• Mehrteiler „Neger, Neger, Schornsteinfeger“

      Auf einen Blick: Kinokultfilme & Filmgeschichte im Februar Über 30 Fiktion-Premieren. Februar-Highlights auf einen Blick TV60 – Alexandra Neldel in "Rache der Wanderhure" (Sat 1, 28.2.) Foto anklicken, bei amazon kaufen & tittelbach.tv unterstützen

      Auf einen Blick: Kinokultfilme & Filmgeschichte im Februar

      Foto: ZDF / Volker Roloff

      Über 30 Fiktion-Premieren. Februar-Highlights auf einen Blick

      Foto: Jiri Hanzl

      TV60 – Alexandra Neldel in "Rache der Wanderhure" (Sat 1, 28.2.)

      Foto anklicken, bei amazon kaufen & tittelbach.tv unterstützen

      ZDF neo, 25.04.2010, 20:15 Uhr - Wiederholung
      Bewertung: 4,0 von 6

      Veronica Ferres – und wie ein farbiger Junge den Nationalsozialismus überlebt

      „Es grenzt an ein Wunder, dass Massaquoi den Nationalsozialismus und das Inferno der Kriegsjahre in Hamburg überlebt hat“, sagt Jörg Grünler. Ermöglicht haben es eine aufopferungsvoll kämpfende Mutter, Freunde und Menschen aus der Nachbarschaft. Aus dieser Alltagsperspektive heraus erzählt Langmaack die Geschichte vom heranwachsenden Hans-Jürgen, dem die einen Liebe entgegenbringen, andere, von denen man es nicht erwartet, Sympathie, und dem wieder andere mit offener Diskriminierung begegnen.

      „Ich wuchs heran und erkannte, dass dunkle Haut und krauses Haar Zeichen von Überlegenheit waren. Ich wurde von Weißen bedient und von Weißen bewundert. Ich lebte in dem festen Glauben, der Mittelpunkt des Universums und etwas ganz Besonderes zu sein.“ Das naive Weltbild, das sich da ein kleiner Junge im Hamburg der frühen 30er Jahre zurecht bastelt, sollte sich alsbald als Trugschluss erweisen. Dass sein Großvater ein liberianischer Konsul war und eine vornehme Villa bewohnte, konnte nicht verhindern, dass der schwarzhäutige Hans-Jürgen nach seinen glücklichen Vorschuljahren mit Hitlers Machtantritt unerträgliche Zeiten erleben musste. Die 13 Jahre wurden zum Trauma seines Lebens. Der echte Hans-Jürgen, Hans-Jürgen Massaquoi, hat die Erinnerungen an seine Jugendjahre unter der Naziherrschaft in seiner Autobiografie „Neger, Neger, Schornsteinfeger“ erst vor einigen Jahren niedergeschrieben. Das ZDF hat jetzt einen bewegenden Film daraus gemacht.

      „Es grenzt schon an ein Wunder, dass Hans-Jürgen Massaquoi den gnadenlosen Nationalsozialismus und das Inferno der Kriegsjahre in Hamburg überlebt hat“, sagt Regisseur Jörg Grünler. Ermöglicht haben es eine aufopferungsvoll kämpfende Mutter, Freunde und Menschen aus der Barmbeker Nachbarschaft. Aus dieser Alltagsperspektive heraus erzählt denn auch Grimme-Preisträgerin Beate Langmaack die Geschichte vom heranwachsenden Hans-Jürgen, dem die einen Liebe entgegenbringen, andere, von denen man es nicht erwartet, Sympathie, und dem wieder andere mit offener Diskriminierung begegnen. Die Täter, überzeugte Nazis und Eliteverbrecher des Systems, bleiben im Hintergrund. Gelegentlich ins sepiafarbene Bild gerückt werden armselige Mitläufer und linientreue Opportunisten. Buch wie Film ziehen ein ähnliches Fazit wie die ebenfalls verfilmten Kindheitserinnerungen des Schauspielers Michael Degen: „Nicht alle waren Mörder.“

