Olivia

Johannes Hegemann, Frier, Häntsch, David Ungureit, Till Endemann. Ich bin, wie ich bin - und bald ein Star!

Foto: ZDF / Thomas Leidig
Foto Rainer Tittelbach

Bereits als Kind geht Oliver gern an den Kleiderschrank seiner Mutter – und findet Riesenspaß daran, sich als Frau zu verkleiden. Die findet das gar nicht lustig: „Das ist nicht normal. Das ist abartig. Wer sowas macht, ist – Abschaum.“ Der Fernsehfilm „Olivia“ (ZDF / Florida Film) nach der Autobiografie von Dragqueen Olivia Jones erzählt mehr als die übliche Success-Story vom Ausbruch aus der sozialen Enge, vom Aufbruch zu einem neuen Ich und Aufstieg zum Travestie-Künstler. Der Film von Till Endemann (Regie) und David Ungureit (Buch) ist auch ein Spiegel deutscher Sitten- und Selbstbestimmungsgeschichte. Es ist keines jener Biopics, die wie ein bebilderter Wikipedia-Text aussehen. Wohldosiertes Weglassen, Verdichten und Neuerfinden, ein guter Erzählrhythmus, unterstützt von den richtigen Songs und Bildern, dem perfekten Tonlagen-Mix und einer stimmigen Besetzung, sorgen dafür, dass man sich als Zuschauer dem Fluss aus Drama, Komödie & Queerness lustvoll hingeben kann. Die stärkste dramaturgische, emotionale Triebkraft der Geschichte besitzt Olivers Beziehung zur Mutter. Ihrer Perspektive Raum zu geben, könnte LGBTQAI+-Hardliner als Anbiedern beim Mainstream-Publikum kritisieren, aber gerade diese Ebene macht „Olivia“ zu einem gesellschaftlich besonders relevanten Film, weil er der beidseitigen Ausgrenzung etwas Verbindendes entgegensetzt.

Bereits als Kind geht Oliver (Adrian Wegener) gern an den Kleiderschrank seiner Mutter Evelin (Annette Frier) – und findet Riesenspaß daran, sich als Frau zu verkleiden. Die „Mama“ findet das gar nicht lustig, will sich nicht noch mehr zum Gespött der Leute machen; es reicht, dass ihr Mann in Brasilien im Gefängnis sitzt. Noch weniger kann sich die Mutter später damit abfinden, dass sich Oliver (Johannes Hegemann) auffällig weiblich geschminkt in der Öffentlichkeit zeigt. „Was willst du damit erreichen?“, will sie wissen. „Ich find’ das halt schön.“ In der niedersächsischen Provinz bekommt er bald keine Luft mehr, sucht immer öfter den Weg nach St. Pauli. „Was soll nur aus dir werden?“, fragt ihn seine Mutter immer wieder. Als er dann auch noch beginnt, sich Kleider zu nähen, und er sich selbstbewusst als Travestie-Künstler bezeichnet, rutscht ihr etwas heraus, was lange Zeit zwischen den beiden stehen wird: „Das ist nicht normal. Das ist abartig. Wer sowas macht, ist – Abschaum.“

