TV-Premieren im Januar
und von den Wiederholungen nur das Beste
23.01.2026
Das Geiseldrama, das im August 1988 bei einem Banküberfall in Gladbeck seinen Anfang nahm, als atemberaubender Thriller: Das ständige Auf und Ab in jenen 54 Stunden, die Nervosität, Angst und Verunsicherung, die Momente der Hoffnung auf einen guten Ausgang – all das wird in „Gladbeck“ (Degeto, SR / Ziegler Film) ungemein dicht und intensiv erzählt. Im Mittelpunkt der akribisch recherchierten Chronologie stehen das Versagen von Polizei und Medien, die das Verbrechen zu einem zynischen Live-Schauspiel machten. Die Täter Hans-Jürgen Rösner und Dieter Degowski, von Sascha Alexander Geršak und Alexander Scheer verblüffend genau verkörpert, bleiben auf das Notwendige reduziert. Dafür wird das Leid der Angehörigen der erschossenen Silke Bischoff und Emanuele di Giorgi mit in den Blickpunkt gerückt. Herausragend auch das Szenenbild, das die 1980er Jahre wieder aufleben lässt.
23.01.2026
23:50
One
Fernsehfilm
Alicia von Rittberg, Braren, Schnitzler. Es kann, aber es muss nicht immer Serie sein…
In der Bevölkerung ist das Bauhaus 1920 verrufen als ein Sammelbecken von Spinnern und Klecksern, von Kommunisten und Nudisten. Auf die Heldin des History-Dramas „Lotte am Bauhaus“ (MDR / Ufa Fiction) aber übt diese Kunstschule & ihr moderner Geist eine große Anziehungskraft aus, und sie wird gegen alle Widerstände ihren Weg machen… Die 14 Jahre deutsche Bauhaus-Geschichte aus dem Blickwinkel einer jungen Frau zu erzählen, ist hier mehr als eine Konvention frauenaffiner TV-Fiction. Der Fokus liegt auf der Aufbruchs-Stimmung der Zeit, aber auch die Benachteiligung der Frauen in der jungen Demokratie ist ein Thema. Die Sprache im Film wirkt modern, verzichtet auf historisierende Rhetorik und barocke Handlungsführung. Damit rekonstruiert Autor Braren ein Stück weit die Klarheit des Bauhaus-Codes und vermittelt damit auch dem Laien etwas vom Wesen dieser innovativen kunsthandwerklichen Formensprache. Den Geist des Bauhauses emotional zu vermitteln, diese Aufgabe kommt der Titelfigur & der einmal mehr hinreißenden Alicia von Rittberg zu.
24.01.2026
01:55
ARD
Reihe
Katerina Jacob, Ernst Stötzner, Schlothauer, Euler, Knaup, Rauhaus, Rowitz. „Man muss sich kümmern“
Kümmern färbt ab. Jetzt hat es auch „Herrn Kurtz“ erwischt: Kur(t)zerhand hat er ein kleines Mädchen bei sich und Anna aufgenommen, ohne Polizei oder Jugendamt zu verständigen. Das ist eine von mehreren launigen „Kümmerer“-Episoden im fünften Streich von „Anna und ihr Untermieter“ (Degeto / Calypso Entertainment). Wieder mischt sich die resolute Rentnerin, Mutter und Großmutter ein, hilft und gewährt Obdach, womit „Volles Haus“ erklärt wäre, und eine Hochzeit gibt es auch noch. Dass die Weisheit des Alters und die soziale Ader der 68er-Generation die Perspektive der Geschichten vorgibt, bleibt ein sympathischer Zug der Reihe, die in die Fußstapfen der ausgestorbenen Familienserie tritt. Der Tonlagen-Mix aus moderat ernsthaften, leicht ironischen, betulich augenzwinkernden und gefühligen Momenten unterhält wieder bestens. Besonders gut kommt Annas Familien-Aufstellung mit Wohnungsutensilien.
