Premieren
Monatsüberblick März
Sonntagskrimis der Extraklasse, drei (!) Fernsehfilme im Ersten, zwei Top-Dramen im ZDF, keine Serien, dafür weitere Krimis & auch gutes Leichtgewichtiges
(tit.) Was die 90-Minüter angeht, bieten die Premieren im März ein klein wenig mehr thematische Vielfalt und Genre-Abwechslung als die beiden enttäuschenden Monate zuvor. Wie man Spannung jenseits des klassischen Krimi-Formats psychologisch stimmiger und emotional nachhaltiger erzeugen kann, zeigen die Dramen „In fremden Händen“ (ZDF, 2.3.) mit Désirée Nosbusch, Picco von Grote und Robert Hunger-Bühler und „Eine bessere Welt“ (ZDF, 23.3.) mit Peri Baumeister. Der erste Film erzählt unversöhnlich konsequent, mit einem fiesen Finale von einer raffinierten Erbschleicherin, der zweite davon, wie die virtuelle Gewalt eines sexistischen Shitstorms zu einer realen Bedrohung werden kann. Sehenswertes in einer völlig anderen Tonlage bieten endlich mal wieder die ARD-Mittwochs-Fernsehfilme. In „Louma – Familie ist kein Kinderspiel“ (25.3.; Kritik folgt) geht es um eine ungewöhnliche Patchworkfamilien-Konstellation – tragisch, lebensklug, optimistisch. Nach der Komödie „Faltenfrei“ (2021) und dem Transgender-Drama „Ungeschminkt“ (2024) folgt jetzt der dritte Streich des kreativen Trios, Autor Uli Brée, Regisseur Dirk Kummer und Adele Neuhauser: „Makellos – Eine kurze Welle des Glücks“ (ARD, 11.3.), eine intrigenreiche Emanzipationsgeschichte zwischen Ehe-Frust und Callboy-Lust. Noch eine Spur lockerer geht es zu in der Beziehungskomödie „So haben wir dich nicht erzogen“ (ARD, 18.3.) mit Brigitte Hobmeier und Gerti Drassl. Ein lesbisches Paar kann es nicht fassen, was die Tochter da nach Hause bringt: einen Mann, dazu noch ein Tiroler! Bei diesen beiden Produktionen ist der Einfluss der erfrischenden österreichischen Lebensart unverkennbar. Das Gleiche gilt für die kreative Kraft im Spannungsgenre: „Im Schatten der Angst – Der Skorpion“ (ZDF), der dritte Film der losen Reihe mit Julia Koschitz, erinnert zumindest ein Stück weit an die deutsch-österreichische Ausnahme-Krimidrama-Reihe „Spuren der Angst“. Eine weitere sehenswerte Koproduktion gibt es im Ersten: „Der Salzburg-Krimi – Am seidenen Faden“ (5.3.) mit Fritz Karl als forensischer Psychologe.
Wiederholungen
Der Berlinale-Gewinner ab 5. März im Kino – und t.tv hat bereits eine Kritik zu İlker Çataks „Gelbe Briefe“
Liebe User, auch nach der Weihnachtszeit brauche ich Piepen. Dank allen, die bereits gespendet haben!
Foto: Arte Vielschichtige, meisterhaft inszenierte Arte-Serie nach Bergman/Ullman-Film in der Mediathek: „Faithless“
Mutter des postmodernen Serienfernsehens: „Twin Peaks“, alle 3 Staffeln, 48 Folgen. arte.tv (bis 19.12.)
Kinokritiken: „Sie glauben an Engel, Herr Drowak?“ mit Karl Markovics & „Ein fast perfekter Antrag“
Lust am RANKING. Sorgfältige Ranglisten sind sinnvoll & sexy
Die Rankings auf tittelbach.tv bewerten deutsche Fernsehfilme, Popmusik, Kinofilme und internationale Serien. Rankings vereinfachen, sind klar strukturiert, vergleichend, extrem subjektiv, und sie bieten rasch Orientierung, provozieren Kommunikation. Sie sind spielerisch & spannend, Internet- & Smartphone-affin. Und der perfekte Service bei knappen Zeitressourcen.
TRAILER aktuell laufender Top-Produktionen
Wem Bilder mehr sagen als viele Worte… Auf DIESER Seite gibt es TRAILER von aktuell in den Mediatheken, bei den Streamern oder im Free-TV laufenden Filmen/Serien. Darunter können auch Produktionen (z.B. Kinofilme) sein, die wir nicht besprochen haben, die wir aber kennen und empfehlen können: Wie alles auf tittelbach.tv ist es eine kuratierte Auswahl.