Der Fernsehfilm „Olivia“ nach der Autobiografie von Dragqueen Olivia Jones erzählt mehr als die übliche Success-Story vom Ausbruch aus der sozialen Enge, vom Aufbruch zu einem neuen Ich und Aufstieg zum Travestie-Künstler, ja zum Bühnen-Star. Der Film von Till Endemann nach dem klug komprimierten Drehbuch von David Ungureit ist auch ein Spiegel deutscher Sitten- und Selbstbestimmungsgeschichte. Die 1980er Jahre waren in puncto Geschlechter-Diversität nicht nur in der Provinz dunkle Zeiten. Dass selbst St. Pauli damals nicht immer „die große Freiheit“ versprach, wird auch im Film sichtbar. In der Kiez-Kneipe, in der Oliver selbstbewusst naiv aufschlägt, mufft es gewaltig, gibt Freddy Quinn musikalisch (noch) den Ton an, und auch auf der Reeperbahn gibt es für „solche wie“ ihn gern mal eine Abreibung. Welches Männerbild damals vorherrschte, wird satirisch überzeichnet und köstlich karikiert auch in einer Szene, in der Oliver in vollem Dragqueen-Ornat zur Musterung erscheint – und vorwitzig den hohen Herren und den ganzen Kerlen in die Parade fährt. Den Tipp, sich beim Bund als schwul zu outen, bekommt er von Marius (Daniel Zillmann), der sich in den ersten Monaten seiner annimmt. „Solche wie uns wollen die da eben nicht“: Der Kneipenwirt outet sich ganz nebenbei, das ist schön beiläufig gespielt, allein mit Blicken, und es charakterisiert einen dieser typischen Vertreter einer älteren Generation von schwulen Männern, die sich lieber als hetero ausgaben als ihr Anderssein offen auszuleben. Oliver hat bei der Musterung Glück, dass Beisitzerin Marlene (Angelina Häntsch) ein Fan von ihm ist. Jetzt hat er noch eine Fürsprecherin mehr beim Aufstieg zum Star. Nach einem Abend vor der Glotze mit der „Schmidt Mitternachtsshow“ ist sie es, die ihn zu einem „Vorsprechen“ bei Lilo Wanders (Stephan Kampwirth) ermutigt. Der Rest ist Geschichte.

OliviaFoto: ZDF / Thomas Leidig
„Wir Frauen müssen doch zusammenhalten.“ Oliver Knöbel (Johannes Hegemann) und sein Schutzengel Marlene (Angelina Häntsch). Noch sind die Zeiten schlecht für eine Dragqueen-Karriere. Aber die beste Freundin hat nach einem TV-Abend eine Idee!

Drehbuchautor Ungureit widerstand der Versuchung, eines jener Biopics zu schreiben, die wie ein bebilderter Wikipedia-Text aussehen. Das Weglassen, Verdichten und Neuerfinden sind wunderbar gelungen. Was gesellschaftspolitisch nicht fehlen durfte und was emotional besonders gut in die Handlung eingefügt wird, sind die Anmoderation vom „Wort zum Sonntag“ vor dem „Eurovision Song Contest“ 2016, Olivias Auftritt als Reporterin im BDM-Outfit bei einem NPD-Landesparteitag; aber auch das Thema Aids wird geschickt mit seiner Beziehung zu „Schmidt“-Mitarbeiter Enno (Dennis Svensson) kurzgeschlossen. Gut dosiert wurden die Shownummern: richtige Anzahl, richtige Länge. Bei Nina Hagens „Farbfilm“-Song wird ihm noch der Saft abgedreht, mit dem unvermeidlichen „I Will Survive“ gibt Olivia knapp ihren Bühneneinstand, während es bei ihrer Marilyn-Travestie im „Schmidt“ schon etwas mehr sein darf. Das passt nicht nur zu dieser Russ-Meyer-liken Nummer (zu groß, zu viel Busen, zu unkontrolliert), sondern auch zur dramaturgischen Funktion: Ein Star ist geboren, der sich nicht (nur) vor anderen großen Diven verneigt, sondern das Vorbild humorvoll bis schreiend komisch parodiert. Was anfangs noch wie ein Missgeschick („Egal, was passiert, weitermachen“) aussieht, entpuppt sich als das Alleinstellungsmerkmal von Olivia Jones. Lilo Wanders ist begeistert, und beide strahlen sich an. „Hast du am Sonntag schon was vor?“, haucht die Travestie-Ikone. Oliver guckt verlegen ob dieser vermeintlichen Anmache. „Da frag’ ich mal anders: Willst du immer noch ins Fernsehen?“ Auch dies, einer dieser klein gespielten großen Momente des Films. Überhaupt, das Spiel von Hauptdarsteller Johannes Hegemann ist durchweg bestechend. Besonders stimmig – obgleich anfangs gewöhnungsbedürftig – ist Olivers Rutschen auch in einigen Situationen des echten Lebens in die Olivia-Show-Rolle – sprich: das etwas gekünstelte Sprechen, wie es häufig Nicht-Schauspieler an den Tag legen (man denke nur an Cleo Kretschmer oder Wolfgang Fierek). Ganz anders der Ton, wenn es um wahre Gefühle geht.

