und nachdem der dialogische Gruppenzwang (jeder kriegt seine Frage zum Fall) abgestellt wurde, überzeugt „Tod am Rennsteig“ auch als Film: Es gibt klare Ansagen, keine überflüssigen Dialoge, und es dominiert eine unaufgeregte, an realen Landschaften und Locations orientierte Inszenierung, die die Figuren ins Zentrum rückt.
06.10.2026
14:30
rbb
Fernsehfilm
Anneke Kim Sarnau, Janina Stopper, Saskia Vester: Lebendigkeit und enorme Physis
Vor 17 Jahren war sie von einem italienischen Austauschschüler schwanger und gab das Kind zur Adoption frei. Die Juristin Susanne Jacob übertritt das Gesetz – und nähert sich ihrer Tochter, die nicht weiß, dass sie ein Adoptivkind ist. „Das Haus ihres Vaters“ transportiert einen realen Konflikt ins Emotionale. Die Autoren verzichten, den „Fall“ diskursiv und juristisch aufzudröseln. Konsequent lassen sie die Gefühle den Handlungsverlauf bestimmen. Stark von Sarnau und Stopper gespielt. Ein Degeto-Melo, das Schule machen sollte.
06.10.2026
Ein Mann ermittelt gegen sich selbst – und ein Dorf schaut zu: „Mordnacht“ (ARD / X-Filme Creative Pool) ist eine witzige und teilweise absurde Krimikomödie voll lakonischem Humor und mit herrlich gezeichneten Typen. Friederike Jehn hat die witzige Vorlage von Autor Janosch Kosack bestens genutzt, beweist viel Gespür für Tempo und Timing. Und die Pointen sitzen. Dafür sorgen die beiden Protagonisten: der liebenswerte Chaot Gabriel Panski, der nach einem Filmriss eines brutalen Mordes verdächtigt wird, den er nicht begangen hat, und die cool-penetrante Ermittlerin Leonie Winter, die ihn überführen will, und zwar schnell, denn mit der Land-Idylle fremdelt die Großstadtpflanze gewaltig. Maximilian Brückner und Rosalie Thomass brillieren in einem unterhaltsam schrägen Katz- & Mausspiel, das Spaß macht.
06.10.2026
20:15
BR
Reihe
Wachtveitl, Nemec, Harfouch, Buresch/Pacht, Maris Pfeiffer. Allein unter Nonnen
Leere Kassen, Klosterschließungen, fehlender Nachwuchs – das ist der reale Hintergrund für die Geschichte des „Tatort – Wunder gibt es immer wieder“ (BR / Roxyfilm). Die Autoren Alex Buresch und Matthias Pacht hatten auch die Idee zu diesem ungewöhnlichen Leitmayr-Batic-Fall. Der Schauplatz Kloster ist dabei mehr als bloß dramaturgische Vorgabe für ein Kammerspiel, das von der Einheit von Raum, Zeit und Handlung bestimmt wird. Die Themen sind auch Motive der Krimi-Erzählung. Ein ausgeklügelter, komplexer Krimiplot ist aufgrund der genrefernen Ausgangssituation der Geschichte ebenso wenig zu erwarten wie Thriller-Suspense. Spannung aber gibt es durchaus – und die entsteht aus der Atmosphäre dieser fremden, seltsamen Welt, mit ihren überraschend weltlichen Schwestern. Ein vorzüglich gecasteter, präzise inszenierter „Tatort“, der den Whodunit nicht überstrapaziert, der aufs Drama zielt, ohne den Krimi zu vernachlässigen. Ein stimmiges Kammerspiel, dessen rätselhafte Geschichte weitgehend von der elaborierten Filmsprache lebt.