24.01.2026
10:30
One
Fernsehfilm
Alicia von Rittberg, Braren, Schnitzler. Es kann, aber es muss nicht immer Serie sein…
In der Bevölkerung ist das Bauhaus 1920 verrufen als ein Sammelbecken von Spinnern und Klecksern, von Kommunisten und Nudisten. Auf die Heldin des History-Dramas „Lotte am Bauhaus“ (MDR / Ufa Fiction) aber übt diese Kunstschule & ihr moderner Geist eine große Anziehungskraft aus, und sie wird gegen alle Widerstände ihren Weg machen… Die 14 Jahre deutsche Bauhaus-Geschichte aus dem Blickwinkel einer jungen Frau zu erzählen, ist hier mehr als eine Konvention frauenaffiner TV-Fiction. Der Fokus liegt auf der Aufbruchs-Stimmung der Zeit, aber auch die Benachteiligung der Frauen in der jungen Demokratie ist ein Thema. Die Sprache im Film wirkt modern, verzichtet auf historisierende Rhetorik und barocke Handlungsführung. Damit rekonstruiert Autor Braren ein Stück weit die Klarheit des Bauhaus-Codes und vermittelt damit auch dem Laien etwas vom Wesen dieser innovativen kunsthandwerklichen Formensprache. Den Geist des Bauhauses emotional zu vermitteln, diese Aufgabe kommt der Titelfigur & der einmal mehr hinreißenden Alicia von Rittberg zu.
24.01.2026
12:15
BR
Fernsehfilm
Thomas Sarbacher, Sibylle Tafel, Alltag und Liebe, Spiel und Situationskomik
„Wie Tag und Nacht“ ist eine Degeto-Komödie, bei der so ziemlich alles anders ist: Der Held ist ein Mann, der Culture-Clash läuft als Nebenplot und das Liebeskonzept ist erwachsen, also eher der Realität als den Klischees der Romantic Comedy abgelauscht. Die Geschichte lebt von ihren Situationen und den lebendigen Charakteren; Claudia Matschulla und Sibylle Tafel erzählen dramaturgisch dicht, lieben zugleich das Beiläufige und halten so die Handlung stimmungsvoll offen. Sarbachers Spiel – seine Figur ist ständig müde – trifft genau diesen Ton. Der Film löst 90 Minuten lang sein Versprechen intelligenter Unterhaltung ein.
24.01.2026
13:00
WDR
Fernsehfilm
Riemann, Tezel, Krappen & Steurer. Zwei Bäuche, zwei großartige Komödiantinnen
In „Kleine Schiffe“ trifft die Hysterie einer Spätgebärenden auf die Frohnatur eines chaotischen Teenagers. Als ob Diane Keatons Annie Hall („Der Stadtneurotiker“) aufgespalten worden wäre in ein jüngeres und ein älteres Alter Ego, so zappeln und hibbeln Katja Riemann und Aylin Tezel durch diesen ungemein unterhaltsamen ARD-Freitagsfilm, der den neuen Schwung bei der Degeto spürbar macht. Autor und Produzent Volker Krappen konzentriert sich auf charakterstarke Situationen und spritzige Dialoge; Matthias Steurers Regie setzt auf Tempo & Timing und auf zwei Hauptdarstellerinnen, die ausgezeichnet harmonieren.
24.01.2026
20:15
ARD
Fernsehfilm
Klare, Hammelstein, Oeller, Rohde. Drama & Krimi schaukeln sich gegenseitig hoch
Ein Mann saß für den Mord an seiner Frau sieben Jahre im Gefängnis. Das Gericht spricht ihn jetzt frei. Die Staatsanwaltschaft geht jedoch in Revision, eine junge Kommissarin rollt den Fall neu auf. So ungewöhnlich die Ausgangslage, so außergewöhnlich gut nutzt der TV-Film „Unschuldig“ (Degeto / filmpool fiction) seine 173 Minuten. Nach und nach kehren sich die Verhältnisse um – bis schließlich die, die jenen Alex Schwarz als Mörder diffamierten, selbst die Hauptverdächtigen sind und spüren müssen, was es heißt, möglicherweise alles zu verlieren. Autor Florian Oeller lässt das Drama über den Krimi obsiegen. Die Spannung schmälert das keineswegs. Denn der dramaturgische Antrieb des Films ist die Dynamik, die aus den Figuren-Konstellationen, die sich ständig im Wandel befinden, gezogen wird. Aber nicht nur das Gleichgewicht zwischen Drama und Krimi, zwischen Psychologie und Spannungsdramaturgie stimmt in diesem ARD-Premium-Movie – auch die Interaktionen der Charaktere und der filmische Erzählfluss inklusive der Inszenierung im Detail sind bestens aufeinander abgestimmt. Dazu tragen maßgeblich auch die großartigen Schauspieler bei.
