Einspruch, Schatz! – Staffel 2026

Urspruch, Grandezka, Heyer, Hegenbarth, Amft, Torsten Lenkeit, Josh Broecker. Der übliche Familienwahnsinn

Foto: Degeto / W&B / Walter Wehner
Foto Tilmann P. Gangloff

Die ARD-Tochter Degeto hat offenkundig großes Zutrauen in die Freitagsreihe „Einspruch, Schatz!“ (W&B Television) mit ChrisTine Urspruch als Leipziger Rechtsanwältin: Die aktuelle Staffel umfasst erstmals gleich vier Episoden. Die Qualität der einzelnen Filme ist allerdings durchwachsen. Ausgerechnet der Auftakt („Hundeliebe“) ist der schwächste Beitrag, weil die Figuren fast ausnahmslos „drüber“ sind, die Darbietungen noch eins drauf setzen und die Handlung bis ins Detail erwartbar ist. Die Verknüpfung der jeweiligen juristischen Fälle mit der familiären Ebene ist in allen Filmen selten plausibel. Einige Themen sind allerdings interessant: In „Kindersegen“ verklagt ein Sohn seine Mutter, eine „Momfluencerin“, weil sie gegen seine Persönlichkeitsrechte verstößt. In „Kavaliersdelikt“ muss sich Eva Schatz in eigener Sache verteidigen: Beim Kaufhausbesuch hat ihr jemand ein teures Collier in die Handtasche gesteckt. Und „Rosenkrieg“ erzählt von einem Scheidungszwist mit vertauschten Rollen: Eine erfolgreiche Frau will verhindern, dass ihr Mann bei der Trennung das halbe Vermögen bekommt.

Langmut gefragt: „Hundeliebe“
Freitags im „Ersten“ ist mitunter Langmut gefragt; gerade bei einer Reihe wie „Einspruch, Schatz!“. Die ARD widmet der Leipziger Anwältin mit dem großen Herzen gleich vier neue Episoden, deren Stil allerdings nicht nur im Auftaktfilm gewöhnungsbedürftig ist. In Komödien sind die Figuren immer etwas „drüber“, doch gerade bei „Hundeliebe“ fällt die Überzeichnung besonders auf, weil einige der Mitwirkenden darstellerisch noch eins drauf setzen; das wirkt dann aber nicht mehr komisch, sondern übertrieben. Davon abgesehen ist die Handlung bis ins Detail vorhersehbar. Die Geschichte ist jedoch sympathisch, zumal sich Eva Schatz nahtlos in die Riege jener Helferinnen mit Herz integriert, die freitags im „Ersten“ Gutes tun.

Episodenhauptfigur ist ein junger Mann, der zu Beginn dank einer kürzlich verstorbenen Fürsprecherin vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wird. Die verblichene Brauereibesitzern Dagmar Herbert hat sich samt Hund Bärbel für ein Resozialisierungsprojekt engagiert. Ihr Vermächtnis eröffnet Erik Heise (Julius Nitschkoff) eine zweite Chance, denn sie hat ihm nicht nicht nur den Vierbeiner vermacht: Für die Tierpflege erhält er ein fürstliches Salär von monatlich 4.000 Euro sowie ein Wohnrecht in ihrer geräumigen Villa, solange Bärbel lebt. Tochter Maria (Katharina Heyer) und ihr umgehend als Schurke des Films erkennbarer Gatte (Sascha Göpel) sind schockiert: Sie wollten in die Villa ziehen und mit dem Verkauf ihres eigenen Hauses die Brauerei sanieren. Eva (ChrisTine Urspruch) soll regelmäßig kontrollieren, ob Erik seinen Pflichten nachkommt. Sie ist die Vollstreckerin des Testaments, das Maria selbstredend anfechten will; ihr Anwalt, auch das keine Überraschung, ist Hanno Bertram (Wolfgang Grandezka), Evas Lebensgefährte.

