Foto: WDR / Taimas Ahangari Boerne ist sich sicher: Die Millionenerbin Doreen Prätorius ist eine Versicherungsbetrügerin, möglicherweise eine Mörderin, ja, vielleicht sogar beides. Kommissar Thiel kann und will das nicht glauben; diese Frau weckt tiefe Sehnsüchte in ihm. Beide liegen falsch. Der Zuschauer weiß das bereits in den ersten Minuten. Das Erbe ist erschlichen, ihr Ehemann ist weder tot, noch ist er der, für den sie ihn hält. Sascha Arango zeigt einmal mehr, dass er ein Autor für die besondern „Tatort“-Fälle ist. Für „Man stirbt nur zweimal“ (WDR / filmpool fiction) hat er sich eine besonders raffinierte Form des Versicherungsbetrugs ausgedacht, der früh von einem bizarren Leichenfund getoppt wird, was den Fall in alle möglichen Richtungen offenhält. Und weil Arango auf Klamauk verzichtet, jeder Witz oder originelle Exkurs einen Bezug zur Handlung hat, funktionieren selbst die Anflüge von Gefühl prima. Die Inszenierung mit dem cleveren Einstieg, den eleganten Szenenüberleitungen, der liebevollen Ausstattung sowie das spielfreudige Ensemble, allen voran Cordelia Wege, komplettieren das Ganze, machen aus dem sechsundvierzigsten „Tatort“ aus Münster einen Film aus einem Guss.

















