„Guten Morden!“ So begrüßt der gewitzte Grazer Ermittler Sascha Bergmann (Hary Prinz) seine Kollegin Anni Sulmtaler (Anna Unterberger) im Dienstwagen. Es geht in ein kleines Dorf in der Steiermark. Dort wurde der Koch Mario Höfler (Kevin Brand) in der Küche erstochen. Der hat nicht nur als Vorsitzender des örtlichen Sparvereins Gelder verzockt, sondern auch als Schürzenjäger nichts anbrennen lassen. Verdächtige gibt es somit genug, denn er hat ja das halbe Dorf übers Ohr gehauen. Zudem hat er seine Partnerin Miriam (Christina Trefny), die samt Töchtern auf einem Pferdehof lebt, ebenso angepumpt wie seine wohlhabende Ex-Geliebte Ingrid Trieber (Ann-Kathrin Kramer). Hilfe bei den Ermittlungen bekommen Bergmann und Sulmtaler von der jungen Streifenpolizistin Lena Herzog (Maya Unger), die ihre Orts- und Menschenkenntnis in die Waagschale wirft und Spürsinn zeigt.
Foto: Degeto / ORF / Allegro / Stefan Robitsch
Stabwechsel in der Steiermark. Und den gilt es vorzubereiten. Maria und Wolfgang Murnberger verbinden – wie gehabt unter Verwendung von Figuren der Romane von Claudia Rossacher – im Drehbuch des 14. Steirer-Krimis die spannende Whodunit-Frage mit schwarzhumoriger Unterhaltung. Und sie bereiten den Übergang von der einen zur anderen Ermittlerin wohlüberlegt vor. Denn Soft-Macho Sascha Bergmann verliert schon wieder eine Partnerin. Miriam Stein spielte bis 2021 an der Seite von Hary Prinz, bevor sie von Anna Unterberger abgelöst wurde. Und die scheidet jetzt auf eigenen Wunsch aus der Reihe aus. In ihrem letzten Fall wird bereits ihre Nachfolgerin Lena Herzog (gespielt von Maya Unger) eingeführt. In „Steirerstich“ ist thematisch eine Menge drin: Es geht um enttäuschte Liebe, Rache, Betrug, Abschied und Neuanfang. Stamm-Regisseur Murnberger inszeniert die vollgepackte Geschichte mit fein dosierter Spannung und der charakteristischen Leichtigkeit der Reihe.
Trotz der Dramatik, die der Fall zum Ende hin bekommt, und der tragischen Wendungen bietet auch „Steirerstich“ diese kleine Prise Humor, die typisch ist für die Reihe. Zuständig dafür ist wie gewohnt vor allem das Ermittler-Duo: der mit allen Wassern gewaschene Chefermittler und seine eher nachdenklich gestimmte Kollegin. Ein Macho als Hauptfigur ist eigentlich längst nicht mehr zeitgemäß, aber wie Hary Prinz diese Rolle überhöht und persifliert und wie Anna Unterberger als Anni dagegenhalten darf, das funktioniert bestens und macht einen besonderen Reiz der österreichischen Krimireihe aus. Und so darf man auch bei der neuen Konstellation vor allem auf die Beziehungsdynamik gespannt sein.
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Noch sind wir bei Sulmtalers Abgang. Kantig und kernig sind die Charaktere, die hier in der dörflichen Enge agieren, die Kleinbürger vom Sparverein mit ihren Sorgen und Nöten. Für einen Farbtupfer besonderer Art sorgt Ann-Kathrin Kramer als unsentimentale Witwe. Die darf mächtig aufdrehen. Die tragischen Momente überlässt der Film anderen. „Steirerstich“ ist ein solider Krimi in einer soliden Reihe, die zwar nicht zu den Höhepunkten des „Landkrimi“-Labels zählt, aber für gute und spannende Unterhaltung sowie gesellschaftlich brisante Themen steht.