24.01.2026
Kommissar Kluftinger ermittelt in und um Kempten. Im Allgäu da mordet es sich lustig – und da tötet man gerne mal nach alten Sagen. Diese urige, charakterstarke Kriminalkomödie ist ein seltenes Musterbeispiel für ein anderes Genreerzählen. Wann legte sich zuletzt bei einem Krimi ein solch wohliges Dauerschmunzeln auf die Wangen des Betrachters?!
24.01.2026
21:45
BR
Reihe
Schmauser, Weißbach, Probst. Ein Würzburgkrimi, der ein „Tatort“ werden sollte
„Freiwild“ war 2008 Auftakt der Heimatkrimi-Reihe im bayerischen Dritten. Es folgten u.a. die „Kluftinger“-Krimis. Der Film mit dem kauzig liebenswerten Jungkommissar, gespielt von Thomas Schmauser, bietet neben einer Reihe sehenswerter Figuren auch einen angemessen rätselhaften Fall. Das ist so gut & verständlich, dass es auch etwas fürs Erste wäre!
24.01.2026
22:05
One
Reihe
Schönemann, Klinge, Lohse, Holger Karsten Schmidt, Steffi Doehlemann. Wem so viel Fremdes widerfährt…
„Fette Ente mit Pilzen“ entpuppt sich als Agenten-Krimi mit Thriller-Momenten und besticht durch ebenso mysteriöse wie spannende Indoor-Szenen. Die chinesische Kultur wird in der 25. Episode der erfolgreichsten ARD-Donnerstagskrimi-Reihe „Nord bei Nordwest“ (NDR, Degeto / triple pictures) nicht nur als audiovisueller Reiz für ein magisches Ambiente genutzt, auch die unmenschliche Realpolitik Chinas, die ethnischen Säuberungsaktionen, insbesondere die Verfolgung der Uiguren, hat Holger Karsten Schmidt geschickt in den Genre-Plot integriert. Und beziehungstechnisch? Obgleich sich Wagner im Urlaub verliebt und deshalb gekündigt hat, kommen sich Jacobs und sie näher als je zu vor. Außerdem gibt es Klasse-Dialoge, Glückskeks-Weisheiten und düster-knallig-bunte Giallo-Atmosphäre.
Foto: SWR / Benoît Linder
Foto: ZDF / Jürgen Olczyk
Foto: NDR / Gordon Timpen
Foto: SWR / Andrea Kueppers
Foto: Degeto / Frank Dicks
Foto: SWR / Benoît Linder
Foto: SWR / Britta Krehl
Foto: Radio Bremen / Magdalena Stengel
Foto: ZDF / Conny Klein
Foto: MDR / MadeFor / Junghans
Foto: WDR / Thomas Kost Vergangene Ausstrahlungen im Januar
22.01.2026
00:15
ARD
Fernsehfilm
Joachim Król, Jonas Nay, Nairi Hadodo, Ruth Toma, Rainer Kaufmann. Die bestmögliche Art weiterzuleben
Ein junger Mann hat ein altes Ehepaar angefahren; die Frau war auf der Stelle tot, der Mann überlebte schwer verletzt. 18 Monate später erst nimmt der „Täter“ gezwungenermaßen Kontakt mit dem Opfer auf, das nichts mehr von dem Unfall weiß und in einer Mal-Gruppe von Menschen mit geistiger und körperlicher Beeinträchtigung seinen Platz gefunden hat. Dem Fernsehfilm „Die Frau in Blau“ (SWR / Relevant Film) gelingt das seltene Kunststück, mit wenig Handlung viele wertvolle Geschichten zu erzählen. Es geht in dem TV-Drama von Rainer Kaufmann nach dem lebensklugen Drehbuch von Ruth Toma um das Abtragen einer Schuld, um das Finden einer neuen Perspektive, um Wege aus der Deprimiertheit, der Lethargie, es geht um kreative Lösungen. Das narrative Prinzip, die Botschaft, das Miteinander und die Vielfalt des Lebens zu feiern, zielt auch über die Geschichte hinaus in Richtung Zuschauer: Inklusion als Narrativ, verpackt in einen vielschichtig bewegenden Film, der zwischendurch in ein Road- bzw. Street-Movie springt, so kann man sich Moral und öffentlich-rechtlichen Auftrag gefallen lassen.
