Foto: BR / Degeto / Hendrik Heiden Diese neue ARD-Donnerstagskrimi-Reihe kommt ohne Kommissare aus. Im Mittelpunkt dieser beiden sehenswerten „Krimis aus Passau“ (BR, Degeto / Hager Moss Film) stehen eine Ex-Polizistin, die sich einiger Vergehen schuldig gemacht hat, um ihrer vorbestraften Tochter zu helfen, und ein dubioser österreichischer Privatdetektiv, der sich auch mit krummen Geschäften über Wasser hält. Zwei Mordfälle werden nur am Rande ermittelt. Im Zentrum der beiden als Thriller erzählten Filme steht vielmehr die Bedrohung der Hauptfiguren. Das Funktionsprinzip ist einfach, die Dramaturgie dennoch komplex, und die passend, nicht nach Schema F besetzten Charaktere sind – offensichtlich auch moralisch – höchst ambivalent. Dass beide Episoden (Regie: Maurice Hübner), über die gesamten 90 Minuten ihre Spannung halten, liegt auch an der filmischen Erzählweise: Mit Worten erklärt wird wenig, statt dessen lässt die Politik der Blicke den Zuschauer die Geschichte verstehen. Und die winterliche Landschaft sorgt darüber hinaus für etwas Nordic-Noir-Atmosphäre. Bleibt zu hoffen, dass die Degeto – unabhängig von der Quote – Leuenberger & Ostrowski weiterschnüffeln lässt.

















