Nord bei Nordwest – Bei Einbruch Mord

Schönemann, Klinge, Lohse, Elkin, Cooper, Holger Karsten Schmidt, Judith Kennel. Cool, komplex, tragisch

Foto: NDR / Sandra Hoever
Foto Rainer Tittelbach

„Bei Einbruch Mord“ ist eine außergewöhnliche „Nord bei Nordwest“-Episode in einer ungewöhnlichen Genre-Tonlage. Ausgangspunkt des Drehbuchs von Holger Karsten Schmidt ist ein nahezu perfekter (Doppel-)Mord, wie ihn Patricia Highsmith sich nicht besser ausgedacht haben könnte. Statt absurder Komik und Beziehungsamüsement hat der Erfinder der erfolgreichsten ARD-Donnerstagreihe diesen äußerst elegant inszenierten Ermittlungsthriller mit einem exquisiten Melodrama-Ambiente narrativ aufgeladen. Diese im Fernsehen seltene Genre-Melange erinnert ebenso wie der untypische Score an Hitchcock, der ausgesprochen intelligente Einsatz von Rückblenden an den Film Noir. Die Raffinesse des komplexen Krimiplots, der noch einige Überraschungen in sich birgt, und die dichte Figuren-Psychologie inklusive Top-Cast sind zwar nicht ungewöhnlich für „Nord bei Nordwest“, waren aber selten so evident wie in „Bei Einbruch Mord“. Dieser Film Nr. 31 ist eindeutig ein Highlight der Reihe.

Ein nächtlicher Einbruch in eine Schwanitzer Luxusimmobilie entpuppt sich als ein perfektes Mordszenario. Der Einbrecher Jan Krüger (Tosja Merlin Kruppa) und seine Partnerin Nele Storm (Lana Cooper) dringen in das Haus von Leyla (Janina Elkin) und Malte Spiekermann (Moritz Vierboom) ein. Minuten später sind beide Männer tot. Die Frauen präparieren den Tatort, dann ruft die Hausbesitzerin die Polizei. Hauke Jacobs (Hinnerk Schönemann) und Hannah Wagner (Jana Klinge) kaufen der Frau die Rolle der trauernden Witwe ab, stoßen aber auf Ungereimtheiten: Da ist der nahezu unmögliche Einschusswinkel; außerdem war der Berufseinbrecher bisher immer ohne Schusswaffe unterwegs, und sein „Revier“ liegt eigentlich fernab von Schwanitz. Hatte Krüger also vielleicht einen Komplizen, der ihm den Tipp gegeben hat? Die beiden wollen jedenfalls Leyla Spiekermann verstärkt auf den Zahn fühlen. Die Aufgabe aber hat schon sehr viel effektiver Jule Christiansen (Marleen Lohse) übernommen. Sie kennt nämlich Leyla aus alten Zeiten. Beide spielten in einer Band. Dritte im Bunde war Nele, die Frau, die mit Leyla diesen mörderischen Pakt geschlossen hat. Sie habe Nele seit Jahren nicht mehr gesehen, behauptet Leyla. Noch glaubt Jule ihr. Wer Pferde liebt, kann keine Lügnerin sein. Doch sie weiß bald mehr und könnte sich mal wieder in große Gefahr bringen.

Nord bei Nordwest – Bei Einbruch MordFoto: NDR / Sandra Hoever
Das vermeintliche Einbruchsopfer wird zur Mörderin an ihrem Mann. Für die Polizei spielt Leyla (Janina Elkin) die trauernde Witwe.

„Bei Einbruch Mord“ ist eine außergewöhnliche „Nord bei Nordwest“-Episode in einer Genre-Tonlage, die so bisher noch nicht versucht wurde. Ausgangspunkt des Drehbuchs von Holger Karsten Schmidt ist der nahezu perfekte (Doppel-)Mord, wie ihn Patricia Highsmith sich nicht besser ausgedacht haben könnte. „Am liebsten würd‘ ich ihn umbringen“, sagt in einer Rückblende in der Mitte des Films Nele über ihren Freund Jan. Damit spricht sie Leyla aus der Seele. Gesagt, getan. Solange die Polizei keine Verbindung zwischen Leyla und Nele herstellen kann, ist der Doppelmord-Plan sicher. Doch Jule kommt den beiden auf die Schliche. Die Tonlage, die sich aus dieser Konstellation ergibt, ist weniger von Komik durchsetzt als üblich. Das Trio hat dringlichere Probleme zu lösen, als sich um seine amourösen Befindlichkeiten zu kümmern. Für ein Schmunzeln sorgen allein Herr Töteberg und vor allem Mehmet Ösker, der sein Praktikum am Beerdigungsinstitut nach jener Nacht – und einer grausigen Begegnung mit dem kurzzeitig wiederauflebenden Malte Spiekermann – umgehend wieder aufgibt. Da er zu seinem vorletzten Job als Immobilienmakler zurückkehrt, kann er später noch einmal als komischer Sidekick einen Kontrapunkt zur spannenden Krimi-Thriller-Handlung setzen (ohne dass eine neue Figur eingeführt werden müsste). Die Raffinesse des komplexen Krimiplots, der noch einige Überraschungen in sich birgt, und die dichte Figuren-Psychologie sind zwar nicht ungewöhnlich für die Reihe, waren aber selten so evident.

