Den Griechenland-Urlaub hatten sie sich anders vorgestellt. Es ist das erste Mal, dass Claudia mit Freund Thomas und ihrem neunjährigen Sohn Timmy gemeinsam verreisen. Obwohl die neue Beziehung schon zwei Jahre dauert, ist die junge Frau vorsichtig. Heiraten ist für sie ein Tabuthema. Gleich am ersten Abend kommt es zwischen dem Paar zum Streit. Thomas wünscht sich mehr Nähe, mehr Vertrauen. Claudia verschließt sich. Wenig später ist Thomas verschwunden. Hat er sich abgesetzt? Ist das seine Art, einen Schlussstrich zu ziehen? Claudia kann es nicht glauben. Sie vermutet, dass Thomas etwas zugestoßen ist. Die Polizei beschwichtigt. Also macht sie sich selbst auf, ihren Geliebten zu suchen.
Es ist der Stoff, aus dem Sat 1 schon so manche Hauptrolle für Bettina Zimmermann zusammengebastelt hat. Eine Frau, die schön und unerschrocken ihren Weg geht. In „Vermisst – Liebe kann tödlich sein“ hat die Schauspielerin es mit zwei männlichen, nicht minder telegenen männlichen Shooting-Stars zu tun: Andreas Pietschmann und Pasquale Aleardi. Der eine sorgt unter der Regie von Jorgo Papavassiliou für den nötigen Griechenland-Touch, der andere ist das genaue Gegenbild: blond, blauäugig, deutsch. „Er steht an der Schwelle, an der es ihm gut tut Verantwortung zu übernehmen“, charakterisiert Pietschmann seinen Thomas. „Er wird mit extremen Ereignissen konfrontiert und macht so wie seine Freundin eine Entwicklung durch, die die beiden noch viel enger zusammenführt.“
Wer schon ein paar TV-Thriller gesehen hat, ahnt rasch, wie hier der Hase laufen wird. Zu deutlich werden die Zeichen gesetzt. „Kinder brauchen keine Väter“, sagt mehrfach die Heldin. Schon in der ersten Szene steckt die Vorausdeutung auf die kommende Bedrohung. Und was kann jemanden, der die Vergangenheit immer wieder verdrängt, anderes einholen als die Vergangenheit selbst? Bleibt das Wie der Geschichte. Auch das ist schon spannender präsentiert worden. Der Zuschauer ist unterfordert. Die eindimensionalen Figuren tragen dazu bei. Es sieht so aus, als ob hier zwei Menschen ziemlich stereotyp Beziehung spielen, während es dem Autor Timo Berndt offenbar nur um das Genrespiel geht. Das Resultat ist ein unentschiedener Beziehungsthriller, der nicht glücklich macht. (Text-Stand: 9.10.2007)