Jahrestage
    • Mehrteiler „Jahrestage“

      Auf einen Blick: die Top-Fernsehfilm-Premieren im Mai 2013 noch mal zur Primetime auf 1Festival: "Mobbing" (18.5., 20.15 Uhr) WEISSENSEE - Staffel 2 Foto anklicken, bei amazon kaufen & tittelbach.tv unterstützen "Mein Vater, seine Freunde & das ganz schnelle Geld" (Mediathek)
      Foto: SWR / ORF / Domenigg

      Auf einen Blick: die Top-Fernsehfilm-Premieren im Mai 2013

      Foto: BR / Fischkoesen

      noch mal zur Primetime auf 1Festival: "Mobbing" (18.5., 20.15 Uhr)

      Foto: Zieglerfilm

      WEISSENSEE - Staffel 2

      Zieglerfilm präsentiert die Ausnahme-Serie vorab auf DVD

      Foto anklicken, bei amazon kaufen & tittelbach.tv unterstützen

      Foto: ZDF / Hartmann

      "Mein Vater, seine Freunde & das ganz schnelle Geld" (Mediathek)

      collina Filmproduktion präsentiert einen Film von Max Färberböck & Ulrich Limmer

      4. Teil, WDR, 11.08.2012, 23:40 Uhr - Wiederholung

      von Borsody, Habich, Milberg, Selge, Johnson, von Trotta. Alle Möglichkeiten genutzt

      Rainer Tittelbach
      Die vierteilige Fernsehverfilmung “Jahrestage” nach Uwe Johnsons Jahrhundertwerk vermochte im Herbst 2000, die Kritiker der ARD-“Süßstoff”-Offensive vorübergehend verstummen zu lassen. Das ambitionierte 16-Millionen-Projekt war auch eine Chance, den schwierigen “Dichter der deutschen Teilung” posthum einem größeren Publikum näher zu bringen. Margarethe von Trotta gelang großes Erzählfernsehen mit den Mitteln des Kinos. Kein Wort, keine Geste zu viel. Und im Mikrokosmos spiegelte sich die große Politik.

      von Borsody & Dehorn
      Foto: WDR / Jan Betke

      Gesine (Suzanne von Borsody) erzählt Marie (Marie Helen Dehorn) ihre Geschichte

      Die Hoffnungen vieler ruhten auf der vierteiligen Fernsehverfilmung “Jahrestage” nach Uwe Johnsons Jahrhundertwerk. Für Margarethe von Trotta war es die Chance, das “Versprechen”, das sie 1994 mit dem gleichnamigen deutsch-deutschen Einheits-Drama gegeben hatte, endlich mit einer Lebensgeschichte vor einem noch größeren historischen Horizont einzulösen. Für Suhrkamp-Verleger Siegfried Unseld war es die Chance, den schwierigen “Dichter der deutschen Teilung” posthum einem größeren Publikum näherzubringen. Doch die größte Wirkung versprach sich die ARD, die es nach “Süßstoff”-
      und “Optimierungsdebatte” ihren Kritikern noch einmal so richtig zeigen wollte.

      Habich
      Foto: WDR / Jan Betke

      Abschied von Lisbeth nach deren Freitod. Matthias Habich in "Jahrestage"

      Die Chancen wurden genutzt. Gerade für Nicht-Johnson-Fans war die Tetralogie, in der die Frauen das Sagen haben, ein Gewinn. Margarete von Trotta verstand es, aus vereinzelten Stationen eines Lebens eine Biographie zu weben, die nicht die großen Emotionen scheut und dennoch der vom politischen Schicksal mächtig gebeutelten Hauptfigur nicht ihr Geheimnis nimmt. Der Regisseurin Heimat ist das Kino, das spürt man: Aus Miniaturen, aus Gesten, Blicken, Perspektivwechseln, lässt sie die Zeit entstehen. Ein Mikrokosmos spiegelt die große Politik. Tonlagen- und Zeitsprünge relativieren die großen Dramen “aus dem Leben von Gesine Cresspahl”. Polit-Karikaturen, “Klemperer”-Kitsch und Küchen-Psychologie konnten weitgehend vermieden werden. Und es ist weniger der typische Sog eines Mehrteilers der den Zuschauer mitreißt, als die Magie einer Figur, die sich im Innern ihres Herzens verweigert.

      Trailer. Suzanne von Borsody in "Jahrestage" nach Uwe Johnsons Romanzyklus

      Auch die Schauspieler nutzten ihre Möglichkeiten und die des Stoffes. Suzanne von Borsody wird in den sechs Stunden  zu einer Ikone der selbstbewussten und doch fremdbestimmten Frau, die ihre Heimat und ihre Liebe verloren hat. Hingetuschte Befindlichkeiten, kein Wort, keine Geste zu viel. In ihrem Lächeln scheinen die Schmerzen der Vergangenheit auf.
      Matthias Habich knarzte sich (wort)karg und gewohnt eindrucksvoll durch die deutschen Jahrzehnte. Aber es gab auch Entdeckungen zu machen: Susanna Simon war selten so gut, sehr nachhaltig auch die Darstellerinnen der jungen Gesine, Stephanie Charlotta Kötz und Anna von Berg. Merken wird man sich auch Marie Helen Dehorn als Gesines altkluge Tochter, die dramaturgisch eine schwere Bürde trug: ihre Marie musste die antriebsschwache Mutter immer wieder dazu bewegen, dass sie weiter aus ihrem Leben erzählt.    

