Foto: MDR / Conny Klein Am Fuße des Brocken erwartet Kommissarin Brasch ein Schreckensszenario wie aus dem Mittelalter. Eine Frau wurde verbrannt, nachdem ihr Kopf mit Schädelschrauben zum Platzen gebracht wurde… Wenn der realistische, vernunftgesteuerte Fernsehkrimi mit dem Mystery-Genre, mit Mythologie, surrealem Schrecken und schwarzer Magie schwanger geht, dann ist das eine Herausforderung für die Macher. Denn weder darf der Plot als völliger Humbug, noch das atmosphärische Beiwerk als aufgesetzter Schauer-Effekt empfunden werden. Außerdem hat man die Krimi-Puristen im Nacken, die es prinzipiell lieber (krimino)logisch als assoziativ und genregemixt mögen. Der „Polizeiruf 110 – Hexen brennen“ (MDR / filmpool fiction) nimmt alle diese Hürden. Weil der Film seine seltsame, fremde Welt als einen in sich geschlossenen Mikrokosmos darstellt. Weil viele Konventionen des Ermittler-Krimis außen vor bleiben. Weil Brasch/Michelsen die Zuschauer (vielleicht sogar besagte Krimi-Puristen) mitnimmt und dem mysteriösen Geschenen mit großer Offenheit begegnet, den Teufel-Hexenzauber also nicht sofort als Spuk abtut. Aber auch, weil Autor Wolfgang Stauch und Regisseurin Ute Wieland schräge Miniaturen und eine grandiose Exposition liefern und sie die Geschlechterkampfzone köstlich ins Hinterwäldlerische verschieben.

















