Alleingang
    • Fernsehfilm „Alleingang“

      WEISSENSEE - Staffel 2 Foto anklicken, bei amazon kaufen & tittelbach.tv unterstützen "Mein Vater, seine Freunde & das ganz schnelle Geld" (Mediathek) Auf einen Blick: die Top-Fernsehfilm-Premieren im Mai 2013 noch mal zur Primetime auf 1Festival: "Mobbing" (18.5., 20.15 Uhr)
      Foto: Zieglerfilm

      WEISSENSEE - Staffel 2

      Zieglerfilm präsentiert die Ausnahme-Serie vorab auf DVD

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      Foto: ZDF / Hartmann

      "Mein Vater, seine Freunde & das ganz schnelle Geld" (Mediathek)

      collina Filmproduktion präsentiert einen Film von Max Färberböck & Ulrich Limmer

      Foto: SWR / ORF / Domenigg

      Auf einen Blick: die Top-Fernsehfilm-Premieren im Mai 2013

      Foto: BR / Fischkoesen

      noch mal zur Primetime auf 1Festival: "Mobbing" (18.5., 20.15 Uhr)

      Eins Festival, 16.06.2012, 05:00 Uhr - Wiederholung

      Alexander Held, Armin Rohde, Maria Schrader, Hartmut Schoen. Charakter-Krimi

      Rainer Tittelbach
      Ein Lebenslänglicher ist aus dem Knast ausgebrochen, um sich an einem Kommissar zu rächen. Der laute, hyperaktive Prolet trifft einen Polizisten, der lieber schweigt. Die Handlung klingt nach Krimi – und fühlt sich doch nach Drama an. Die „Äußerlichkeiten“ fallen zunehmend ab – von den Protagonisten, von der Geschichte. Hartmut Schoen lässt alles auf ein Duell hinauslaufen, doch die Erschöpfung lässt die Kontrahenten zu sich selbst kommen. Als parabelhafte Reise ins Ich ist das stimmungsvolle Schauspieler-Stück angelegt.

      Held & Rohde
      Foto: BR / Bernd Schuller

      "Alleingang" beginnt als ein Fest der Physis: Armin Rohde und Alexander Held

      Ein Bus rast durch die Gegend. Schwerverletzte pflastern den Weg von Mattock. Ein Lebenslänglicher, der aus dem Gefängnis ausgebrochen ist, Geiseln genommen hat und Rache nehmen will. Sein Zielobjekt: Hauptkommissar Josef Zuckmaier, der ihn hinter Gitter gebracht hat. Seine Forderungen: eine Lok, ein Eisenbahnwagen, den bayerischen Musterpolizisten und seinen ehemaligen Kollegen Schübel im Austausch mit den Geiseln, seine Freundin und das eine oder andere, mit dem er seine Machtposition zur Schau stellen kann. Kiez-König a.D. Mattock fühlt sich wieder als der „King“. Ziellos rauscht er mit dem Zug übers Land, seine Gefangenen demütigend, die Medien im Schlepptau, bis er den Zug an einer für ihn sicheren Stelle stoppen lässt. Alle sind übernächtigt, die Aufmerksamkeit lässt nach – und doch will es Mattock genau wissen: weshalb arbeiten die beiden Kommissare nicht mehr zusammen? Er bohrt, quält – bis es Schübel herausschreit: „weil ich mit seiner Frau abgehauen bin.“ Das ist ganz nach Mattocks Geschmack. Also her mit „der Nutte“, der „King“ wird wieder munter…

      Held
      Foto: BR / Bernd Schuller

      Ein ganz starker Charakterdarsteller: Alexander Held. Endlich mal in einer Hauptrolle!

      „Alleingang“ beginnt rasant als ein Fest der Physis: Armin Rohde als „King“ gibt den Ton an. Eine narzisstisch deformierte Persönlichkeit. Dagegen abgesetzt, leise, zurückhaltend, fast demütig, mit stoischem Gleichmut, Josef Zuckmaier, der Liebende und an seiner Liebe Leidende. Der laute, hyperaktive Prolet trifft den Mann, der lieber schweigt. Mit der Zeit, der Müdigkeit des Aktivpostens Mattock, gewinnt das stille Moment zunehmend an Bedeutung. Die Figurenkonstellation spiegelt sich in der Genrefärbung von Hartmut Schoens Films wider. Die Handlung klingt nach Krimi – und fühlt sich doch nach Drama an. Im Schlussdrittel gerät der SEK-Eingreiftrupp fast gänzlich aus dem Blickfeld. Die „Äußerlichkeiten“ fallen ab – von den Protagonisten, von der Geschichte. Hartmut Schoen lässt alles auf einen vermeintlichen Zweikampf hinauslaufen, doch die Erschöpfung lässt beide zu sich selbst kommen. In den Bergen obsiegt die Natur über die Gesellschaft, das Menschsein über das Gut- oder Bösesein. „Man hilft, das lernt man als Kind vom Vater, von der Mutter“, weiß der „Gute“. Und auch der „Böse“, der gerade noch tönte, „ich bin besser wie du, Zucki“, hat es nicht vergessen.

      Schrader, Koeberlin, Held
      Foto: BR / Bernd Schuller

      Frau zwischen zwei Männern... Maria Schrader, Matthias Koeberlin, Alexander Held

      „Alleingang“ ist ungewohnt und beeindruckt in der etwas spröden Mischung aus Krimi-Plot und dramatisch szenischer Bearbeitung. Der Fernsehfilm ist inszeniert als Kammerspiel in Landschaft, ein Vier-, Drei-, schließlich Zwei-Personen-Stück. Perfekt die Psychologie der Dialoge, die Charakterköpfe im scharfen Bildanschnitt. Mal fesselt das Bedrohungsszenario, mal fasziniert die innere Stärke des Kommissars mit dem bayerischen Zungenschlag, mal die Lautersprecher-Penetranz des Aggressors, mal stimuliert das Liebesdrama das Empathieempfinden des Zuschauers. Als Parabel ist der stimmungsvoll fotografierte Film angelegt, als eine Reise ins Ich. Und als Schauspielerfilm (Held & Rohde – grandios!). Als solcher vor allem ist dieser ein überragendes Stück Fernsehen. (Text-Stand: 30.12.2011)

      Held & Rohde
      Foto: BR / Bernd Schuller

      Duell auf dem Berg: "Natur" obsiegt über Gesellschaft. Überragend: Rohde & Held

      Rainer Tittelbach arbeitet seit über 25 Jahren als TV-Kritiker & Medienjournalist. Er ist Grimme-Juror & FSF-Prüfer. Seit 2009 betreibt er tittelbach.tv. Mehr


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      „Alleingang“
      BR / Fernsehfilm / Krimi-Drama
      EA: 25.1.2012, 20.15 Uhr (ARD)
      Mit Alexander Held, Armin Rohde, Maria Schrader, Matthias Koeberlin, Oliver K. Wnuk, Irene Rindje, Christina Große, Zora Holt und Alexander Hörbe
      Drehbuch: Hartmut Schoen
      Regie: Hartmut Schoen
      Kamera: Eeva Fleig
      Schnitt: Vessela Martschewski
      Produktionsfirma: Cinecentrum Berlin
      Quote: 5,03 Mio. Zuschauer (15,3% MA)


      Bewertung: 4,5 von 6



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