Das Ungleichgewicht der TV-Formate
Die 20 besten deutschen Serien 2024
Die deutschen Serien im Jahre 2024 können sich sehen lassen. Neben den beiden Leuchttürmen „Die Zweiflers“ und „Herrhausen“ gab es über 20 Serien hierzulande, die mich überzeugt bzw. begeistert haben: packende Prime-Time-Thriller, wohltuend nischigere Genrekunst, originelle, kleine Produktionen, vornehmlich für die Mediathek. Sieben von 20 Serien kommen von Streamern. Die waren schon mal innovativer & kreativer. Ranking: 20 Top-Serien im Überblick
Kinofilm-Highlights 2024 im Stream
2024 war endlich wieder ein sehr gutes Jahr für das Qualitätskino. Ob auf der großen Leinwand oder auf dem Flatscreen daheim – die rund 40 Filme, die ich aus dem Jahrgang gesehen habe, taten den Sinnen, der Seele & dem Geist gut und sie kosteten weniger – vor allem Lebenszeit! – als die rund 25 internationalen Serien, die mich 2024 begeisterten. Es muss nicht immer Mainstream sein. Dann doch lieber Streaming intelligenter Kinofilme. Ranking: die 25 besten im Überblick
Foto: MDR / Felix Abraham Einschaltquoten: Die Fiction-Top-Hits. Alles Krimi oder was?!
Erfreulicherweise spielt in Zeiten der Mediatheken die Einschaltquote nicht mehr DIE Rolle, die sie einmal für die Programmplanung gespielt hat. Ohne junge Serien für die, die nur noch streamen, und ohne anspruchsvolle TV-Dramen würden ARD und ZDF ihren gesellschaftlichen Programmauftrag nicht erfüllen. Außerdem gäbe es keine Preise mehr für deren Fiktion. Diesem Artenschutz zum Trotz, dem sich t.tv auch verschrieben hat, mit einem gelegentlichen Bonus für aussterbende Gattungen, besitzen Charts einen besonderen Reiz. Deshalb gibt es monatlich die Top Ten der erfolgreichsten Fiction-Programme. Meine Prognose: Dieser Primetime-Quoten-Check wird ein Ranking der beliebtesten Krimis sein. Bin gespannt, wann es mal ein Nicht-Krimi unter die ersten zehn Filme/Serien schafft.
RANKING: internationale Serien 2024
Jetzt auch mit Kurz-Kritiken!
Die immer bessere Verfügbarkeit ausländischer Serien hat die Sehgewohnheiten verändert. Die deutsche TV-Fiktion muss sich auch am internationalen Angebot messen lassen. 2024 war ein recht gutes Jahr für internationale Serien. Es gab neben den rund 20 nationalen Top-Serien noch genug nicht-deutsche Produktionen – in den Kategorien dark & deep sowie locker & lustig – zu entdecken. Von denen kann man sich auch hierzulande was abgucken.
RANKING: Serien der goldenen Jahre
Jetzt auch mit Kurz-Kritiken!
Zu viele Streamer, zu viele Serien, zu wenig Zuschauer, zu wenig Money – die nächste Blase droht zu platzen. Ohnehin haben Netflix & Co in den letzten Jahren kaum überragende erwachsene Serien produziert. Wer der Aktualität nicht hinterherhechelt, der findet die besten (Drama-)Serien nach wie vor in der Goldenen Ära. Hier meine aktuelle Top Twelve der US-Drama-Serien zwischen 1999 und 2015. Zeitlicher Ausreißer: „Twin Peaks“ (ab 1990).
RANKING: Meine Lieblings-Alben 2024
(7.1.2025) Ohne Musik geht bei mir nichts. Während viele bereits mit Mitte 40 nur noch die CDs ihrer Jugend hören, fasziniert mich auch die Musik der Gegenwart: 2024 ist ein gutes Jahr. Billie Eilish, Beyonce, Green Day, Nick Cave, Taylor Swift, Mark Knopfler – die Megastars haben abgeliefert. Aber noch interessanter sind die kleinen Alben von Indie-Größen wie Vampire Weekend, St. Vincent, Joan as Police Woman, MGMT oder Galliano. Einiges davon ist bestens geeignet für Serien-/Fernsehfilm-Soundtracks.
Rainer Tittelbach
Seiten-Konzept inklusive Layout-Entwurf, One-Man-Redaktion und Autor. Zu tittelbach.tv gibt es etwas zu lesen auf Wikipedia
Volker Bergmeister
Der Kritiker und Juror diverser Fernseh- & Film-Preise war eine große Hilfe beim Relaunch. Mehr über ihn bei Wikipedia
Martina Kalweit
Journalistin, lange Jahre TV-Spielfilm-Redakteurin und Jurymitglied beim Fernsehkrimi-Festival „Tatort Eifel“
Tilmann P. Gangloff
seit 1985 freiberuflicher Fernseh- und Filmkritiker für Tageszeitungen und Fachzeitschriften. Mitglied einiger Fernsehpreis-Jurys
Thomas Gehringer
Freiberuflicher Journalist aus Köln, schreibt für epd medien, „Tagesspiegel“ und andere regionale Tageszeitungen
Katharina Zeckau
TV-Kritikerin für KNA, Medienkorrespondenz, Filmdienst, seit 12/2024 für t.tv; außerdem Reporterin für den BR
Alles State of the Art. Was bringt das neue tittelbach.tv?
