Foto: ZDF / Stephanie Kulbach Die ZDF-Sonntagsreihe „Ella Schön“ (Dreamtool Entertainment) ist anders. Das liegt daran, dass auch diese Ella Schön anders ist. Sie ist offen, ehrlich, sagt, was sie denkt, ist allerdings beziehungsunfähig, leidet unter dem Asperger-Syndrom. Sie ist eine Zumutung für ihre Umgebung und eine Herausforderung für das „Herzkino“, vor allem aber ein Glücksfall für diese Reihe, die dem grassierenden Helfersyndrom im öffentlich-rechtlichen Dramödien-TV eine intelligente Abfuhr erteilt. Und statt Romantik rücken Freundschaft & Gemeinschaft ins Zentrum: Auch die Frau an der Seite der schroffen Autistin besitzt sympathischen Eigensinn. Annette Frier, die hier eine absolute Anti-Danni-Lowinski grandios verkörpert, und Julia Richter sind ein perfektes ungleiches Paar. Für 08/15-Läuterung und -Versöhnung ist hier kein Platz. Die Dialoge sind knapp & knackig, die Bildsprache klar, die visuellen Lösungen kreativ: Auf dem Regie-Stuhl saß der 32jährige Maurice Hübner („Blaumacher“). Die Heldin seziert menschliche Gemeinplätze, die Filme zerlegen die Bausteine des Wohlfühlgenres. TV-Inklusion mal anders: Hier ist die „Gestörte“ die Hauptfigur; sie vertritt sich quasi selbst!
















