Foto: ZDF / Andrea Kueppers Eine Hofgemeinschaft unter Freunden hat schon bessere Zeiten gesehen. Eines der Kinder, ein zwölfjähriger Junge, verhält sich seit Jahren renitent. Jetzt macht er Riesenprobleme; ein Schulverweis droht. Doch schlimmer noch: Der Junge ist verschwunden. Ein Turnschuh von ihm wird am Elbufer gefunden … „Das verschwundene Kind“ (ZDF / Relevant Film) macht von Beginn an deutlich, dass aus dem Motiv des vermissten Jungen kein Kriminalfall wird. Den Macherinnen geht es vielmehr um das private Drama, das die Geschichte birgt: um die Hofgemeinschaft, die mit Idealen angetreten ist, einige ihrer Träume verwirklichen konnte, aber an einer familiären Lebenslüge zu scheitern droht. Es ist ein Film über Familie und Freundschaft, der im Detail alle erdenklichen Kommunikationsformen durchspielt: die leisen, die lauten, die liebevollen, die wütenden, die wahren, die halbwahren, ja, sogar die, die jenseits des Bewussten liegen. Der Realismus der Geschichte durchwirkt alle Ebenen dieses stark inszenierten Films: die Lichtsetzung, die Sprache, das Spiel des perfekt besetzten Eltern-Quartetts.

