06.10.2026
„SpyOn“ (ZDF / Smac) ist eine kurzweilige, mit großer Freude an den Figuren und ihren Dialogen gespielte sowie temporeich umgesetzte Comedy-Serie über fünf junge Leute, die ihr Glück beim BND versuchen. Individuell wären sie komplett überfordert, doch als Gruppe ergänzt sich das Quintett perfekt, weil alle Mitglieder über eine spezielle Fähigkeit verfügen. Die Handlungskerne der zwar fortlaufend erzählten, aber in sich abgeschlossenen Folgen würden auch mal als Thriller, mal als romantische Komödie funktionieren: Unter anderem verhindert das Team ein Attentat und deckt ein Komplott gegen seinen Ausbilder (Götz Otto) auf, außerdem komplizieren gleich zwei Liebesbeziehungen untereinander die Zusammenarbeit. Neben der ausgezeichneten Ensemble-Leistung erfreuen die acht Episoden nicht zuletzt durch die anspielungsreiche Musik.
06.10.2026
22:00
NDR
Reihe
Behrendt, Bär, Fürst, Hader, Nolting/Scharf, Tini Tüllmann. Der Reiz des Bösen
„Spur des Blutes“ (WDR / Bavaria) ist der 85. Fall der Kölner Kommissare und ein würdiger Jubiläumsfilm für das 1997 gestartete Duo Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär. Schon der effektvoll gestaltete Prolog verdeutlicht, dass alle Beteiligten einen besonderen Film im Sinn hatten. Im weiteren Verlauf wird Regisseurin Tini Tüllmann bei ihrem „Tatort“-Debüt noch einige Male ihr großes Talent beweisen. Neben ungewöhnlichen Schauplätzen zeichnet sich dieser wendungsreiche Krimi über die Suche nach dem Mörder einer jungen Prostituierten vor allem durch das zentrale Ensemble aus. Eine der Überraschungen im Drehbuch der Grimme-Preisträger Nolting & Scharf ist die Fokus-Verschiebung: Plötzlich steht nicht mehr das Duo Ballauf und Schenk, sondern Kriminaltechnikerin Förster (Tinka Fürst) im Zentrum. Ein Besetzungsknüller ist die Mitwirkung des österreichischen Kabarettisten Josef Hader.
05.10.2026
00:05
MDR
Serie & Mehrteiler
Nadja Uhl, Fabian Hinrichs, Merten, Haberlandt, Loose. Unvollendetes Zusammenwachsen
Historisches Krimi-Drama aus dem frisch vereinten Berlin: In der sechsteiligen Serie „ZERV – Zeit der Abrechnung“ (MDR, Degeto – Gabriela Sperl, Wiedemann & Berg) raufen sich eine lebhafte Kommissarin (Ost) und ein Besserwessi-Ermittler im Kampf gegen alte Seilschaften, verdrängte Verbrechen der SED-Herrschaft und geheime deutsch-deutsche Waffengeschäfte zusammen. Die Hauptrollen sind nicht allzu überraschend besetzt, aber Nadja Uhl und Fabian Hinrichs sind als gegensätzliches Paar gewohnt sehenswert. Hinter dem sperrigen Titel verbirgt sich die wenig bekannte „Zentrale Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität“ (1991-2000). Regisseur Dustin Loose inszeniert das spannende Drehbuch mit Sinn für die tragikomischen Seiten deutsch-deutscher Konfrontation, die Montage überzeugt mit viel Gefühl für Rhythmus und Tempowechsel. „ZERV“ ist auch dank Musik, Ausstattung und Kostümen eine unterhaltsame Zeitreise in die 1990er Jahre.
05.10.2026
12:30
MDR
Reihe
Szyszkowitz, Heinrich, Bloèb, Rost, Freundner. Trauer & Freude, Lächeln & Weinen, Drama & Komödie
Aus „Billy Kuckuck“ wird „Eine mit Herz“ (FFP New Media): Auch wenn sich der Titel geändert hat, so bleibt auch im sechsten Film der ARD-Freitagsreihe alles beim Alten. Die Tradition bedeutet hier allerdings nur Gutes. Da ist ein „Fall“ am Rande zum Sozialdrama. Da steht mit der eigenwilligen Gerichtsvollzieherin außerdem eine Helfer-Natur im Zentrum, die ihr Mutter-Teresa-Syndrom selbstbewusst mit einem Lächeln zu kommentieren weiß. Und dass dieses Lächeln Aglaia Szyszkowitz gehört, ist der augenfälligste Pluspunkt auch in der neuen Episode „Familiengeheimnisse“. Der gut besetzte, luftig und flott inszenierte Film streift viele Themen, doch vor allem geht es um Alltag und seine Bewältigung. Und das Markenzeichen ist und bleibt der lockere Mix verschiedenster Tonlagen und Befindlichkeiten – mit Hang zur Komödie!
