Meine Lieblings-Alben 2024

Wenige Superstars, zahlreiche Indie-Größen und einige coole Entdeckungen

Während viele bereits mit Mitte 40 nur noch die Alben ihrer Jugend hören, fasziniert mich nach wie vor auch die Musik der Gegenwart: 2024 war ein gutes Popmusik-Jahr. Billie Eilish, Beyoncé, Green Day, Nick Cave, Taylor Swift, Mark Knopfler, The Cure – die Megastars haben abgeliefert. Aber noch interessanter sind die vergleichsweise kleinen Alben von Indie-Größen wie Vampire Weekend, St. Vincent, Joan as Police Woman, MGMT, Galliano, Tindersticks, Pixies und die Entdeckungen wie Noga Erez, Los Bitchos, The Last Dinner Party oder Sound-Chaot Jaakko Eino Kalevi.

Mit meinen persönlichen Musik-Highlights möchte ich weniger meine Popmusik-Kennerschaft zur Schau stellen, sondern vielmehr ästhetisch Gleichgesinnten Tipps geben. Genauso wie auch denen, die für die Soundtracks von TV-Produktionen verantwortlich sind: Im nischigen Serien-Bereich hat sich auch musikalisch einiges getan. Da muss es erfreulicherweise nicht immer dudeliger Mainstream sein. Bei Fernsehfilmen für die ältere Zielgruppe hingegen glaubt man noch immer, die Zuschauer mit dem Soundtrack ihrer Jugend locken zu müssen. Man könnte es ja auch mal etwas anspruchsvoller und abwechslungsreicher versuchen. Es muss nicht immer „Last Christmas“, „Make Me Smile (Come Up and See Me)“ oder Paolo Contes „Via Con Me“ sein.

30
The Jesus and Mary Chain
GLASGOW EYES

Ganz die Alten: mal noisig, mal wehmütig poppig, mal schwelgerisch, mal schön verzerrt

29
Pet Shop Boys
NONETHELESS

Und sie schaffen’s immer wieder! Man kann sich die 10 Synthie-Pop-Ohrwürmer auch zu Herzen nehmen.

28
Mark Knopfler
ONE DEEP RIVER

Auch Album 10 ohne Dire Straits lässt sich gut auf der Couch hören: schöne Melodien mit Americana-Touch

27
Chromeo
ADULT CONTEMPORARY

Glamouröse Disco-Funk-Melange, glatt produziert, trotzdem ein ziemlich perfekter Groove to move

26
Liam Gallagher John Squire
LIAM GALLAGHER JOHN SQUIRE

Mehr Britpop-Kult geht nicht: Oasis meets Stone Roses!

25
The Lemon Twigs
A DREAM IS ALL WE KNOW

Sixties-Pop-Pastiche für Nostalgiker: Good Vibrations!

24
Fontaines D.C.
ROMANCE

Stehen vorm großen Durchbruch: weniger Postpunk, mehr Hook-reicher Rock, in jede Richtung offen

23
Green Day
SAVIORS

Wie machen die das?! Die Post-Punk-Rocker wieder mit einer handvoll hinreißender Ohrwürmer!

22
The Smile
CUTOUTS

Drittes, eingängigstes Werk der Radiohead-Köpfe: mal jazzig, mal krautrockig, immer dicht & komplex.

21
Michael Kiwanuka
SMALL CHANGES

Zeitgemäßer Neo-Soul, ein Sound, noch eleganter, weicher & breitflächiger dahinströmend als bisher

20
Kim Deal
NOBODY LOVES YOU MORE

Indie-Legende (Pixies, Breeders) mit ihrem Solo-Debüt zwischen gutgelauntem Twang, Noise & Altersmilde

19
London Grammar
THE GREATEST LOVE

Ätherischer Dreampop, auf dem vierten Album so wiedererkennbar & betörend gesungen wie nie zuvor

18
Tindersticks
SOFT ISSUE

Einzigartige Klangwelten seit 30 Jahren: „ein prädestiniertes Kopfhöreralbum für die einsamen Stunden“ (ME)

17
Beth Gibbons
LIVES OUTGROWN

Märchenhaft, reduziert & voller Geheimnisse: die Portishead-Stimme und ihr Electro-Minimalismus 2024

16
The Libertines
ALL QUIET ON THE EASTERN ESPLANADE

Nach der musikalischen Läuterung Pete(r) Dohertys ist nun seine legendäre Garagenrock-Band dran.

15
The Last Dinner Party
PRELUDE TO ECSTASY

Achtung, Top-Debüt! Fleetwood Mac, Abba, Glamrock, New Wave, Britpop: ein Girlie-Pop-Mix zum Verlieben!

