Foto: BR / Hendrik Heiden Die Hölle, das sind in dem „Tatort – Freies Land“ (BR / Claussen + Putz) mal wieder die anderen. Für eine aus unzufriedenen Bürgern zusammengewürfelte ländliche Gemeinschaft mit ihrer abstrusen Ideologie ist es das System, der Staat Bundesrepublik Deutschland, gegen den es aufzubegehren gilt. Einer aus ihrer Mitte kam zu Tode. Tatsächlich sind in Bayern 3500 dieser sogenannten „Reichsbürger“ registriert. Die Absurdität dieses Staat-im-Staat-Szenarios steht deutlicher im Zentrum der Geschichte als die ernsthafte Entzauberung der „Freiländer“. Wütend sind aber nicht nur die, sondern auch die Kommissare, die an die Grenzen des Ermittelns stoßen, weil hier keiner ihre Autorität als Staatsbeamte akzeptiert. Das ist – inklusive des Batic-Leitmayr-Ehepaar-Rituals – zunächst komisch, dann tief tragisch. Die Staats- und Politik-Verdrossenheit, Abgrenzung/Ausgrenzung und Ausländerfeindlichkeit schwingen mit in diesem Krimi-Drama, das vor allem durch seine filmische Geschlossenheit (Western-Mythologie, christliche Ikonografie, Lichtdramaturgie, Szenenbild) besticht.


















