Foto: NDR, Degeto / Gordon Timpen Das Böse wohnt in und um Schwanitz. In „Haare? Hartmann!“ fallen nicht Profikiller in das beschauliche Ostseedorf ein, vielmehr lauert das Unheil im Vertrauten. Niels Holle entwickelte in seinem zehnten Drehbuch für „Nord bei Nordwest“ (NDR, Degeto / triple pictures) ein feines, gut geöltes Erzähl-Maschinchen, das geschmeidig vor sich hin surrt. Es ist clever konstruiert, hat aber nichts kühl Kalkuliertes, sondern bekommt im Verbund mit dem spannend-entspannenden Erzählrhythmus und dem sympathischen Stammpersonal eine liebevolle, zärtliche Note, die wiederum in scharfem Kontrast zu den makabren Bluttaten und dem unmoralischen Treiben steht. Auch dramaturgisch stimmt alles: überschaubarer Mikrokosmos, keine losen Enden, Deckel passt auf Topf. Lustvoll ist der Zuschauer Jacobs & Co eine Nasenlänge voraus, und das Beziehungsdreieck bleibt weiterhin erotisch in der Schwebe.


















