Foto: NDR / ARD / Frizzi Kurkhaus „Frau ohne Namen“ (NDR / triple pictures) ist ein klassischer Thriller. Eine Frau wird bedroht, sie dreht den Spieß um und ersticht den Angreifer. Eine andere Frau jagt ihr hinterher, ohne zu merken, dass sie es eigentlich ist, die verfolgt wird. Der ARD-Fernsehfilm ist zugleich auch ein (Psycho-)Drama. Die Hauptfigur, eine Koryphäe auf dem Gebiet der Mikroexpressions-Psychologie, ist eine Getriebene. Lügen sind für sie etwas Widerwärtiges, genauso wie Ungerechtigkeit. Im Gesicht des Opfers und in seiner Körpersprache will die Wissenschaftlerin erkannt haben, dass die Tötung Absicht war. „Frau ohne Namen“ erzählt die Geschichten dieser beiden Frauen, aus deren Perspektive und auf eine Art, wie es lange nur Männern zugestanden wurde. Auch filmästhetisch gehört der konzentriert und reduziert erzählte Film nicht in die übliche Fernsehermittlungskrimi-Sparte. Das Konzept hat durchaus Potenzial für mehr.


















