Foto: WDR / Martin Menke Nach einem Mord in einer Dortmunder Hochhaussiedlung dauert es gerade mal zwei Tage, bis das absolute Chaos ausbricht. Rechte und linke Gruppen stehen sich gegenüber, der Mob marschiert, Brandbomben fliegen – und mittendrin die Kommissare, vorneweg Bönisch, die unter Rassismusverdacht gerät. „Heile Welt“ (WDR / Bavaria Fiction), der achtzehnte „Tatort“ mit dem Team aus Dortmund, gehört zu den Höhepunkten dieses bislang stets sehenswerten „Tatort“-Ablegers. Stammautor Jürgen Werner geht mal wieder direkt dorthin, wo’s wehtut – und bezieht sich klug auf ein anderes politisches Highlight der Reihe, „Hydra“. Das sehr gute Drehbuch findet in der stimmigen Inszenierung von Sebastian Ko seine filmische Entsprechung: Sie ist genau im Detail, lässt den vorzüglichen Schauspielern genügend Raum, sorgt aber auch für atmosphärisch starke Bilder und sinnliche Augenreize. Fazit: Selten gelingt einem TV-Krimi die Verbindung von Genre und Gesellschaftsanalyse so überzeugend wie diesem „Tatort“. Es ist ein Krimi, der deutlich macht, dass es Wichtigeres gibt als Krimis und der diese These durch seine (empathische) Spannung wirkungsvoll unterstreicht.


















