Foto: WDR / Oliver Oppitz Scheidung, Krankheit, Tod – die Themen und Lebensfragen sind mit Mitte, Ende 40 andere als in den Familiengründerjahren. „Eine harte Tour“ (WDR / Roxy Film) erzählt von einer Verlusterfahrung und ihren Folgen für eine Gruppe von Freunden und Paaren. Man kennt sich gut, man mag sich und doch machen sich die meisten etwas vor. Zur Projektionsfläche für deren Ängste und Vorurteile, für das vermaledeite Älterwerden und die entsprechenden Gefühle wird eine junge Frau, die einer von ihnen gerade erst zu seiner zweiten Frau gemacht hat. Jetzt ist er tot und seine Freunde wissen nicht: wie sich verhalten gegenüber den beiden „Witwen“. Auch anderes wissen sie nicht und in ihren Ehen sind sie oftmals ratlos. Auf einer mehrtägigen Bergtour zu Ehren des verstorbenen Freundes kommt vieles davon zur Sprache. Ein lebenskluges, tagikomisches Drama, das Schmerzliches zeigt, aber auch Hoffnung macht – und dessen Erkenntnisse sich der Zuschauer selbst häufig aus den Bildern ableiten kann. So wie die Figuren Ruhepausen einlegen, in denen sie die Kritik und die Enthüllungen der anderen zu verarbeiten versuchen, so gibt es auch für den Zuschauer Ruhephasen, in denen er das Gesagte nachwirken lassen kann. Auch die Natur verfehlt dabei ihre Wirkung nicht.


















