Foto: ZDF / Jürgen Olczyk Über die Hintertür eines Krimis zielt „Leben und Sterben in Schwabing“ aus der Reihe „München Mord“ (ZDF / TV60Filmproduktion) mittenrein in einen Generationskonflikt und Kulturkampf. Es ist das bittere Spiel, das die Enkel der 68er mit alteingesessenen Mietern treiben. Das Münchner Autorenduo Friedrich Ani und Ina Jung beweist Haltung, schwört aber den Zuschauer nicht billig auf Kulturpessimismus und Melancholie ein. Vielmehr steht das Schallersche Sich-Einfühlen in das Unsichtbare dieses Stadtteils und in die Psyche der Verdächtigen im Zentrum. Das passt gut zur musikalisch-stimmungsvollen Note des Films. Man spürt ein bisschen Wehmut, da ist ein bisschen Anklage und zugleich viel Energie, die auch in Sascha Biglers Inszenierung mit ihren surrealen Momenten steckt. Denn auch die Regie glänzt statt mit Moral-Exkursen mit Typen-Ikonografie & Top-Metaphern.

















