Tatort – Schürfwunden

WDR-"Tatort" von Niki Stein mit sozialer Bodenhaftung statt Botschaftszwang

Foto: WDR / Thekla Ehling
Foto Rainer Tittelbach

Wegen des Braunkohletagebaus muss ein ganzer Ort umgesiedelt werden. Ein Raubmörder auf der Durchfahrt, dem die Straßenführung das Handwerk legt, bringt Geldsegen und einige Menschen in arge Bedrängnis. Klug gebautes, klar inszeniertes Komplizen-Krimidrama.

Die Abrissbagger sind im Anmarsch. In der Dorfkneipe werden die letzten Biere gezapft und auf dem letzten Bauernhof kräht bald kein Hahn mehr. Ein bizarres Szenario entwickelt Niki Stein im neuen „Tatort“. Wegen des Braunkohletagebaus muss ein ganzer Ort umgesiedelt werden. Ein Raubmörder auf der Durchfahrt, dem nicht die Polizei, sondern die tödliche Straßenführung das Handwerk legt, bringt unverhofften Geldsegen und einige Menschen in arge Bedrängnis. Auch wenn es am Ende einige Tote und Verletzte gibt, zu Beginn haben Ballauf und Schenk statt einer vollständigen Leiche nur den Daumen eines Toten auf dem Tisch… „Schürfwunden“ ist ein filmischer Krimi-Hochgenuss. Klug gebaut und in der Auflösung klar, liegt in diesem Komplizen-Drama stets Spannung in der Luft. Dabei gibt das atmosphärische Drumherum den Ton an, die Abraumhalden, das Wildwest-Gebaren einiger Dörfler, die Innenansicht einer kaputten Gemeinschaft. Endlich mal wieder ein WDR-„Tatort“ mit sozialer Bodenhaftung statt penetrantem Botschaftszwang. (Text-Stand: 13.2.2005)

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Reihe

WDR

Mit Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär, Johanna Gastdorf, Stephan Kampwirth, Filip Peeters, Anna Schudt, Karoline Teska

Kamera: Arthur W. Ahrweiler

Schnitt: Corina Dietz

Musik: Ulrik Spies, Jacki Engelken

Produktionsfirma: Colonia Media

Drehbuch: Niki Stein, Frank Posiadly

Regie: Niki Stein

EA: 13.02.2005 20:15 Uhr | ARD

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