Foto: RBB / Stefan Erhard Familiendrama und Geschichtslektion zum 30. Einheits-Jahrestag: Der Berliner „Tatort – Ein paar Worte nach Mitternacht“ (RBB, Degeto / Real Film Berlin), in dem ein Bauunternehmer an seinem 90. Geburtstag erschossen aufgefunden wird, handelt von großer Schuld und der Frage, ob es ein Vergeben und Vergessen geben kann. Das Drehbuch greift mit guten Absichten wichtige Fragen auf, packt aber in einem historischen Rundumschlag zu viel hinein: Nazi-Verbrechen, DDR-Erbe, Wiedervereinigung, Antisemitismus, Kapitalismus-Kritik, Antifa, die Neue Rechte. So bleiben manche Figuren schablonenhaft und die Spannung mäßig. Die Ermittler stellen sich zudem arg begriffsstutzig an. Trotz starker Besetzung – und eines Wiedersehens mit Meret Beckers 1935 geborenem Vater Rolf – ist diese Episode ein eher bemühter Versuch, die großen deutschen Themen „Tatort“-gemäß zu verarbeiten.

















