Foto: WDR / Thomas Kost Nach einer ausschweifenden Silversterparty im Hause eines Schauspieler-Ehepaars liegt ein Kollege tot im Pool, und der Hausherr wandert in den Knast. Vier Jahre später gesteht ein anderer die Tat. Der Promi-Mime wird entlassen und erlebt bei sich zuhause eine dicke Überraschung. Ein außergewöhnlicher Fall bedarf einer außergewöhnlichen Form. In dem „Tatort – Vier Jahre“ (WDR / Bavaria Fiction) verschwimmen zu Beginn die Zeitebenen, das Kausalitätsprinzip wird ausgehebelt, und die Justiz spielt eine entscheidende Rolle. Alles, was einen Ermittlungskrimi ausmacht – Tatortbegehung, Befragungen, Überführung – findet sich auch hier, nur eben anders. Der Fall ist komplex, und der Zuschauer darf aktiv werden. Bei diesem dekonstruierten Krimi erschöpft sich der Spaß nicht nur im Durchdringen der Erzählstruktur und der Lust am Ritt durch die (Wahrnehmungs-)Ebenen, auch das, was hier über das bunte Völkchen erzählt wird, besitzt hohen Unterhaltungswert: Spiel im Spiel, die narzisstische Selbstdarstellung mit Hang zum Melodramatischen. Die Montage ist im ersten Drittel furios, dann dominiert der Raum: die Villa des Schauspieler-Ehepaars, gespielt von Thomas Heinze und Nina Kronjäger, die selbst einmal ein Paar waren. Und der Pool wird zum Zentrum der Geschichte, zur Projektionsfläche, zur Metapher. Trotz Selbstreferentialität bleibt der Film ein Krimi, der Ballauf und Schenk aus ihren Rollen-Klischees befreit.




