Nord bei Nordwest – Bei Einbruch MordFoto: NDR / Sandra Hoever
Rückblenden bestimmen den Erzählfluss. Nicht nur Leyla (Janina Elin), auch ihre Freundin Nele (Lana Cooper) wird misshandelt.

Die 31. Episode der Reihe verzichtet fast vollständig auf die Momente des Absurden. So köstlich und erheiternd dieser Nonsens sonst auch ist, in „Bei Einbruch Mord“ vermisst man ihn nicht. Denn Schmidt hat den Ermittlungsthriller mit einem exquisiten Melodrama-Ambiente narrativ aufgeladen. Das ist mehr als ein Ersatz. Das ist eine für eine Fernsehkrimi-Reihe höchst seltene Genre-Melange. Da fällt einem unweigerlich Hitchcock („Notorious“, „Vertigo“) ein. Die ungewöhnlich häufige Verwendung von Rückblenden erinnern an den Film Noir und sind ein raffiniertes Stilmittel, das „Bei Einbruch Mord“ – gemessen am TV-Standard – unvergleichlich macht. Denn diese Flashbacks sind hier kein bloßes Mittel zum Zweck, nein, sie schaffen ihre ganz eigene Erzähllogik. Die Abfolge der Rückblenden häuft nicht nur nach und nach relevante Informationen aus der Vergangenheit an, sondern überschreibt teilweise auch das bisher retrospektiv Erzählte – und zieht einen durch das ständige Vor und Zurück zunehmend in die Handlung. Diese ist durch Jules Alleingang ohnehin schon ausgesprochen spannend. Das, was in den Rückblenden erzählt wird, spielt für die Psychologie der Geschichte und die Sympathie-Vergabe auch eine ganz entscheidende Rolle: Malte Spiekermann war alles andere als ein liebenswerter Ehemann; er hat Leyla gedemütigt, betrogen, geschlagen, die Ehe war zerrüttet. Ein weiterer Reiz dieser filmischen Rückschauen: Der Zuschauer bekommt etwas anderes – die wahrhaftige Version – zu sehen als die Kommissare zu hören. Mit diesem Wissen beurteilt man als Zuschauer den kaltblütigen Mord moralisch differenzierter. Apropos Wissen: Erste Voraussetzung für all dies, ist das „Nord-bei-Nordwest“-typische partielle Zuschauer-Mehrwissen, das bereits nach sieben Filmminuten etabliert ist.

