Foto: ZDF / Armin Thomaß Im Mittelpunkt des fünfzehnten „Spreewaldkrimis – Die siebte Person“ (ZDF / Network Movie) steht eine gespaltene Personlichkeit. Bei der schwer traumatisierten jungen Frau schlagen allerdings nicht zwei, sondern sechs, vielleicht sogar sieben Herzen in ihrer Brust. Der filmische Clou: Man sieht nicht nur die in ihrer Rolle mit ihren Ichs kämpfende Friederike Becht, sondern jede Person dieses „Patchworkmenschen“ wird gelegentlich von anderen Schauspieler*innen verkörpert. Dass das Phänomen dissoziative Identitätsstörung früh beim Namen genannt wird und somit als Kernmotiv die Handlung offen mitbestimmt, ist die besondere Stärke dieses Krimi-Dramas. Und doch resultiert die Spannung nie allein aus dieser seltsam bizarren, vielschichtigen Persönlichkeitsstruktur. Die Narration wirkt vielmehr wie ein magisches psychologisches Kraftfeld, in dem Emotionen, insbesondere das Mitgefühl für das Opfer, mit Bechts Physiognomie und den offenen kriminalistischen Fragen verschmelzen. Filmisch ist „Die siebte Person“ im Vergleich mit früheren Episoden der Reihe eher zurückhaltend inszeniert. Dies ist jedoch kein Makel. Regisseur Lars-Gunnar Lotz gibt so den Figuren und ihren Abspaltungen mehr Raum und sorgt nicht auch noch für zusätzlich verwirrende ästhetische Reize. Der Plot bietet ja schon genug Futter zum Mitdenken.





