Einspruch, Schatz! – Staffel 2026Foto: Degeto / W&B / Thomas Dietze
Eva Schatz, die Familie der Verstorbenen & Hund Bärbel. ChrisTine Urspruch, Sascha Goepel & Katharina Heyer in „Hundeliebe“

Dass das Ehepaar Herbert vor dem Gerichtstermin keinen Blick ins Testament geworfen hat, ist zwar nicht recht glaubwürdig, aber die schönste Rolle in diesem Reigen spielt ohnehin Stephan Grossmann, der im Unterschied zu den Kolleginnen und Kollegen weder ausladende Gesten noch mimischen Aufwand braucht, um größtmögliche Wirkung zu erzeugen. Er verkörpert in dem sich abzeichnenden juristischen Scharmützel wieder mit großer Gelassenheit den Richter, der zum Glück des Films auch auf der zweiten Ebene des Films mitwirkt: Hannos Tochter, mittlerweile 16, ist verliebt. Lucas (Benedikt Kalcher) ist zwei Jahre älter, fährt einen grollenden Ford Mustang, spielt Football und entspricht somit ganz und gar nicht dem Ideal, dass dem Vater für Lili (Lola Höller) vorschwebt. Schmidt kann Hannos Nöte nachvollziehen: In dem Alter sind Jungs wie Raubtiere. Dass der Richter weiß, wovon er spricht, sorgt später für eine kleine Verblüffung.

Regie führte der sendeplatzerfahrene Josh Broecker, der vor Jahren mit der Trilogie „Eltern allein zu Haus“ (2017) eine durchaus ansprechende Freitagsreihe gedreht hat. Sein „Einspruch“-Einstand zeichnet sich im Unterschied zur sonstigen Bildgestaltung dieses Genres durch eine agile Kamera aus, die in einem nicht immer passenden Kontrast zum gemächlichen Erzähltempo steht. Außerdem fällt auf, dass die durchwegs guten jugendlichen Ensemblemitglieder im Vergleich zu den Erwachsenen angenehm sachlich agieren. Unterm Strich ist „Hundeliebe“ trotz aller Einwände keine Zeitverschwendung. Der ständige Streit des Ehepaars Herbert nervt zwar auf Dauer, aber die Dialoge sind durchaus gelungen. Das Drehbuch schrieb Reihenschöpfer Torsten Linkeit diesmal zusammen mit Boris von Sychowski.

Von Babys umzingelt: „Kindersegen“
Die wissenschaftliche Bezeichnung gibt es erst seit gut zwanzig Jahren, aber die sogenannte Frequenzillusion ist vermutlich so alt wie die Menschheit: Plötzlich erscheint etwas allgegenwärtig, was vorher gar keine Rolle spielte. Bekanntestes Beispiel ist das Baby-Phänomen: Verspürt eine Frau einen Kinderwunsch, sieht sie überall Schwangere oder Mütter mit Kinderwagen. Eva Schatz erlebt in ihren Wechseljahren allerdings eine Kehrseite dieser Wirklichkeitsverzerrung: Ihr Körper fühle sich an „wie ein Schlachtfeld“, wenn die Hormone verrückt spielten; und jetzt scheint sie auch noch schwanger zu sein. Das passiert zwar selten, ist biologisch aber durchaus möglich. Prompt schockiert Lenkeit seine Heldin mit einer besonders erschreckenden Form der Frequenzillusion: Der Film beginnt im Schwimmbad. Eva bevorzugt das Kinderbecken, weil das Wasser dort wärmer ist, fühlt sich allerdings durch die vielen Mütter mit Baby gestört. Später, als ihre Schwangerschaftsbefürchtung zur vermeintlichen Gewissheit geworden ist, wird sie in einem Albtraum von den Babys attackiert. Das Drehbuch behandelt damit auf heitere Weise ein ernstzunehmendes Thema: Frauen jenseits der dreißig ohne Nachwuchs gelten in dieser Gesellschaft immer noch als unvollständig. Auch Eva, der die beruflichen Ambitionen wichtiger waren, fragt sich, ob das Leben ihr mit den vielen Baby-Begegnungen zeigen will, was sie verpasst hat.