Die strukturelle, dramaturgische Klasse des Drehbuchs findet in Judith Kennels Regie ihr filmästhetisches Pendant. Die 23-minütige, dichte Exposition mit ihrer Einheit von Raum, Zeit und Handlung ist elegant inszeniert, clever verschnitten mit Hauke Jacobs, der mit Hund Holly Mensch-ärgere-dich-nicht spielt (zu Beginn also doch noch etwas Absurdes); und die Mordszene setzt auf eine realistische Lichtatmosphäre. Überhaupt, die Nacht macht sich als Handlungszeitraum immer gut. Was typisch (nicht nur) für „Nord bei Nordwest“ ist, sind die parallelen Montagen, die immer dann den Schauplatz wechseln, wenn es besonders spannend wird. In „Bei Einbruch Mord“ gibt es eine ästhetisch geschmackvolle Erweiterung des Parallelmontage-Prinzips (was möglicherweise schon im Drehbuch angelegt ist) in Richtung einer Art inneren Montage: Eine Szene fließt bruchlos in die nächste, der Schauplatz bleibt gleich, nur ein Teil der Figuren ändert sich. Gerade noch ist Jule mit Leyla zugange, da kreuzen plötzlich Jacobs und Wagner auf oder in einer späteren Szene Immobilienmakler Ösker. Ein anderes Mal versucht Nele aus der Telefonzelle Leyla anzurufen, da sieht man ganz im Hintergrund den sich nähernden Polizeiwagen. Das sind Feinheiten, aber genau die machen den Unterschied. Wie auch die Rückbesinnung auf coole Genre-Codes: So umweht Leyla, die wohlhabende Witwe, mit Kopftuch, Sonnenbrille und ein Mercedes-Cabrio aus den Sechzigern, ein Hauch Audrey Hepburn. Und der Score von Stefan Hansen gibt über weite Strecken das musikalische Wiedererkennungsmotiv der Reihe mit Akkordeon im Vordergrund auf, zugunsten eines orchestralen, schicksalhaft wirkenden Sounds, der nicht zufällig an Hitchcock-Krimi-Melodramen erinnert. Auch das Casting muss positiv hervorgehoben werden: Janina Elkin („Call my Agent“) und Lana Cooper („Looping“) sind perfekt besetzt und in ihrem Spiel im Spiel für alle Beteiligten im Film und den Zuschauer gleichermaßen glaubwürdig. Und der Film Noir steht nicht nur beim Finale am Strand stimmungsvoll Pate.

Nord bei Nordwest – Bei Einbruch MordFoto: NDR / Sandra Hoever
Außer einer Kurzmassage haben die neckischen Beziehungsspielchen in dieser „Nord bei Nordwest“-Episode Pause. Jacobs (Hinnerk Schönemann) und Wagner (Jana Klinge), vor allem aber Jule (Marleen Lohse), sind zu sehr mit dem Fall beschäftigt.

