Foto: WDR / Thomas Kost Autor Benjamin Hessler muss sich gedacht haben, im Rahmen einer Kriminalkomödie sei es mal an der Zeit, mit der penetranten Ernsthaftigkeit von Serienkillerkrimis zu brechen und den Umgang mit den Tötungsmustern dem „Tatort“ Münster gemäß mit leichtem Augenzwinkern zu versehen. Was passiert also, wenn der mörderische Racheplan nicht die eigentlichen Hassobjekte trifft, sondern Unschuldige? Thiel & Co vergeht zunächst einmal die Lust am Frotzeln. Und so gibt es in „Spieglein, Spieglein“ (ARD / filmpool fiction) statt kurzatmiger, vordergründiger Gags eine ironische Ebene, die sich unaufdringlich durch die Narration zieht. Nicht minder originell ist der Rollenwechsel, der sich aus dieser Geschichte ergibt: Klemm, Haller, Boerne sind plötzlich Zeugen – schlechte Zeugen. Der Film besitzt einen klaren Rhythmus und entwickelt unter Tiefenbachers umsichtiger Regie je nach Erzähltonlage die entsprechende filmische Stimmung. Das ist gut gemachtes Gratifikationsfernsehen!


















