Foto: ZDF / Nik Konietzny Ob der Himmel wirklich warten kann? Die medizinische Diagnose in „Heaven can wait“, der vierten Episode der ZDF/Arte-Reihe „Der gute Bulle“ (Network Movie), jedenfalls ist eindeutig: Darmkrebs in fortgeschrittenem Stadium. Mag der tragische Held auch dauerhaft unter Stress, Strom und Schmerzmitteln stehen, so ist Lars Beckers Film doch ein angenehm entspannter Milieu-Krimi ohne aufgesetzte äußere Handlungsmomente, ein Polizei- und Gangsterfilm, der emotional getragen wird von Armin Rohdes angeschlagenem Instinktbullen. Es ist dieser menschliche Faktor, der den besonderen Reiz der Geschichte ausmacht. Die Verzweiflung eines Mannes, der am Zustand dieser Welt nur sehr bedingt etwas ändern kann – und mehr noch: der erkennen muss, dass endlos allein das Verbrechen ist, das eigene Leben nicht. Wie das System funktioniert, haben andere Filme (auch von Becker selbst) schon oft vorgemacht. Wie diese Welt in diesem vergleichsweise kleinen, unaufwändigen Viel-Straße-viel-Nacht-viel-Atmosphäre-TV-Movie aufbereitet wird, dürfte Genre-Fans, die zwischenmenschliche Subtexte mögen, dennoch bis zur letzten Minute fesseln.

















