Die Maiwald – Verstärkung + Beziehungsweise

Doris Schretzmayer Michael A. Grimm, Matschulla, Mayer, Kriwitz. Eine Frau für alle Felle

05.03.2026 10:00 ZDF-Stream beide Episoden Streaming-Premiere
26.03.2026 20:15 ZDF Verstärkung TV-Premiere
02.04.2026 20:15 ZDF Beziehungsweise TV-Premiere
Foto: ZDF / Florian Licht
Foto Tilmann P. Gangloff

Der Auftakt zur möglichen neuen ZDF-Filmreihe „Die Maiwald“ (Polyphon) bietet die wohlbekannte österreichisch-deutsche Alpenvorland-Melange aus Medical und Beziehungskram, diesmal mit veterinär- statt humanmedizinischen Themen. Die beiden Filme sind nach den Standards des Genres mit ganz viel telegen ins Bild gerückter Landschaft (Salzburgerland) umgesetzt. Doris Schretzmayer in der Titelrolle und vor allem Michael A. Grimm als von Eheproblemen geplagter Bruder der Tierärztin sind sehenswert und lassen über die stellenweise recht betuliche Inszenierung hinwegsehen.

Natürlich sind Tirol und das Salzburgerland eine Reise wert, aber in Oberbayern ist es doch auch schön. Trotzdem werden seit einigen Jahren immer mehr deutsche Fernsehfilme im Nachbarland gedreht, und das keineswegs stets als Koproduktion mit dem ORF. Hierzulande soll die regionale Filmförderung im Wesentlichen die Produktionswirtschaft unterstützen; in Österreich wird sie vor allem als Investition in den Tourismus betrachtet. Das ist sicher nicht der einzige Grund für das Zustandekommen einer Reihe wie „Die Maiwald“ (ausnahmsweise ohne den ORF produziert), aber die vielen Aufnahmen der in der Tat herrlichen Gegend rund um Salzburg wecken selbstredend Urlaubswünsche.

Die Maiwald – Verstärkung + BeziehungsweiseFoto: ZDF / Lukas-Frederik Pfaff
Johanna Maiwald (Doris Schretzmayer) ist in ihrem Element. Genre-gemäß macht sich die Veterinärin nicht nur Sorgen ums liebe Vieh, beispielsweise Katze Polly, sondern ist auch zwischenmenschlich stets hilfsbereit, so bei der jungen Mutter Lisa (Zoe Moore).

Davon abgesehen folgen die beiden Filme inklusive der binationalen Besetzung dem gewohnten Standard solcher Reihen und Serien, die wahlweise dies- oder jenseits der Grenze zwischen den Bundesländern Bayern, Tirol und Salzburg spielen; manchmal, wie die „Die Toten von Salzburg“ (ZDF), auch hüben und drüben. Fast immer handelt es sich um Krimis oder „Medicals“. Dass die Titelfigur diesmal nicht Human-, sondern Veterinärmedizinerin ist, spielt keine Rolle: Ähnlich wie die Kolleginnen in der sehr verwandten ARD-Freitagsreihe „Zwei Frauen für alle Felle“ kümmert sich Johanna Maiwald (Doris Schretzmayer) in ihrer Dorfpraxis nicht bloß ums liebe Vieh, schließlich beschränkt sich ihr feines Gespür keineswegs auf alles, was da kreucht und fleucht. „Ist die Katze gesund, freut sich der Mensch“, hieß es einst in einer Futterwerbung, und selbstverständlich gilt auch der Umkehrschluss. Dass dem Bauern Andreas Reindl (August Schmölzer) die Lebensfreude abhandengekommen ist, hat jedoch nur indirekt mit dem Gesundheitszustand seiner Lieblingskuh Hermine zu tun: Der verbitterte Witwer hat seit Jahren keinen Kontakt mehr zu seinem nach Neuseeland ausgewanderten Sohn. Weil der Vater siebzig wird, überrascht Jakob (Bernhard Piesk) ihn mit einem unangekündigten Besuch. Die Begrüßung ist frostig. Der Alte war wohl schon immer ein Griesgram, aber mittlerweile ist er noch unleidlicher als sonst.