22.01.2026
20:15
ARD
Reihe
Schönemann, Klinge, Lohse, Holger Karsten Schmidt, Steffi Doehlemann. Wem so viel Fremdes widerfährt…
„Fette Ente mit Pilzen“ entpuppt sich als Agenten-Krimi mit Thriller-Momenten und besticht durch ebenso mysteriöse wie spannende Indoor-Szenen. Die chinesische Kultur wird in der 25. Episode der erfolgreichsten ARD-Donnerstagskrimi-Reihe „Nord bei Nordwest“ (NDR, Degeto / triple pictures) nicht nur als audiovisueller Reiz für ein magisches Ambiente genutzt, auch die unmenschliche Realpolitik Chinas, die ethnischen Säuberungsaktionen, insbesondere die Verfolgung der Uiguren, hat Holger Karsten Schmidt geschickt in den Genre-Plot integriert. Und beziehungstechnisch? Obgleich sich Wagner im Urlaub verliebt und deshalb gekündigt hat, kommen sich Jacobs und sie näher als je zu vor. Außerdem gibt es Klasse-Dialoge, Glückskeks-Weisheiten und düster-knallig-bunte Giallo-Atmosphäre.
22.01.2026
23:45
ARD
Reihe
Schönemann, Klinge, Lohse, Holger Karsten Schmidt, Steffi Doehlemann. Wem so viel Fremdes widerfährt…
„Fette Ente mit Pilzen“ entpuppt sich als Agenten-Krimi mit Thriller-Momenten und besticht durch ebenso mysteriöse wie spannende Indoor-Szenen. Die chinesische Kultur wird in der 25. Episode der erfolgreichsten ARD-Donnerstagskrimi-Reihe „Nord bei Nordwest“ (NDR, Degeto / triple pictures) nicht nur als audiovisueller Reiz für ein magisches Ambiente genutzt, auch die unmenschliche Realpolitik Chinas, die ethnischen Säuberungsaktionen, insbesondere die Verfolgung der Uiguren, hat Holger Karsten Schmidt geschickt in den Genre-Plot integriert. Und beziehungstechnisch? Obgleich sich Wagner im Urlaub verliebt und deshalb gekündigt hat, kommen sich Jacobs und sie näher als je zu vor. Außerdem gibt es Klasse-Dialoge, Glückskeks-Weisheiten und düster-knallig-bunte Giallo-Atmosphäre.
21.01.2026
00:45
HR
Fernsehfilm
Florian Lukas, Anna Fischer, Kraume. Köstlicher Krimi-Quatsch mit (roter) Soße
„Der König von Berlin“ ist nach dem Roman des Kabarettisten Horst Evers entstanden. Man merkt’s: Viel Handlung muss Lars Kraume unter einen Hut bringen. Dramaturgisch keine leichte Aufgabe. Der Komödienkrimi lebt weniger von Pointen, setzt umso mehr auf Running Gags und das Komikpotenzial seines Personals. Gut ist die irre, Subtext-reiche Grundidee: Ratten in der Hauptstadt, auch wenn es der Berlin-Satire an Biss fehlt. Das Beste ist das hinreißende Duo, das die Genres & Tonlagen zusammenhält: Florian Lukas und Anna Fischer, die aus ihren Ermittlern ein liebenswertes, kultverdächtiges Pärchen machen. Und weil der Regisseur Kraume dem Autor Kraume hilft, wird aus der Groteske ein ziemlicher Spaß.