      Besonders erschreckend zeigt der Film, wie die Jugend und die Kinder fasziniert sind von dem „neuen Geist“. Für manch einen Dreikäsehoch ist es schick, ein Hakenkreuz auf dem Pullover zu tragen. Man gehört dazu, ist stolz, fühlt sich erwachsen. So ist nichts für den Helden schlimmer, als nicht zur Hitlerjugend zu dürfen. Selbst später will er immer wieder beweisen, dass er „ein richtiger Deutscher“ ist. Doch selbst in den Krieg will man dieses Produkt der „Rassenschande“ nicht lassen. Dieses Moment hat auch die weibliche Hauptdarstellerin Veronica Ferres am meisten bewegt. „Wenn jemand sich nichts sehnlicher wünscht, als in die Arme seines Mörders zu fallen, ist das einfach absurd und sagt viel über die Gefährlichkeit dieses Regimes aus.“

      Der Stoff war der Ferres früh aufgefallen. Um die Rolle von Berta Baetz einmal spielen zu können, hatte sich die Schauspielerin früh um die Rechte bemüht. Doch Markus Trebitsch hatte sie bereits erworben. Dass Ferres nun diese couragierte Frau spielen durfte, war eine gute Fügung. Auch wenn sie in der Öffentlichkeit manchmal ein bisschen zu penetrant für die „starken Frauen, die durch ihre ungewöhnlichen Lebenswege Maßstäbe setzen“ plädiert, Einsatz für „Neger, Neger, Schornsteinfeger“ ist lobenswert. Und der Zweiteiler ist über weite Strecken keine One-Woman-Show.

      Dafür ist das Schicksal jenes Hans-Jürgen zu bewegend und das Spiel der drei Jungdarsteller, die ihn verkörpern, zu anrührend. Und der Film, indem er zeigt, wie Zivilcourage und Mitgefühl die von oben diktierte Barbarei aushebeln, zu wichtig. Auch wenn man dem Film durch die Fokussierung auf das alltägliche Miteinander den Vorwurf der Verharmlosung machen kann, so ist er in seiner Perspektive und Reduktion doch konsequent und stimmig. Er zeigt nur eine von vielen möglichen Sichtweisen auf das Phänomen Nationalsozialismus. „Und der Film erzählt vor allem eine gute, wahrhaftige Geschichte“, so Ferres. „Er ist nah am Leben dran, ist emotional, sensibel, ohne reißerisch zu sein, und er zeichnet Menschen, die nicht den gängigen Klischees entsprechen.“ (Text-Stand: 1.10.2006)

      Rainer Tittelbach


      „Neger, Neger, Schornsteinfeger“
      ZDF / Mehrteiler / Zeitgeschichtliches Drama
      EA: 1.+2.10.2006, 20.15 Uhr (ZDF)
      Mit Veronica Ferres, Theodor Hemprich, Thando Walbaum, Götz Schubert, Jürgen Tarrach und Charly Hübner
      Drehbuch: Beate Langmaack
      Regie: Jörg Grünler
      nach der Autobiografie von Hans-Jürgen Massaquoi
      Produktionsfirma: Aspekt Telefilm



      Drucken Senden Kommentieren

      Mediadaten
      Informationen für Sponsoren und Werbekunden
      Spenden mit Paypal

       

    • Startseite
    • > Programm <
      • Fernsehfilm
      • Reihe
      • > Mehrteiler <
      • Serie
      • Kino-Koproduktion
      • Interview
      • Porträt
      • Kurztipps
    • Exklusiv
      • Interview
      • Porträt
      • News
      • Analyse
      • Drehbericht
    • Bonusmaterial
      • Toplisten
      • Was andere schreiben
      • Web-Tipps
      • Soundtrack
      • DVD-Tipps
      • Dancing DJ Roger
    • Intern
      • Über mich
      • Sehen, was sich lohnt
      • Glossar
      • Mediadaten
      • Angebote
      • Datenschutz
      • Kontakt
      • Gästebuch
      • Impressum
    • Spenden

      Weil sich von Luft und Fernsehen allein nicht leben lässt.

    • Februar-Highlights

      • Koeberlin
        Foto: ZDF
      • ALLE TOP-TV-Filme des Monats auf einen Blick. Über 30 Fiktion-Premieren, sehr gute Reihen-Krimis, kein schwacher "Tatort", Top Wiederholungen! Foto: Matthias Koeberlin im Film des Monats "Die Braut im Schnee". Erinnerungshilfe per Newsletter?