      Für die ARD war das 16-Millionen-Projekt der Befreiungsschlag zur rechten Zeit. Nach dem hoch gelobten Fernsehfilm “Die Polizistin” und den “Jahrestagen” dürfte zumindest der ARD-Fernsehfilm erst mal wieder aus der Schusslinie geraten sein. Und auch die Suhrkamp-Rechnung könnte aufgehen: Bei drei bis dreieinhalb Millionen Zuschauern wird so mancher neugierig geworden sein auf den 1900-seitigen Wälzer. (Text-Stand: 22.11.2000)

      von Borsody & Dehorn
      Foto: WDR / Jan Betke

      Marie lässt nicht locker, sie will alles wissen. Suzanne von Borsody & Dehorn

      Rainer Tittelbach arbeitet seit über 25 Jahren als TV-Kritiker & Medienjournalist. Er ist Grimme-Juror & FSF-Prüfer. Seit 2009 betreibt er tittelbach.tv. Mehr


      Sie können den fernsehfilm-beobachter unterstützen: Werden Sie Fan & Freund oder spenden Sie oder kaufen Sie bei amazon, indem Sie von hier, vom amazon-Button oder von jedem beliebigen DVD-Cover dorthin gelangen.


      „Jahrestage“
      WDR / Mehrteiler / Literaturverfilmung
      EA: ab 14.11.2000 (ARD)
      Mit Suzanne von Borsody, Matthias Habich, Axel Milberg, Edgar Selge, Hanns Zischler, Stephanie Charlotta Kötz, Anna von Berg, Marie Helen Dehorn, Nina Hoger, Susanna Simon und Jutta Wachowiak
      Drehbuch: Christoph Busch, Peter F. Steinbach
      Regie: Margarethe von Trotta
      Kamera: Franz Rath
      Schnitt: Suzanne Baron
      nach dem Roman-Zyklus von Uwe Johnson
      Produktionsfirma: Eikon Media GmbH


      Bewertung: 5,0 von 6



      Folgender Artikel könnte Sie interessieren

      • Der Laden (Mehrteiler)


      Drucken Senden Kommentieren


      Tittelbach.tv empfiehlt: Filme und Serien auf DVD

      DVD : Die Wölfe DVD : Go West – Freiheit um jeden Preis DVD : Dunkle Tage DVD : Toter Mann

       

    • Startseite
    • > Programm <
      • Fernsehfilm
      • Reihe
      • > Mehrteiler <
      • Serie
      • Kino-Koproduktion
      • Interview
      • Porträt
      • Kurztipps
    • Exklusiv
      • Interview
      • Porträt
      • News
      • Analyse
      • Drehbericht
    • Bonusmaterial
      • Toplisten
      • Was andere schreiben
      • Web-Tipps
      • Soundtrack
      • DVD-Tipps
      • Dancing DJ Roger
    • Intern
      • Tittelbachs Welt
      • Fans & Freunde
      • Glossar
      • Mediadaten
      • Datenschutz
      • Kontakt
      • Gästebuch
      • Impressum
    • Spenden

      ... weil Qualität ihren Preis hat!

    • Ausblick: Top-Krimi

      • Richy Müller
        Foto: SWR
      • in den nächsten drei Wochen:

        1. "Tatort: Spiel auf Zeit" (26.5.)
        Foto: Richy Müller

        2. "Tatort: Er wird töten" (9.6.)

        3. "Vier Frauen und ein Todesfall" (ab 14.6.)

    • Ausblick: Top Drama

      • Confurius
        Foto: ZDF / Trebus
      • in den nächsten drei Wochen:

        1. "Die Frau von früher" (7.6.)

        2. "Sohnemänner" (28.5.).

        3. "Die Ausbildung" (30.5.)

        4. "Ameisen gehen ihren Weg" (3.6.). Foto: Henriette Confurius

    • Ausblick: Top light

      • Brambach
        Foto: ZDF
      • in den nächsten zwei Wochen:

        1. "Wie Tag und Nacht" (31.5.)

        2. "Nur eine Nacht" (1.7.)

        3. "Neue Adresse Paradies" (25.5.). Foto: Martin Brambach

        4. "24 Milchkühe und kein Mann" (24.5.)