Soundtrack: T. Rex („Cosmic Dancer“), Kylie Minogue („You Disco Needs On“), Depeche Mode („Enjoy The Silence“), David Bowie („Life On Mars“), Billy Idol („Rebel Yell“), Nina Hagen („Du hast den Farbfilm vergessen“), Gloria Gaynor („I Will Survive“), Kiss („I Was Made For Loving You“), Queen („I Want To Break Free“), New Order („Blue Monday“), Vicky Leandros („Ich liebe das Leben“), Marilyn Monroe („Diamonds Are The Girls Best Friends“), Bronski Beat („Smalltown Boy“), Eurythmics („Sweet Dreams“), Zarah Leander („Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen“), Nina Hagen („Zarah“), Manchester Orchestra („I Know How To Speak“)

OliviaFoto: ZDF / Bjørn Haneld + Thomas Leidig
Nach entbehrungsreichen Jahren auf der Reeperbahn hat Olivia Jones (Johannes Hegemann) den Durchbruch geschafft. Jetzt ist vieles möglich, sogar die Anmoderation vom „Wort zum Sonntag“ vor dem ESC. „Vielleicht werd’ ich einmal Bundeskanzlerin.“

Die Qualität des Drehbuchs findet ihre Entsprechung in Endemanns Inszenierung. Möglicherweise wurde die grobe Montage ja bereits vom Autor vorgegeben, auf jeden Fall ist sie wirkungsvoll: dieser Wechsel von den ersten glamourösen Bildern des Travestie-Stars, in Großeinstellungen, zurück ins Jahr 1982 in den Geburtsort Springe, wo eine kurze Szene ausreicht, um die Situation auf den Punkt zu bringen: der Nachbar, entsetzt, der Junge in Muttis Fummel, ängstlich und voller Scham. Auf den Gebetsmühlen-Satz „Was soll aus dir werden?“ kommt die Antwort: St. Pauli 2016. Olivia in einem ihrer Clubs, ganz in ihrem Element, und weil die Partybiester mal wieder auf der falschen Frequenz senden, landet das „Seid ihr alle geil?“ auch in der Kirche nebenan. Der Pastor (Matthias Bundschuh) nimmt’s locker. Die Tonlage des Films ist damit vorgegeben: ernsthaft und komisch zugleich. Die Mama lässt die Backen hängen, dafür hat der Sohnemann Mutterwitz („Vielleicht wird‘ ich einmal Bundeskanzlerin“). An jenem Abend 2016 trifft Oliver auch kurz auf seinen Freund aus der Jugend. So lässt sich abermals der Zeitsprung motivieren. Gegenwart und Vergangenheit werden förmlich zusammengeschweißt. Das entspricht der Geschichte, ist aber auch erzählstrategisch clever. Erzählrhythmus und Flow, unterstützt von den richtigen Songs und Bildern (großartig: die „I Want To Break Free“-Montage), dem perfekten Tonlagen-Mix und einer sehr stimmigen Besetzung, sorgen dafür, dass man sich als Zuschauer dem Fluss aus Drama, Komödie & Queerness lustvoll hingeben kann.

Zu den emotionalen Stärken des Bopics gehört: Es hangelt sich nicht an Äußerlichkeiten einer Star-Biografie entlang, sondern zielt vornehmlich auf die inneren Befindlichkeiten. Da ist der schwule Junge, der geliebt und akzeptiert werden will. Immer wieder begegnet ihm über die Jahre seine Jugendliebe Thorsten (Jeremy Mockridge), der sich nie offen zu ihm bekennt und seine Homosexualität lieber tarnt, als Soldat, als Ehemann und Vater. Die stärkste dramaturgische Triebkraft der Geschichte besitzt allerdings Olivers Beziehung zu seiner Mutter (die zu seinem abwesenden Problemvater wird klugerweise ausgespart), deren Anerkennung und Nähe er sucht. Ihre Telefonate sind gleichermaßen geprägt von Liebe und Entfremdung. Nach einer knappen Filmstunde gratuliert er ihr zum Geburtstag, noch ist der einsamen Frau der Spießer von nebenan (Martin Brambach) näher als ihr eigener Sohn: „Sowas passt hier einfach nicht her“. Was sie irritiert, was in ihr vorgeht, wird wenig später in der stärksten Drama-Szene des Films deutlich: „Und da bekommst du wirklich Geld für?“ Diese Frau versteht die Welt ihres Sohnes nicht, und sie spricht es aus. „Wieso bezahlt jemand dafür, dass er einen Mann in Frauenkleidern sehen kann?“ Eine Frage, die sich heute noch (zu) viele Menschen stellen werden. Der Perspektive der Mutter Raum zu geben, könnten LGBTQAI+-Hardliner als Anbiedern beim Mainstream-Publikum kritisieren, aber gerade diese Ebene macht „Olivia“ zu einem gesellschaftlich besonders relevanten Film, weil er der beidseitigen Ausgrenzung etwas Verbindendes entgegensetzt. Auch wenn es schwerfällt, endlich sagt die Mutter, was sie empfindet: „Ich versuche, meinen Sohn unter der ganzen Schminke zu erkennen.“ Nach den Worten der Pastorin in jenem „Wort zum Sonntag“ versteht sie mehr von der „Kostbarkeit“ und „Würde“ ihres Sohns.

