Foto: Degeto / Mia Wallace Productions / Senator FFilm / Vertongen, Fernandez „Selling Sex“ (ARD Degeto / Mia Wallace Productions, Senator Film) erzählt weniger aus dem Leben eines Escort-Girls als vielmehr von der Veränderung, die eine junge Frau erlebt, nachdem sie monatelang in diesem Premium-Segment der Prostitution gearbeitet hat. Es ist eine sehr spezielle, individuelle Geschichte über Selbsterfahrung und Selbstermächtigung, die ganz auf die Perspektive der Heldin abzielt. Die exzellent inszenierte Serie setzt weder plump auf das „Sex Sells“-Prinzip, noch biegt diese dreistündige Dramedy dramaturgisch irgendwo falsch ab. Beides ist die Voraussetzung dafür, dass die Autorinnen/Regisseurinnen Miriam Dehne und Marie C. König sowie Koautorin Hannah Schopf ihr kluges Konzept bis zum cleveren Ende (eine Art feministische Meta-Lösung!) durchziehen können. Psychologische Konflikte dominieren, auf äußerlich aufgesetzte wird vollständig verzichtet, angespannte Situationen mit den Kunden lösen sich kultiviert auf. Die Besetzung der Hauptrollen ist geradezu perfekt.


















