In aller Stille
    • Fernsehfilm „In aller Stille“

      Werden Sie FAN & FREUND von tittelbach.tv - Infos per Klick WEISSENSEE - Staffel 2 Auf einen Blick: die Top-Fernsehfilm-Premieren im Mai 2013 Foto anklicken, bei amazon kaufen & tittelbach.tv unterstützen

      Werden Sie FAN & FREUND von tittelbach.tv - Infos per Klick

      Foto: Zieglerfilm

      WEISSENSEE - Staffel 2

      Zieglerfilm präsentiert die Ausnahme-Serie vorab auf DVD

      Foto: SWR / ORF / Domenigg

      Auf einen Blick: die Top-Fernsehfilm-Premieren im Mai 2013

      Foto anklicken, bei amazon kaufen & tittelbach.tv unterstützen

      Eins Festival, 08.12.2012, 03:40 Uhr - Wiederholung

      Kunzendorf, Bogenberger, Kaufmann und die kluge Dialektik des Tragischen

      Rainer Tittelbach
      Eine Dorfkommissarin auf der Suche nach einem verschwundenen Jungen, ihrer eigenen Familie und der Hölle ihres Elternhauses. Vergeblich versucht die Frau, dem Alltagschaos Herr zu werden. Nina Kunzendorf besticht einmal mehr als die große Blickkünstlerin. Für ihre Introvertiertheit am Rande permanenter Verstörung fanden Regisseur Rainer Kaufmann, Kameramann Klaus Eichhammer und Cutter Ueli Christen den idealen Resonanzboden. Der dokumentarische Stil verhindert den Sturz ins artifizielle Jammertal. Meisterlich!

      Brückner, Kunzendorf, von Bülow, Mittendorfer
      Foto: BR / Erika Hauri

      Auch nachts sucht die SOKO nach dem verschwundenen Bub. Maximilian Brückner, Nina Kunzendorf, Johann von Bülow, Bettina Mittendorfer. Schlimme Vorahnung

      Eine bayerische Kleinstadt. Kommissarin Anja Amberger ist nach der Trennung von ihrem Mann im gemeinsamen Haus wohnen geblieben – zusammen mit ihren beiden Kindern, der pubertierenden Laura und dem dreijährigen Tom. Meist vergeblich versucht sie, dem Alltagschaos Herr zu werden. Besonders angespannt wird die Lage, als ein Junge, so alt wie ihr eigener Sohn, als vermisst gemeldet wird. Bei dessen Familie war sie erst unlängst bei einem nächtlichen Einsatz, weil eine Nachbarin die seltsamen Erziehungsmaßnahmen des Vaters für einen Dreijährigen für unangemessen hielt. Die Polizistin macht sich Vorwürfe, weil sie in jener Nacht den Körper des Jungen nicht ausreichend auf Verletzungen hin untersucht hat. Während sich die Anzeichen verdichten, dass der überstrenge Vater etwas mit dem Verschwinden des Jungen zu tun haben könnte, spitzt sich bei Anja Amberger auch die private Situation zu. Sie fühlt sich von allen in die Enge getrieben: vom Noch-Ehemann, der eigenen Tochter, von ihrer Ärztin. Der aktuelle Fall ist für sie Auslöser dafür, sich ihren seelischen Problemen zu stellen und den so genannten „Kindheitsscheiß“ nicht länger in sich zu verschließen, sondern endlich den schweren Koffer der Vergangenheit zu öffnen.

      Michael Fitz
      Foto: BR / Hauri

      Noch-Mann der

      Polizistin. Michael Fitz

      Michael Fitz
      Foto: BR / Hauri

      Herzenskalte Mutter. Nina Kunzendorf mit Hildegard Schmahl

      „In aller Stille“ ist ein Film, der durch die kluge Dialektik des Tragischen besticht. Drehbuchautorin Ariela Bogenberger entfaltet eine unaufgeregte, an Projektionen reiche Geschichte über eine Frau, die eine tief sitzende Angst mit sich herumträgt. Doch nicht nur ihre Kindheit, ihr Elternhaus, erweist sich als Bürde, auch ihr Beruf ist kein kinderfreundliches Milieu, und ihr eigener psychischer Stress sowie der soziale Müll, den sie abends mit nach Hause bringt, sind nicht dazu angetan, entspannte, familiäre Stimmung zu verbreiten. Alle leiden vor sich hin, die einen stiller, die anderen lauter. Der Sohn hustet sich die Spannung von der Seele, die Tochter explodiert, die Mutter brüllt zurück und es rutscht ihr auch schon mal die Hand aus. Und die kaltherzige Großmutter hat garantiert einen unpassenden Satz parat.

