Foto: WDR / Thomas Kost Auf den ersten Blick ist es gewagt, Kindesmissbrauch und Pädophilen-Community mit einer vergleichsweise belanglosen Fiction-Spielerei wie der Psycho-Rache-Räuberpistole um den Dauerbösewicht und Faber-Gegenspieler Markus Graf in eine „Tatort“-Episode zu zwingen. Auf den zweiten Blick wirkt diese narrative Konstruktion von Autor Jürgen Werner schon sehr viel plausibler: weil sie unter anderem erlaubt, den entwürdigenden Weg eines als Kind missbrauchten Mädchens zur erwachsenen Frau nachzuzeichnen – und damit den Fokus auf das Opfer zu richten. Maßgeblich verantwortlich für das gute Gelingen von „Monster“ (WDR / Bavaria Fiction) ist Torsten C. Fischers zurückhaltende Erzählweise. Sein Inszenierungsstil sorgt immer wieder für die Distanz, die für das Thema Kindesmissbrauch angemessen ist. Das Wort des Opfers, das zum Täter wird, dominiert über die Darstellung des Unfassbaren. Das Visuelle kommt aber keineswegs zu kurz in diesem schwer auszuhaltenden Film: So laden assoziative Montagen statisch wirkender Bilder den Zuschauer zum Nachdenken ein.


















