Eine aus Schlesien vertriebene Familie versucht, sich 1946 in den Westen durchzuschlagen. Auf einem Bahnhof verliert Mutter Rosemarie ihre Tochter Maria. Über zwei Jahre dauert es, bis sich die beiden wieder in den Armen liegen. „Kinder des Sturms“ erzählte von einem Phänomen, das nicht selten war in den Wirren der Nachkriegszeit.
Foto: SWR / Britta KrehlNachkriegswirren. Eine Mutter (Felicitas Woll) flüchtet mit der Familie aus Schlesien.
Eine aus Schlesien vertriebene Familie versucht, sich 1946 in den Westen durchzuschlagen. Auf einem Bahnhof verliert Mutter Rosemarie ihre Tochter Maria. Über zwei Jahre dauert es, bis sich die beiden wieder in den Armen liegen. „Kinder des Sturms“ erzählte von einem Phänomen, das nicht selten war in den Wirren der Nachkriegszeit. Gabriela Sperl machte ein Drama daraus, das die unablässige Suche der Mutter und das unglückliche Schicksal der Tochter parallel erzählt. Auch wenn man ahnen konnte, dass es zu einer Familienzusammenführung kommen würde, so ging einem diese Geschichte doch gewaltig ans Herz. Dabei übertrieben es die Autorin und Regisseur Miguel Alexandre nicht mit Kitschmomenten. Es ist diese universale Ausnahmesituation und die Gefühlsbereitschaft des Zuschauers, die sich in diesem durchaus wahrhaftig anmutenden, nicht zu übertrieben ausgestatteten Fernsehfilm treffen. Großen Anteil an dieser Wirkung trug Felicitas Woll. Als überernsthafte Mutter verkörpert sie hier das absolute Gegenbild zu ihrer lebenslustigen „Lolle“ aus der Kultserie „Berlin, Berlin“. Noch glaubwürdiger als in „Dresden“ findet sie den Tonfall und die Körperlichkeit der patenten Nachkriegsgeneration. Man glaubt ihr die Rolle – und mehr noch: sie führt einen sicher durch das emotionale Wechselbad. Auch alle anderen Schauspieler passen sich glaubhaft ein in die Illusion jener Jahre. (Text-Stand: 25.3.2009)
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