      Leihen sich oftmals Psycho- und Familiendramen vom Krimi die Spannung aus, um so einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden zu können, ist es bei diesem außergewöhnlichen Fernsehfilm von Rainer Kaufmann eher umgekehrt: „Hier leiht sich ein nicht allzu reichhaltiger Kriminalfall die Spannung von einer Psychogeschichte aus“, so Hauptdarstellerin Nina Kunzendorf. „Das Hauptzentrum liegt nicht bei der Krimigeschichte. Auch in meinem Spielbewusstsein habe ich vernachlässigt, dass meine Figur Kommissarin ist. Ich habe sie stärker als Privatperson mit all ihren Traumata und Überforderungen begriffen.“

      Nina Kunzendorf
      Foto: BR / Erika Hauri

      Dieser Scheiß-Job! Kann eine Polizistin eine gute Mutter sein? Kunzendorf. Trailer

      Nina Kunzendorf, die sich in enge Kleidung zwängen musste als Zeichen für die Zwanghaftigkeit ihrer Figur, beweist einmal mehr, dass sie die große Blickkünstlerin unter den deutschen Schauspielern ihrer Generation ist. Das beredte Spiel ihrer Augen entwickelt mit feinen Nuancen einen hochkomplizierten Charakter. Aber auch ihr Körpereinsatz, die leise Gehemmtheit ihrer Bewegungen, die Distanz, mit der sie die anderen von sich fern hält, dann aber auch wieder die Nähe (ihres Kollegen), auf die sie es in der großartigen Küchenszene anlegt – das ist eine differenzierte Schauspielerarbeit, wie man sie selten sieht im Fernsehen.

      Nina Kunzendorf über den "anderen Zugang" zur Geschichte:
      „Mir gefällt, dass man dieser Problemfamilie nicht eine gut situierte Familie bzw. Kriminalkommissarin gegenüberstellt, die perfekt ist und bei der alles bestens funktioniert, sondern dass hier eine spröde, vielleicht sogar unsympathische Identifikationsfigur entwickelt wird, die einem aber gerade durch das Unperfekte näher gebracht wird. So bekommt man einen anderen Zugang zur Geschichte. Kindesmisshandlung wird hier nicht als sozial verankert abgetan – so unter dem Motto: ‚Es sind doch eh nur die Asozialen, bei denen so etwas passiert.’“

      Für diese Introvertiertheit am Rande permanenter Verstörung fanden Regisseur Rainer Kaufmann, Kameramann Klaus Eichhammer und Cutter Ueli Christen den idealen filmsprachlichen Resonanzboden. Der dokumentarisch anmutende Stil, die große Beweglichkeit in und zwischen den Bildern, sorgt dafür, dass Hauptfigur und Handlung nicht ins artifizielle Jammertal stürzen. „In aller Stille“ besitzt einen kunstvollen Realismus und trifft damit genau den für die Buch-Vorlage passenden Ton. Die Konstellation Bogenberger, Kaufmann, Kunzendorf, Sperl, die schon bei „Marias letzte Reise“ (mit der unvergessenen Monica Bleibtreu) Großes leistete, schreibt also weiterhin Fernsehgeschichte! (Trailer)

      DVD-Trailer zum preisgekrönten TV-Film "In aller Stille" mit Nina Kunzendorf

      Rainer Tittelbach arbeitet seit über 25 Jahren als TV-Kritiker & Medienjournalist. Er ist Grimme-Juror & FSF-Prüfer. Seit 2009 betreibt er tittelbach.tv. Mehr


      Sie können den fernsehfilm-beobachter unterstützen: Werden Sie Fan & Freund oder spenden Sie oder kaufen Sie bei amazon, indem Sie von hier, vom amazon-Button oder von jedem beliebigen DVD-Cover dorthin gelangen.