05.10.2026
20:15
ARD-Mediathek
Reihe
Streaming-Premiere
Ursula Strauss, Perktold, Obonya, Tinnefeld, Jeltsch, Tiefenbacher. Familie(nliebe) kann was Grausames sein
Die Heimkehr von Nesthäkchen Anna verbessert nach Tobis tragischem Schuss im Dienst die Stimmung im Dreigenerationenhaus der Grubers deutlich. Bei anderen Familien ist der Frieden hingegen mächtig gestört oder wird von einer Tragödie überschattet. Selbst bei einem Immobilien-Tycoon geht ein Riss durch die Familie – bis die Tochter entführt wird. In der zweiten Episode der Krimi-Drama-Reihe „Tiroler Blut“ (ARD Degeto, ORF / filmpool fiction) stockt Autor Christian Jeltsch das Familienmotiv weiter auf: Neben den drei Generationen bei den Grubers, sind es nun auch drei Familien, die in die komplexe Handlung emotional verstrickt sind. Dass Ursula Strauss in Cornelius Obonya einen würdigen Gegner bekommt, macht „Am Abgrund“ – abseits jeder Krimi-Routine – noch eine Spur packender und kurzweiliger als die Auftaktepisode. Trotz aller Handlungsdichte und Spannung bleibt der Mensch immer das Herzstück!
05.10.2026
20:15
ARD-Mediathek
Reihe
Streaming-Premiere
Ursula Strauss, Perktold, Fritsch, Hauser, Jeltsch, Tiefenbacher. Wenn die Mutter mit dem Sohne
Fanny Gruber ist die Star-Ermittlerin des Innsbrucker Kommissariats. Nachdem der erste eigenverantwortliche Einsatz ihres Sohnes und Kollegen bei der „Internen“ landet, geht die Mutter den Ungereimtheiten des Falls auf eigene Faust nach. Mit „Tiroler Blut“ (ARD Degeto / filmpool fiction) startet eine vielversprechende deutsch-österreichische Krimi-Reihe, die statt auf Whodunit-Muster auf Familie(n) und ihre schwerblütigen Dramen setzt. Bei den Grubers im Dreigenerationenhaus mit einem (Groß-)Vater, der ebenfalls Polizist war, gibt es die ganz alltäglichen Spannungen, in anderen Familien aber herrscht das blanke Chaos. Mit einem komplexen Fall von häuslicher Gewalt beginnt die Reihe, die vom renommierten Drehbuchautor Christian Jeltsch (allein 18 „Tatorte“) erdacht wurde, und dessen Hauptdarstellerin gleich in der ersten Episode den Unterschied macht: die herausragende Ursula Strauss („Schnell ermittelt“), die immer für ein bisschen Sarkasmus und Ironie im (Ermittlungs-)Spiel gut ist.
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Foto: RTL / Mitch Stöhring Feministischer Racheengel: Marie Bloching in der preisgekrönten RTL-Serie „Angemessen Angry“. MeToo-Geschichte im Genre-Gewand!
Foto: NDR / Oliver Feist Ein Serien-Highlight im Dezember 2024: „Finsteres Herz – Die Toten von Marnow 2“ (ARD) mit Petra Schmidt-Schaller & Sascha Geršak
Foto: ZDF / Frank Dicks Sogar im ZDF sind jetzt die Vampire los. Mehr als ein stilvolles Horror-Teenie-Drama: „Love sucks“ mit Damian Hardung & Havana Joy
Foto: ZDF / Stefanie Leo Eine Weihnachtswunder-Komödie: witzig, märchenhaft schön, clever konzipiert & originell. Kalenberg, Malton & Amft in „Zitronenherzen“

