Eine weitere Ebene dreht sich ebenfalls um einen Säugling. Der ist zwar nicht echt, hält seine Umgebung aber dennoch auf Trab: Lili soll sich im Rahmen einer schulischen Projektwoche um ein Simulationsbaby kümmern. Diese Puppen sind, was ihr Verhalten angeht, täuschend echt: Sie schreien, wenn sie Hunger haben (auch nachts natürlich), müssen anschließend ein Bäuerchen machen und wollen gewickelt werden. Zu Hannos Entsetzen empfindet Lucas derart große Freude am Leben zu dritt, dass er sich in den Kopf setzt, eine Familie zu gründen. Später geraten die Bertrams in helle Aufregung, als der Karton mit der Babypuppe allem Anschein nach im Auto der Sperrmüllabfuhr gelandet ist. Über den „üblichen Familienwahnsinn“ hatte Hanno schon vorher geseufzt und sich umso mehr darüber gefreut, dass er und Eva altersmäßig „aus dem Gröbsten raus“ sind; bis er ihren positiven Schwangerschaftstest im Müll entdeckt.

Einspruch, Schatz! – Staffel 2026Foto: Degeto / W&B / Uwe Frauendorf
Episode „Kindersegen“: Eva Schatz (ChrisTine Urspruch) wird von Träumen heimgesucht, in denen sie von Babys umringt ist.

Aus Sicht der Betroffenen sind diese beiden Handlungsstränge natürlich nicht lustig, aber von außen betrachtet sorgen sie für einige Heiterkeit. Davon kann beim juristischen Thema des Films keine Rede sein: Es geht um das Recht am eigenen Bild sowie um Persönlichkeitsrechte. Episodenhauptfigur ist eine von Wolke Hegenbarth allerdings unnötig überzogen verkörperte „Momfluencerin“: Anke Scholz verbreitet im Internet kurze Filme über die scheinbar perfekte Welt ihres Familienlebens und verdient damit viel Geld, weil sie regelmäßig bestimmte Produkte in ihre Videos integriert. Auf diese Weise, erklärt sie später, profitiere sie von der „wahnsinnig großen Sehnsucht nach der perfekten Familie“. Mit der Wirklichkeit hat das nichts zu tun, wie sich nach und nach zeigt: Ehemann Matthias (Christoph Letkowski) hat seine Stelle am Flughafen verloren und macht nun im Bärenkostüm Werbung für einen Supermarkt, was er Anke jedoch geflissentlich verschwiegen hat. Bislang fand Sohn Fabian (Arthur Gropp) das Treiben seiner Mutter bloß lästig, aber nun hat er erstmals erlebt, dass die Zurschaustellung peinlicher Momente auch negative Konsequenzen haben kann. Bei einem Vorstellungsgespräch für eine Lehre als Bankkaufmann wurde er mit einem „Kotzvideo“ konfrontiert, das nicht mal echt war: Seine Mutter hatte es inszeniert, um Werbung für ein Waschmittel zu machen. Weil sie seine Aufforderung, die Filme zu löschen, ignoriert, bittet er Eva um rechtlichen Beistand.

Soundtrack: (1) Steve Lawrence & Eydie Gormé („I Gotta Be Me“), Aaron Frazer („If I Got It“) (2) Tally Hall („Hidden In The Sand“), Emily King („Forgiveness“, „No More Room“), Elliott Smith („Because“), Sarah Brightman & Andrea Bocelli („Time To Say Goodbye“), Leon Bridges („There She Goes“), Gomez („We Haven’t Turned Around“) (3) Bill Withers („Lovely Day“), Chuck Berry („You Never Can Tell“), Roy Orbison („Pretty Woman“) (4) Nat King Cole („L-O-V-E“), Dean Martin („The Door Is Still Open To My Heart“), Convoy („Here’s Lookin’ At You“)