21.01.2026
01:30
NDR
Reihe
Beckmann, Sarnau, Preuss, Doppelbauer, Gleschinski, Oeller. Eine Welt ohne Zusammenhalt
Verzweiflung, Wut und jede Menge Drama an der Ostseeküste: In der Rostocker „Polizeiruf“-Episode „Tu es!“, die vom jungen Rostocker Regisseur Max Gleschinski herausragend inszeniert wurde, wird aus dem scheiternden Dialog der Generationen ein spannendes Krimidrama. Eine junge Frau nimmt sich das Leben, vier Wochen später folgt ihr ein junger Mann in den Tod. Zuvor ersticht er eine Frau, die zufällig mit ihm in derselben Straßenbahn fuhr. Im Mittelpunkt des verwickelten Drehbuchs von Florian Oeller steht die Figur eines Lehrers, schön doppelbödig gespielt von Sebastian Jakob Doppelbauer. Überzeugend auch Lina Beckmann und Anneke Kim Sarnau als Ermittlerinnen, die in ihrem sechsten gemeinsamen Fall eng zusammenrücken, sowie Uwe Preuss, der den diesmal stärker als sonst miteinbezogenen Kripochef Henning Röder spielt. Bildgestaltung (Hanno Lentz) und Musik (Bert Wrede) verleihen dem traditionell düsteren Rostocker „Polizeiruf“ eine besondere Note.
21.01.2026
22:00
SWR
Reihe
Harald Krassnitzer & Adele Neuhauser. Dank Suchterfahrung & Diät in Hochform!
Ein bulgarischer Killer und Einbrüche im großen Stil halten Eisner & Co in Atem. Den Rest besorgen die besorgniserregenden Leberwerte. „Ausgelöscht“, Krassnitzers 25. „Tatort“ als Kommissar, hat dramaturgisch & Ermittler-technisch alles, was ein guter (Reihen-)Krimi haben sollte. Und der präzise von Harald Sicheritz inszenierte Film hat vor allem eines: Wiener Schmäh. Auch deutsche Ermittler können einen „spannenden“ Umgangston finden – aber da hört man oft das „Klickediklick“ des Autors dahinter. Bei diesem Paar „fließt“ es. Krassnitzer, wie er den von der Diät angefressenen Eisner hingrantelt, und Adele Neuhauser als „Bibi, Puppe“, der nichts Menschliches fremd ist, das passt wie der Grinzing nach Wien.
21.01.2026
22:10
MDR
Reihe
Maria Simon, Gregorowicz, Clemens/Wettcke, Stephan Rick. Es steht viel auf dem Spiel
Der „Polizeiruf“ aus Brandenburg hat sich zu einer ernstzunehmenden Farbe im Reigen der ARD-Sonntagskrimis gewandelt. Früher waren die Beiträge vom RBB ein Garant für Entschleunigung, aber „Tod einer Journalistin“ (RBB / Real Film) bietet eine richtig gute Mischung aus Krimi und Politthriller. Die Geschichte handelt vom geplanten Bau eines polnischen Atomkraftwerks; die deutsch-französischen Betreiber gehen offenbar über Leichen, um die Mauscheleien bei der Standortsuche zu verheimlichen. Die Geschichte ist wegen diverser interessanter Nebenfiguren ziemlich komplex, die Inszenierung fesselt auch dank der guten Arbeit mit den Schauspielern. Außerdem leistet sich der Film den Luxus, bereits nach wenigen Minuten auf eine potenzielle Hauptdarstellerin zu verzichten.
21.01.2026
22:25
3sat
Fernsehfilm
Hübchen, Mädel, Metschurat, Mayer, Osburg, Lotz. Ohne diese deutsche Innerlichkeit!
Was passiert, wenn das Glück ohne jede Vorahnung für immer zu erlöschen droht, oder umgekehrt, wenn in eine dunkle Lebensphase urplötzlich ein vermeintlich heller Lichtstrahl der Hoffnung fällt, davon erzählt „Tage des letzten Schnees“ (ZDF / Network Movie), ein Fernsehfilm nach dem Roman von Jan Costin Wagner. Trotz eines Kommissars, der als Bindeglied zwischen den beiden Erzählsträngen – ein Unfall mit Todesfolge und eine neue Liebe – fungiert, sind Buch wie Film keine Spannungskrimis, sondern sie sind Charakter-Studie und Drama, die die Möglichkeiten zeigen, wie man mit Tod und Trauer, Einsamkeit und Schmerz umgehen kann. Der Film besitzt philosophische Tiefe, er bespiegelt die tragischen Umstände des Menschseins, statt nach einer lebenspraktischen, psychologischen Lösung zu suchen, wie es häufig themenorientierte Fernsehfilme tun. „Tage des letzten Schnees“ ist top besetzt, dramaturgisch und filmästhetisch eine kleine Offenbarung.
