Foto: Degeto / Conny Klein „Meine Nachbarn mit dem dicken Hund“ erzählt eine Geschichte, wie sie sich tagtäglich irgendwo in der Dreieinhalbmillionen-Stadt Berlin ereignen könnte. Eine Frau, Mitte 50, kommt mit ihrem plötzlichen Single-Status nicht zurecht. Als neue Nachbarn ihren gewohnten Alltag durcheinanderbringen, werden auf beiden Seiten Vorurteile aufgefahren. In der Realität würde man weiterhin seine Ressentiments pflegen. In einem Film kann man der Situation einen anderen Dreh geben: die Probleme mit dem ungewollten Alleinsein, die Einsamkeit in der Großstadt, die Verlorenheit, wenn einem die eigene Lebenssituation über den Kopf wächst – das sind die Themen, die Autorin Kathi Liers leise, sensibel und in klugen, dezent verpackten Metaphern anschneidet. Neben der Tiefe der Charaktere und der sympathischen Alltagstonlage, die dem vorzüglich von Ingo Rasper inszenierten Film immer auch ein Stück Berliner Hinterhofflair mitgeben, muss man ganz besonders die Besetzung hervorheben – allen voran die einzigartige Steffi Kühnert. Der bisher beste ARD-Freitagsfilm 2019!
