      „In aller Stille“
      BR / Fernsehfilm / Drama
      EA: 3.10.2010, 20.15 Uhr (ARD)
      Mit Nina Kunzendorf, Maximilian Brückner, Michael Fitz, Johann von Bülow, Lola Dockhorn, Michael A. Grimm, Sarah Lavinia Schmidbauer und Veronika Fitz
      Drehbuch: Ariela Bogenberger
      Regie: Rainer Kaufmann
      Kamera: Klaus Eichhammer; Schnitt: Ueli Christen
      Produktionsfirma: sperl & schott Film GmbH
      Quote: 5,37 Mio. Zuschauer (16,5% MA)


      Bewertung: 6,0 von 6



      Folgende Artikel könnten Sie interessieren

      • Nina Kunzendorf: "In aller Stille" (Interview)
      • Tatort – Eine bessere Welt (Reihe)
      • Tatort – Der Tote im Nachtzug (Reihe)
      • Tatort – Es ist böse (Reihe)
      • In aller Stille (DVD-Tipp)


      Drucken Senden Kommentieren


      Tittelbach.tv empfiehlt: Filme und Serien auf DVD

      DVD : Go West – Freiheit um jeden Preis DVD : Angst hat eine kalte Hand DVD : Kongo DVD : Klimawechsel

       

    • Startseite
    • > Programm <
      • > Fernsehfilm <
      • Reihe
      • Mehrteiler
      • Serie
      • Kino-Koproduktion
      • Interview
      • Porträt
      • Kurztipps
    • Exklusiv
      • Interview
      • Porträt
      • News
      • Analyse
      • Drehbericht
    • Bonusmaterial
      • Toplisten
      • Was andere schreiben
      • Web-Tipps
      • Soundtrack
      • DVD-Tipps
      • Dancing DJ Roger
    • Intern
      • Tittelbachs Welt
      • Fans & Freunde
      • Glossar
      • Mediadaten
      • Datenschutz
      • Kontakt
      • Gästebuch
      • Impressum
    • Spenden

      ... weil Qualität ihren Preis hat!

    • Ausblick: Top-Krimi

      • Richy Müller
        Foto: SWR
      • in den nächsten drei Wochen:

        1. "Tatort: Spiel auf Zeit" (26.5.)
        Foto: Richy Müller

        2. "Tatort: Er wird töten" (9.6.)

        3. "Vier Frauen und ein Todesfall" (ab 14.6.)

    • Ausblick: Top Drama

      • Confurius
        Foto: ZDF / Trebus
      • in den nächsten drei Wochen:

        1. "Die Frau von früher" (7.6.)

        2. "Sohnemänner" (28.5.).

        3. "Die Ausbildung" (30.5.)

        4. "Ameisen gehen ihren Weg" (3.6.). Foto: Henriette Confurius

    • Ausblick: Top light

      • Brambach
        Foto: ZDF
      • in den nächsten zwei Wochen:

        1. "Wie Tag und Nacht" (31.5.)

        2. "Nur eine Nacht" (1.7.)

        3. "Neue Adresse Paradies" (25.5.). Foto: Martin Brambach

        4. "24 Milchkühe und kein Mann" (24.5.)

    • Die Top-Filme 2013

      • Alicia von Rittberg
        Foto: ZDF / Maack
      •  

        • "Operation Zucker" (ARD/BR)
        • "Mobbing" (ARD/BR)
        • "Mord in Eberswalde" (ARD/WDR)
        • "Und alle haben geschwiegen" (ZDF)
          Foto: Alicia von Rittberg
        • "Unsere Mütter, unsere Väter" (ZDF)
        • "Verratene Freunde" (ARD/SWR)
        • "Bloch – Im Labyrinth" (ARD/WDR/SWR)
        • "Verbrechen – nach Ferdinand von Schirach" (ZDF)
        • "Tödliche Versuchung" (ZDF)
        • "Die Auslöschung" (ARD/SWR)
    • Bert-Donnepp-Preis

      • jetzt erst mal feiern!
      • Der renommierte Preis für Medienpublizistik, 1991 vom Verein der Freunde des Grimme-Preises gestiftet, wurde am 5.2. an tittelbach.tv in Marl verliehen.