OliviaFoto: ZDF / Thomas Leidig
Mutter Evelin (Annette Frier) kann es nicht fassen, als sie eines Abends ihren Sohn Oliver als Olivia Jones im Fernsehen sieht. „Wieso bezahlt jemand dafür, dass er einen Mann in Frauenkleidern sehen kann?“ Am Ende akzeptiert sie vor allem ihren Sohn.

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9 Antworten

  1. „Olivia“, unkonventionell, stark, einzigartig und „auch ein wenig verrückt“. „Olivia“ zeigt, was es heißt „gegen den Strom zu schwimmen und zu bestehen“. Danke für diesen Film!
    Im ZDF heißt es: „Streamt mehr“, doch außer Krimis, gibt es kaum „etwas anderes zu sehen“ und das ist sehr schade! Dabei gibt es mehr Themen, die „uns alle bewegen“, wie „Angriffe auf Polizei und Rettungskräfte, z.B. an Silvester oder am 1. Mai“, „eine komplette Chronik der COVID-Pandemie“ (aus unterschiedlichen Gesichtspunkten, wie den Ärzten und den Pflegekräften, wie die Polizik, wie das RKI, wie die an COVID Erkrankten, wie die Familienmitglieder der COVID-Patienten und Patientinnen und wie „uns alle“, angefangen vom Kind bis zum Senior, vom Querdenker bis zum Impfbefürworter). Angefangen von der Enstehung des Virus in Wuhan, über den ersten Coronafall bei uns in Bayern bei der Firma Webasto, über Heinsberg, die Ansprache von Frau Dr. Merkel an die Nation, über Bergamo, über den ersten Lockdown mit den täglichen Pressekonferenzen des Prof. Wieler, über die ersten Lockerungen, über den Tönniesskandal, über die Querdenkerdemo vor dem Reichstagsgebäude (wo nur ein Polizist unsere Demokratie verteidigte), über den 2. Lockdown, das so einsame Weihnachtsfest 2020. Danach begann das Impfen und wir hatten alle große Hoffnung, dass wir es im Sommer „gepackt hätten“, doch im Sommer kam die „DELTA-Variante“ und es folgte 2021 der Herbst mit der Brandrede von Prof. Wieler und der „Operation Kleeblatt“ (wo COVID-Patienten und Patientinnen teilweise mit Hilfe der Luftwaffe in andere Krankenhäuser geflogen wurden, weil viele Krankenhäuser bereits mit COVID-Patienten und Patientinnen überfüllt waren…..bis heute mit Long-COVID. Auch über Long-COVID allein könnte man ein Spielfilmdrama machen oder über weitere Krankheiten, wie über Parkinson, über Demenz, über MS usw.
    Weitere Themen für für ein Spielfilmdramen wären der Anschlag von Magdeburg, die Brandopfer und die Einsatzkräfte, die Ärzte und Pflegekräfte und die Familien der Brandopfer von Crans Montana usw.
    Im ZDF habe ich bis heute nur einen Film gestreamt und das war der Film: „Die Welt steht still“ (aus dem Jahr 2021).
    Und den Film „Olivia“, den werde ich noch einmal mit Freunden (auch im ZDF streamen).