Im zweiten Film wehrt sich die junge Mutter Lisa (Zoe Moore) gegen die Übergriffigkeit ihres Freundes: Eigentlich ist Carlo (Joscha Kiefer) ein guter Kerl, aber er trifft dauernd Entscheidungen über ihren Kopf hinweg. Für ein bisschen Krimispannung sorgt die Frage, wer den beiden Katzen von Lisas Tochter nach dem Leben trachtet. Johanna hingegen ist aus freien Stücken Single. Das lässt zwar alle Möglichkeiten offen, zum Beispiel eine Romanze mit Jakob, aber es bleibt zunächst bei Sympathiebekundungen. Außerdem reicht ihr schon das Beziehungsgedöns ihres Bruders: Georg ist Bürgermeister und verheiratet. Als es im Rahmen einer Dienstreise in die Landeshauptstadt zu einem Seitensprung und Gattin Denise (Sonsee Neu) ihm auf die Schliche kommt, hängt der Haussegen schief. Weil sie ihn vor die Tür setzt, kehrt er zum Entsetzen seiner Schwester, die sich sehr bewusst dafür entschieden hat, allein zu leben, ins einstige Elternhaus zurück. Da Johanna zudem mit Denise befreundet ist, steht sie nun prompt zwischen den Stühlen. Michael A. Grimm ist zwar gebürtiger Münchner, weshalb sein Dialekt nicht recht passt, aber beim ZDF geht man wohl davon aus, dass das außerhalb Bayerns eh niemand merkt.

Die Maiwald – Verstärkung + BeziehungsweiseFoto: ZDF / Luka-Frederik Pfaff
Beziehungsalltag: Ist die Ehekrise zwischen Georg Maiwald (Michael A. Grimm) & seiner Frau Denise (Sonsee Neu) bewältigt? Johanna (Doris Schretzmayer) & Jakob Reindl (Bernhard Piesk) kommen sich näher. Bisher war die Tierärztin überzeugter Single.

Das klingt alles nicht sonderlich originell, und in der Tat haben die Drehbücher (Claudia Matschulla, Arnd Mayer) nicht viel mehr zu bieten. Halbwegs witzig ist immerhin die Suche nach Verstärkung: Weil das Wartezimmer ständig überfüllt ist, kann Mitarbeiterin Paula (Klara Eham), die gute Seele des Betriebs, ihre Chefin überzeugen, sich um Unterstützung zu bemühen, aber niemand will in die Provinz; erst recht nicht der arrogante Uni-Absolvent Karim (Atrin Haghdoust), der seine Zukunft in der Forschung sieht. Johanna hat ihm zwar verschwiegen, dass ihre Praxis auf dem Land liegt, aber er findet doch noch Gefallen an der praktischen Arbeit; allerdings hat auch er nicht die ganze Wahrheit gesagt. Mindestens so wichtig wie die kleinen und großen Herausforderungen medizinischer und menschlicher Art sind ohnehin die zwischen jeden Szenenwechsel geschnittenen Landschaftsbilder, immerhin tummelt sich „Die Maiwald“ auf dem Sendeplatz von „Bergdoktor“ und „Bergretter“. In diesen Reihen geht es deutlich dramatischer zu, entsprechend fällt die Inszenierung (Tina Kriwitz) stellenweise recht betulich aus. Seltsamerweise ist auch niemandem aufgefallen, dass Zoe Moore ihren Filmpartner in einer Szene „Max“ nennt. Ob das ZDF die Filme fortsetzt, ist noch offen.

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Reihe

ZDF

Mit Doris Schretzmayer Michael A. Grimm, Atrin Haghdoust, Sonsee Neu, Klara Eham, Bernhard Piesk, August Schmölzer, Christian Schneeweiß, Janina Elkin. Episodenrollen (1): Ferdinand Dörfler (2) Zoe Moore, Uschi Glas, Joscha Kiefer

Kamera: Florian Licht

Szenenbild: Christine Egger

Kostüm: Petra Neumeister

Schnitt: Michel Linzer

Musik: Anna Luca Mohrhenn, Philip Stegers

Soundtrack: Sanne Nilsson („Where I belong“, Titelsong)

Produktionsfirma: Polyphon

Produktion: Beatrice Kramm

Drehbuch: Claudia Matschulla, Arnd Mayer

Regie: Tina Kriwitz

EA: 05.03.2026 10:00 Uhr | ZDF-Stream

weitere EA: 26.03.+02.04.2026 20:15 Uhr | ZDF

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