Foto: ZDF / Marion von der Mehden Zum dritten Mal nach „Tod eines Mädchens“ (2015) und „Die verschwundene Familie“ (2019) führt ein ZDF-Zweiteiler in das fiktive Ostseebad Nordholm. Auch in „Das Mädchen am Strand“ (Network Movie) stehen der mackerhafte Bulle aus der Hansestadt und die gewissenhafte Kollegin aus der Provinz im Zentrum. Sie hat mittlerweile ihren Dienst quittiert und ist nur noch bedingt Mülleimer für Kesslers Probleme, bleibt aber für ihn eine wichtige Informationsquelle. Dem 180-Minüter gelingt es, Krimi und Drama zu sein. Lebenslügen sind eine gute Saat für Crime, besitzen aber auch ihren eigenen Wert. Auch wenn Thomas Bergers Inszenierung auf ästhetische Extravaganzen verzichtet, er das Drama der Charaktere und den Realismus des Schauplatzes über den Stil-Willen eines Kriminalfilms stellt – so ist doch dieses Nordholm eine reine Fiktion: Es ist ein Dorf gewordenes Sinnbild für dysfunktionale Familien, für eine verlorene Generation an der Schwelle zum Erwachsenwerden, für Einsamkeitsgefühle, für ein sich abgrundtiefes Fremdsein. Wie sich damit Krimi-Spannung potenzieren lässt, das haben auch schon andere Produktionen gezeigt.





