  2. „Du gibst uns ein Gesicht, die anders sind!“ Ein Film mit Hintergrund und trotz „eines bunten Vogels“ zeigt der Film die Ernsthaftigkeit und auch die Grausamkeit des Lebens, wenn „man anders ist als alle anderen“. Ein riesen Applaus für die Ausstrahlung im ZDF.
    Liebes ZDF,
    seit einigen Wochen macht ihr Werbung für euern Streamingdienst. Doch bei euch fehlt es an „wirklich guten Filmen“, stattdessen finde ich auf eurer Mediathek fast nur Krimis. Aber was ist mit den Themen unserer Zeit, wie mit dem Erstarken der rechtsradikalen Parteien und damit die Unterdrückung von uns „queeren Menschen“ und natürlich die große Gefahr das rechtsradikale Parteien an die Macht kommen und „ganz Deutschland mehr als 80 Jahre zurückkatapultieren“?
    Eine gute Freundin von mir ist Polizistin. Sie liebt ihren Job, doch auch sie spürt den großen Hass und die Unzufriedenheit der Menschen, was sich u.a. bei Silvesterkrawallen äußert. Und was ist jetzt, in ein paar Tagen am 1. Mai? Da muss meine gute Freundin „die Revolutionäre 1. Maidemo“ begleiten. Sie steht an vorderster Stelle für uns und damit für „alle die bequem auf der Couch sitzen, einen schönen Grillabend mit Freunden genießen oder etwas anderes unternehmen“. Die gute Freundin steht dort in ihrer Uniform mit Windeln und wird möglicherweise angegriffen und schwer verletzt.
    Was ist mit Filmen über die Corona-Pandemie? Über Krankheiten, wie über Post-COVID? Was ist mit Rettungskräften und Feuerwehrleuten, die auch fast täglich angegriffen und beleidigt werden?
    Wie sieht es in der Seele der Ärzte und der Rettungskräfte nach Einsätzen, wie beim Terroranschlag von Magdeburg aus?
    Bitte zeigen Sie mehr Filme „aus unserem wahren Alltag“. Auch ich mag gerne mal einen Krimi, eine Quizshow oder auch mal „Lena Lorenz“, doch mir fehlt es an Filmen mit einen ernsten Hintergrund. Deshalb tausend Dank für „Olivia“.
    Euer Bernd

  3. Ganz offen anders sein und auch anders sein zu dürfen. Das ist leider, auch heute, nicht immer möglich. Ganz besonders, wenn man in einem Dorf aufwächst, dann ist es „normal“ nach der Schule eine Ausbildung oder ein Studium zu machen, danach in der Region zu bleiben und später nach ca. 3 Jahren Berufserfahrung zu heiraten, ein Haus zu bauen und Kinder zu kriegen. Bist zu anders, wirst du „belächelt“, wenn es beim „Belächeln bleibt“ und nicht in Hass und Hetze endet.
    Auch ich möchte mich für den ZDF Film „Olivia“ bedanken.
    Ich plädiere ebenfalls für „mehr Programmvielfalt“ im gesamten deutschen Fernsehen. Wir brauchen mehr von Filmen „aus unserer Nachbarschaft“ und „von uns allen“. Wir brauchen den Krimi, die Quizshow, die Castingshow, den Liebesfilm und wir brauchen „Filme zum Nachdenken, Filme mit Anspruch und Klasse“. Wir brauchen mehr Filme wie den ARD-Film: „Verschollen“, den ARD-Film: „Aus dem Leben“, den ZDF-Film: „Die Welt steht still“ oder auch „Olivia“.
    Wir brauchen Filme über Armut, auch bei uns in Deutschland, über ukrainische Flüchtlinge, hier bei uns in der Nachbarschaft, wo der Ehemann und der Sohn an der Front in der Ukraine sind. Wir brauchen Filme über mein Nachbarsmädchen. Sie verlor in der Corona-Pandemie die Mutter an Corona und der Vater und ihr Bruder leiden heute noch unter Post-COVID.