        • Preis-Begründung
        • Laudatio von Vera Linß
        • Replik von Rainer Tittelbach
    • Die Top-Filme 2012

      • Pastewka
        Foto: ZDF
      •  

        • "Das unsichtbare Mädchen" (ZDF/Arte)
        • "Der letzte schöne Tag" (ARD/WDR)
        • "Tatort – Die Ballade von Cenk und Valerie" (ARD/NDR)
        • "Das Ende einer Nacht" (ZDF)
        • "Lösegeld" (ARD/WDR)
        • "Polizeiruf 110 – Schuld" (ARD/BR)
        • "Riskante Patienten" (ARD/WDR)
        • "Der Turm" (ARD/MDR)
        • "Auslandseinsatz" (ARD/WDR)
        • "Mutter muss weg" (ZDF)
          Foto: Bastian Pastewka
        • "Polizeiruf 110 – Fieber" (ARD/BR)
        • "Spuren des Bösen: Racheengel" (ZDF/Arte)
        • "Zappelphilipp" (ARD/BR)
    • Ausgefeiert!!!

      • Spenden für tittelbach.tv
      • Der Bert-Donnepp-Preis hat längerfristig so gut wie nichts an der finanziell prekären Lage von tittelbach.tv ändern können. Im Gegenteil: Die Spenden blieben aus; (Film-)Anzeigen werden zu zögerlich gebucht. Wie wär's im Wonnemonat mit einer Spende?

    • Kalender

    • Kaufen bei

      Kaufen bei
      und tittelbach.tv unterstützen

    • Top Premieren

      Highlights bis zum 01.06.2013
      1. „Tatort – Spiel auf Zeit“  (ARD, 26.05.)
      2. „Sohnemänner“  (ZDF, 28.05.)
      3. „Nur eine Nacht“  (ZDF neo, 01.06.)
      4. „Die Ausbildung“  (ARD, 30.05.)
      5. „Wie Tag und Nacht“  (ARD, 31.05.)
    • Top Wiederholungen

      Highlights bis zum 26.05.2013
      1. „Tod einer Polizistin“  (ZDF neo, 26.05.)
      2. „Löwengrube“  (BR, 26.05.)
      3. „Bloch – Der Mann im Smoking“  (HR, 26.05.)
      4. „Bettgeflüster & Babyglück“  (Sixx, 26.05.)
      5. „Liebe verlernt man nicht“  (WDR, 26.05.)
    • tittelbach.tv flattrn

    • Fans & Freunde

      • Freund & Fan
      • Liebe Leser, Normalzuschauer, Journalisten, Macher, Kreative... all jene, die in irgendeiner Weise von tittelbach.tv profitieren. Werden Sie Fan & Freund von tittelbach.tv. Für 25 € werden Sie namentlich erwähnt (oder auch nicht) & dazu gibt es einen Link!

    • Fernsehfilme 5/2013

      • Milberg
        Foto: NDR / von der Mehden
      • ALLE TOP-TV-Filme des Monats auf einen Blick. Ein guter Mai! Lisa Werlinder im "Tatort" Kiel. Der Monat der blonden Frauen? Erinnerungshilfe per Newsletter? Außerdem Tagestipps mit den wichtigsten Links auf Facebook

    • Facebook

    • ttv: meist gelesen

      • Jonas Nay
        Foto: NDR
      • Die Kritik zum Medien-Drama "Homevideo" (NDR/Arte) ist mit großem Abstand der meist gelesene Text auf tittelbach.tv. Foto: Jonas Nay. Die weiteren Klick-Highlights (Stand: 23.5.):
         

        •  2. "Das unsichtbare Mädchen" (ZDF/Arte)
        •  3. "Willkommen im Krieg" (Pro Sieben)
        •  4. "Es war einer von uns" (ZDF/Arte)
        •  5.  "Die Holzbaronin" (ZDF)
        •  6. "Tödliche Versuchung" (ZDF) 
        •  7. "Der Duft von Holunder" (ARD)
        •  8. "Sie hat es verdient" (ARD)
        •  9. "Inklusion – gemeinsam anders" (ARD/BRalpha)
        • 10. "Nacht ohne Morgen" (ARD/WDR)
        • 11. "Die letzte Spur – Alexandra 17 Jahre" (Sat 1)
        • 12. "Ausgerechnet Sex" (Sat 1)
    • Folge uns über

      FacebookTwitterRss Feed
    • © 2013 Rainer Tittelbach