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2 Kommentare

  1. Bei langlebigen Reihen stellt sich irgendwann unweigerlich Routine ein. Die nächste Folge muss her, die bekannten Zutaten werden zusammengerührt, das bewährte Personal ist da – und bloß nichts wagen. Kein Risiko, kein Esprit, möglichst keine Irritation. Business as usual. Irgendwann erstarrt eine Reihe in Routine.
    Bei „Nord bei Nordwest“ ist das erstaunlicherweise ganz anders. Und „Bei Einbruch Mord“ ist dafür ein geradezu ideales Beispiel.
    Rainer Tittelbach spricht völlig zu Recht von einer „ungewöhnlichen Genre-Tonlage“ und einem Highlight der Reihe. Tatsächlich ist dieser 31. Film wieder einmal etwas, das man so bei „Nord bei Nordwest“ noch nicht gesehen hat: ein ausgesprochen eleganter Ermittlungsthriller mit Melodram- und Film-Noir-Elementen, Hitchcock-Anklängen und einer fast schon Patricia-Highsmith’schen Ausgangssituation. Und trotzdem fühlt sich das Ganze vom ersten Moment an nach Schwanitz an.
    Wie schafft diese Reihe das?
    Ich glaube, es sind mehrere Dinge, die hier ungewöhnlich gut zusammenspielen.
    Erstens: Man setzt neue Impulse, ohne den Fokus zu verlieren.
    „Nord bei Nordwest“ baut auf hervorragende Autoren, die ihr Handwerk beherrschen und offensichtlich nicht nachlassen. Reihenerfinder Holger Karsten Schmidt gehört ohne Frage zu den ganz Großen seines Fachs. Was soll man über sein Werk noch sagen? Vielleicht spricht ein Eintrag aus Holger Karsten Schmidts Gästebuch, den sein Kollege Leo P. Ard (Jürgen Pomorin), der wie er schon weit über 100 Drehbücher verfasst hat, auf seiner Homepage hinterlegt hat, für sich:
    „Geschätzter Kollege,
    gestern sah ich die Wiederholung von „Das Programm“, den ich bis zu Ende sehen musste, obwohl es weit nach Mitternacht war. Ich mache endlich das, was ich eigentlich schon länger vorhatte: dir zu schreiben, dass du für mich einer der besten deutschen Drehbuchautoren bist, wenn nicht sogar der beste. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich erfahre, dass ein Film nach deinem Drehbuch gezeigt wird. Ich bin noch nie enttäuscht worden. Obwohl ich auch schon 30 Jahre Drehbücher schreibe, kann ich immer noch etwas von dir lernen. Dafür danke ich dir und wünsche weiterhin viel Erfolg und Freude beim Schreiben.“
    Hinzu kommt Niels Holle, die sich über die Jahre so tief in den Schwanitz-Kosmos eingearbeitet haben, dass seine Bücher inzwischen einen ganz selbstverständlichen Teil dieser Welt bilden.
    Und gleichzeitig lässt man neue Stimmen und neue Regietalente zu. Man setzt auf erfahren Regisseure wie Judith Kennel oder Felix Herzogenrath, gleichzeitig bekommen neue Talente wie zuletzt Joana Vogdt oder jetzt Greta Benkelmann die Möglichkeit, ihre eigene Handschrift einzubringen.
    Das Ergebnis ist eine erstaunliche Mischung: Jede Folge ist anders. Mal Krimi-Groteske mit Ausflügen bis in den Slapstick, mal Drama, mal Märchen, mal fast Western, mal Horror – und diesmal Film Noir. Hinnerk Schönemann hat es mal treffend so zusammengefasst: „Nord bei Nordwest ist wie ein gleiches Gericht, dass jedes Mal anders schmeckt“
    Das ist vielleicht das Gegenteil von Routine: Man weiß nie genau, was man bekommt – aber man weiß, dass es Schwanitz sein wird.
    Zweitens: Die Reihe hat ein klares Prinzip – und trotzdem keine Schablone.
    Ich habe an anderer Stelle schon einmal Hitchcocks „North by Northwest“ als eine Art geistiges Prinzip der Reihe bezeichnet: Man nimmt einen vertrauten Ausgangspunkt und begibt sich dann gemeinsam mit den Figuren auf völlig unerwartetes Terrain.
    „Bei Einbruch Mord“ macht genau das. Ein scheinbar klassischer Kriminalfall entwickelt sich zu einem komplexen Spiel aus Schuld, Liebe, Verrat und Rache. Die Rückblenden verändern immer wieder unseren Blick auf das Geschehen. Und über allem liegt dieser ungewöhnliche Film-Noir-Ton.
    Drittens: der Cast.
    Hinnerk Schönemann ist natürlich das Gesicht der Reihe. Aber das Bemerkenswerte ist, dass er sich als Hauke Jacobs nie in den Vordergrund spielt. Das Team ist der Star.
    Jana Klinge, Marleen Lohse, Cem Ali Gültekin, Stephan A. Tölle, Joshy Peters und all die anderen Figuren gehören inzwischen so selbstverständlich zu diesem Kosmos, dass man sich Schwanitz ohne sie kaum vorstellen kann.
    Und die Beziehungen zwischen den Figuren werden nicht einfach verwaltet. Sie entwickeln sich. Das gilt besonders für Hauke, Hannah und Jule, deren „Liebesdreieck“ sich über Jahre entfalten konnte und in jeder Folge immer wieder neu austariert werden muss. Genau diese Langsamkeit ist eine der großen Stärken der Reihe.
    Viertens: die handwerkliche Konstanz.
    Auch hinter der Kamera wird offensichtlich auf Kontinuität und Qualität gesetzt. Liest man Publikumsreaktionen zu Fernsehfilmen, wird erstaunlich oft der schlechte Ton beanstandet. Nicht so bei „Nord bei Nordwest“: Maarten van de Voort ist seit der ersten Folge für den makellosen Ton verantwortlich, Stefan Hansen prägt seit Beginn die Musik. Solche Kontinuität ist bei einer inzwischen 31 Filme umfassenden Reihe nicht selbstverständlich.
    Und sie macht einen Unterschied. Man hat bei „Nord bei Nordwest“ nie das Gefühl, dass nach einer erfolgreichen Folge einfach das nächste Produkt „abgearbeitet“ wird. Gute Leute bleiben dabei. Gute Arbeit wird geschätzt. Und daraus entsteht über die Jahre etwas, das man nicht künstlich herstellen kann: eine gemeinsame Handschrift.
    Fünftens: die besondere Arbeitsatmosphäre.
    Aus den Äußerungen der Schauspieler und Regisseure wird immer wieder deutlich, wie sehr die Menschen diese Reihe mögen. Arnd Klawitter spricht ausdrücklich von einer „freien, kreativen und Mut machenden Stimmung“ am Set. Greta Benkelmann erzählt von dem Vertrauen, das ihr bei ihrem ersten Einsatz für die Reihe entgegengebracht wurde.
    Das ist kein Nebenaspekt. Wenn Menschen gern miteinander arbeiten, entstehen andere Filme, als wenn alle nur darauf warten, die nächste Folge möglichst unfallfrei abzuliefern.

