In die Sonne schauen

Hanna Heckt, Lea Drinda, Lena Urzendowsky, Mascha Schilinski. Wundersam, eigensinnig, Neugier weckend

11.09.2026 10:00 ZDF-Stream Streaming-Premiere
15.09.2026 00:10 ZDF TV-Premiere
Foto: ZDF / Studio Zentral / Fabian Gamper
Foto Rainer Tittelbach

Kurzkritik  Ein abgeschiedener Vierseitenhof in der Altmark. Die Wände atmen seit über einem Jahrhundert das Leben der Menschen, die hier wohnen, ihren Geschmack, ihr Sein in der Zeit. Alma (1910er), Erika (1940er), Angelika (1980er) und Nelly (2020er) verbringen zu verschiedenen Zeiten ihre frühen Lebensjahre auf diesem Hof und doch scheinen ihre Wege auf wundersame Weise miteinander verbunden zu sein. „In die Sonne schauen“ (ZDF / Studio Zentral) sollte man lesen wie Literatur und dessen Klangdesign hören wie Musik: den Bildern mit eigenen Bildern begegnen, die Fantasie spielen lassen und immer neugierig bleiben. Der Film wurde in Cannes ausgezeichnet, gewann zehn Deutsche Filmpreise und erreichte mehr als 350.000 Kinozuschauer allein hierzulande.

Ein abgeschiedener Vierseitenhof in der Altmark. Die Wände atmen seit über einem Jahrhundert das Leben der Menschen, die hier wohnen, ihren Geschmack, ihr Sein in der Zeit. Alma (1910er), Erika (1940er), Angelika (1980er) und Nelly (2020er) verbringen zu verschiedenen Zeiten ihre frühen Lebensjahre auf diesem Hof und doch scheinen ihre Wege auf wundersame Weise miteinander verbunden zu sein. Auf die Idee zu dieser Geschichte ist die Filmemacherin Mascha Schilinski und ihre Co-Autorin Louise Peter gekommen, als sie ein paar Monate auf einem Bauernhof in der Altmark verbrachten.

In die Sonne schauenFoto: ZDF /( Studio Zentral / Fabian Gamper
Alle Mädchen und jungen Frauen in „In die Sonne schauen“ sind großartig besetzt. Entdeckung: Hanna Heckt (beim Dreh 7 Jahre)

Die folgenden Zeilen sind meinem Ranking Kinofilm-Highlights 2025 (Position 9) entnommen:
„Schon komisch, dass einem wehtun kann, was nicht mehr da ist“, heißt es in Mascha Schilinskis deutschem Preisabräumer „In die Sonne schauen“. Können Traumata über Generationen in Körpern und Seelen überdauern? Ja, sie können. Vier Geschichten junger Mädchen, jede ausschnitthaft erzählt und alle vier allenfalls assoziativ miteinander verbunden, erzählen von diesem Phänomen. Schauplatz ist ein Bauernhof in der Altmark: Da ist in den 1910er Jahren Alma (Hanna Heckt), die in einer von Religiosität, Aberglauben und Schweigen geprägten Familie aufwächst; da ist in den 1940er Jahren die vom Krieg und vom Missbrauch durch ihren Onkel traumatisierte Erika (Lea Drinda); da ist 40 Jahre später Angelika (Lena Urzendowsky), deren Identitätssuche von einer seltsamen Todessehnsucht geprägt ist; und da sind schließlich in der Gegenwart Nelly und ihre Schwester Lenka – in dieser Geschichte lebt die Vergangenheit in rätselhaften Träumen weiter. Dieser Film hat seine eigene Filmsprache. Die Zeitebenen fließen ineinander, das durchgängige 3:4-Bildformat etabliert die Enge, in der sich die Mädchen befinden, von der titelgebenden Sonne ist nur wenig zu sehen. Der Film wirkt „oftmals wie ein wundersames, eigensinniges Kinogedicht in freiem Versmaß, das sich einer eindeutig vorwärtsschreitenden Narration selbstbestimmt entzieht“ (Filmdienst). Ja, „In die Sonne schauen“ sollte man lesen wie Literatur und dessen Klangdesign hören wie Musik: den Bildern mit eigenen Bildern begegnen, die Fantasie spielen lassen und immer neugierig bleiben.

„In die Sonne schauen“ wurde in Cannes ausgezeichnet, gewann zehn Deutsche Filmpreise und erreichte mehr als 350.000 Kinozuschauer allein hierzulande.

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Kinofilm

ZDF

Mit Hanna Heckt, Lea Drinda, Lena Urzendowsky, Susanne Wuest, Luise Heyer

Kamera: Fabian Gamper

Szenenbild: Cosima Vellenzer

Kostüm: Sabrina Krämer

Schnitt: Evelyn Rack

Musik: Eike Hosenfeld, Michael Fiedler

Redaktion: Burkhard Althoff, Melvina Kotios

Produktionsfirma: Studio Zentral

Produktion: Lucas Schmidt, Lasse Scharpen, Maren Schmitt

Drehbuch: Mascha Schilinski, Louise Peter

Regie: Mascha Schilinski

EA: 11.09.2026 10:00 Uhr | ZDF-Stream

weitere EA: 15.09.2026 00:10 Uhr | ZDF

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