Für Rache ist es nie zu spät: „Kavaliersdelikt“
Die Heldinnen der Freitagsreihen im „Ersten“ lassen bedenkenlos alles stehen und liegen, wenn sie anderen helfen können. In dieser Hinsicht fällt „Kavaliersdelikt“ etwas aus dem Rahmen, denn diesmal muss sich Eva Schatz in eigener Sache engagieren. Die Handlung beginnt mit einem unbeschwerten Einkaufsbummel Evas mit Hanno. Im Kaufhaus begegnen sie seiner Tochter und zwei Freundinnen. Just in diesem Moment will ein unfreundlicher Hausdetektiv die Taschen der Mädchen kontrollieren: Ein teures Collier ist gestohlen worden. Die Durchsuchung bleibt ergebnislos, und damit wäre die Sache erledigt, aber für Eva geht der Ärger nun erst richtig los: Als sie das Kaufhaus verlassen will, ertönt ein Alarm; triumphierend holt der Sicherheitsmann das Schmuckstück aus ihrer Handtasche.

Natürlich ist die Juristin keine Diebin; eine der drei jungen Frauen muss ihr das Collier untergejubelt haben. Fans der Reihe werden sich noch gut an den Auftakt erinnern, als Lili die Beziehung zwischen ihrem verwitweten Vater und Eva sabotieren wollte. Damals hätte sie sich womöglich zu einer derartigen Tat hinreißen lassen, heute ist sie zutiefst empört, dass Hanno ihr so etwas zutraut. Kurzerhand packt sie ihre Sachen und verzieht sich zu Bella (Lilly Barshy). Dritte im Mädelsbunde war Alice (Claire Wegener). Die Mitschülerin macht keinen Hehl daraus, dass sie hin und wieder mal was mitgehen lässt. Zu diesem Zeitpunkt hat Regisseur Broecker allerdings mit einem Inszenierungsdetail längst dafür gesorgt, dass das aufmerksame Publikum eine Ahnung hat, wer tatsächlich an dem ganzen Schlamassel Schuld ist.

Die eigentliche Geschichte ist ohnehin eine ganz andere. Elisabeth Reiter, die zuständige Staatsanwältin, ist nach dem Tod ihres Mannes vor einigen Monaten von Berlin nach Leipzig gezogen. Sie entpuppt sich als frühere Kommilitonin und einstmals sogar gute Freundin Evas. Die beiden Frauen haben sich seit ihrer Studienzeit nicht mehr gesehen: Eva, so erzählt sie es, hat Lissy damals den Freund ausgespannt. Die Wahrheit ist jedoch viel komplizierter, aber das verrät Drehbuchautor Torsten Lenkeit erst viel später. Zunächst weidet sich der Film am frostigen Wiedersehen der beiden Frauen. Elisabeth macht Eva klar, dass sie auf keinen Fall den Verdacht der Mauschelei erwecken möchte. Immerhin baut sie ihr eine Brücke: Gegen eine Zahlung von 6.000 Euro wird sie das Verfahren einstellen, aber das kommt für Eva gar nicht infrage.

Einspruch, Schatz! – Staffel 2026Foto: Degeto / W&B / Walter Wehner
Episode „Kavaliersdelikt“: Eva Schatz ist das Collier doch wohl untergejubelt worden. Der Ladendetektiv (Dominik Schiefner), die drei jungen Shopping-Ladys (Claire Wegener, Lola Höller, Lilly Barshy), Hanno (Wolfram Grandezka) und Eva (ChrisTine Urspruch)

Die Rolle der Gegenspielerin ist mit Diana Amft interessant besetzt, auch wenn sie ihre Rolle wie schon ihre Vorgängerinnen Katharina Heyer und Wolke Hegenbarth als Episodenhauptdarstellerinnen allzu eifrig verkörpert. Andererseits verstärkt ihr Spiel den Kontrast zwischen den beiden Frauen, und das in jeder Hinsicht. Für Rache ist es nie zu spät, stellt Evas Assistentin (Karmela Shako) fest, und tatsächlich scheint Elisabeth die Konstellation regelrecht auszukosten: Als sich herausstellt, dass im Kaufhaus auch eine Brosche entwendet worden ist, muss sich Eva die polizeiliche Durchsuchung ihrer Wohnung gefallen lassen.

