Was didaktisch klingt, vermitteln Autorin Silke Zertz, Regisseur Christoph Stark und Hauptdarsteller Max Bartholomäi in einer schwierigen Doppelrolle sinnlich, subtil und sensibel. „Schattenkind“ variiert das tiefenpsychologische Zwillingsmotiv innerhalb einer Familienkrise und wird zum Plädoyer für das Probleme sprengende Sprechen über Gefühle.
Foto: SWRZwei Hoffnungsträger bei "Bloch": Florian Bartholomäi und Anna Fischer
Die Ähnlichkeit des Namens ist augenscheinlich. Aber auch sonst haben die Kommissarin Block und der Psychologe Bloch allerhand gemeinsam. Da ist diese Penetranz, mit der beide ihren Weg gehen und ihren Überzeugungen Ausdruck verleihen. Beide verstehen es, auf die Nerven zu gehen – denen, die in den Fällen mit ihnen zu tun bekommen, aber oft auch denen, die sich die Filme anschauen. Auch bei „Schattenkind“ ist der schmerzerfüllte Blick Maximilian Blochs zu Beginn von der gleichen bedeutsamen Schwere getragen, die auch auf den Schritten des Seelendoktors lastet. Alles Leid der Welt auf diesen Schultern! Doch nur wenige Szenen später befindet man sich in einem menschlich hoch spannenden Konflikt: Darf ein Psychologe eine ein Menschenleben rettende Lebertransplantation verhindern, wenn er gravierende seelische Folgeschäden beim Spender prognostiziert? Was didaktisch klingt, vermitteln Autorin Silke Zertz, Regisseur Christoph Stark und Hauptdarsteller Max Bartholomäi in einer schwierigen Doppelrolle sinnlich, subtil und sensibel. „Schattenkind“ variiert das tiefenpsychologische Zwillingsmotiv im Rahmen einer Familienkrise und wird zu einem Plädoyer für das Probleme sprengende Sprechen über Gefühle. Die eindringlichen Therapieszenen waren das Herzstück. Auch das haben die beiden tiefgründigsten deutschen TV-Reihen gemeinsam: Sie regen unterhaltend zum Nachdenken an. (Text-Stand: 7.1.2009)