    • "Der letzte Bulle" 3

      • Baum
        Foto: Sat 1
      • Der mit dem Bauch denkt: Mick Brisgau. Henning Baum ist und bleibt "Der letzte Bulle" (Sat 1, ab 6.1.). Die Neuerungen in Staffel 3!

    • Highlight 2012

      • Papa & die Kids
        Foto: WDR
      • Die Mutter hat sich umgebracht. Wie kann das die Restfamilie verkraften? "Der letzte schöne Tag" von Dorothee Schön und Johannes Fabrick. Mit Wotan Wilke Möhring, Matilda Merkel und Nils Julius Schuck. Den Film sahen 5,70 Millionen Zuschauer.

    • Tittelbach DVD-Tipp

      Barfuß bis zum Hals Die Hebamme – Auf Leben und Tod Klimawechsel Tatort - Reifezeugnis
    • ttv: meist gelesen

      • Jonas Nay
        Foto: NDR
      • Die Kritik zum Medien-Drama "Homevideo" (NDR/Arte) ist mit großem Abstand der meist gelesene Text auf tittelbach.tv. Foto: Jonas Nay. Die weiteren Klick-Highlights (Stand: 18.1.):
         

        •  2. "Es war einer von uns" (ZDF/Arte)
        •  3. "Sie hat es verdient" (Degeto)
        •  4. "Die letzte Spur – Alexandra 17 Jahre" (Sat 1)
        •  5. "Schreie der Vergessenen" (Pro Sieben)
        •  6. "Borgia" (ZDF)
        •  7. "Pilcher: Vier Frauen" (ZDF)
        •  8. "Ausgerechnet Sex" (Sat 1)
        •  9. "Keine Angst" (WDR)
        • 10. "Der Duft von Holunder" (Degeto)
    • TV-Perlen auf DVD

      • DVD-Cover
      • Jetzt neu: DVD-Tipps. Die besten
        TV-Filme, die besten Krimis, die besten kleinen Kinofilme, einige Top-Serien der letzten Jahre. Dazu Kritiken, Trailer & Tags zu Genre, Themen und "Stimmungen".

    • Ferien-Gutshof OH

      • Ferien-Gutshof Tittelbach
      • Relaxen nahe der Ostsee-Küste

    • Kalender

    • Kaufen bei

      Kaufen bei
      und tittelbach.tv unterstützen

    • Top Premieren

      Highlights bis zum 14.02.2012
      1. „Bella Block – Der Fahrgast und das Mädchen“  (ZDF, 11.02.)
      2. „Im Schatten“  (3sat, 14.02.)
      3. „Vater Mutter Mörder“  (ZDF neo, 10.02.)
      4. „Tatort – Ordnung im Lot“  (ARD, 12.02.)
      5. „Danni Lowinski (Staffel 3)“  (Sat 1, 13.02.)
    • Top Wiederholungen

      Highlights bis zum 10.02.2012
      1. „Renn, wenn du kannst“  (Arte, 10.02.)
      2. „Im Dschungel“  (ARD, 10.02.)
      3. „Tatort – Tango für Borowski“  (ARD, 10.02.)
      4. „Paul Is Dead“  (ZDF-Kultur, 10.02.)
      5. „Der Heckenschütze“  (ZDF neo, 09.02.)
    • Facebook

    • "Wanderhure" Teil 2

      • Neldel
        Foto: Sat 1
      • Nach dem Überraschungserfolg "Die Wanderhure" zeigt Sat 1 am 28.2. die Fortsetzung "Die Rache der Wanderhure" mit Alex Neldel

    • Kino-Klassiker 02/12

      • "Shining"
      • Mach dir dein Programmkino! Filmgeschichte & Kultkino werden im Programm versteckt. Deshalb präsentiert tittelbach.tv jeden Monat die Alltime Classics. Finden, was Sender verstecken: z.B. Jack Nicholson in Stanley Kubricks Kultfilm "Shining"

    • Phantasie-Reisen

      • Galerie Werkstatt der Träume
      • Radierungen, Galerie und Shop

    • Tittelbach empfiehlt

    • "Tatort" Dortmund

      • Aylin Tezel
      • Glücksgriff: Aylin Tezel gehört zum neuen "Tatort"-Team des WDR – Schauplatz Dortmund. Mit dabei Jörg Hartmann & Anna Schudt. Der Star ist das Team!

    • Folge uns über

      FacebookTwitterRss Feed
    • © 2012 Rainer Tittelbach