Foto: ZDF / Nik Konietzny In Zeiten, in denen der öffentliche Diskurs zum Thema Asyl vor allem von der AfD-Politiklinie bestimmt wird, ist es ein Verdienst dieser „Nachtschicht“-Episode, auf die andere verfassungs- und menschenrechtliche Seite des Asylrechts hinzuweisen. Dies ist aber nur ein Grund, weshalb „Der Unfall“ (Network Movie) mit zu den besten der immer sehr guten ZDF-Reihe gehört. Was mit der Erschießung eines Iraners durch eine junge Polizistin beginnt, entwickelt sich bald zu einem dichten Interaktionsreigen, in den alle an diesem tödlichen Vorfall und seiner Aufklärung beteiligten Kräfte spannend eingebunden sind: die Asylbewerber, die Heim-Security, das LKA, die KDDler, der König der Schleuser, der Arbeitsvermittler, die Bundespolizei und vor allem jene überforderte Kollegin. Die Verhöre und polizeilichen Besprechungen sind konzentriert, sie liefern Fakten, verdichten die Standpunkte und wirken dank eines physisch agierenden und gut gecasteten diversen Ensembles lebendig und nie übermäßig wortlastig. Wie meist in Lars Becker Polizeifilmen trifft auch hier Realismus aufs Genre mit einem Schuss Utopie.


















