Foto: NDR / Christine Schroeder Der „Polizeiruf 110 – Sabine“ (NDR / filmpool fiction) erzählt von einer jungen Frau, die kraftlos durch ihren Alltag taumelt, die jeglichen Realitätsbezug verloren hat und die aus Erschöpfung und aus der Demütigung heraus, die sie laufend erfährt, plötzlich Rot sieht und vom Opfer zum Täter wird. Mit dem Blick dieser bemitleidenswerten Frau verfolgt man das Geschehen, beäugt aber auch mit Interesse die Beziehung oder Bettgenossenschaft von König & Bukow. „Sabine“ ist eine der besten Episoden dieses stets (sehr) guten Reihen-Ablegers. Gesellschaftskritik im Krimi ist im Ergebnis häufig allenfalls gut gemeint, hier ist sie – angelegt im Drehbuch von Florian Oeller – dramaturgisch wie krimitechnisch äußerst überzeugend. Es werden nicht viele Worte gemacht. Sehen & Verstehen ist das ästhetische Prinzip von Stefan Schallers Film. Der Rostocker Realismus dominiert. Viel Handkamera, ganz nah ran an die Schauspieler. Und die sind – allen voran Luise Heyer – grandios.


