  4. „Heldin“, „das Lehrerzimmer“, „Die Welt steht still“, „Aus dem Leben“, „Verschollen“ oder eben jetzt „Olivia“ warum finden nicht weitere Filme mit diesem wahren Hintergrund und diesem Niveau den „Weg ins deutsche Fernsehen“?
    Warum ist unser Fernsehen vom Krimis dominiert? Wenn ich den Fernseher abends um 20:15 Uhr einschalte, dann schalte ich ihn oft nach 10 Minuten wieder aus, denn entweder gint es Krimis, Quizshows, Schlagersendungen, Castingshows oder „etwas ähnliches wie Rosamunde Pilcher“. Natürlich muss das Fernsehen „alle Zielgruppen ansprechen“ und dazu gehört der Krimi, genauso wie die Castingshow, aber doch bitte keine 5 oder 6 Krimis in der Woche? Wo bleiben die Themen, „die uns alle angehen“, wie ein Chronikverlauf der SARS-CoV-2 Pandemie? Wie so viele Krankheiten, wie Lupus, Krebs, Demenz? Wo bleiben unsere Alltagsprobleme dargestellt im Fernsehen, wie die Schere zwischen Arm und Reich?
    Danke an das ZDF für den Film „Olivia“ und „Das Lehrerzimmer“, würde mich auch über den Film „Heldin“ im Fernsehen freuen. Schauspielerinnen wie Leonie Benesch sind Charakterdarstellerinnen, die in herausfordernden Rollen aufgehen. Bieten Sie solchen Schauspielerinnen und Schauspielern Möglichkeiten Ihr/sein Können zu zeigen, indem Sie entsprechende Filme produzieren.

  5. Bitte etwas mehr Abwechslung im Fernsehprogramm! Das ist mein Wunsch. Danke an das ZDF für den gestrigen Film: „Das Lehrerzimmer“ und natürlich für „Olivia“. Man kann kontrovers über bestimmte Sachverhalte diskutieren, aber über Menschen sollte man nie schlecht reden, bevor man sie nicht richtig kennt, sondern „nur ihre Hülle“, die auch manchmal, wie bei Olivia „mehr als schräg ist““. Dieser Film zeigt ganz eindeutig, wie schwer wir Menschen es denjenigen machen, die anders sind, die aber genau wie wir „Menschen sind“. „Olivia“ zeigt auch die unbändige Willenskraft, die ein Mensch, auch heute noch, aufbringen muss, um „seinen Weg gehen zu dürfen“.
    Für das Programm im Fernsehen wünsche ich mir mehr „starke Filme mit einer Aussage“. Ich wünsche mir eine Chronik der COVID-Pandemie im Stile des ZDF-Films: „Die Welt steht still“. Ich wünsche mir mehr Beachtung für Folgekrankheiten von einer Corona-Infektion, wie Post-COVID und ME/CFS, dargestellt in Filmen und Serien. Ich wünsche mir Filme über die Rettungskräfte, die psychisch mehr als stark sein müssen und dann auch noch angegriffen werden. Das Gleiche gilt für die Polizei. Ich wünsche mir Filme über ukrainische Familien, die ihren Vater und ihren Sohn zuhause an der Front lassen mussten. Über ältere Menschen, die ein Leben lang hart gearbeitet haben und jetzt, mit ihrer Rente, sich nicht mehr ihre Miete leisten können. Ich wünsche mir den Fokus auf die Ärzte, die Pflegekräfte, die Rettungsleute, die nach Amokfahrten, wie jetzt in Leipzig, alles geben, um die Verletzten zu retten und dabei selbst an „ihre Grenzen kommen“…….