Wie üblich hat Lenkeit den Hauptstrang um einige Nebenebenen ergänzt, die vor allem Jochen Busse mit Spielmaterial versorgen sollen: Evas Vater, Ex-Bundeswehrgeneral Werner Schatz, lässt sich von Hannos Jüngstem zeigen, wie das sogenannte Hütchenspiel funktioniert, und hat dem Jungen zum Entsetzen der friedensbewegten Großmutter (Tatja Seibt) einen ferngesteuerten Panzer geschenkt. Darstellerisch sind gerade die Szenen mit Lola Höller allerdings deutlich überzeugender. Zum Finale, als Bella zurück nach Berlin will, gibt es zudem einen Anschlussfehler, der vermutlich den schwierigen Drehbedingungen am Leipziger Hauptbahnhof geschuldet ist: Die große Uhr in der seltsam menschenleeren Bahnhofshalle zeigt 9.30 Uhr, auf der Anzeigetafel mit der Zugübersicht ist es 14.30 Uhr.

Kramer gegen Kramer: „Rosenkrieg“
Sind die Kinder aus dem Haus, macht sich bei Eltern häufig ein Gefühl der Leere breit; die Forschung spricht vom „Empty Nest“-Syndrom. Eine naheliegende Lösung wäre die Auffrischung der Partnerschaft, aber in vielen Ehen gesellt sich zu dieser Krise eine weitere: Wichtigstes Bindeglied waren der Sohn oder die Tochter, doch die sind nun weg, und plötzlich stellen die Eltern fest, dass sie sich im Grunde nichts mehr zu sagen haben. Früher sind sie nicht zuletzt wegen der finanziellen Abhängigkeit (meist der Frau) trotzdem zusammengeblieben, heute trennt man sich; im besten Fall einvernehmlich. Das ist der feste Vorsatz von Oliver und Susanne (Tim Bergmann, Susanna Simon), aber schon der Titel dieser vierten und letzten neuen „Einspruch, Schatz!“-Episode lässt keinen Zweifel daran, dass der gute Vorsatz alsbald auf der Strecke bleiben wird.

In England führten zwei rivalisierende Adelshäuser im 15. Jahrhundert erbitterte Kämpfe um die Krone. Die Konflikte wurden „Rosenkriege“ genannt, weil beide eine Rose in ihrem Wappen trugen. Hollywood hat daraus eine bitterböse Scheidungssatire mit Michael Douglas und Kathleen Turner als Ehepaar Oliver und Barbara Rose gemacht („Der Rosenkrieg“, 1989). Torsten Lenkeit hat seine beiden Hauptfiguren Kramer genannt, und auch dafür gibt es ein Hollywood-Vorbild („Kramer gegen Kramer“, 1979, mit Dustin Hoffman und Meryl Streep). Das besondere an Lenkeits Drehbuch sind die vertauschten Rollen: Oliver hat sich um Haushalt und Tochter gekümmert, Susanne hat sich im Verlauf der 25 Ehejahre einen Namen als Schönheits-Chirurgin gemacht und viel Geld verdient.

Einspruch, Schatz! – Staffel 2026Foto: Degeto / W&B / Walter Wehner
Die Eltern (Tim Bergmann, Susanna Simon) weihen ihre Kinder (Lina Hüesker, Leander Lesotho) in ihre Scheidungspläne ein.