14
Nick Cave & The Black Seeds
WILD GOD

Crooner-Easy-Listening, mal düster, mal leidenschaftlich, mal kitschig

13
MGMT
LOSS OF LIFE

Keine Band kennt die Popgeschichte so gut. MGMT klingen dabei aber nie unangenehm eklektizistisch.

12
The Black Keys
OHIO PLAYERS

Relaxter, sehr eingängiger Retro-Rock, der auch vor Funk & Balladen nicht zurückschreckt

11
St. Vincent
ALL BORN SCREAMING

Typisch Annie Clark: 10 Mal hören, dann (erst) dringt man in die Songstrukturen ein! Live: göttlich cool

10
Father John Misty
MAHASHMASHANA

Schwelgerischer, extravaganter Breitwand-Crooner-Pop, ein Wärmekissen für nasskalte Wintertage.

9
Beyoncé
COWBOY CARTER

Warum sollte man die Country-Musik weißen Hinterwäldlern überlassen? Trump dürfte diese Platte hassen.

8
Pixies
THE NIGHT THE ZOMBIES CAME

Großes kleines Alterswerk. Nur noch selten laut, häufiger entspanntes Songwriting mit Americana-Touch

7
The Waeve
CITY LIGHTS

New Waviger Brit-Pop-Rock vom Feinsten – von Roxy Music-Saxofon bis Cocteau-Twins-Elfengesang

6
Taylor Swift
THE TORTURED POETS DEPARTMENT

Ich hasse ihr Megastar-Image, aber seit „Folklore“ (2020) liebe ich ihre Musik.

5
Joan As Police Woman
LEMONS, LIMES, ORCHIDS

Zerbrechlicher Soul, glasklare Stimme, im Gegensatz zum Vorgänger-Album minimalistisch instrumentiert

4
Noga Erez
THE VANDALIST

Rap meets Pop – diese coole Israelin hat Power, platzt vor Ideen und hat auch politisch eine korrekte, natürlich Netanjahu-kritische Haltung. Für mich die Überraschung (= Neuentdeckung) des Jahres!

3
Vampire Weekend
ONLY GOD WAS ABOVE US

Verbreiten seit 17 Jahren gute Laune. Hochkomplexer, dichter Indie-Pop, der absolut leicht & locker klingt

2
Galliano
HALFWAY SOMEWHERE

Ein Lebenszeichen nach 28 Jahren: Für Körper & Seele – cooler Roots-Reggae-Acid-Jazz-Pop. Auch live top! Mir unverständlich, gab es 2025 nur ein Konzert in Deutschland. Die Fahrt nach Frankfurt hat sich gelohnt!

1
Billie Eilish
HIT ME HARD AND SOFT

Ein Ex-Teeniestar wird erwachsen (und hat einen Über-Song dabei): Schwermut kann nicht nur Lana del Rey.

BONUS: The Cure
SONGS OF A LOST WORLD

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Zurück nach 16 Jahren: Waren die New-Wave-Gothic-Pioniere nicht immer schon verkappte Progrocker?

Bonus: Camera Obscura
LOOK TO THE EAST, LOOK TO THE WEST

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Zurück nach 11 Jahren: melancholischer Indie-Pop zum Dahinschmelzen

Bonus: Eels
EELS TIME

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Album 15, klingt ähnlich wie die Vorgänger, aber immer wieder schön!

Bonus: Erlend Øye & La Comitiva
La Comitiva

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Brasilianische Grooves mit norwegischen Singer-Songwriter-Skills: einer meiner Sommer-Hits

Bonus: Gossip
REAL POWER

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Zurück nach 12 Jahren: Punkattitüde trifft auf Disko-Sound & Powerpop

Bonus: Jaakko Eino Kalevi
Magic Chaos

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„Dark Easy? Wave Listening? Gruft-Jazz? Nach wie vor müsste man für den Finnen ein eigenes Genre erfinden.“ (Musikexpress)

Bonus: Justice
HYPERDRAMA

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Daft Punk und Air (?) sind Geschichte. Es lebe neben Phoenix die vierte französische Electronic-Combo!

Bonus: Laetitia Sadier
ROOTING FOR LOVE

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Magisch schwebende Sounds & ätherisch schön wie immer der Gesang der Stereolab-Mitbegründerin

Bonus: Los Bitchos
TALKIE TALKIE

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Das geht ab: Cumbia meets Disco-Funk, instrumental und perfekt für den nächsten Tarantino!

Bonus: Os Barbapapas
ENIGMA

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„Lounge-Jazz-Tropicalia mit federleichten Glasharfenklängen und Reiseimpressionen aus Marokko und Äthiopien“ (Musikexpress)

Bonus: Rosie Lowe
LOVE, OTHER

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Hochkomplexer, elektronisch angehauchter & sehr nachhaltiger weißer Soul!

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