  6. „Warum kann man die Menschen nicht so lassen wie sie sind?“ Diese Aussage im ZDF Film „Olivia“ hat mich sehr bewegt, weil sie gerade heute so passend ist. Warum müssen sich Menschen, teilweise heute noch verbiegen und verstellen, weil sie einfach anders sind? Der Film „Olivia“ kommt genau zur richtigen Zeit, wo rechte Parteien stark sind und noch stärker werden. Liegt das Erstarken der rechten Parteien daran, weil wir „Normalos“ zu schwach für diese Welt sind? Muss erst „Olivia“ einen Regenbogen auf das Motorrad einer „Person von gestern“ malen, damit wir begreifen „wie bunt, vielfältig und schön unsere Welt, trotz oder gerade wegen der Unterschiede ist“?
    Im Fernsehen wünsche ich mir „mehr Vielfalt“ und damit meine ich die „Programmvielfalt“. Bitte reduzieren Sie die Krimis und bitte zeigen Sie öfters Filme zum Nachdenken, wie: „Heldin“, „Die Welt steht still“, „Aus dem Leben“, „Das Lehrerzimmer“ und jetzt „Olivia“. Zeigen Sie das Erstarken der rechten Parteien und wie wir dadurch wieder in „die dunkelste Zeit“ der deutschen Geschichte zurück gehen. Zeigen Sie aktuelle Themen im Fernsehen, wie eine Chronik zur gesamten COVID-Pandemie mit Post-COVID und ME/CFS. Zeigen Sie, was es bedeutet, wenn ein Amokfahrer plötzlich Menschen mitten aus dem Leben reißt und die Rettungskräfte die Verletzten sehen und behandeln müssen. Zeigen Sie, was es bedeutet, wenn das Hanta-Virus ausbricht usw.

  7. Sind Worte wie Vielfalt, Diversität und „jeder Mensch ist gleich“ eigentlich nur Worte! Ich glaube ja, denn auch heute noch „leben wir nicht das was wir sagen“. Und der Trend zeigt eine Spirale, die sich rückwärts dreht.
    Danke Olivia, dass es dich gibt und du „mit deinen schrägen Outfits ein Lichtblick bei dem aufkommenden braunen Denken und Handeln bist“.
    Auch ich wünsche mir mehr starke Filme. Wir brauchen Filme über die Brandopfer von Crans Montana, die „auf eine andere Art und Weise lernen müssen mit Blicken zu leben“. Wir brauchen Filme über Anschlagsopfer und die seelischen Wunden der Retter (wie Ärzte, Pflegekräfte, Rettungssanitäter usw.) Und wir brauchen eine Chronik der gesamten COVID-Pandemie. Und auch jetzt mit dem Hanta-Virus…. Dazu brauchen wir Filme und Dokus.

  8. Ich bin schwer begeistert vom Film „Olivia“. Da ich Olivia Jones spitze finde, war ich natürlich auf diesen Film mehr als gespannt und bin nicht enttäuscht worden. Von der ersten bis zur letzten Minute habe ich die Handlung förmlich aufgesogen. Ein sehr gelungener Film, inklusive der Schauspieler und Schauspielerinnen und allen, die an diesem Film mitgewirkt haben. Auch hinter der Kamera. Solche Filme wünsche ich mir mehr im TV. Und endlich mal wieder kein Krimi. Deine Outfits, liebe Olivia Jones sind natürlich unschlagbar, ebenso Deine „große Klappe“ – BEWUNDERNSWERT!

  9. Ich kann mich den Vorrezensenten nur anschließen.
    Toller Film mit tollen Schauspielern von Anfang bis Ende. Regt zum Nachdenken an.
    Ich konnte mich gut in die Darsteller hinein versetzen.
    Traurig und bedauerlich, dass es Menschen, die anders sind, so viel schwerer haben als „Normalos“. Dabei machen grade sue die Welt bunt.

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ZDF

Mit Johannes Hegemann, Annette Frier, Angelina Häntsch, Daniel Zillmann, Jeremy Mockridge, Victor Schefe, Dennis Svensson, Stephan Kampwirth, Martin Brambach, Adrian Wegener, Matthias Bundschuh, Sebastian Jakob Doppelbauer

Kamera: Bjørn Haneld

Szenenbild: Pouya Mirzaei

Kostüm: Bettina C. Proske

Schnitt: Jens Müller

Musik: Jens Grötzschel

Redaktion: Katharina Görtz, Wolfgang Grundmann

Produktionsfirma: Florida Film

Produktion: Maren Knieling

Drehbuch: David Ungureit – nach der Autobiografie „Ungeschminkt“ von Olivia Jones

Regie: Till Endemann

Quote: 3,59 Mio. Zuschauer (17,4% MA)

EA: 05.05.2026 10:00 Uhr | ZDF-Stream

weitere EA: 13.05.2026 20:15 Uhr | ZDF

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