21.01.2026
22:50
NDR
Fernsehfilm
Berlin, Stark, Möhring, Fulton-Smith, Eisfeld, Gutschmidt. Zwei Auschwitz-Überlebende & der Prozess von Nürnberg
Im Mittelpunkt des historischen Dokudramas „Nürnberg 45“ (alle ARD-Sender / Zeitsprung Pictures) stehen weniger das Gerichtsverfahren selbst oder die angeklagten Nazi-Täter, sondern die Geschichten von zwei jungen Auschwitz-Überlebenden: Ernst Michel und Seweryna Szmaglewska sind als Reporter und geladene Zeugin in Nürnberg. Die Spielszenen nehmen neben Interviews und Archivmaterial einen eigenständigen, großen Raum ein und verbinden sich zumeist harmonisch mit dem dokumentarischen Material – wobei man allerdings auf Spielszenen aus dem KZ Auschwitz besser weitgehend verzichtet hätte. Dennoch beweist das Team um Autor Dirk Eisfeld und Regisseur Carsten Gutschmidt wieder einmal, dass man auch heute noch überraschend und erkenntnisstiftend über die Zeit der Naziverbrechen und ihrer Aufarbeitung erzählen kann.
21.01.2026
23:30
SWR
Serie & Mehrteiler
Mehmet Kurtulus, Bauerett, Berger, Cukrowski, Richter, Knauer. Reduktion & Coolness
Ein hartgesottener Profi und eine unerfahrene Dorfpolizistin sind die Protagonisten in dem ARD-Zweiteiler „Mordach – Tod in den Bergen“ (UFA Fiction). Ein Gegensatz-Doppel, wie es typisch ist für deutsche Krimis. Autor Thomas Berger und Regisseur Roland Suso Richter machen allerdings etwas durchaus Sehenswertes daraus. Markante Typen, die Physis des überzeugenden Duos Mehmet Kurtulus & Sarah Bauerett, das Gespür für Bilder, das zeichnet diesen Zweiteiler aus und unterscheidet ihn darüber hinaus von anderen Hochglanz-Krimis, die oft mit zu vielen Figuren und stereotypen Nebenplots, sprich: banalen Dorf- und Familiengeheimnissen, aufwarten. In „Mordach“ ist alles ein bisschen drüber. Kein Krimi, den man mit der Realität abgleichen sollte. Dieses Bilderbuchdorf der Vorurteile und der Fremdenfeindlichkeit gerät dann allerdings doch ein bisschen zu grob geschnitzt! Der Rest ist gutes Genre-Handwerk mit Hang zur Räuberpistole ohne Räuber, dafür mit BKA-Präsenz. Was andere mit Ironie & Witz garnieren, erreicht dieser Film mit Reduktion & Coolness.
tittelbach.tv ist mir was wert
Mit Ihrem Beitrag sorgen Sie dafür, dass tittelbach.tv kostenfrei bleibt!
Foto: RTL / Mitch Stöhring Feministischer Racheengel: Marie Bloching in der preisgekrönten RTL-Serie „Angemessen Angry“. MeToo-Geschichte im Genre-Gewand!
Foto: NDR / Oliver Feist Ein Serien-Highlight im Dezember 2024: „Finsteres Herz – Die Toten von Marnow 2“ (ARD) mit Petra Schmidt-Schaller & Sascha Geršak
Foto: ZDF / Frank Dicks Sogar im ZDF sind jetzt die Vampire los. Mehr als ein stilvolles Horror-Teenie-Drama: „Love sucks“ mit Damian Hardung & Havana Joy
Foto: ZDF / Stefanie Leo Eine Weihnachtswunder-Komödie: witzig, märchenhaft schön, clever konzipiert & originell. Kalenberg, Malton & Amft in „Zitronenherzen“
