Es ist so weit. Das neue tittelbach.tv geht an den Start. Es ist eine völlig andere Seite: Content-Management-System, Webdesign, inhaltliche Struktur, die Startseite, die optische Anmutung der Kritiken, die Nutzungs-Optionen – alles neu, alles State of the Art. Das Relaunch musste sein. Der 2009 konzipierte „fernsehfilm-beobachter“ war üersichtlich und handlich, aber auch starr, unbeweglich, inhaltlich überfüllt und: eine digitale Zeitbombe! Die neue Seite ist reduziert, flexibel und endlich auch ein Genuss für Smartphone- und Tablet-Nutzer. Ich habe die neue Form schnell akzeptiert. Ihnen/Euch wird es ähnlich gehen. Hat man erst mal die für sich angenehmste Seitendarstellung gefunden, sich mit dem neuen Aufbau vertraut gemacht, wird sich bald ein Gewöhnungseffekt einstellen. Denn die Vorteile überwiegen deutlich.
Premieren 2025/26 & Previews
Streaming-Highlights 2025
Aus Zuschauersicht gibt es genügend gute deutsche Serien zum Streamen. Auch an Krimi-Reihen besteht kein Mangel. Gibt es bald wieder mehr Fernsehfilme?
(tit.) Der Trend des ersten Halbjahres 2025 hat sich nach der Sommerpause bestätigt. Das hohe Serien-Niveau des vergangenen Jahres kann m.E. nicht ganz gehalten werden. Den Leuchttürmen der ersten beiden Quartale, „The Next Level“ (ARD), „Krank Berlin“ (Apple TV+), „Parallel Me“ (Paramount+) oder „Die Affäre Cum-Ex“ (ZDF), stehen „Call my Agent Berlin“ (Disney+), „Chabos“ (ZDF), „Ku’damm 77“ (ZDF, seit 27.12. bereits im Stream) und das Katastrophendrama „Hundertdreizehn“ (ARD/ORF) aus der zweiten Jahreshälfte gegenüber. Ob diese Produktionen an 2024er-Serien wie „Die Zweiflers“ (ARD), „Kafka“ (ARD), „Angemessen Angry“ (RTL+), „Zeit Verbrechen“ (RTL+), „Sexuell verfügbar“ (ARD), „Oh Hell“ (Magenta TV), „Der Informant“ (ARD), „Reset“ (ZDF), „Achtsam Morden“ (Netflix), „Perfekt verpasst“ (Prime Video), „Finsteres Herz – Die Toten von Marnow 2“ (ARD) etc. heranreichen, das muss jeder selbst beurteilen. Noch steht genügend gutes deutsches Programm zum Streamen bereit. Das größere Problem für Normalzuschauer besteht eher darin, den Überblick zu behalten, insbesondere über das Angebot an Serien, die nicht in aller Munde sind und die – anders als Reihen – nicht mit Gewöhnungs- und Wiedererkennungseffekten ihr Publikum ködern können.
tittelbach.tv versucht deshalb, Sehenswertes in Erinnerung zu rufen – mit Hilfe der Texte zu den Streaming-Highlights, den Serien- und Film-Empfehlungs-Listen in den Randspalten der Startseite und mit Hilfe der Rankings zu den deutschen Serien eines Jahres (Best of 2024). Dort werden für 2025 (in Arbeit) vermehrt Nicht-Mainstream-Serien ins Auge fallen, kleinere, preiswertere Nischen-Formate, mit denen ARD und ZDF jüngere Zuschauer ansprechen wollen. Die Schmankerl des ersten Halbjahres waren Serien wie David Schalkos absurd-düstere Anthologieserie „Warum ich?“ (ARD), die alltagsnahe Milieu-Dramedy „Marzahn – Mon Amour“ (ARD) mit Jördis Triebel, die angenehm ernsthafte Jungmänner-Comedy „Softies“ (RTL+), das schwarzhumorige „Drunter und Drüber – Chaos auf dem Friedhof“ (Prime Video), die Mundart-Coming-of-age-Komödie „Tschappel“ (ZDF) oder „Nighties“ (ZDF), eine Comedy rund um das Nachtschichtpersonal eines heruntergekommenen Hotels. Neueren Datums ist die bereits erwähnte Serie „Chabos“ (ZDF),