Schon zu Beginn lassen kleine Spitzen erahnen, dass die erhoffte Einvernehmlichkeit nicht lange halten wird. Weil es keinen Ehevertrag gibt, bildet das Paar eine klassische Zugewinngemeinschaft: Im Fall einer Scheidung wird der komplette Besitz zu Susannes Empörung halbiert, selbst die Rentenpunkte werden geteilt. Für die Dauer des Trennungsjahres müsste die bisherige Alleinverdienerin dem zukünftigen Ex-Gatten außerdem Unterhalt zahlen, was sie erst recht nicht einsieht. Einziger Ausweg wäre ein unzumutbarer Härtefall, also beispielsweise häusliche Gewalt oder Untreue. Prompt lässt sie Oliver von einer professionellen Treuetesterin umgarnen.

Im ARD-Programm ist das eigentlich ein typischer Stoff für den Mittwochsfilm, aber Lenkeit hat einen cleveren Weg gefunden, um aus dem Rechtsstreit einen Fall für Eva und Hanno zu machen: Er war einst Susannes erste große Liebe, und natürlich soll er sie nun auch anwaltlich vertreten. Eva wiederum entgeht nicht, dass die Verflossene immer noch große Stücke auf ihn hält und reagiert ungewohnt eifersüchtig. Die Lage spitzt sich zu, als Oliver sie als Anwältin engagiert. Lenkeit gewinnt dem ernsten Thema trotzdem heitere Seiten ab; unter anderem teilt Oliver das luxuriöse Eigenheim mit Klebe- und Absperrband fein säuberlich in zwei Hälften. Tochter Sophie (Lina Hüesker) findet das alles verständlicherweise gar nicht komisch: Eigentlich wollte die Studentin ihre Eltern mit einer freudigen Nachricht überraschen, aber ausgerechnet in dieser Sache sind sich Oliver und Susanne ausnahmsweise einig.

Die familiäre Nebenebene hat zwar auch diesmal mit dem eigentlichen Thema rein gar nichts zu tun, aber dafür ist sie sehr witzig: Hannos neunjähriger Sohn Tim wollte der gleichaltrigen Ina imponieren und hat ihr von seinen nicht vorhandenen Zauberkünsten erzählt. Das Mädchen hat einen unmöglich zu erfüllenden Wunsch: Hase Hoppel ist verstorben, Tim soll ihn auferstehen lassen. Evas Vater weiß Rat und entwirft einen abenteuerlichen Plan, der unter anderem zur Folge hat, dass die Familie wieder mal Ärger mit der Polizei bekommt.

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Reihe

ARD Degeto

Mit ChrisTine Urspruch, Wolfram Grandezka, Karmela Shako, Jochen Busse, Lola Höller, Benedikt Kalcher, Tatja Seibt, Edgar Emil Garde, Maximilian Brunn, Stephan Grossmann, Sylta Fee Wegmann

Episodenrollen: (1) Julius Nitschkoff, Katharina Heyer, Sascha Goepel, Eline Doenst (2) Wolke Hegenbarth, Christoph Letkowski, Arthur Gropp (3) Diana Amft, Lily Barshy, Claire Wegener (4) Tim Bergmann, Susanna Simon, Lina Hüesker, Leander Lesotho

Kamera: Christoph Iwanow

Szenenbild: Thomas Stromberger (1+2), Dominik Hauschild (3+4)

Kostüm: Matthias Vöcking (1+2), Frank Bohn (3+4)

Schnitt: Fritz Busse

Musik: Martina Eisenreich

Redaktion: Sascha Mürl, Stefan Kruppa

Produktionsfirma: W&B Television

Produktion: Oliver Vogel

Drehbuch: Torsten Lenkeit, Boris von Sychowski ,

Regie: Josh Broecker

Quote: (1): 3,28 Mio. Zuschauer (16,3% MA); (2): 2,98 Mio. (15,2% MA); (3): 3,05 Mio. (15,2% MA); (4): 3,74 Mio. (18,3% MA)

EA: 16.09.2026 20:15 Uhr | ARD-Mediathek

weitere EA: 18.09.+25.09.+02.10.+09.10.2026 20:15 Uhr | ARD

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