    • Die Top-Filme 2013

      • Alicia von Rittberg
        Foto: ZDF / Maack
      •  

        • "Operation Zucker" (ARD/BR)
        • "Mobbing" (ARD/BR)
        • "Mord in Eberswalde" (ARD/WDR)
        • "Und alle haben geschwiegen" (ZDF)
          Foto: Alicia von Rittberg
        • "Unsere Mütter, unsere Väter" (ZDF)
        • "Verratene Freunde" (ARD/SWR)
        • "Bloch – Im Labyrinth" (ARD/WDR/SWR)
        • "Verbrechen – nach Ferdinand von Schirach" (ZDF)
        • "Tödliche Versuchung" (ZDF)
        • "Die Auslöschung" (ARD/SWR)
    • Bert-Donnepp-Preis

      • jetzt erst mal feiern!
      • Der renommierte Preis für Medienpublizistik, 1991 vom Verein der Freunde des Grimme-Preises gestiftet, wurde am 5.2. an tittelbach.tv in Marl verliehen.

        • Preis-Begründung
        • Laudatio von Vera Linß
        • Replik von Rainer Tittelbach
    • Die Top-Filme 2012

      • Pastewka
        Foto: ZDF
      •  

        • "Das unsichtbare Mädchen" (ZDF/Arte)
        • "Der letzte schöne Tag" (ARD/WDR)
        • "Tatort – Die Ballade von Cenk und Valerie" (ARD/NDR)
        • "Das Ende einer Nacht" (ZDF)
        • "Lösegeld" (ARD/WDR)
        • "Polizeiruf 110 – Schuld" (ARD/BR)
        • "Riskante Patienten" (ARD/WDR)
        • "Der Turm" (ARD/MDR)
        • "Auslandseinsatz" (ARD/WDR)
        • "Mutter muss weg" (ZDF)
          Foto: Bastian Pastewka
        • "Polizeiruf 110 – Fieber" (ARD/BR)
        • "Spuren des Bösen: Racheengel" (ZDF/Arte)
        • "Zappelphilipp" (ARD/BR)
    • Ausgefeiert!!!

      • Spenden für tittelbach.tv
      • Der Bert-Donnepp-Preis hat längerfristig so gut wie nichts an der finanziell prekären Lage von tittelbach.tv ändern können. Im Gegenteil: Die Spenden blieben aus; (Film-)Anzeigen werden zu zögerlich gebucht. Wie wär's im Wonnemonat mit einer Spende?

    • Kalender

    • Kaufen bei

      Kaufen bei
      und tittelbach.tv unterstützen

    • Top Premieren

      Highlights bis zum 30.05.2013
      1. „Tatort – Spiel auf Zeit“  (ARD, 26.05.)
      2. „Sohnemänner“  (ZDF, 28.05.)
      3. „Die Ausbildung“  (ARD, 30.05.)
      4. „Neue Adresse Paradies“  (ZDF neo, 25.05.)
      5. „24 Milchkühe und kein Mann“  (ARD, 24.05.)
    • Top Wiederholungen

      Highlights bis zum 23.05.2013
      1. „Mobbing“  (Eins Festival, 22.05.)
      2. „Nicht alle waren Mörder“  (SWR, 22.05.)
      3. „Verschollen am Kap“  (1. Teil, 3sat, 22.05.)
      4. „Tatort – Die Unmöglichkeit, sich den Tod vorzustellen“  (WDR, 23.05.)
      5. „Vier sind einer zuviel“  (NDR, 23.05.)
    • tittelbach.tv flattrn

    • Fans & Freunde

      • Freund & Fan
      • Liebe Leser, Normalzuschauer, Journalisten, Macher, Kreative... all jene, die in irgendeiner Weise von tittelbach.tv profitieren. Werden Sie Fan & Freund von tittelbach.tv. Für 25 € werden Sie namentlich erwähnt (oder auch nicht) & dazu gibt es einen Link!

    • Fernsehfilme 5/2013

      • Milberg
        Foto: NDR / von der Mehden
      • ALLE TOP-TV-Filme des Monats auf einen Blick. Ein guter Mai! Lisa Werlinder im "Tatort" Kiel. Der Monat der blonden Frauen? Erinnerungshilfe per Newsletter? Außerdem Tagestipps mit den wichtigsten Links auf Facebook

    • Facebook

    • ttv: meist gelesen

      • Jonas Nay
        Foto: NDR
      • Die Kritik zum Medien-Drama "Homevideo" (NDR/Arte) ist mit großem Abstand der meist gelesene Text auf tittelbach.tv. Foto: Jonas Nay. Die weiteren Klick-Highlights (Stand: 6.5.):
         

        •  2. "Das unsichtbare Mädchen" (ZDF/Arte)
        •  3. "Willkommen im Krieg" (Pro Sieben)
        •  4. "Es war einer von uns" (ZDF/Arte)
        •  5.  "Die Holzbaronin" (ZDF)
        •  6. "Der Duft von Holunder" (ARD)
        •  7. "Sie hat es verdient" (ARD)
        •  8. "Tödliche Versuchung" (ZDF)
        •  9. "Inklusion – gemeinsam anders" (ARD/BRalpha)
        • 10. "Nacht ohne Morgen" (ARD/WDR)
        • 11. "Die letzte Spur – Alexandra 17 Jahre" (Sat 1)
        • 12. "Ausgerechnet Sex" (Sat 1)
    • Folge uns über

      FacebookTwitterRss Feed
    • © 2013 Rainer Tittelbach