Ein Neugeborenes, das im Wald ausgesetzt wurde, ruft Landärztin Johanna auf den Plan. Sie sucht die junge Mutter, findet sie und redet ihr ins Gewissen – anfangs vergeblich. Besser geht es in der Liebe. Mit dem Reiterhofbesitzer Daniel wird es immer ernster. Doch das junge Glück scheint gefährdet durch die drohende Insolvenz des Hofs, was auf Daniels Gesundheit schlägt. Turbulenzen auch auf dem Bergmeier-Hof: Der Schwiegersohn verabschiedet sich mal kurz in die große weite Welt und der Saisonarbeiter verdreht postwendend der verheirateten Tochter den Kopf. Aber auch Papa Bergmeier hätte nichts gegen einen so kraftvoll zupackenden Schwiegersohn. Die Konjunktur nagt am Wohlstand des österreichischen Bergdorfs Großraming. Allein Johannas Tante Marie und ihr Fritz haben keine finanziellen Sorgen: Die beiden haben im Lotto gewonnen – 5 Richtige mit Zusatzzahl. Doch allzu lange können sich die beiden nicht über ihren überraschenden Geldsegen freuen.
Fragen Sie Frau Johanna. Diese Landärztin weiß, wo’s längs geht!
Findelkind-Vater: „Was soll ich jetzt tun?“
Landärztin: „Für die Hanni da sein. Dich braucht sie jetzt am meisten.“
Findelkind-Vater: „Mei, ich koan’s noch gar net glauben, dass i Vater bin. I weiß doch gar net, wie das geht.“
Landärztin: „Ja, aber wie’s Kinderzeugen geht, das weißt’ schon. Und den Rest wirst du schon lernen. Und wenn du noch Fragen hast, kommst’ zu mir.“
Pferde, Hunde, Kinder, ein Baby, Schicksal vor Landschaft – das geht immer. In diesen Geschichten bekommt jeder Topf seinen Deckel – nicht immer, was die Liebe, sondern was die Dramaturgie angeht: finanzieller Druck hier, überraschender Geldsegen dort. Die vermeintlichen Anzeichen eines Herzinfarkts sorgen dafür, dass die Landärztin nicht nur als Kümmererin, sondern auch mal beruflich unterwegs ist. Dem Ehemann-Halodri wird der verantwortungsvolle Piefke-Knecht gegenübergestellt. Zu jeder These die passende Gegen-These – und die Synthese heißt zumeist Johanna Lohmann. Diese „Schicksalswege“ sind so überschaubar, die Konfliktsituationen so sehr mit Ansage zusammengeschraubt, dass es selbst in Anbetracht des seit jeher etwas grob gerasterten Heimatfilm-Genres ziemlich weh tut. Das Muster „Jede Erwartung wird doppelt bestätigt“ findet sich bei „Die Landärztin“ sogar in den Dialogen wieder. Daniel: „Also, ich finde schon, wir sind ein gutes Team… und hier ist genug Platz, sich aus dem Weg zu gehen.“ Darauf schaut Neubauers Johanna bedeutungsvoll auf und es kann nur der Satz kommen: „Vielleicht – will ich das ja gar nicht.“