    Sechstens: Die Reihe lässt ihre Mitstreiter wachsen.
    Hinnerk Schönemann darf inzwischen immer wieder Regie führen – und hat es mit drei hervorragenden Beiträgen (der vierte ist in der Postproduktion) zurückgezahlt. Andere Regisseurinnen und Regisseure bekommen ihre Chance. Neue Autoren kommen hinzu. Die Reihe hält also nicht krampfhaft an dem fest, was einmal funktioniert hat.
    Sie entwickelt sich weiter – ohne ihre Identität aufzugeben.
    Siebtens: und vielleicht zeigt sich die Qualität einer solchen Reihe am deutlichsten daran, wie sie mit ihren Figuren umgeht, wenn die Schauspieler sie verlassen.
    Der Abschied von Henny Reents alias Lona Vogt ist für mich dafür ein herausragendes Beispiel. Man hat dieser Figur über drei Folgen und einen Epilog Zeit für ihren Abschied gegeben und sie nicht einfach aus der Reihe verschwinden lassen. Und selbst Jahre später wird sie nicht vergessen. In „Das dritte Grab“ steht Hauke an ihrem Grab.
    Das ist für mich mehr als eine kleine Reminiszenz. Es zeigt, dass die Figuren in Schwanitz eine Geschichte haben und dass diese Geschichte ernst genommen wird.
    Vielleicht spüren das auch die Schauspieler selbst. Dass Henny Reents Jahre nach ihrem Ausscheiden noch zu der 10 – jährigen Jubiläumsfeier der Reihe kommt, sagt jedenfalls einiges über die Verbundenheit mit diesem Ensemble und diesem Team.
    Und genau daraus entsteht vielleicht das Gegenteil von Routine.
    Man arbeitet nicht einfach die nächste Folge ab. Man hängt an den Figuren. Man hat Respekt vor dem bisher Erzählten. Und man hat gleichzeitig Lust, etwas Neues auszuprobieren.
    31 Filme bedeuten bei „Nord bei Nordwest“ deshalb nicht nur 31-mal „ran an die nächste Folge“.
    Sie bedeuten 31-mal die Chance, etwas anders zu machen – und trotzdem Schwanitz zu bleiben.
    Die Produktionsseite hat dabei offensichtlich vieles richtig gemacht. Nach dem Rückzug der langjährigen und verdienten Produzentin Claudia Schröder ist mit Seth Hollinderbäumer ein Nachfolger gefunden worden, ohne dass die Reihe einen erkennbaren Bruch erlebt hätte.
    Vielleicht ist genau das die eigentliche Kunst von „Nord bei Nordwest“:
    Innovation ohne Selbstzweck, Verlässlichkeit ohne Routine.
    Veränderung ohne Verlust der eigenen Identität.
    Und deshalb freut man sich auch nach 31 Filmen noch immer auf jede neue Folge der Reihe und fragt sich: Was haben sie sich diesmal wieder einfallen lassen? Das ist das größte Kompliment, was man einer Filmreihe nach zehn Jahren machen kann. Denn bei allen wirtschaftlichen Zwängen heutzutage: Film ist doch nicht nur Geschäft.

  2. Elegant inszeniert?
    Das kann ich nun gar nicht unterschreiben.
    Für mich war die Ermittlung und die Abstimmung unter den Protagonisten einfach nur unprofessionell und stümperhaft.
    Lieber zehn Folgen Death in Paradise als diese Folge von Nord bei Nordwest.

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Reihe

ARD Degeto, NDR

Mit Hinnerk Schönemann, Jana Klinge, Marleen Lohse, Janina Elkin, Lana Cooper, Cem Ali Gültekin, Stephan A. Tölle, Moritz Vierboom, Tosja Merlin Kruppa, Martin Stange

Kamera: Nicolay Gutscher

Szenenbild: Kay Anthony

Kostüm: Antje Petersen

Schnitt: Tina Freitag

Musik: Stefan Hansen

Redaktion: Donald Kramer (NDR), Katja Kirchen (Degeto)

Produktionsfirma: triple pictures

Produktion: Seth Hollinderbäumer, Joshua Lantow, Oliver Behrmann

Drehbuch: Holger Karsten Schmidt

Regie: Judith Kennel

Quote: 6,98 Mio. Zuschauer (32,1% MA)

EA: 24.08.2026 10:00 Uhr | ARD-Mediathek

weitere EA: 03.09.2026 20:15 Uhr | ARD

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